Neschwitz

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Dieser Artikel behandelt die Gemeinde im Landkreis Bautzen. Zum historischen Ort Neschwitz an der Elbe (heute Nebočady) siehe Děčín.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Neschwitz
Neschwitz
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Neschwitz hervorgehoben
Koordinaten: 51° 16′ N, 14° 20′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Bautzen
Verwaltungs­gemeinschaft: Neschwitz
Höhe: 149 m ü. NHN
Fläche: 46,01 km²
Einwohner: 2511 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 55 Einwohner je km²
Postleitzahl: 02699
Vorwahlen: 035933, 035937
Kfz-Kennzeichen: BZ, BIW, HY, KM
Gemeindeschlüssel: 14 6 25 360
Gemeindegliederung: 17 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Bahnhofstraße 1
02699 Neschwitz
Webpräsenz: www.neschwitz.de
Bürgermeister: Gerd Schuster (CDU)
Lage der Gemeinde Neschwitz im Landkreis Bautzen
Tschechien Dresden Landkreis Görlitz Landkreis Meißen Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge Arnsdorf Bautzen Bernsdorf Bischofswerda Bretnig-Hauswalde Burkau Crostwitz Cunewalde Demitz-Thumitz Doberschau-Gaußig Elsterheide Elstra Frankenthal (Sachsen) Göda Großdubrau Großharthau Großnaundorf Großpostwitz Großröhrsdorf Malschwitz Haselbachtal Hochkirch Hoyerswerda Kamenz Königsbrück Königswartha Kubschütz Laußnitz Lauta Lichtenberg (Lausitz) Lohsa Malschwitz Nebelschütz Neschwitz Neukirch (bei Königsbrück) Neukirch/Lausitz Obergurig Ohorn Oßling Ottendorf-Okrilla Panschwitz-Kuckau Pulsnitz Puschwitz Radeberg Radibor Räckelwitz Ralbitz-Rosenthal Rammenau Schirgiswalde-Kirschau Schmölln-Putzkau Schönteichen Schwepnitz Sohland an der Spree Spreetal Steina (Sachsen) Steinigtwolmsdorf Wachau (Sachsen) Weißenberg Wilthen Wittichenau Brandenburg PolenKarte
Über dieses Bild

Neschwitz, obersorbisch Njeswačidło?/i, ist ein Ort und die zugehörige Gemeinde rund 14 km nordwestlich von Bautzen in der sächsischen Oberlausitz. Neschwitz ist im Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft gelegen. Es ist Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Neschwitz.

Ortsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsteile der Gemeinde:

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die älteste bekannte Erwähnung der Siedlung als Nyzwas stammt von 1268. Schon zu Beginn des 15. Jahrhunderts wird hier ein Rittersitz erwähnt.

Im Jahre 1936 wurde die Gemeinde durch die Nachbarorte Holscha, Neudorf und Lomske erweitert. Weitere Gebietsreformen gliederten 1974 Doberschütz, 1978 Zescha, 1993 Saritsch und 1994 Luga ein.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für seine Statistik über die sorbische Bevölkerung in der Oberlausitz ermittelte Arnošt Muka in den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts eine Bevölkerungszahl von 531 Einwohnern; davon waren 441 Sorben (83 %) und 90 Deutsche[3]. Laut Ernst Tschernik sank der sorbischsprachige Bevölkerungsanteil in der Gemeinde Neschwitz (mit Holscha, Neudorf und Lomske) bis 1956 auf nur noch 32,1 %.[4] Seitdem ist der Gebrauch des Sorbischen in Neschwitz selbst weiter zurückgegangen. In den überwiegend katholisch geprägten Ortsteilen Lomske, Doberschütz und Caßlau im Westen der Gemeinde wird die Sprache jedoch bis heute gesprochen.

Laut der Volkszählung von 2011 waren zu diesem Zeitpunkt von 2.498 Einwohnern 837 evangelisch (33,5 %), 474 römisch-katholisch (19 %) und 1.187 gehörten einer anderen oder keiner Religionsgemeinschaft an (47,5 %).[5]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2014[6]
Wahlbeteiligung: 57,8 % (2009: 55,4 %)
 %
60
50
40
30
20
10
0
52,2 %
20,6 %
17,9 %
n. k.
9,4 %
HuG
GdV
KHN
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
+5,6 %p
+1,7 %p
+1,7 %p
-10,2 %p
+1,3 %p
HuG
GdV
KHN
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Die Kommunalwahlen der vergangenen Jahre ergaben folgende Stimm- bzw. Sitzverteilungen:

