Nektar (Band)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Nektar
Roye Albrighton mit Nektar live am 21. September 2007
Roye Albrighton mit Nektar live am 21. September 2007
Allgemeine Informationen
Herkunft Hamburg
Genre(s) Psychedelic Rock, Progressive Rock, Hard Rock
Gründung 1969, 2018
Website https://www.nektarband.com
Gründungsmitglieder
Roye Albrighton († 2016)
Allan „Taff“ Freeman (bis 2004)
Ron Howden
Derek „Mo“ Moore (bis 1978)
Aktuelle Besetzung
Keyboard
Klaus Henatsch (seit 2007)
Gitarre, Gesang
Alex Hoffmeister (seit 2017)
Schlagzeug
Norbert "Panza" Lehmann (seit 2018)
Bass
Heike Nolden (seit 2019)
Background
Helen Landzettel (seit 2018)
Background
Sandra Kawka (seit 2018)

Die Rockband Nektar wurde 1969 von den Briten Roye Albrighton (* 6. Februar 1949; † 26. Juli 2016, Lead-Gesang, Gitarre), Allan „Taff“ Freeman (* 7. Juni 1945, Keyboards), Ron Howden (* 5. Januar 1945, Schlagzeug) und Derek „Mo“ Moore (* 27. März 1946, Bass) zusammen mit Mick Brockett (* 23. Dezember 1947, Lichteffekte) in Hamburg gegründet. Stilistisch anfangs im Schnittbereich zwischen dem aufkeimenden Progressive Rock und dem abflauenden Psychedelic Rock beheimatet, wandte man sich auf den späteren Alben einem simpler gestrickten Hard Rock zu. Die Stücke der früheren Alben zeichnen sich durch zahlreiche Breaks und Tempiwechsel aus, oft werden andere Musiker zitiert.

Bandgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Derek Moore und Ron Howden waren einander 1964 in Frankreich begegnet, wo beide in verschiedenen Bands in amerikanischen Armeekasinos auftraten. Als die beiden Allan Freeman in Deutschland trafen, wurde aus dem Duo das Trio Prophecy. Mit Prophecy spielte Allan Freeman auch Ende der Sechziger im Hamburger Star-Club. Freemans Sohn Alain Freeman lebt heute in Hamburg und betreibt dort ein Reisebüro. Bei der Gründung von Nektar ließ sich die Band in einem Haus im Ober-Beerbacher Tal am Ortsrand von Seeheim-Jugenheim (Hessen) nieder. Das sinfonische Debütalbum Journey to the Centre of the Eye erschien 1971.

1972 schaffte eine Nektar-LP den Sprung in die amerikanischen Charts. A Tab in the Ocean wurde eigens für die Vereinigten Staaten neu abgemischt. Diese Aufnahme mit mehr Tempo und klarer zu unterscheidenden Instrumenten sollte den Geschmack der US-Amerikaner besser treffen. Die Gruppe entschloss sich zu einer USA-Tournee und erzielte einen Achtungserfolg: Mehr als 100.000 Amerikaner wollten Nektar sehen. Kennzeichnend für die Live-Auftritte der Band war die Lightshow, die auf großen Leinwänden hinter den Musikern vom „Lichtmusiker“ Brockett virtuos inszeniert wurde. Für das 1975er Album "Recycled" trat der US-Keyboarder und Synthesizerspezialist Larry Fast der Band bei und spielte auch auf der anschließenden Tour, bevor er Nektar wieder verließ.[1]

1976 verließ Albrighton die Band. Das Album Magic is a Child wurde mit dem Gitarristen und Sänger Dave Nelson aufgenommen, fand jedoch nicht die Beachtung, die frühere Werke von Nektar erhalten hatten. Es ist die einzige LP in dieser Besetzung. 1980 fanden sich Albrighton und Freeman noch einmal zusammen, um mit Carmine Rojas am Bass und David Prater am Schlagzeug Man in the Moon zu produzieren. Danach war es lange still um Nektar.

