Navilly

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Navilly
Navilly (Frankreich)
Navilly
Region Bourgogne-Franche-Comté
Département Saône-et-Loire
Arrondissement Chalon-sur-Saône
Kanton Gergy
Gemeindeverband Saône Doubs Bresse
Koordinaten 46° 56′ N, 5° 9′ OKoordinaten: 46° 56′ N, 5° 9′ O
Höhe 173–194 m
Fläche 9,68 km2
Einwohner 430 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 44 Einw./km2
Postleitzahl 71270
INSEE-Code

Navilly ist eine französische Gemeinde im Département Saône-et-Loire in der Region Bourgogne-Franche-Comté. Sie gehört zum Arrondissement Chalon-sur-Saône und zum Kanton Gergy. Der Ort hat 430 Einwohner (Stand 1. Januar 2016). Die Einwohner werden Navillois, resp. Navilloises genannt[1].

Karte von Navilly

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im Nordosten des Arrondissement Chalon-sur-Saône und grenzt im Südosten an das Arrondissement Louhans. Die Gemeinde in einer Schleife des Doubs[2] und die Guyotte[3], die von Süden her durch die Gemeinde fließt, um im Norden in den Doubs zu münden. An der südlichen Gemeindegrenze mündet der Ruisseau de Mervins[4] in die Guyotte und von Norden her mündet kurz vor der Brücke von Navilly der Ruisseau la Sablonné[5].

Durch die Gemeinde führt von Südwesten nach Nordosten die Departementsstraße D673[6] von Sermesse her. Sie überquert den Doubs über die Brücke von Navilly um Clux-Villeneuve zu erreichen. Im südlichen Teil der Gemeinde verläuft die Departementsstraße D73[7], die Pontoux mit Pierre-de-Bresse verbindet. Die Siedlungen außerhalb des Bourg entstanden meist in der Nachbarschaft von Ziegeleien. Die Gemeinde ist sehr schwach bewaldet, lediglich in den Feuchtgebieten des Doubs finden sich kleinere Waldstücke. Zur Gemeinde gehören die folgenden Weiler und Fluren: Brejon, Chambelaine, Château, Es-Montots, Fourches, Leussu, Maison-Rouge, Mississipi, Muloz, Sables, Saint-Léger, Vallée[8].

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Klima in Navilly ist warm und gemäßigt. Es gibt das ganze Jahr über deutliche Niederschläge, selbst der trockenste Monat weist noch hohe Niederschlagsmengen auf. Die effektive Klimaklassifikation nach Köppen und Geiger ist Cfb. Die Temperatur liegt im Jahresdurchschnitt bei 11,0 °C. Innerhalb eines Jahres fallen 787 mm Niederschläge.

Navilly
Klimadiagramm
JFMAMJJASOND
 
 
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Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: climate-data.org
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Navilly
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 4,8 6,9 12,5 16,0 20,1 23,4 25,6 25,1 21,6 15,6 9,5 5,2 Ø 15,6
Min. Temperatur (°C) -1,0 -0,2 2,7 5,6 9,1 12,6 14,4 13,9 11,3 7,0 3,2 0,1 Ø 6,6
Temperatur (°C) 1,9 3,3 7,6 10,8 14,6 18,0 20,0 19,5 16,4 11,3 6,3 2,6 Ø 11,1
Niederschlag (mm) 61 57 54 55 77 74 57 76 75 63 74 64 Σ 787
T
e
m
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9,1
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12,6
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25,1
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11,3
15,6
7,0
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3,2
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0,1
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Toponymie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Erwähnung geht zurück auf 1030 Ansedeus de Naviliaco unterzeichnet eine Urkunde. 1073 wird die Kirche von Navilly erwähnt als Ecclesia Naviliensis Castri während schon 1090 die Ecclesia de Naviliaco Villa, also die Kirche bei Les Montots genannt wird. Der Name dürfte mit navis (lat. Schiff) zusammenhängen. Damit dürfte belegt sein, dass der Doubs bereits zu gallorömischer Zeit schiffbar war.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde bestand eigentlich aus zwei Teilen, einerseits Navilly-le-Château, der nördliche Teil mit der Burg und der Kirche, die Mariä Himmelfahrt geweiht ist. Daneben bestand Navilly-la-Ville mit der Kirche, die Saint-Léger geweiht war und heute vollständig zerstört ist.

