Kernforschungszentrum Negev

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Negev Nuclear Research Center)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Das Kernforschungszentrum Negev, Aufnahme von Oktober 2010

Das Kernforschungszentrum Negev (hebräisch קריה למחקר גרעיני - נגב) ist eine kerntechnische Anlage in Israel nahe der Stadt Dimona in der Negev-Wüste.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gelände befindet sich rund 12 Kilometer südöstlich von Dimona. Es wurde ab 1958 mit französischer Hilfe erbaut. Die israelische und französische Regierung begründeten den Bau des Kernreaktors mit der Absicht, eine Entsalzungsanlage mit Energie zu versorgen, um die Negev-Wüste zu begrünen sowie der Versorgung von einer Textilfabrik und anderen Projekten. Die meisten Experten aber kamen zu dem Schluss, dass der wirkliche Zweck die Produktion von Kernwaffen ist. Die israelische Regierung hat dies bislang weder bestätigt noch dementiert.

Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.

Der Reaktor in Dimona wurde etwa zwischen 1962 und 1964 in Betrieb genommen. Mit dem hier produzierten Plutonium und vermutlich mit angereichertem Uran aus unbekannter Quelle (Operation Plumbat), hatten die israelischen Streitkräfte wahrscheinlich bereits vor dem Sechstagekrieg erste Kernwaffen einsatzbereit. Die israelische Regierung hat immer den friedlichen Zweck der Anlage betont. Dennoch haben die USA den Ort mehrfach mit U-2 Aufklärern überflogen und Luftproben gesammelt, um sie nach radioaktiven Spuren zu untersuchen.

Als der amerikanische Geheimdienst Anfang der 1960er Jahre die wahre Aufgabe der Anlage erkannte, verlangte man, dass Israel internationale Inspektionen zulassen müsse. Israel erklärte sich damit einverstanden, wenn hierfür keine Inspektoren der IAEO, sondern ausschließlich US-Inspektoren eingesetzt würden; zudem sollten alle Inspektionen zuvor angemeldet werden. Es wird berichtet, dass vor Inspektionen falsche Wände und anderes installiert worden sei, um sensible Bereiche zu verbergen. Die Inspektoren informierten die US-Regierung, dass die von Israel auferlegten Restriktionen in der Anlage ihre Inspektionen sinnlos machten. 1969 wurden die Inspektionen eingestellt.

1986 eröffnete ein ehemaliger Techniker aus Dimona, Mordechai Vanunu, der Presse Beweise für das israelische Nuklearprogramm. Daraufhin wurde er von israelischen Agenten entführt, betäubt und von Italien nach Israel verschleppt. Ein Gericht verurteilte ihn wegen Verrat und Spionage zu 18 Jahren Gefängnis. Während Vanunu im Gefängnis saß, berichtete die Zeitung The Times, dass Israel Material für 20 Wasserstoffbomben und 200 Uranbomben besitze. In Frühjahr 2004 wurde Mordechai Vanunu aus dem Gefängnis unter strengen Auflagen freigelassen.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2002 wurde wegen möglicher irakischer Angriffe eine Batterie Patriot-Flugabwehrraketen zum Schutz des Reaktors aufgebaut.

Nach Zweifeln an der Sicherheit des 40 Jahre alten Reaktors verteilten die Behörden im Jahr 2004 Jodtabletten als Vorsorge an die Bevölkerung in der Umgebung.[1] Im Jahr 2006 bildete sich eine Bürgerinitiative von Anwohnern, aus Sorge um ihre Gesundheit und Sicherheit.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Avner Cohen: Israel and the Bomb. University Press of Columbia, New York 1999, ISBN 0231104839
  • Seymour M. Hersh: The Samson Option: Israel's Nuclear Arsenal and American Foreign Policy. Random House, New York 1991, ISBN 0394570065

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. ABC News Online: Israel distributes radiation pills to residents near nuclear reactor (Memento vom 13. Mai 2010 im Internet Archive), 8. August 2004.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten: 31° 0′ 13″ N, 35° 8′ 48″ O