2001 wurde Nektar von den früheren Gründungsmitgliedern Albrighton und Freeman zusammen mit Ray Hardwick (Schlagzeug) wiederbelebt und konnte an die alten Erfolge anknüpfen. 2002 tourte die Band in der Originalbesetzung zunächst in den USA, es folgten Konzerte in Großbritannien und Deutschland. Der Bassist Moore sah sich dem Tournee-Stress jedoch nicht mehr gewachsen, so dass er sich zurückzog. Er wurde ersetzt durch Randy Dembo, der auch auf der Evolution-CD mitspielte. Seit September 2004 war Tom Hughes an den Tasten, insbesondere an der Hammond-Orgel, zu finden.

2006 wurde Nektar wieder neu besetzt und spielte Book of Days ein. Randy Dembo (Bass) wurde durch Desha Dunnahoe und Tom Hughes (Keyboards) durch Steve Mattern ersetzt. Dazu kam Steve Adams als 2. Gitarrist. Die drei neuen Mitglieder spielen auch in der Band von Steve Adams.

Im September 2007 fand eine größere Tour durch Deutschland und angrenzende Länder statt. Neu dabei waren Klaus Henatsch (u. a. Jane, Jutta Weinhold Band) an den Keyboards und Peter Pichl (u. a. Running Wild) am Bass.

2008 veröffentlicht Roye Albrighton das Album „Book of Days“. Albrighton spielt für dieses Album die Instrumente alleine ein, für Konzerte begleitet ihn die Livebesetzung mit Klaus Henatsch, Ron Howden und Peter Pichl.

2009 wird die Doppel-CD "Fortified" herausgegeben, auf welcher die Band teilweise ältere Kompositionen neu interpretiert.

Für die "Space Rock Invasion Tour" 2011 wird nach dem Ausstieg von Peter Pichl, Lux Vibratus (Bass) eingestellt.

2012 bringt die Band in der Besetzung Roy Albrighton, Ron Howden, Klaus Henatsch & Billy Sherwood (Bass & Produzent) das Session Album „A Spoonful of Time raus. Unter der gleichen Besetzung veröffentlicht Nektar 2013 das Album „Time Machine“.

2014 tritt der Bassist Lux Vibratus aus der Band aus und wird von Tom Fry ersetzt. Es folgt eine Europatour mit Roy Albrighton, Che Albrighton (Royes Sohn am Schlagzeug) Tom Fry und Klaus Henatsch.

2015 unterschreibt die Band bei On Stage Promotion.

2016 verstirbt der Frontmann und somit die beständigste Konstante Nektars: Roye Albrighton.

Die übriggebliebenen Bandmitglieder Ron Howden, Klaus Henatsch und Tom Fry befinden sich nach Royes Tod in tiefer Trauer. Doch um das Erbe Nektars und die legendäre Musik weiter zu tragen, beschließen sie, das Projekt im Namen Albrightons weiterzuführen. 2017 wird zu diesem Anlass Alexander Hoffmeister, ein alter Freund von Roye, als Nachfolger ausgewählt.

Die Band beginnt 2017 gemeinsam neue Lieder zu schreiben und nimmt im Januar 2018 die ersten Basic Recordings für das neue Konzeptalbum "Megalomania" auf. Im Februar 2018 beschließt Ron Howden, die Band zu verlassen, um sein eigenes Nektar-Projekt in den USA zu starten. Hierzu überzeugt er das Gründungsmitglied Derek "Mo" Moore, welcher 1978 aus der Band ausgestiegen war, eine neue Band zu gründen. Nachdem Mo den Vertrag unterzeichnet hat, entschließen sich auch Andere – früher aus der Band ausgestiegene Mitglieder – zurückzukommen, darunter Mick Brockett (Spezial Effekte) und Randy Dembo (Bass).

Diese Aufteilung der Band im Februar 2018 führte dazu, dass heutzutage zwei Line-Ups existieren, die sich den Namen "Nektar" teilen und die beide versuchen, das Erbe der legendären Prog Rock Band zu wahren. Die einen "Nektar" gruppierten sich in den USA um den ehemanligen Schlagzeuger Ron Howden und bestehen aus Ron Howden, Derek "Mo" Moore, Mick Brockett, Ryche Chlanda, Randy Dembo und Kendall Scott. Sie veröffentlichten im Januar 2020 ihr Album „The Other Side“.

