Nelly Akopian

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Nelly Akopian, auch Nelly Akopian-Tamarina, (* 5. Januar 1941 in Moskau)[1] ist eine russische Pianistin.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Akopian studierte zunächst bei der armenischen Pianistin Anaida Sumbatyan an der Moskauer Musikschule. Am Moskauer Konservatorium wurde sie eine der letzten Schülerinnen von Alexander Goldenweiser. Dieser war aufs innigste mit den Werken von Alexander Skrjabin, Sergei Rachmaninow und Nikolai Karlowitsch Medtner vertraut. Gleichzeitig wurde sie die erste Klavier-Studentin von Dmitri Alexandrowitsch Baschkirow, der selbst ein Goldenweiser-Schüler war. Über ihre Lehrer erlangte Akopian eine intime Kenntnis der klassischen russischen Pianistenschule von der Russischen Romantik bis hin zu Anton Rubinstein und Franz Liszt.

Künstlerische Laufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Akopian war zunächst Solistin des Moskauer Philharmonie Orchesters. Mit diesem Orchester spielte sie Schallplattenaufnahmen von Frédéric Chopins Präludien op. 28 und von Robert Schumanns Klavier Konzert ein. In den 1970er Jahren wurde Akopians Karriere sehr stark durch die öffentliche Zensur in der Sowjetunion behindert. Sie wurde nahezu über 10 Jahre an öffentlichen Auftritten gehindert, da ihre Schwester einen jüdischen Mann geheiratet hatte. Während dieser Jahre wandte sie sich der Malerei zu. In dieser Zeit stellte sie mehrfach in Moskau ihre Wasserfarben-Werke aus. Infolge dieser Vorkommnisse verließ Akopian schließlich die Sowjetunion und ließ sich in England nieder.

1983 gab Akopian in der Queen-Elizabeth-Hall ihr London-Debüt mit Werken von Schumann und Chopin. In den 1980er-Jahren trat sie auch mit dem Wiener Musikverein Quartett auf und spielte das Piano-Quartett von Brahms sowie eine Serie „Romantic Fantasia“ im Concertgebouw in Amsterdam. In den 1990er Jahren arbeitete Akopian als künstlerische Beraterin für das Prager Konservatorium. Sie gab dort eine Serie von Meisterkursen im Pálfi-Palast. 1997 eröffnete sie in Gedenken des 100. Todestages von Johannes Brahms die internationale Klavierkonzertserie des Prager Symphonie Orchesters als auch die Kammerkonzertserie der Tschechischen Philharmonie. Im Oktober 2002 gab sie nach einer musikalischen Abwesenheit von 25 Jahren in Russland ein großes Galakonzert im Bolschoi Saal des Moskauer Konservatoriums. 2008 gab sie in der Wigmore Hall in London ein hoch bewundertes Brahms-Konzert, am gleichen Ort gefolgt von einem Schubert-, Janácek- und Chopin-Konzert im Jahr 2009 und einem Konzert zum 200. Geburtstag von Robert Schumann im Jahr 2010.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1963 gewann Nelly Akopian als Studentin die Gold-Medaille beim Internationalen Robert-Schumann-Wettbewerb für Klavier und Gesang in Zwickau. 1974 wurde sie Preisträger des Robert-Schumann-Preises der Stadt Zwickau. Mit dieser zweiten Auszeichnung folgte sie ihren russischen Pianistenkollegen Swjatoslaw Richter, Tatjana Nikolajewa und Emil Gilels.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Das Geburtsdatum der Künstlerin wurde aus dem entsprechenden Artikel der russischsprachigen Wikipedia übernommen.