Naturhistorisches Museum Hamburg

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Siegelmarke Naturhistorisches Museum Hamburg.
Gebäude des Naturhistorischen Museums Hamburg 1891

Das Naturhistorische Museum Hamburg bestand von 1843 bis 1943.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sammlungen der Gelehrtenschule des Johanneums und des Naturwissenschaftlicher Vereins in Hamburg bildeten die Grundlage des am 17. Mai 1843 gegründeten Naturhistorischen Museums Hamburg. Diese stammten von Hamburger Bürgern.[2]

Untergebracht war das Museum zunächst im Gebäude des Johanneums; ebenso wie das Culturhistorische Museum, aus dem 1879 das Museum für Völkerkunde Hamburg hervorging.

1891 konnte das Naturhistorische Museum ein eigenes Gebäude am Steintorwall beziehen. Dieses stand unweit des seit 1874 bestehenden Museums für Kunst und Gewerbe Hamburg und der 1869 eröffneten Hamburger Kunsthalle. Architekten des Gebäudes waren Manfred Semper und Carl Philipp Krutisch.[3]

Frühzeitig erfolgten räumliche Verlegungen einzelner im Museum untergebrachter naturwissenschaftlicher Sammlungen: 1883 erhielt die Botanik ein eigenes Museum in Hamburg. 1907 wurden die mineralogischen Sammlungen ausgelagert.

1912 verfügte das Naturhistorische Museum über eine anthropologische, eine paläontologische sowie eine zoologische Sammlung.

Im Zweiten Weltkrieg, 1943, zerstörten Luftangriffe der Alliierten das in der Nähe des Hamburger Hauptbahnhofs gelegene Gebäude des Museums und Teile der Sammlungen. Ein Wiederaufbau erfolgte nicht.

Nachfolger des Naturhistorischen Museums ist das 1983 eröffnete Zoologische Museum Hamburg.[4]

Im 21. Jahrhundert entwickelten sich Initiativen zur Neugründung eines Naturhistorischen Museums[5] in Hamburg. Der Wissenschaftsrat empfahl, die in der Hansestadt vorhandenen naturwissenschaftlichen Sammlungen langfristig zu erhalten.[6]

Centrum für Naturkunde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Schritt zur Wiedererstehung eines Museums für Naturkunde wurde 2014 das Centrum für Naturkunde (CeNak) gegründet, dessen Direktor Matthias Glaubrecht ist.[7]

Direktoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1882 wurde der Arzt und Zoologe Alexander Pagenstecher zum Direktor des Museums bestellt.[8] 1889 übernahm der Biologe Karl Kraepelin das Amt. Der Zoologe Hans Lohmann folgte 1914 Karl Kraepelin als Direktor des Museums. Das Amt hatte Lohmann bis zu seinem Tod im Jahr 1934 inne. Mit der Ernennung von Hans Lohmann zum Direktor veränderte sich die Bezeichnung des Museums. Aus dem Naturhistorischen wurde das Zoologische Museum.[9]

Mitarbeiter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den Mitarbeitern des Naturhistorischen beziehungsweise Zoologischen Museums zählten Jan Bohls, Ernst Ehrenbaum, Carl Christian Gottsche, Wilhelm Michaelsen, Erna Mohr, Hermann Wilhelm Strebel und Herbert Weidner.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Über das CeNak, abgerufen am 23. Februar 2017.
  2. Ein Museum für die Zukunft. Die bedeutenden naturhistorischen Sammlungen der Universität Hamburg sind in Gefahr. Endlich naht Hilfe. In: Die Zeit, 29. November 2012.
  3. Manfred Semper: Der Neubau des Naturhistorischen Museums. In: Eine Wanderung durch Hamburg den Mitgliedern der XVI. Abgeordneten-Versammlung des Verbandes deutscher Architekten- und Ingenieur-Vereine gewidmet vom Architekten- und Ingenieur-Verein in Hamburg. Meyer & Dieckmann, Hamburg 1887, S. 64 ff.
  4. Über das CeNak, abgerufen am 23. Februar 2017.
  5. Angela Grosse: Ein Museum für die Zukunft, abgerufen am 23. Februar 2017.
  6. Naturkundemuseum in Hamburg kommt nicht voran. In: Hamburger Abendblatt, 28. November 2012.
  7. Neues Naturkundemuseum in Hamburg, abgerufen am 23. Februar 2017.
  8. Wilhelm Heß: Pagenstecher, Heinrich Alexander. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 53, Duncker & Humblot, Leipzig 1907, S. 789 f.
  9. Christian Hünemörder: Biologie und Rassenbiologie in Hamburg 1933 bis 1945. In: Eckart Krause et al. (Hrsg.): Hochschulalltag im "Dritten Reich". Die Hamburger Universität 1933–1945, Band III, Dietrich Reimer Verlag, Berlin / Hamburg 1991, S. 1155–1196, hier: S. 1156.