In Deutschland wiederum beschloss Klaus Henatsch die Band ohne Ron Howden, jedoch mit Tom Fry und Alexander Hoffmeister fortzuführen. Für das Konzeptalbum „Megalomania“ spielte daher Che Albrighton, Roye Albrightons Sohn, die Drums ein. Um sich von den alten Erfolgen zu distanzieren und neue Wege zu gehen, beschloss die Band das neue Album unter den Namen „Nektar“ mit dem Zusatz „New“ zu veröffentlichen. Außerdem wurde der Zusatz auf Anraten des Labels Sireena Records beigefügt, um Streitigkeiten mit Ron Howdens Formation zu umgehen.

Seit 2018 spielt Norbert „Panza“ Lehmann an den Drums, da Che Albrighton während der Megalomania Tour bei einer anderen Band beschäftigt war. 2019 verließ Tom Fry die Band und wurde mit Heike Nolden ersetzt.

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Studioalben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1971: Journey to the Centre of the Eye (Bellaphon/Bacillus BLPS 19064)
  • 1972: A Tab in the Ocean (Bellaphon/Bacillus BLPS 19118)
  • 1973: Sounds Like This (2LP) (Bellaphon/Bacillus BDA 7506)
  • 1973: Remember the Future (Bellaphon/Bacillus BLPS 19164)
  • 1974: Down to Earth (Bellaphon/Bacillus BLPS 19190)
  • 1975: Recycled (Bellaphon/Bacillus BLPS 19219)
  • 1977: Magic Is A Child (Bellaphon/Bacillus BAC 2050)
  • 1980: Man in the Moon (Ariola)
  • 2001: The Prodigal Son (Bellaphon 9729528)
  • 2004: Evolution (Eclectic Discs/Dream Nebula DNECD 1205)
  • 2008: Book of Days (Bellaphon 9705326)
  • 2012: A Spoonful of Time (Coveralbum, Cleopatra)
  • 2013: Time Machine (Cleopatra)
  • 2018: Megalomania (Sireena)
  • 2020: The Other Side

Livealben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1974: Sunday Night at the London Roundhouse (Bellaphon/Bacillus BLPS 19182)
  • 1977: Live in New York (2LP) (Bellaphon/Bacillus BAC 2004)
  • 1978: More Live Nektar In New York (2LP) (Bellaphon/Bacillus BAC 2058)
  • 2002: Unidentified Flying Abstract (Bellaphon 9724525)
  • 2005: Nektar 2004 Tour Live (2 CD) (Treacle Productions / Nektar Evolution Music)
  • 2005: Door to the Future (Eclectic Discs/Nebula Recordings DNECD 1212)
  • 2009: Fortyfied (M2 Music/inakustik)/ Treacle Productions TMCD 209-2D
  • 2017: Live in Bremen (2CD) (Sireena/On Stage Records SIR 2162)
  • 2018: Live in Bremen (Limited Edition - 3LP) (Sireena/On Stage Records SIR 4048)

Kompilationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1976: Nektar (Compilation) (Bellaphon/Bacillus BLPS 19224)
  • 1987: Nektar (Compilation) (Bellaphon/Bacillus 260-09-038)
  • 1994: Highlights (Compilation) (2CD) (Bellaphon/Bacillus 99309001CD)

Singles[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1972: Do You Believe In Magic? / 1-2-3-4 (Bellaphon/Bacillus 1644/141)
  • 1974: Fidgety Queen / Little Boy (Bellaphon/Bacillus 1722/246)
  • 1975: Flight to Reality / It's All Over (Bellaphon/Bacillus BF 184119)

SACDs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2004: Journey To The Centre Of The Eye (Eclectic Discs/Dream Nebula Recordings DNECD 1203)
  • 2004: Remember The Future (Eclectic Discs/Dream Nebula Recordings DNECD 1204)
  • 2004: Live In New York (Eclectic Discs/Dream Nebula Recordings DNECD 1206/7)

Videoalben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2003: Live (PAL), Classic Rock Productions CRP 1008, United Kingdom (NTSC), Classic Rock Productions CRP 10090
  • 2005: Pure (2DVD, SPV, Germany, 23. September 2005)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Innerviews: Larry Fast - Evolutionary snapshots. Abgerufen am 27. September 2020 (englisch).