Parteien und Wählergemeinschaften 2009 2004
 % Sitze  % Sitze
Handwerk und Gewerbe (HuG) 46,6 7 30,7 4
Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU) 18,9 3 25,5 4
Gemeinschaft der Vereine (GdV) 16,2 2 15,7 2
Kultur- und Heimatfreunde Neschwitz e.V. (KHN) 10,2 1 13,4 2
Die Linke (2004: PDS) 8,1 1 6,7 1
Freie Wählervereinigung FORUM 0 7,9 1
gesamt 100,0 14 100,0 14
Wahlbeteiligung 55,4 % 53,0 %

Seit der Gemeinderatswahl am 25. Mai 2014 verteilen sich die 14 Sitze des Gemeinderates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:

  • Handwerk und Gewerbe (HuG): 8 Sitze
  • CDU: 3 Sitze
  • Gemeinschaft der Vereine (GdV): 2 Sitze
  • LINKE: 1 Sitz

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick auf das Schloss von Südosten
Gräfliches Erbbegräbnis auf dem Friedhof
Neschwitzer Kirche mit 2009 erneuerter Turmhaube
  • Barockschloss Neschwitz und der dazugehörige Park
  • Neschwitzer Kirche und alter Pfarrhof
  • Neschwitzer Friedhof mit gräflichem Erbbegräbnis
  • Alter Tiergarten mit Jagdpavillon auf dem Gelände der Jugendherberge Neschwitz
  • Herrenhaus Weidlitz
  • Bockwindmühle Luga
  • Herrenhaus Voss in Doberschütz

Museum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heimatmuseum Neschwitz

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hexenbrennen
  • Neschwitzer Schlagernacht
  • Schlosskonzerte
  • Galerien im Schloss
  • Museumstag und Kirchturmfest
  • Lichterfest
  • Windmühlenfest

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Neschwitz verfügt über eine Grundschule. Die Mittelschule des Ortes wurde 2005 geschlossen. Die nächstgelegene Oberschule befindet sich jetzt in Königswartha.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neschwitz liegt an den Regionalbuslinien der Regionalbus Oberlausitz von Bautzen nach Hoyerswerda. Seit November 2015 verkehren Fernbusse von MFB MeinFernbus drei- bis viermal täglich zwischen Bautzen und Berlin mit Halt in Neschwitz bei Bedarf. Die Haltestelle befindet sich an der B 96 im Ortsteil Neudorf.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde

Boden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bodenart, welche in und um Neschwitz vorherrscht, heißt Parabraunerde.

Quellen und Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gemeindeverwaltung Neschwitz (Hrsg.): Neschwitz und seine Dörfer. Illustrierte Chronik der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Lusatia-Verlag, Bautzen 2000, ISBN 3-929091-73-9.
  • Ernst Panse: Diamant der Gartenkunst. Schloßpark Neschwitz. In: Ernst Panse (Hrsg.): Parkführer durch die Oberlausitz. Lusatia Verlag, Bautzen 1999, ISBN 3-929091-56-9, S. 100–104.
  • Arnold Freiherr von Vietinghoff-Riesch: Letzter Herr auf Neschwitz. Ein Junker ohne Reue. (= Aus dem Deutschen Adelsarchiv. Band 3.) Starke, Limburg 2002, ISBN 3-7980-0603-2.
  • Neschwitz im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
  • Neschwitz. In: August Schumann: Vollständiges Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen. 6. Band, Zwickau 1819, S. 817 f.
  • Cornelia Müller, Kultur- und Heimatfreunde Neschwitz e. V. (Hrsg.): Gemeindechronik Neschwitz – Njeswačidło. Lausitzer Druck- und Verlagshaus, Bautzen 2009, ISBN 978-3-930625-50-5.
  • TERRA – Geographie 10/Gymnasium Sachsen. Ernst Klett Verlag, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-623-28460-6, S.178/179.
  • Cornelius Gurlitt: Neschwitz. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 31. Heft: Amtshauptmannschaft Bautzen (I. Teil). C. C. Meinhold, Dresden 1908, S. 168.
  • Cornelius Gurlitt: Neschwitz. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 32. Heft: Amtshauptmannschaft Bautzen (II. Teil). C. C. Meinhold, Dresden 1908, S. 193.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Neschwitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2015 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Angaben der Gemeindeverwaltung; Stand: 30. Juni 2013
  3. Ernst Tschernik: Die Entwicklung der sorbischen Bevölkerung. Akademie-Verlag, Berlin 1954, S. 56.
  4. Ludwig Elle: Sprachenpolitik in der Lausitz. Domowina-Verlag, Bautzen 1995, S. 245.
  5. Zensusdatenbank auf zensus2011.de
  6. Ergebnisse der Gemeinderatswahl 2014