Naturschutzgebiet Dächelsberg/Ließemer Berg

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Dächelsberg/Ließemer Berg

IUCN-Kategorie IV – Habitat-/Species Management Area

Blick in den ehemaligen Steinbruch

Blick in den ehemaligen Steinbruch

Lage zwischen Ließem, Nieder- und Oberbachem, Gemeinde Wachtberg, Rhein-Sieg-Kreis, Nordrhein-Westfalen
Fläche 52,047 ha
Kennung SU-008
WDPA-ID 162692
Geographische Lage 50° 38′ N, 7° 10′ OKoordinaten: 50° 38′ 24″ N, 7° 10′ 9″ O
Naturschutzgebiet Dächelsberg/Ließemer Berg (Nordrhein-Westfalen)
Naturschutzgebiet Dächelsberg/Ließemer Berg
Meereshöhe von 103 m bis 180 m (ø 140 m)
Einrichtungsdatum 18. November 2002
Naturschutzgebiet Dächelsberg/Ließemer Berg, Luftaufnahme (2016)

Das Naturschutzgebiet Dächelsberg/Ließemer Berg wurde am 11. November 2002 von der Bezirksregierung Köln als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Es liegt im Naturpark Rheinland in den Gemarkungen Ließem, Nieder- und Oberbachem in der Gemeinde Wachtberg[1] und ist rund 52 ha groß.[2][3] Das Gebiet gliedert sich in den Bereich des Dächelsbergs und des teilweise bewaldeten Hangs nordwestlich von Niederbachem (Ließemer Berg).

Dächelsberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geologie und Steinbruch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Dächelsberg ist ein stillgelegter Basalt-Steinbruch zwischen Nieder- und Oberbachem. Der Berg ist vulkanischen Ursprungs. Er war im Tertiär vor rund 25 Mio. Jahren aktiv. Der Aufbau des Vulkans ist sichtbar:

„Der Schlot im Zentrum des Vulkans besteht aus senkrecht stehenden Basaltsäulen… Der Schlot ist seitlich von weicherem Basalt und Basalttuff (Anmerkung: Trachyt-Tuff) umgeben, die stärker verwittert sind. An den Flanken des Vulkans ist kalkhaltiger Löss angeweht worden.“

Geologischer Dienst Nordrhein-Westfalen[4]

Der Steinbruch war mit Unterbrechungen von 1857 bis in die 1960er Jahre in Betrieb. Zuletzt arbeiteten dort Insassen der JVA Rheinbach. Betreiber war die Firma Horst & Jüssen. Der Basalt wurde für den Straßenbau abgebaut.[5]

Naturschutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Beendigung des Abbaus lief der Steinbruch voll Wasser. 1981 hat die Gemeinde Wachtberg das Gelände zur Erhaltung als Naturdenkmal erworben. Das baufällige Brechwerk wurde 1982 gesprengt.[6] Der Dächelsberg steht seit 1984 unter Naturschutz und wird vom NABU, Kreisgruppe Bonn, im Auftrag des Rhein-Sieg-Kreises betreut.[7] Der Dächelsberg hat die Biotop-Kennung 5308-902.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Dächelsberg liegt an dem vom Naturpark Rheinland betreuten Themenwanderweg Feuerroute[8] sowie an dem Radwanderweg Wasserburgen-Route[9]. Zum Einblick in den ökologisch wertvollen, ehemaligen Steinbruch wurde 2015 ein Aussichtsturm errichtet. Der Zugang auf das Gelände ist aus Umweltschutz- und Sicherheitsgründen nicht möglich.

Ließemer Berg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Niederwald am Ließemer Berg

Der Ließemer Berg beschreibt eine Hanglage im Tal des Mehlemer Bachs nordwestlich von der Ortslage Niederbachem. Die obere Kante liegt auf einem Höhenniveau von rd. 180 m ü. NHN, einer ehemaligen Rhein­terrasse. Der Hang ist im Wesentlichen geprägt durch einen alten Buchen-Niederwald und durch Streuobstwiesen. Der Ließemer Berg hat die Biotop-Kennung 5308-149.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Verordnung über das Naturschutzgebiet Dächelsberg/Ließemer Berg Gemeinde Wachtberg, Rhein-Sieg-Kreis vom 11. November 2002 (Memento des Originals vom 26. Oktober 2014 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.rhein-sieg-kreis.de
  2. Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
  3. a b Naturschutzgebiet „Dächelsberg – Ließemer Berg“ im Fachinformationssystem des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen, abgerufen am 25. Februar 2017.
  4. Böden aus Vulkangestein. (PDF) In: Informationen zur Posterreihe „Boden kennen – Boden schützen“. Geologischer Dienst Nordrhein-Westfalen, Februar 2007, S. 14, abgerufen am 25. Februar 2017 (Nr. 8).
  5. Heinz Dieter Willeke: Basaltabbau am Dächelsberg. In: Heimat- und Verschönerungsverein Niederbachem e. V. (Hrsg.): Niederbachem. Ein Dorf im Wandel. Wachtberg 1998, ISBN 3-930376-12-1, S. 142–144.
  6. Gemeinde Wachtberg: Weißt Du noch? Der Dächelsberg – vom Steinbruch zum Naturschutzgebiet.
  7. NABU: Naturschutzgebiet Dächelsberg
  8. Naturpark Rheinland: Verlauf der Feuerroute
  9. Nordeifel Tourismus GmbH: Wasserburgen-Route