Neoceratopsia

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Neoceratopsia
Lebendrekonstruktion von Triceratops

Lebendrekonstruktion von Triceratops

Zeitliches Auftreten
Unter- bis Oberkreide (Hauterivium bis Maastrichtium)[1]
133,9 bis 66 Mio. Jahre
Fundorte
Systematik
Dinosaurier (Dinosauria)
Vogelbeckensaurier (Ornithischia)
Cerapoda
Marginocephalia
Ceratopsia
Neoceratopsia
Wissenschaftlicher Name
Neoceratopsia
Sereno, 1986

Die Neoceratopsia (auch Neoceratopia) sind ein Taxon (eine systematische Gruppe) der Dinosauriergruppe der Ceratopsia. Dieses von Paul Sereno 1986 aufgestellte Taxon umfasst die große Mehrheit der Ceratopsia und steht urtümlichen Vertretern wie den Psittacosauridae gegenüber.

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Neoceratopsia werden definiert als alle Ceratopsia, die näher mit Triceratops als mit Psittacosaurus verwandt sind.[2] Sie sind unter anderem durch folgende Merkmale gekennzeichnet: der Kopf ist verglichen mit dem Körper vergrößert, der Rostralknochen (der vorderste Teil des Oberkiefers) ist kielförmig und vorne zugespitzt, die Zähne des Zwischenkieferbeins sind reduziert oder fehlen ganz, das Quadratojugale – ein Schädelknochen – ist stark verkleinert, der Oberarmknochen trägt einen Kopf und das Sitzbein ist leicht gekrümmt. Es waren pflanzenfressende Dinosaurier, die durch ein aus Scheitel- und Schuppenbein gebildetes Nackenschild charakterisiert waren und vielfach Hörner auf der Nase oder über den Augen trugen. Manche urtümliche Vertreter bewegten sich noch zweibeinig (biped) fort, die anderen waren strikt vierbeinig (quadruped).

Unumstrittene Funde der Neoceratopsia sind von der Unterkreide (Hauterivium) an bis zum Aussterben der Dinosaurier am Ende der Kreidezeit belegt und stammen aus Ostasien und Nordamerika; zweifelhafte Funde gibt es auch von Kontinenten der Südhalbkugel.

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die systematische Stellung der Neoceratopsia kommt in folgendem Kladogramm zum Ausdruck: [3]

 Ceratopsia  
  N.N.  

 Psittacosauridae


   

 Neoceratopsia



   

 Yinlong



Die Neoceratopsia umfassen einige basale Vertreter wie Aquilops[4], Archaeoceratops, Koreaceratops, Liaoceratops und Mosaiceratops[5] sowie die Coronosauria. In diesem Taxon werden unter anderem die Leptoceratopsidae, die Protoceratopsidae und die Ceratopsidae zusammengefasst. (Für eine vollständige Liste siehe Ceratopsia.)

Umstritten ist die Zugehörigkeit von Chaoyangsaurus und dem nah verwandten Xuanhuaceratops (Chaoyangsauridae) aus dem späten Jura oder der frühesten Kreide. Nach You und Dodson (2004) ist Chaoyangsaurus ein urtümlicher Vertreter der Neoceratopsia, die Erstbeschreiber von Xuanhuaceratops, Zhou et al. (2006) ordnen diesen und Chaoyangsaurus hingegen im Stammbaum als basale Ceratopsia und damit urtümlicher als die Psittacosauridae ein.[6]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gregory S. Paul: The Princeton Field Guide To Dinosaurs. Princeton University Press, Princeton NJ u. a. 2010, ISBN 978-0-691-13720-9, S. 245–272, Online.
  2. You & Dodson (2004), S. 490.
  3. nach Xing Xu, Catherine A. Forster, James M. Clark, Jinyou Mo: A basal ceratopsian with transitional features from the Late Jurassic of northwestern China. In: Proceedings of the Royal Society. Series B: Biological Sciences. Bd. 273, Nr. 1598, 2006, ISSN 0950-1193, S. 2135–2140, doi:10.1098/rspb.2006.3566.
  4. Andrew A. Farke, W. Desmond Maxwell, Richard L. Cifelli and Mathew J. Wedel. 2014. A Ceratopsian Dinosaur from the Lower Cretaceous of Western North America, and the Biogeography of Neoceratopsia. PLoS ONE. DOI: 10.1371/journal.pone.0112055
  5. Wenjie Zheng, Xingsheng Jin and Xing Xu. 2015. A Psittacosaurid-like Basal Neoceratopsian from the Upper Cretaceous of central China and Its Implications for Basal Ceratopsian Eevolution. Scientific Reports. 5, 14190. doi: 10.1038/srep14190
  6. Xijin Zhao, Zhengwu Cheng, Xing Xu, Peter J. Makovicky: A new ceratopsian from the Upper Jurassic Houcheng Formation of Hebei, China. In: Acta Geologica Sinica. English Edition. Bd. 80, Nr. 4, 2006, ISSN 1000-9515, S. 467–473, doi:10.1111/j.1755-6724.2006.tb00265.x.