Nenzlingen

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Nenzlingen
Wappen von Nenzlingen
Staat: SchweizSchweiz Schweiz
Kanton: Kanton Basel-LandschaftKanton Basel-Landschaft Basel-Landschaft (BL)
Bezirk: Laufenw
BFS-Nr.: 2789i1f3f4
Postleitzahl: 4224
Koordinaten: 609298 / 255210Koordinaten: 47° 26′ 51″ N, 7° 33′ 43″ O; CH1903: 609298 / 255210
Höhe: 438 m ü. M.
Höhenbereich: 325–689 m ü. M.[1]
Fläche: 3,66 km²[2]
Einwohner: 455 (31. Dezember 2019)[3]
Einwohnerdichte: 124 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne
Schweizer Bürgerrecht)
12,5 % (31. Dezember 2019)[4]
Website: www.nenzlingen.ch
Lage der Gemeinde
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Über dieses Bild
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Nenzlingen (schweizerdeutsch Aenzlige) ist eine politische Gemeinde im Bezirk Laufen des Kantons Basel-Landschaft in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Historisches Luftbild von Werner Friedli von 1950

Nenzlingen liegt im Laufental auf 447 m ü. M. am Blauen-Südhang oberhalb des Flusses Birs. Nachbargemeinden sind Blauen BL, Brislach, Zwingen, Grellingen und Pfeffingen BL.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schon früh war das Gebiet von Nenzlingen bewohnt, fand man doch im Jahr 1944 in der Birsmatten-Basisgrotte ein Grab, das wahrscheinlich aus dem Mesolithikum (ca. 7500–7000 vor Christus) stammt. Es fand sich das älteste Skelett einer Frau in der Schweiz.[5]

Den Übergang über den Blattenpass zwischen dem Birstal und dem Laufental oberhalb der Gemeinde benutzten schon die Kelten und Römer.

Urkundlich wurde die Siedlung erstmals im Dezember 1298 erwähnt, als der Domdekan Heinrich von Bechburg seinem Sohn Konrad Land auf dem Bruderholz schenkte, welches an die Güter des Johannis dicti de Nenzlingen anstiess. Schon früh zerfiel die Burg auf dem Kuenisberg beim Plattenpass, vermutlich beim Erdbeben von Basel im Jahre 1356.

Im Jahr 1408 wurden die Herren Hans Ludemann von Rothberg und die Herren von Ramstein Lehensträger. Im 1462 erwarb der Bischof von Basel die südlich vom Blauen gelegenen Dörfer von Kaiser Friedrich III. als Reichslehen und schlug sie zur Vogtei Zwingen.

Im 1792 marschierten die Franzosen ins Laufental und Nenzlingen gehörte zuerst zur Raurachischen Republik und ab 1793 zum Département Mont-Terrible. Im Jahr 1815 wurde das Dorf durch den Entscheid des Wiener Kongresses eidgenössisch und zum Kanton Bern geschlagen. Auf den 1. Januar 1994 konnte sich die Gemeinde im Zusammenhang mit der Neugründung des Kantons Jura für den Wechsel zum Kanton Basel-Landschaft entscheiden.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gespaltenes Schild: links rot mit einem silbernen Schlüssel, Herkunft ungeklärt – rechts Silber mit einem blauen Balken mit aufgesetzter halber blauer Lilie, das Wappen der Herrschaft Pfeffingen, zu der die Gemeinde einst gehörte. Das Wappen ist seit etwa 1900 bekannt und besteht in dieser Art seit 1946. Flagge: weissrotblau.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Landwirtschaft, Pendler nach Laufen und Richtung Basel.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt oberhalb des Eggfluetunnels. Unterwegs von Laufen nach Basel führt zwischen den Dörfern Zwingen und Grellingen eine Nebenstrasse ins Dorf. Nenzlingen wird durch eine Linie des Postauto von Zwingen Bahnhof und über Dittingen mit Laufen verbunden. Die nächsten Bahnstationen an der Jurabahn befinden sich in Zwingen und Grellingen (je ca. 6 Kilometer).

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Barocke Dorfkirche St.Oswald
  • Altes Schulhaus
  • Aussichtspunkt Eggflue
  • Glögglifels (etwa 1,2 km östlich des Dorfs)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Nenzlingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. BFS Generalisierte Grenzen 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Höhen aufgrund Stand 1. Januar 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. Mai 2021
  2. Generalisierte Grenzen 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Flächen aufgrund Stand 1. Januar 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. Mai 2021
  3. Regionalporträts 2021: Kennzahlen aller Gemeinden. Bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2019 zusammengefasst. Abruf am 17. Mai 2021
  4. Regionalporträts 2021: Kennzahlen aller Gemeinden. Bei späteren Gemeindefusionen Ausländerprozentsatz aufgrund Stand 2019 zusammengefasst. Abruf am 17. Mai 2021
  5. Pierre Crotti: Mesolithikum. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 15. Februar 2017, abgerufen am 14. Juni 2019.