Nebelhornbahn

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Nebelhornbahn I
Standort: Oberstdorf, Deutschland
Bauart: Zweiseil-Pendelbahn
Baujahr: 1977
Berg: Nebelhorn
Talstation: Oberstdorf, 828 m
Höhendifferenz: 452 m
Bergstation: Seealpe, 1280 m
Streckenlänge: 2202 m
Fahrdauer: 5,3 min
Anzahl der Gondeln: 2 Stk.
Anzahl der Stützen: 3 Stk.
Kapazität: 60 Pers./Gondel, 620 Pers./Stunde
Hersteller: Hölzl
Nebelhornbahn II
Nebelhornbahn kurz vor der Bergstation Höfatsblick
Nebelhornbahn kurz vor der Bergstation Höfatsblick
Standort: Oberstdorf, Deutschland
Bauart: Zweiseil-Pendelbahn
Baujahr: 1977
Berg: Nebelhorn
Talstation: Seealpe, 1280 m
Höhendifferenz: 652 m
Bergstation: Höfatsblick, 1932 m
Streckenlänge: 2617 m
Anzahl der Gondeln: 2 Stk.
Anzahl der Stützen: 3 Stk.
Kapazität: 60 Pers./Gondel, 620 Pers./Stunde
Hersteller: Hölzl
Nebelhornbahn-Gipfelbahn
Blick von der Nebelhornbahn auf das Nebelhorn
Blick von der Nebelhornbahn auf das Nebelhorn
Standort: Oberstdorf, Deutschland
Bauart: Zweiseil-Pendelbahn
Baujahr: 1991
Berg: Nebelhorn
Talstation: Höfatsblick, 1933 m
Höhendifferenz: 281 m
Bergstation: Gipfel, 2214
Streckenlänge: 948 m
Anzahl der Gondeln: 2 Stk.
Anzahl der Stützen: 0 Stk.
Kapazität: 30 Pers./Gondel, 500 Pers./Stunde
Hersteller: Hölzl
Betreiber: Nebelhornbahn AG
Webpräsenz: www.nebelhorn.de

Die Nebelhornbahn ist eine in drei Sektionen ausgeführte Luftseilbahn auf das Nebelhorn, einem Berggipfel in den Allgäuer Alpen. Auf gut 5,7 Kilometern Länge überwindet sie eine Höhendifferenz von etwa 1400 Metern. Sie wurde zwischen 1928 und 1930 errichtet und 1977 bzw. 1991 erneuert und wird von der börsennotierten Nebelhornbahn-AG betrieben. Hauptaktionäre der Nebelhornbahn AG sind die Bayerische Bergbahnen Beteiligungsgesellschaft mbH (eine Tochter der Lechwerke AG, Augsburg; Anteil 26,86 %), die Kleinwalsertaler Bergbahn AG (26,01 %) und der Markt Oberstdorf (25,21 %). 21,92 % der Anteile werden von privaten Aktionären gehalten.[1]

Aufbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Sektion der Nebelhornbahn von der Talstation (828 m) am Rande Oberstdorfs zur Station Seealpe (1280 m), die 1977 erneuert wurde, hat eine Länge von 2202,68 Metern, einen Tragseildurchmesser von 55 mm und einen Zugseildurchmesser von 28 mm. Sie überwindet eine Höhendifferenz von 452 Metern. Der Antrieb erfolgt in der Station Seealpe mit einem Motor von 300 kW. Die erste Sektion der Nebelhornbahn verfügt über drei Stützen, die 41, 38 und 21 Meter hoch sind. Die maximale Geschwindigkeit beträgt 10 m/s.

Die zweite Sektion der Nebelhornbahn von der Station Seealpe zur Bergstation Höfatsblick (1932 m), die ebenfalls 1977 erneuert wurde, hat eine Länge von 2617,11 Metern, einen Tragseildurchmesser von 55 mm und einen Zugseildurchmesser von 28 mm. Sie überwindet eine Höhendifferenz von 652 Metern. Der Antrieb erfolgt in der Bergstation mit einem Motor von 360 kW. Die zweite Sektion der Nebelhornbahn verfügt über drei Stützen, die 36, 45 und 39 Meter hoch sind. Die maximale Geschwindigkeit beträgt 12 m/s.

