Neder-Betuwe

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Gemeinde Neder-Betuwe
Flagge der Gemeinde Neder-Betuwe
Flagge
Wappen der Gemeinde Neder-Betuwe
Wappen
Provinz Gelderland Gelderland
Bürgermeister Jan Kottelenberg (CDA)
Sitz der Gemeinde Opheusden
Fläche
 – Land
 – Wasser
67,46 km2
59,99 km2
7,47 km2
CBS-Code 1740
Einwohner 23.514 (31. Aug. 2017[1])
Bevölkerungsdichte 349 Einwohner/km2
Koordinaten 51° 56′ N, 5° 38′ OKoordinaten: 51° 56′ N, 5° 38′ O
Bedeutender Verkehrsweg A15 E31 N233 N320 N323
Vorwahl 0344, 0488
Postleitzahlen 4033, 4041, 4043, 4051, 4053–4054, 6669
LocatieNeder-Betuwe.png
Vorlage:Infobox Ort in den Niederlanden/Wartung/Karte

Neder-Betuwe (Audio-Datei / Hörbeispiel anhören?/i) ist eine Gemeinde der niederländischen Provinz Gelderland. Sie hat eine Gesamtfläche von 67,46 km² und zählte am 31. August 2017 nach Angaben des CBS 23.514 Einwohner.

Orte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde liegen folgende Dörfer mit mehr als 1000 Einwohnern (Reihenfolge: abnehmende Größe):

  • Opheusden (wo sich die Gemeindeverwaltung befindet, und von wo man Radtouren über die Flussdeiche machen kann)
  • Kesteren
  • Dodewaard
  • Ochten
  • Echteld (mit einer Kirche aus dem 14. Jahrhundert)
  • IJzendoorn

Dazu noch einige kleine Ortschaften.

Lage und Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde bildet den westlichen Teil der Betuwe, jener Landschaft zwischen Rhein und Waal, die ihren Namen den Batavern verdankt. Nördlich der Gemeinde, jenseits des Rheins, liegen Rhenen und Wageningen.

Durch die Gemeinde verlaufen die Eisenbahn TielNijmegen (mit Kleinbahnhöfen in Kesteren, Dodewaard und Opheusden) und die Autobahn A15 Rotterdam–Tiel–Arnhem/Nijmegen.

Im Dorf Dodewaard steht das 1997 abgeschaltete Kernkraftwerk Dodewaard. Des Weiteren gibt es mehrere kleine Industrie- und Handelsbetriebe (darunter ein Schlachthaus), und vor allem in Opheusden viele Baumschulen, viel Obstbau (Äpfel, Birnen und Kirschen) und Landwirtschaft.

IJzendoorn hat einen Ausweichhafen für die Flussschifffahrt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet war schon in der Jungsteinzeit bewohnt von Trägern der Vlaardingen-Kultur. Später gab es Siedlungen der Römer und der mit ihnen verbündeten Batavern.

  • Zur römischen Vergangenheit des Ortes siehe auch den Hauptartikel Carvo.

Vom 3. bis zum 10. Jahrhundert war das Gebiet unbewohnt. Danach siedelten sich wieder Menschen an, im 14. Jahrhundert ermöglichte die bessere Eindeichung der Flüsse eine deutliche Bevölkerungszunahme.

Die Reformation ging hier nach niederländischen Begriffen ziemlich träge vor sich hin. Erst um 1620 schloss das letzte Kloster seine Pforten. Das Dorf Opheusden gilt jetzt aber als äußerst streng calvinistisch.


Von 1672 bis 1674 wurde das Gebiet von den Franzosen besetzt, was mit Recht verheerende Folgen hatte. Das 18. Jahrhundert brachte zunächst eine Verbesserung durch den Anbau von Tabak und bessere Landwirtschaftsmethoden, aber dann kam eine Periode vieler Flussüberschwemmungen, die viele um ihre Habseligkeiten oder sogar das Leben brachten.

Zwischen 1870 und 1920 gab es Arbeit in Steinfabriken; als diese jedoch pleitegingen und durch die zugenommene Wasserverschmutzung im Rhein die Fischerei unmöglich geworden war, suchten die Männer der Neder-Betuwe Arbeit im Ausland, u. a. im Ruhrgebiet.

Der Zweite Weltkrieg brachte viel Leid und Verwüstungen, vor allem ab September 1944, als die Betuwe ein, zum Teil unter Wasser gesetztes, Niemandsland zwischen den kämpfenden Parteien war.

Nach der Befreiung wurden die Dörfer, u. a. dank der Marshall-Hilfe, wieder aufgebaut. Dass die Flüsse immer noch eine Gefahr für die Menschen der Betuwe sind, zeigte sich, als 1995 der Deich bei Ochten zu brechen drohte, und alle Orte vorübergehend evakuiert werden mussten. Eine Verbesserung der Deiche wurde dann mit Vorrang durchgeführt.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sitzverteilung im Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommunalwahlen 2018[2]
 %
40
30
20
10
0
37,4
17,3
14,5
12,8
10,0
7,9
n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2014
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
+0,3
-4,1
+3,9
-1,6
+4,4
+1,0
-3,9

Der Gemeinderat wird seit 2006 folgendermaßen gebildet:

Partei Sitze[3]
2006 2010 2014 2018
SGP 6 7 8 8
PvdA 6 5 4 3
Gemeentebelangen 2 2 2 3
CDA 2 2 3 2
VVD 2 2 1 2
ChristenUnie 1 1 1 1
D66 0 0
Gesamt 19 19 19 19

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 7. April 2017 ist Jan Kottelenberg (CDA) amtierender Bürgermeister der Gemeinde.[4] Zu seinem Kollegium zählen die Beigeordneten Hans Keuken (SGP), Nees van Wolfswinkel (SGP), Herma van Dijkhuizen (CDA), Stefan van Someren (VVD) sowie der Gemeindesekretär Gerrit Stam.[5]

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Neder-Betuwe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevolkingsontwikkeling; regio per maand August 2017Centraal Bureau voor de Statistiek, Niederlande
  2. Ergebnis der Kommunalwahlen: 2014 2018, abgerufen am 16. Juli 2018 (niederländisch)
  3. Sitzverteilung im Gemeinderat: 2006 2010 2014 2018, abgerufen am 16. Juli 2018 (niederländisch)
  4. Jan Kottelenberg nieuwe burgemeester van Neder-Betuwe. In: Omroep Gelderland. 26. Januar 2017, abgerufen am 16. Juli 2018 (niederländisch).
  5. Gemeente Neder-Betuwe (Gelderland) Overheid in Gelderland, abgerufen am 16. Juli 2018 (niederländisch)