Natriumtetraphenylborat

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Strukturformel
Natriumion  Tetraphenylboration
Allgemeines
Name Natriumtetraphenylborat
Andere Namen
  • Kalignost
  • NaBPh4
Summenformel C24H20BNa
CAS-Nummer 143-66-8
Kurzbeschreibung

farblose Kristalle[1]

Eigenschaften
Molare Masse 342,22 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

1,216 g·cm−3[2]

Schmelzpunkt

>300 °C[3]

Löslichkeit

löslich in Wasser und Ethanol[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [4]
06 – Giftig oder sehr giftig

Gefahr

H- und P-Sätze H: 301
P: 301+310 [4]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [5][3]
Gesundheitsschädlich
Gesundheits-
schädlich
(Xn)
R- und S-Sätze R: 22
S: keine S-Sätze
Toxikologische Daten

288 mg·kg−1 (LD50Ratteoral)[1]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
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Natriumtetraphenylborat (Handelsname: Kalignost®, kurz: NaPh4B) ist eine chemische Verbindung bestehend aus den Elementen Bor, Kohlenstoff, Wasserstoff und Natrium. Es besitzt die Summenformel C24H20BNa.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Natriumtetraphenylborat wurde erstmals vom deutschen Chemiker und Nobelpreisträger Georg Wittig synthetisiert. Sein Ziel war es fünfbindige Verbindungen dieser Periode herzustellen. Dieser "Erfolg" blieb ihm versagt. Bei den Elementen Bor bis Stickstoff konnte er keine Oktettaufweitung beobachten. Fehlschläge waren beispielsweise die Umsetzung von Triphenylboranen mit Phenyllithium (oder von Bortrihalogeniden mit Grignard-Verbindungen) wobei er jedoch das Natriumtetraphenylborat fand.

Lithiumtetraphenylboranat.svg

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

NaPh4B wird heute durch die Reaktion von Phenyl-Grignard-Reagenzien wie Phenylmagnesiumbromid mit Bortrifluorid dargestellt. Das aus dieser Reaktion erhaltene Tetraphenylbormagnesiumbromid wird in Wasser gelöst und mit Natriumchloridlösung versetzt.

Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chemische Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die wichtigste Reaktion von NaPh4B ist die Fällung von Kaliumionen in wässriger Lösung:

Die Löslichkeit von Kaliumtetraphenylborat (KPh4B) beträgt demnach 53,0 mg/l. So kann Kalium als K+ auf 5,79 mg/l genau bestimmt werden.

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Natriumtetraphenylborat wird unter dem Namen Kalignost® am häufigsten in der chemischen Analytik für die titrimetrische und gravimetrische Bestimmung von Kalium eingesetzt. Ebenso lassen sich auch Ammonium-, Rubidium-, Caesium- und Thalliumionen bestimmen[1]. Auch Alkaloide können mit NaPh4B quantitativ bestimmt werden.

Natriumtetraphenylborat kann im anorganischen Trennungsgang sehr nützlich sein, um Ammonium- und Kaliumionen zu unterscheiden. Setzt man Kalignost vorsichtig zu der Lösung zu, bildet sich ein weißer Niederschlag, der sich im einen Fall im oberen Teil des Reagenzglases sammelt und im anderen Fall über das gesamte Reaktionsvolumen verteilt.

Sicherheitshinweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Natriumtetraphenylborat ist gesundheitsschädlich beim Verschlucken. Allgemeine Sicherheitshinweise beim Umgang mit Chemikalien: Haut- und Augenkontakt vermeiden, Substanz nicht einatmen, bei Unfällen oder Unwohlsein immer Arzt zu Rate ziehen.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Eintrag zu Natriumtetraphenylborat. In: Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 29. September 2014.
  2. Калугин О.Н., Панченко В.Г., Вьюнник И.Н.: Кондуктометрическое исследование ионной ассоциации и межчастичных взаимодействий в растворах 1-1 электролитов в этилацетате при 5-45. (A Conductometric Study of Ionic Association and Interspecies Interactions in Solutions of 1-1 Electrolytes in Ethyl Acetate at 5^5°C). In: [[Журнал физической химии]]. Band 79, Nr. 4, 2005, S. 734–739 (russisch, elibrary.ru).
    Kalugin, Panchenko, V'yunnik: in Russian J. Phys. Chem. 79 (2005) 629–634.
  3. a b Datenblatt Natriumtetraphenylborat bei AlfaAesar, abgerufen am 14. März 2010 (JavaScript erforderlich).
  4. a b Datenblatt Sodium tetraphenylborate bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 14. April 2011 (PDF).
  5. Für Stoffe ist seit dem 1. Dezember 2012, für Gemische seit dem 1. Juni 2015 nur noch die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung gültig. Die EU-Gefahrstoffkennzeichnung ist daher nur noch auf Gebinden zulässig, welche vor diesen Daten in Verkehr gebracht wurden.