Zu Beginn des 11. Jahrhunderts war Navilly Sitz der Familie Milonides, der Graf Otto Wilhelm entstammte. 1434 erhielten Navilly-le-Château und Navilly-la-Ville, zwei getrennte Siedlungsgebiete, Freibriefe von Isabel von Portugal, der Herzogin von Burgund. 1461 besaß Jean Constain, der Kellermeister des Herzogs von Burgund, Navilly zu Lehen, 1476 Jean de Rupt, der auch Herr über Louhans war und 1490 der Marquis de Rothelin. Damals bestand über den Doubs ein Fährbetrieb, der jedoch bei Hochwasser gefährlich war. Les Montots, ein Weiler auf einer Anhöhe über der Guyotte, war eine eigene Herrschaft. 1636 wurde Navilly durch die Truppen von Gallas geplündert. Im 18. Jahrhundert bestand noch ein ansehnlicher Weinberg, wo ein ordentlicher Rotwein wuchs, er verschwand zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die Gemeinde war lange Zeit ein Wirtschafts- und Handwerkszentrum, besaß eine Käserei, Mühlen und Ziegeleien. Die letzte Schiffmühle wurde 1915 demontiert. Der Mühlenbetrieb Pagot wurde 1909 gegründet und bestand bis 1967. 1922 wurden Häuser für die Arbeiter der Ziegeleien erstellt. Nach einer Feuersbrunst 1969 wurde die Ziegelei Navilly 1972 endgültig geschlossen. Die Eisenbahnlinie Chalon-sur-SaôneDole führte durch Navilly, 1954 wurde der Personenverkehr eingestellt und der Bahnhof geschlossen, bis er 1997 abgebrochen wurde. Im 20. Jahrhundert ging die Bevölkerung markant zurück, 1997 wurden deshalb Sozialwohnungen erstellt, heute ist wieder ein leichter Anstieg zu verzeichnen.

1789 wurde die Brücke über die Guyotte[9] erbaut, 1790 die Brücke von Navilly[10]. Beide Brücken entstanden unter dem Architekten Pierre-Jean Guillemot und sind heute noch von besonderer Schönheit und Faszination.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
(Quelle: [11])
179318001821183118411851186118721881189119011911192119311946196219751990199920062012
671625730776822795728757887825880748677655655576481360414407421
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Angebot zur Deckung der täglichen Bedürfnisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Coiffeur
Garage
Post

Zahl und Art von Betrieben und Ladengeschäften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde bestehen nebst Mairie und Kirche 7 Landwirtschafts- und 15 sonstige Betriebe

Landwirtschaftsbetriebe[12]
Betriebsbereich Anzahl davon davon
Landwirtschaft 7
Ackerbau und Forstwirtschaft 4
Getreide Hülsen- Ölfrüchte 2
Waldwirtschaft 1
Dienste für Landwirtschaft + Gartenbau 1
Zucht- und Fischereibetriebe 2
Imkerei 1
Pelztierzucht 1
Haus- und Zootiere 1
Nahrungsmittelherstellung 1
Confiserie, Kakao, Schokolade 1
Übrige Betriebe[13]
Branche Anzahl
Bergbau Energie Wasser Abfall 1
Geräte- und Maschinenbau, IT 1
Herstellung and. Industrieproduklte 3
Bauhandwerk 1
Handel + Reparatur von Motorfahrzeugen 7
sonstige Dienstleistungen 2
Ladengeschäfte[14]
Art des Ladens Anzahl
Bäckerei 1

Geschützte Produkte in der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als AOC-Produkt ist in Navilly Volaille de Bresse[15] und Dinde de Bresse[16] zugelassen.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde besteht eine École élémentaire, die der Académie de Dijon[17] untersteht und von 54 Kindern besucht wird. Für die Schule gilt der Ferienplan der Zone A[18].

