Natur- und Geopark TERRA.vita

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Lage des Natur- und Geoparks TERRA.vita

Der Natur- und Geopark TERRA.vita, ursprünglich Naturpark Nördlicher Teutoburger Wald-Wiehengebirge, ist ein Natur- und Geopark im Südwesten Niedersachsens und im Nordosten Nordrhein-Westfalens. Er umfasst mit einer Gesamtfläche von rund 1.500 km² die Mittelgebirgszüge des Teutoburger Waldes und des Wiehengebirges (inklusive des westlichen Randes des Wesergebirges) sowie den größten Teil des Osnabrücker Landes (einschließlich einiger tiefer gelegener Gebiete im Landkreis Osnabrück).[1]

Als erstem deutschen Naturpark gelang es TERRA.vita 2001, als Europäischer Geopark anerkannt zu werden.[2][3] Seit dem Jahr 2004 gehört der Park zum Geopark-Netzwerk der UNESCO.[4] Zum Nationalen Geopark wurde er erst 2008.[5] Am 17. November 2015 erfolgte schließlich die offizielle Anerkennung als UNESCO Global Geopark durch die UNESCO.

Die Büros der hauptamtlichen Mitarbeiter des Natur- und Geoparks befinden sich in den Räumen des Kreishauses des Landkreises Osnabrück.[6]

Logo des Naturparks TERRA.vita

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Träger des Natur- und Geoparks TERRA.vita ist der TERRA.vita – Natur- und Geopark Nördlicher Teutoburger Wald, Wiehengebirge, Osnabrücker Land e. V. Dem Verein gehören satzungsgemäß Gebietskörperschaften und die Fremdenverkehrsverbände im Gebiet des Vereins (§ 2 der Satzung) sowie „natürliche[…] und juristische[…] Personen sowie Personenvereinigungen, die sich zu den Zielen des Vereins bekennen“ (§ 5 der Satzung), an. „Die zur Erreichung des Vereinszwecks benötigten Mittel werden durch Mitgliedsbeiträge, Spenden und öffentliche Zuwendungen aufgebracht“ (§ 4 der Satzung).

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nördlicher Bereich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wassertretbecken bei Berge auf der Ankumer Höhe
Das Wiehengebirge

Der nördliche Teil des Natur- und Geoparks beginnt im Emsland bei Herzlake und zieht sich von dort aus in südöstlicher Richtung über die Ankumer Höhe nach Bramsche. Von dort aus gelangt man in den südlichsten Bereich des Oldenburger Münsterlands und den Nordosten des Osnabrücker Landes, die ebenfalls zum Park TERRA.vita gehören. Von Bramsche aus breitet sich der Park nördlich von Osnabrück über das Wiehengebirge in Richtung Osten aus und danach über den Weserdurchbruch Porta Westfalica sogar noch bis zum einiges weiter östlich liegenden Bückeburg, das bereits östlich der Weser und nördlich des Wesergebirges liegt; damit reicht sein Parkgebiet auch noch in die nordwestlichen Bereiche des zuletzt genannten Gebirges hinein.

Mittlerer Bereich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der mittlere Bereich wird geprägt von Osnabrück mit dem Osnabrücker Bergland.

Südlicher Bereich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Teutoburger Wald:Blick vom Dörenberg auf das Osnabrücker Land

Der südliche Teil des Natur- und Geoparks liegt im nördlichen Teutoburger Wald. Er beginnt östlich von Hörstel und verläuft über das Tecklenburger Land und Bad Iburg Richtung Südosten bis nach Bielefeld.

Einzelne Gebirge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Benachbarte Naturparks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nördlich schließt sich der Naturpark Dümmer mit dem See Dümmer und den Dammer Bergen an, östlich von Bückeburg grenzt TERRA.vita an den Naturpark Weserbergland. Südöstlich von Bielefeld liegt der Naturpark Teutoburger Wald/Eggegebirge. Im Nordwesten bei Herzlake befindet sich der Naturpark Hümmling etwa 5 km entfernt.

