Natriumphosphinat

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Strukturformel
Strukturformel von Natriumphosphinat
Allgemeines
Name Natriumphosphinat
Andere Namen

Natriumhypophosphit

Summenformel NaH2PO2
Kurzbeschreibung

weißer Feststoff[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
  • 7681-53-0
  • 10039-56-2 (Monohydrat)
EG-Nummer 231-669-9
ECHA-InfoCard 100.028.791
PubChem 16129646
Wikidata Q2090740
Eigenschaften
Molare Masse 87,96 g·mol−1
Aggregatzustand

fest[1]

Dichte

1,77 g·cm−3[1]

Schmelzpunkt

310 °C (Zersetzung des Monohydrates)[2]

Löslichkeit
  • leicht in Wasser (744 g·l−1 bei 20 °C)[1]
  • löslich in Ethanol[3]
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [1]
keine GHS-Piktogramme
H- und P-Sätze H: keine H-Sätze
P: keine P-Sätze [1]
Toxikologische Daten

7640 mg·kg−1 (LD50Ratteoral)[4]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Natriumphosphinat ist eine anorganische chemische Verbindung des Natriums aus der Gruppe der Phosphinate.

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Natriumphosphinat kann durch Reaktion von weißem Phosphor mit Natronlauge gewonnen werden.[3]

Es kann durch neutralisieren von Hypophosphorsäure oder einer Calciumphosphinatlösung mit Natriumcarbonat hergestellt werden.[5]

Bei der Reaktion in wässrigen Lösungen entsteht das Monohydrat.[6]

Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Natriumphosphinat ist ein kristalliner weißer Feststoff, der leicht löslich in Wasser ist. Er zersetzt sich bei Erhitzung über 260 °C.[1] In wässeriger Lösung zersetzt es sich beim Erhitzen unter Abgabe von selbstentzündlichem Phosphorwasserstoff und Bildung von Dinatriumhydrogenphosphat.[6]

Das Hydrat NaH2PO2·H2O hat eine Kristallstruktur mit der Raumgruppe P21/n (Raumgruppen-Nr. 14, Stellung 2)Vorlage:Raumgruppe/14.2.[7]

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Natriumphosphinat wird als Thieles Reagenz zum Selen-Nachweis und früher auch in Tonika verwendet. Im Labor dient es als Reduktionsmittel, zum Beispiel zur Herstellung von Nanopartikeln, besonders aber für die stromlose Abscheidung von Phosphor-haltigen Nickelschichten auf Metallen oder Kunststoffen und anderen nichtleitenden Materialien. Natriumphosphinat eignet sich auch zur Abscheidung von Palladium auf Glas.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g Eintrag zu Natriumphosphinat in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 9. März 2016 (JavaScript erforderlich).
  2. William M. Haynes: CRC Handbook of Chemistry and Physics, 96th Edition. CRC Press, 2015, ISBN 978-1-4822-6097-7, S. 91 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  3. a b c Eintrag zu Natriumphosphinat. In: Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 9. März 2016.
  4. Datenblatt Sodium hypophosphite monohydrate, ≥99% bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 9. März 2016 (PDF).
  5. Eintrag zu Natriumphosphinat in der Hazardous Substances Data Bank, abgerufen am 9. März 2016.
  6. a b Hermann Hager: Hagers Handbuch der Pharmazeutischen Praxis für Apotheker, Arzneimittelhersteller, Drogisten, Ärzte und Medizinalbeamte Zweiter Band. Springer-Verlag, 1949, ISBN 978-3-642-49767-4, S. 302 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  7. M. Catti: Pseudo-symmetry and hydrogen bonding in the crystal structure of NaH2PO2·4/5H2O. In: Acta Crystallographica Section B Structural Crystallography and Crystal Chemistry. 35, S. 1041, doi:10.1107/S0567740879005537.