Kirche von Navilly
Brücke von Navilly über den Doubs - Blick flussabwärts
Pont sur la Guyotte – Blick flussabwärts

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Claude Courtépée (1721–1781): Description historique et topographique du Duché de Bourgogne. Band 5. Chez Causse, Dijon 1780 (französisch, Google Books).
  • Lucien Guillemaut (1842–1917): Histoire de la Bresse Louhannaise. Bd. 1, Louhans 1897.
  • Lucien Guillemaut (1842–1917): Armoiries et familles nobles de la Bresse louhannaise: armoiries ouvrières, armoiries particulières et de familles. Vve L. Romand, Louhans 1909 (französisch, gallica).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Navilly – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Navilly. auf INSEE. Institut national de la statistique et des études économiques, abgerufen am 18. Januar 2015 (französisch).
  • Navilly. im Verzeichnis der Gemeinden Frankreichs. Abgerufen am 18. Januar 2015 (französisch).
  • Navilly. in der Base Mérimée. Ministère de la Culture, abgerufen am 18. Januar 2015 (französisch).
  • Navilly. in Archives départementales. Département Saône-et-Loire, abgerufen am 21. Januar 2016 (französisch).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Navilly. auf habitants.fr. Abgerufen am 24. Januar 2016 (französisch).
  2. Le Doubs, Länge 453,1 km, Zufluss zur Saône, Quelle bei 46° 42′ 17,6″ N, 6° 12′ 32,4″ O in Mouthe auf ca. 940 m, Mündung bei 46° 54′ 9″ N, 5° 1′ 19,6″ O in Verdun-sur-le-Doubs auf ca. 175 m, Le Doubs auf sandre.eaufrance.fr
  3. La Guyotte, Länge 41.1 km, Zufluss zum Doubs, Quelle bei 46° 43′ 7″ N, 5° 14′ 26,9″ O in Saint-Usuge auf ca. 205 m, Mündung bei 46° 56′ 25,1″ N, 5° 8′ 26,9″ O in Navilly auf ca. 175 m, La Guyotte auf sandre.eaufrance.fr
  4. Ruisseau de Mervins, Länge 5,4 km, Zufluss zu La Guyotte, Quelle bei 46° 52′ 6,2″ N, 5° 8′ 59,3″ O in Saint-Bonnet-en-Bresse auf ca. 186 m, Mündung bei 46° 54′ 29,5″ N, 5° 9′ 12,6″ O in Frontenard auf ca. 177 m, Ruisseau de Mervins auf sandre.eaufrance.fr
  5. La Sablonné, Länge 8,5 km, Zufluss zum Doubs, Quelle bei 46° 57′ 5,4″ N, 5° 14′ 19,3″ O in Pourlans, Mündung bei 46° 56′ 16,1″ N, 5° 9′ 7,6″ O in Navilly, La Sablonné auf sandre.eaufrance.fr
  6. Departementsstraße D673. auf routes.wikia.com. Abgerufen am 17. Februar 2016 (französisch).
  7. Departementsstraße D73. auf routes.wikia.com. Abgerufen am 17. Februar 2016 (französisch).
  8. Dictionnaire Topographique de Saône-et-Loire. (PDF) Comité des Travaux Historiques et Scientifiques, abgerufen am 16. April 2015 (französisch, Suchbegriff: Ctrl+F Navilly).
  9. Brücke über die Guyotte. auf structurae.de. Abgerufen am 17. Februar 2016.
  10. Brücke von Navilly. auf structurae.de. Abgerufen am 17. Februar 2016.
  11. Einwohnerstatistik auf cassini.ehess.fr. Abgerufen am 15. Februar 2016 (französisch).
  12. Unternehmen in Navilly. Kompass.fr, abgerufen am 13. Februar 2016 (französisch).
  13. Unternehmen in Navilly. Nombre d’établissements par secteur d’activité et par taille en 2014 (Téléchargement). INSEE.fr, abgerufen am 17. Februar 2016 (französisch).
  14. Unternehmen in Navilly. Nombre d’équipements et de services dans le domaine du commerce en 2014 (Téléchargement). INSEE.fr, abgerufen am 13. Februar 2016 (französisch).
  15. Poulet de Bresse. auf INAO, L’Institut national de l’origine et de la qualité. Abgerufen am 26. Juni 2015 (französisch).
  16. Dinde de Bresse. auf INAO, L’Institut national de l’origine et de la qualité. Abgerufen am 26. Juni 2015 (französisch).
  17. Homepage der Académie de Dijon. Abgerufen am 10. Januar 2016 (französisch).
  18. Ferien- und Feiertagsplan der Zone A. Navilly. Abgerufen am 10. Januar 2016 (französisch).