Naundorf (Vetschau/Spreewald)

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Koordinaten: 51° 49′ 11″ N, 14° 6′ 2″ O
Höhe: 53 m ü. NN
Fläche: 4,12 km²
Einwohner: 232 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 56 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 2001
Postleitzahl: 03226
Vorwahl: 035433
Straße durch Naundorf, Storch steht auf einem Hausdach

Naundorf, niedersorbisch Njabožkojce, ist ein im Spreewald gelegener Ortsteil der Stadt Vetschau/Spreewald in Brandenburg.

Das Dorf liegt nördlich von Vetschau im Biosphärenreservat Spreewald. Zum Ortsteil gehört auch das etwas südlich gelegene Fleißdorf. Inklusive Fleißdorf zählt Naundorf 248 Einwohner (Stand 2008). Durch das Dorf führt eine untergeordnete Landstraße von Suschow nach Burg-Kolonie, auf der zugleich auch der Gurkenradweg verläuft. Im Dorf befinden sich mehrere Storchennester.

Naundorf ist Teil des amtlichen Siedlungsgebietes der Sorben/Wenden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung des ursprünglich rein sorbischen Naundorfs als Novam villam stammt aus dem Jahr 1315. Der Ortsname wurde 1340 als Nauvendorff und 1542 als Nawendorff genannt. Der deutsche Ortsname bezeichnet eine neuangelegte Siedlung. Ab dem 19. Jahrhundert werden niedersorbische Namensformen wie Njabožkojce 1843, Ńamoschkojze 1847 und 1880 als Njabožkojce überliefert. Diese haben zum deutschen Ortsnamen keine Beziehung und verweisen auf einen Personennamen Nebožk an den das Suffix -ovici und -ojce angehängt wurde. Ab Naundorf war über lange Zeiträume bis in das 20. Jahrhundert hinein ein weiteres Vordringen in den Spreewald nur auf dem Wasserweg möglich. Der parallel zur alten Dorfstraße in Südost- bzw. Nordwest-Richtung verlaufende Fließ, stellte den Anschluss an die im Spreewald einzig möglichen Wasserstraßen dar. Für die Bauern des Ortes bestand ein Mahlzwang für die mitten im Spreewald gelegene, nur auf dem Wasserwege zu erreichende Dubkow-Mühle. Eine Schule bestand in Naundorf zumindest ab 1850. Für diesen Zeitpunkt wird eine gemeinsame Schule mit Fleißdorf erwähnt, die auf halbem Weg zwischen den beiden Dörfern lag.

Zum 31. Dezember 2001 wurde Naundorf gemeinsam mit Göritz, Repten und Stradow nach Vetschau eingemeindet.[2]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1974 wurde der Ort Fleißdorf nach Naundorf eingemeindet.[3]

Einwohnerentwicklung in Naundorf von 1875 bis 2000[4]
Jahr Einwohner Jahr Einwohner Jahr Einwohner Jahr Einwohner Jahr Einwohner Jahr Einwohner
1875 316 1933 256 1964 221 1989 225 1993 225 1997 242
1890 332 1939 251 1971 210 1990 222 1994 230 1998 252
1910 339 1946 353 1981 257 1991 226 1995 227 1999 269
1925 314 1950 321 1985 246 1992 229 1996 247 2000 273

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben dem Tourismus, in Naundorf bestehen Betriebe des Gastronomie und Beherbergungsgewerbes, hat immer noch der Gemüseanbau eine größere wirtschaftliche Bedeutung. Ein in Naundorf ansässiger Dachdeckerbetrieb, der Schilfrohreindeckungen vornimmt.

Feste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von der Dorfgemeinschaft werden sorbische Bräuche wie das Stollenreiten und das Hahnrupfen gepflegt.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Entwicklung der Einwohnerzahl der Stadt Vetschau/Spreewald. In: vetschau.de. Stadt Vetschau, abgerufen am 10. Mai 2018.
  2. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2001
  3. Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  4. Statistik Brandenburg (PDF)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ernst Eichler: Die Ortsnamen der Niederlausitz. VEB Domowina-Verlag, Bautzen 1975.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]