Naturkundemuseum Leipzig

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Naturkundemuseum Leipzig (2009)

Das Naturkundemuseum Leipzig ist ein städtisches Museum in Leipzig mit geologisch-paläontologischen, botanischen, zoologischen und archäologischen Sammlungen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Naturkundemuseum Leipzig wurde am 3. März 1906 von Mitgliedern der „Naturwissenschaftlichen Vereinigung des Leipziger Lehrervereins“ gegründet und bezog am 5. Juni 1912 als „Naturkundliches Heimatmuseum“ das zuvor der „Dauernden Gewerbeausstellung“ dienende Gebäude am Tröndlinring. 1923 wurde die Sammlung in das 1875/76 nach Plänen von August Friedrich Viehweger (1836–1919) errichtete Gebäude der II. Höheren Bürgerschule am Goerdelerring verlegt. Seit 1930 wird es von der Stadt Leipzig getragen, der heutige Name wird seit 1987 geführt.

Direktor des Museums ist seit dem 1. Dezember 2016 der Paläobiologe Ronny Maik Leder[1], der mit seinem Amtsantritt die Aufgabe übernommen hat, das Naturkundemuseum Leipzig zu einer überregional strahlenden Institution[2] zu entwickeln. Das eigens hierfür erarbeitete Museumskonzept[3] sollte zunächst in der Halle 7 auf dem Gelände der Leipziger Baumwollspinnerei umgesetzt werden, wohin der Umzug des Naturkundemuseums Leipzig bis 2020 geplant war.[4] Dieses Vorhaben wurde 2018 allerdings aus Kostengründen wegen statischer Probleme gestoppt.[5] Das Museum wird nun in den zumeist unterirdisch gelegenen ehemaligen Bowlingtreff am Wilhelm-Leuschner-Platz umziehen. Der Stadtratsbeschluss dazu erging im Oktober 2020[6], für den Standort Lortzingstraße ist zunächst eine Weiternutzung als Depot angedacht.[7]

Das neue Naturkundemuseum Leipzig[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit seinem Museumskonzept hat Ronny Maik Leder die Vision eines Hauses gezeichnet, welches als Archiv des regionalen Naturraumes sowohl eine kurzweilig unterhaltende Einrichtung wie auch eine wissenschaftliche Bildungsstätte der Stadt Leipzig darstellt.[8] Von erheblicher Bedeutung werden dabei die drei geplanten Zentralinszenierungen[9] rund um das Mammut von Borna, die Valdivia-Expedition und den Tour de ter Meer haben.

Mammut von Borna

Eine der Säulen der geplanten Zentralinszenierungen stellen die einzig verbliebenen fossilen Knochenreste (Unterkiefer, Vorder- und Hinterfuß) des „Mammuts von Borna“ dar, das von 1909 bis 1943 eine der Hauptattraktionen in der Prähistorischen Abteilung des Museums für Völkerkunde zu Leipzig (Grassimuseum) war, bevor es in der Bombennacht vom 4. Dezember 1943 der Zerstörung zum Opfer fiel.

Valdivia-Expedition

Von besonderer wissenschaftshistorischer Bedeutung und ebenfalls Teil der Zentralinszenierungen im künftigen Naturkundemuseum Leipzig sind die Exponate der Valdivia-Expedition, der ersten deutschen Tiefseeexpedition (1898–1899), die unter dem Leipziger Zoologie-Professor Carl Chun (1852–1914) in Leipzig ihren Ausgangspunkt hatte.

Tour de ter Meer

Bereits in der aktuellen Dauerausstellung teilweise zu sehen, sind die von der Universität Leipzig übernommenen Dermoplastiken des Tierpräparators und Wegbereiters der modernen Dermoplastik Herman H. ter Meer (1871–1934). Diese sollen als dritte Säule der Zentralinszenierungen im sogenannten „Tour de ter Meer“ – einer sich erhebende Skulptur aus Tierkörpern – zusammengeführt werden und so die Nahrungskette als trophische Pyramide mit all ihrer Dramatik und Dynamik darstellen.

Sammlungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Naturkundemuseum Leipzig sammelt, bewahrt und erforscht wertvolle Objekte aus den Fachbereichen Zoologie, Botanik, Geologie/Paläontologie/Mineralogie sowie Archäologie.[10] Die wissenschaftlichen Sammlungen gliedern sich dabei wie folgt:

Botanik

Wirbellose

Wirbeltiere

Archiv/Bibliothek

Ausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Derzeit präsentiert das Naturkundemuseum Leipzig in seiner Dauerausstellung auf ca. 800 m² vor allem regionale Exponate sowie bedeutende Großpräparate der ter Meer-Sammlung, aber auch wichtige archäologische und geologisch-paläontologische Funde der Region. Daneben werden regelmäßig Sonderausstellungen gezeigt.[15]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Naturkundemuseum Leipzig – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. https://www.lvz.de/Leipzig/Stadtpolitik/Rucksack-voller-Ideen-Neuer-Leiter-des-Leipziger-Naturkundemuseums-gewaehlt
  2. https://www.lvz.de/Leipzig/Lokales/Leipzigs-Naturkundemuseum-Chef-Ich-will-kein-Mittelklasse-Museum
  3. https://static.leipzig.de/fileadmin/mediendatenbank/naturkundemuseum-leipzig-de/2._Zukunft_Naturkundemuseum_Leipzig/Konzept_Naturkundemuseum_Leipzig_4_0.pdf
  4. https://www.lvz.de/Leipzig/Lokales/Naturkundemuseum-in-die-Spinnerei-Die-Skepsis-in-Leipzigs-Stadtrat-bleibt
  5. https://www.luhze.de/2018/10/12/die-suche-nach-einem-neuen-naturkundemuseum/
  6. https://www.l-iz.de/politik/leipzig/2020/10/Der-Stadtrat-tagt-Das-Leipziger-Naturkundemuseum-kommt-ins-Grundwasser-354209
  7. https://www.l-iz.de/politik/brennpunkt/2020/07/38-Millionen-Euro-fuer-ein-markantes-Museum-in-Innenstadtlage-340428
  8. https://static.leipzig.de/fileadmin/mediendatenbank/naturkundemuseum-leipzig-de/2._Zukunft_Naturkundemuseum_Leipzig/Konzept_Naturkundemuseum_Leipzig_4_0.pdf
  9. https://naturkundemuseum.leipzig.de/forschung-fuer-alle/zukuenftige-dauerausstellung/
  10. https://naturkundemuseum.leipzig.de/sammlungen-wissenschaft/
  11. https://naturkundemuseum.leipzig.de/sammlungen-wissenschaft/botanische-sammlung/
  12. https://naturkundemuseum.leipzig.de/sammlungen-wissenschaft/zoologische-sammlung-wirbellose/
  13. https://naturkundemuseum.leipzig.de/sammlungen-wissenschaft/praeparation/
  14. https://naturkundemuseum.leipzig.de/sammlungen-wissenschaft/bibliothek-und-archiv/
  15. https://naturkundemuseum.leipzig.de/ausstellungen/

Koordinaten: 51° 20′ 41,7″ N, 12° 22′ 15,1″ O