Geologie und Landschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ist der Kern des Parks von typischen Mittelgebirgslandschaften – mit interessanten geologischen Verwerfungslinien (Antiklinale)[7] – geprägt, so finden sich im Norden im Bereich der Ankumer Höhe auch Endmoränen der Saale-Eiszeit. Nacheiszeitliche Moore, z. B. Großes Moor mit seinen südlichen Ausläufern, gehören ebenfalls zum Landschaftsbild. Ungefähr 70 % des Parks nehmen Waldflächen ein. Geologisch umfasst der Park die Erdzeitalter von Karbon bis Quartär (Geologie).[7]

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Großsteingrab im Wiehengebirge

Mit den Oberzentren Osnabrück und Bielefeld hat der Park zwei wichtige Städte als Anlauf- und Informationspunkte. Zwei Fernwanderwege über die Höhenzüge des Wiehengebirges (nämlich der vom Wiehengebirgsverband Weser-Ems betreute Wittekindsweg) und des Teutoburger Waldes (nämlich der vom Teutoburger-Wald-Verein betreute Hermannsweg) ermöglichen eine intensive Erkundung des Parks, der wie kaum ein anderer unterschiedliche Landschaftsformen erfahrbar macht. 300 Millionen Jahre Erdgeschichte können hier live erlebt werden.[3] Die Straße der Megalithkultur von Osnabrück nach Oldenburg führt (neben dem im Osnabrücker Land in etwa parallel verlaufenden Wanderweg Hünenweg) auch Kraftfahrer zu den im Park und nördlich davon sehr häufig vorkommenden steinzeitlichen Großsteingräbern. Ferner kann Erdgeschichte durch die 150 Million Jahre alten Saurierspuren in Bad Essen-Barkhausen, Bergbaumuseen, Besucherbergwerke in Osnabrück, die Dörenther Klippen bei Ibbenbüren und den Weserdurchbruch bei Porta Westfalica erlebt werden. Große Eiszeitfindlinge runden die Geschichte ab. Eine Besonderheit ist der sich im Park befindliche Heimat-Tierpark Olderdissen in Bielefeld.

2017 gab der Wiehengebirgsverband Weser-Ems die Trägerschaft für den Hünenweg auf und übergab sie an die Tourismusverbände Emsland und Osnabrücker Land. TERRA.vita organisiert seitdem das Projekt „neuer Hünenweg“, das durch eine bessere Sichtbarmachung des Weges in der Landschaft sowie teilweise durch eine neue Trassenführung gekennzeichnet ist. Im April 2018 wurde der „neue Hünenweg“ offiziell eröffnet.[8] Der Hünenweg soll in die Niederlande (bis Groningen) verlängert werden. Die Geoparks TERRA.vita und „De Hondsrug“ kooperieren bei diesem Projekt. Beide Einrichtungen wollen ihre Auszeichnung durch die UNESCO durch das „Ankerprojekt Hünenweg/Hondsrugpad“ „in Wert setzen“.[9]

Folgende Museen bieten interessante Einsichten in die geokulturelle Entwicklung der Region:

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Natur- und Geopark TERRA.vita: Organisation (Karte des TERRA.vita-Gebiets), abgerufen am 24. Juli 2018
  2. European Geoparks. Abgerufen am 30. März 2014.
  3. a b Landkreis Osnabrück Informationen. Abgerufen am 30. März 2014.
  4. Unesco Portal (Archivversion). Archiviert vom Original am 5. Dezember 2014; abgerufen am 23. Dezember 2015.
  5. Nationaler Geopark Homepage. Abgerufen am 30. März 2014.
  6. Natur- und Geopark TERRA.vita: Team, abgerufen am 24. Juli 2018
  7. a b Unesco Terravita. Abgerufen am 30. März 2014.
  8. Alexandra Lüders: Eröffnung im Giersfeld – Runderneuerter „Hünenweg“ führt über Ankum nach Meppen. noz.de. 1. Mai 2018, abgerufen am 24. Juli 2018.
  9. TERRA.vita Natur- und Geopark: Kooperation zwischen den UNESCO Global Geoparks De Hondsrug (NL) und TERRA.vita (D). 20. Juli 2018, abgerufen am 24. Juli 2018.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Natur- und Geopark TERRA.vita – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 52° 16′ N, 8° 21′ O