Navya

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Navya

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Rechtsform Aktiengesellschaft (Frankreich)
ISIN FR0013018041
Gründung 2014
Sitz Villeurbanne, FrankreichFrankreich Frankreich
Leitung
  • Étienne Hermite (CEO)
Mitarbeiterzahl 226 (2018)[1]
Umsatz EUR 19 Mio. (2018)[1]
Branche Automobil
Website http://navya.tech/

Navya SAS mit Sitz in Villeurbanne (bei Lyon) ist ein 2014 gegründeter börsennotierter französischer Hersteller von autonomen Fahrzeugen. Der 2015 vorgestellte Kleinbus Arma, der derzeit in zahlreichen Tests mit einem mitfahrenden Operator eingesetzt wird, soll das erste fahrerlose Serienfahrzeug für den Regelverkehr werden.

Fahrzeug[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Testbetrieb in der wiener Seestadt Aspern (2019)

Der im Oktober 2015 eingeführte Navya Arma ist ein autonomes Elektrofahrzeug für den Personennahverkehr. Als „intelligenter“ fahrerloser Shuttlebus kann das Fahrzeug bis zu 15 Personen mit bis zu 25 km/h befördern[2]. Seit April 2016 sind sechs Fahrzeuge im Personentransport auf dem Gelände des Kernkraftwerk Civaux in Frankreich im Einsatz; ein erster experimenteller Einsatz im öffentlichen Personenverkehr begann im Juni 2016 mit zwei Fahrzeugen in Sitten/Schweiz;[3] im September 2016 lief in Lyon ein weiterer Einsatz im öffentlichen Nahverkehr an.[4] Ab Mitte Mai 2017 ist ein Testbetrieb für den öffentlichen Verkehr in Koppl (Salzburg-Umgebung) vorgesehen.[5] Am 23. Oktober 2018 traf ein Fahrzeug auf Sylt ein, das bei der Sylter Verkehrsgesellschaft fahren soll. Seit 6. Juni 2019 sind zwei der fahrerlosen Busse im Testbetrieb in der Wiener Seestadt unterwegs.[6] Dafür wurden fünf Mitarbeiter der Wiener Linien zu Operatoren ausgebildet, die bei jeder Fahrt an Bord sind und in das Geschehen eingreifen können.[7]

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Arma bei der CeBIT (2017)
Zweites Modell Autonom Cab

Das Unternehmen wurde 2014 von Christoph Sapet gegründet, der zuvor einer der Mitgründer des Videospielehersteller Infogrames Studios war. Im Januar 2016 konnte das Unternehmen 4,1 Mio. Euro Risikokapital bei Finanzinvestoren aufnehmen. Im Oktober 2016 folgte eine neue Finanzierungsrunde von 30 Mio. Euro, die von dem Automobilzulieferer Valeo, dem Verkehrsbetreiber Keolis und einem Finanzinvestor aus Katar gezeichnet wurde.[8] Ïm Juli 2018 erfolgte die Börsennotierung an der Börse in Paris (Euronext).[1]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fehleranzeige nach Ausfall (2019)
Bus wird nach Ausfall von Operator mit XBox-Controller manuell über die Kreuzung gesteuert (2019)

Nach dem 7-monatigen Testbetrieb in der Gemeinde Koppl hält der Endbericht fest: "Zwischen den Angaben der Fahrzeughersteller und der tatsächlich erlebten Realität hinsichtlich des Entwicklungsstandes der Technik zeigten sich große Unterschiede. So hält das Fahrzeug beispielsweise zuverlässig vor Hindernissen an, sie können jedoch nicht umfahren werden, wie es vom Hersteller in Aussicht gestellt wurde. Entgegen der Angaben von Navya Tech sind Kreuzungssituationen, vor allem das Linksabbiegen, auch nur mithilfe eines Operators machbar." und "Die tatsächliche Fahrleistung des Shuttles blieb deutlich hinter den Erwartungen zurück. Obwohl der Hersteller angibt, dass der Navya Arma DL4 Shuttle das erste selbstfahrende Fahrzeug ist, das die SAE J3016 Stufe 5 ("Vollautomatisierung") erfüllt, klassifizieren wir das Shuttle, basierend auf den Erfahrungen in Koppl bestenfalls als Stufe 3 ("bedingte Automatisierung")."[9]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Geschäftsbericht 2018, eingesehen am 6. Juni 2019 (französisch, pdf)
  2. Technische Spezifikationen des Herstellers. Navya SAS, abgerufen am 4. Juni 2019.
  3. Autonomer „Postauto“-Shuttle-Bus in der Schweiz. www.motor-talk.de, 29. Juni 2016, abgerufen am 20. Januar 2014.
  4. Les navettes autonomes de Navya débarquent à Lyon. www.itespresso.fr, 3. September 2016, abgerufen am 20. Januar 2014 (franz).
  5. Testfahrten – Digibus. Abgerufen am 26. April 2017.
  6. Forschungsprojekt auto.Bus – Seestadt. Wiener Linien, abgerufen am 6. Juni 2019.
  7. Pressemitteilung. Kuratorium für Verkehrssicherheit, abgerufen am 6. Juni 2019.
  8. NAVYA,LEADER DE LA MOBILITÉ INTELLIGENTE, AUGMENTE SON CAPITAL DE 30 MILLIONS D’EUROS. (pdf) Pressemitteilung vom 11. Oktober 2016. (Nicht mehr online verfügbar.) Navya, archiviert vom Original am 18. Oktober 2016; abgerufen am 18. Oktober 2016 (franz). i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/navya.tech
  9. Cornelia Zankl, Karl Rehrl: Endbericht Digibus 2017. Salzburg Research Forschungsgesellschaft mbH, abgerufen am 6. Juni 2019.