Die dritte Sektion der Nebelhornbahn von der Berg- zur Gipfelstation (2224 m) hat keine Stütze. Sie hat eine Länge von 948,42 Metern, einen Tragseildurchmesser von 40 mm und einen Zugseildurchmesser von 20 mm. Sie überwindet eine Höhendifferenz von 292 Metern. Der Antrieb erfolgt in der Bergstation mit einer Leistung von 120 kW. Die maximale Geschwindigkeit beträgt 8 m/s.

An der Station Höfatsblick befinden sich ein barrierefreies Restaurant und Behindertentoiletten. Im Kalenderjahr 2005 wurde hier ein Panoramaweg für Rollstuhlfahrer und für Eltern mit Kinderwagen errichtet. Bisweilen können hier Murmeltiere beobachtet werden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Nebelhornbahn-AG wurde 1927 gegründet. Die ersten beiden Sektionen Nebelhornbahn wurden 1928 erbaut und 1930 fertiggestellt. Die damals weltweit längste Personenseilschwebebahn mit Kabinen für 30 Personen wurde am 10. Juni 1930 feierlich eröffnet.[2] Am 2. Mai 1945 wurde der Betrieb auf Anordnung der Besatzungsmächte eingestellt. 1946 wurde der Betrieb wieder aufgenommen. 1951 wurde die Nebelhornbahn modernisiert. Durch die Modernisierung konnten statt 92 Pers./Std. 210 Pers./Std. befördert werden. 1954 wurde ein neuer Antrieb eingebaut. Somit konnte die Beförderungszahl wieder gesteigert werden. 1957 erhält die 2. Sektion einen neuen Antrieb, womit die Förderleistung auf 225 Pers./Std erhöht wurde. 1969 wurde der 10-Millionste Fahrgast befördert. 1970 entstand durch eine Lawine ein großer Sachschaden.

1976 wurde der Betrieb der Bahn eingestellt, weil die Bahn von Grund auf erneuert werden musste, womit Hölzl Seilbahnbau beauftragt wurde. Am 19. März 1977 wurde die 1. Sektion mit der neuen Bahn in Betrieb genommen. Auf der zweiten Strecke fuhr noch die alte Bahn. Am 8. Mai wurde auch die 2. Sektion mit der neuen Bahn freigegeben, wobei in der Hochsaison die alte Bahn teilweise zur Entlastung eingesetzt wurde. 1995 wurde die alte Nebelhornbahn, Teilstrecke Seealpe – Bergstation, bei der Neugestaltung der Bergstation abgebrochen. 2000 ereignete sich das bisher schwerste Unglück der Nebelhornbahn, als die Kabinen der Sektion II ungebremst in die Stationen fuhren. Etwa 20 Verletzte, einige davon schwer, aber keine Toten waren zu beklagen. Die 500 Touristen die durch den Betriebsausfall nach dem Unglück auf der Bergstation verblieben, wurden teilweise mit dem Hubschrauber evakuiert.[3] 2005 erfolgte der Abriss des alten (ersten) Bahngebäudes an der Station Seealpe.

Im Frühjahr 2009 wurde der Antrieb durch Gleichstrommotoren mit Leonardsatz gegen Drehstrommotoren mit elektronischer Regelung ausgetauscht. Während der Stillstandszeit wurden auch die Kabinen saniert und die Tragseile verzogen.[4]

Modell[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Funktionsmodell der Bahn wurde von der Firma Brawa im Maßstab H0 herausgebracht.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eigentumsverhältnisse Unternehmensseite
  2. Bergbahnen Oberstdorf/Kleinwalsertal: Geschichte der Nebelhornbahn, abgefragt am 11. März 2010
  3. Bergwacht Bayern 1991-2000
  4. Bau-Info (Abgerufen am 20. Juli 2009)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Nebelhornbahn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alfred Obermeier: Gründung und Entwicklung der Nebelhornbahn. In: Unser Oberstdorf. Blätter zur Oberstdorfer Heimatgeschichte. Heft 5/1984, S. 225.
  • Andrea Stempfle: Die Entwicklung der Nebelhornbahn. In: Unser Oberstdorf. Blätter zur Oberstdorfer Heimatgeschichte. Heft 27/1995, S. 595.
  • Eugen Thomma: Als die Nebelhornbahn entstand. Vom Werden der ältesten Allgäuer Bergbahn. In: Unser Oberstdorf. Blätter zur Oberstdorfer Heimatgeschichte. Heft 47/2005, S. 1709.

Koordinaten: 47° 25′ 18″ N, 10° 20′ 33″ O