Neodym(III)-chlorid

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Kristallstruktur
Strukturformel von Neodym(III)-chlorid
__ Nd3+     __ Cl
Kristallsystem

hexagonal

Raumgruppe

P63/m (Nr. 176)

Koordinationszahlen

Nd[9], Cl[3]

Allgemeines
Name Neodym(III)-chlorid
Andere Namen
  • Neodymtrichlorid
  • Neodymium muriaticum
  • Neodymium chloratum
Verhältnisformel NdCl3
CAS-Nummer
  • 10024-93-8
  • 13477-89-9 (Hexahydrat)
PubChem 66204
Kurzbeschreibung

rosafarbenes Pulver[1]

Eigenschaften
Molare Masse 250,60 g·mol−1
Aggregatzustand

fest[2]

Dichte

4,134 g·cm−3 (25 °C)[2]

Schmelzpunkt
Siedepunkt

1600 °C[4]

Löslichkeit

löslich in Wasser[5]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [2]
07 – Achtung

Achtung

H- und P-Sätze H: 315​‐​319​‐​335
P: 261​‐​305+351+338 [2]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [6][2]
Reizend
Reizend
(Xi)
R- und S-Sätze R: 36/37/38
S: 26​‐​37/39
Toxikologische Daten

3.692 mg·kg−1 (LD50Mausoral)[2]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Neodym(III)-chlorid ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Chloride.

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neodym(III)-chlorid kann durch Reaktion von Neodym(III)-oxid mit Chlorwasserstoff oder Ammoniumchlorid gewonnen werden.[7]

Es kann auch direkt aus den Elementen synthetisiert werden.[8]

Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

NdCl3 im Sonnenlicht (oben) und unter Kunstlicht (Leuchtstofflampe, unten)

Neodym(III)-chlorid ist ein rosafarbenes bis blassviolettes stark hygroskopisches Pulver, das an Luft schnell Feuchtigkeit aufnimmt und sich in das Hexahydrat umwandelt.[9] Es besitzt eine hexagonale Kristallstruktur mit der Raumgruppe P63/m (Raumgruppen-Nr. 176). Das Hexahydrat ist violett und besitzt eine monokline Kristallstruktur mit der Raumgruppe P2/c (Nr. 13). Bei 160 °C gibt es das Kristallwasser ab und bildet die wasserfreie Form.[1]

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neodym(III)-chlorid wird als Laborchemikalie und zur Herstellung von anderen Neodymverbindungen verwendet.[2] Es dient auch als Katalysator bei organischen Synthesen.[10] Das Hexahydrat wird vor allem für Glas, Kristall und Kondensatoren verwendet. Farbiges Glas mit Zusätzen aus Neodymchlorid zeigt zarte Schattierungen von Violett über reines Weinrot und zu warmem Grau. Diese Gläser zeigen ungewöhnlich scharfe Absorptionsbanden.[5]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Jean D'Ans, Ellen Lax: Taschenbuch für Chemiker und Physiker. 2007, ISBN 978-3-540-60035-0, S. 634 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  2. a b c d e f g h Datenblatt Neodymium(III) chloride, anhydrous, powder, ≥99.99% trace metals basis bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 24. April 2012 (PDF).
  3. Datenblatt Neodymium(III) chloride hexahydrate, 99.99% bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 24. April 2012 (PDF).
  4. Webelements: Neodymium trichloride
  5. a b Neodymium Chloride
  6. Für Stoffe ist seit dem 1. Dezember 2012, für Gemische seit dem 1. Juni 2015 nur noch die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung gültig. Die EU-Gefahrstoffkennzeichnung ist daher nur noch auf Gebinden zulässig, welche vor diesen Daten in Verkehr gebracht wurden.
  7. Pradyot Patnaik: Handbook of Inorganic Chemicals. McGraw-Hill, 2003, ISBN 978-0-07-049439-8, S. 243 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  8. Webelements: Reaction of neodymium with the halogens
  9. Georg Brauer: Handbuch der präparativen anorganischen Chemie. 3., umgearb. Auflage. Band III. Enke, Stuttgart 1981, ISBN 3-432-87823-0, S. 1079.
  10. O. Nuyken, Reiner Anwander: Neodymium Based Ziegler Catalysts. Springer, 2006, ISBN 978-3-540-34809-2, S. 15 ff. (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).