Netzwerk Recherche

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Netzwerk Recherche
(nr)
Logo-netzwerk-recherche.png
Zweck: Förderung der Bildung durch Vermittlung von Recherchetechniken, Vermittlung von Wissen über professionelle Recherche zur Qualitätssteigerung der Medienberichterstattung, Erfahrungsaustausch über investigativen Journalismus
Vorsitz: Julia Stein (1. Vorsitzende)

Cordula Meyer (2. Vorsitzende)[1]

Gründungsdatum: 1. April 2001
Mitgliederzahl: 812 (Stand: 02.11.2016)
Sitz: Berlin im Haus der Demokratie und Menschenrechte
Website: www.netzwerkrecherche.de

Netzwerk Recherche e. V. (offizielle Schreibweise: netzwerk recherche, kurz: nr) ist ein eingetragener, gemeinnütziger Verein mit Sitz in Berlin, der 2001 von Journalisten gegründet wurde.

Der Zweck des Vereins ist gemäß Satzung[2] die Förderung der Bildung, insbesondere durch

  • die Vermittlung von Recherchetechniken im Rahmen der journalistischen Ausbildung,
  • die Vermittlung von Wissen über professionelle Recherche zur Qualitätssteigerung der Medienberichterstattung,
  • die Information über Maßnahmen zur Wahrung der Medienkultur sowie
  • die Vermittlung von Wissen und den Erfahrungsaustausch über investigativen Journalismus.

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dem Verein gehören 812 Mitglieder an (Stand 2.11.2016), die Geschäftsstelle befindet sich im Haus der Demokratie und Menschenrechte in Berlin.[3]

Erste Vorsitzende ist seit 2015 Julia Stein, Leiterin der trimedialen Redaktion Politik und Recherche im NDR-Landesfunkhaus Schleswig-Holstein. Zweite Vorsitzende ist Cordula Meyer, Leiterin des Ressorts Deutschland beim Nachrichtenmagazin Der Spiegel. Schatzmeisterin ist Renate Daum, Redakteurin bei der Stiftung Warentest, Schriftführerin ist Christina Elmer, Leiterin des Ressorts Datenjournalismus bei Spiegel Online. Beisitzer sind Bernd Kastner (Süddeutsche Zeitung), Markus Grill (Recherchezentrum Correctiv), Gert Monheim (ehemals WDR die story) und der der Filmemacher und Autor Egmont R. Koch. Vom Vorstand kooptierte Vorstandsmitglieder sind Franziska Augstein, Manfred Redelfs, Marc Widmann, Kuno Haberbusch, Vera Linß, Albrecht Ude und Ulrike Maercks-Franzen. Geschäftsführer ist Günter Bartsch.[4]

Aktivitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein veranstaltet Tagungen und Seminare wie z.B. die jährliche Jahreskonferenz, regionale Stammtische sowie Fachkonferenzen. Themen sind zum Beispiel Datenjournalismus, Presserecht und Lokaljournalismus. Bei seinen Veranstaltungen kooperiert der Verein u.a. mit öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten, Medienunternehmen, Hochschulen und anderen Institutionen der journalistischen Aus- und Fortbildung.

Er gibt zahlreiche Publikationen heraus, wie z.B. die kostenlose Reihe nr-Werkstatt.

Er vergibt Preise wie z.B. den Leuchtturm-Preis[5] als Auszeichnung für besondere publizistische Leistungen oder den Negativpreis Verschlossene Auster[6] für Informationsblockierer.

Er vergibt Recherche-Stipendien[7] und betreut die Stipendiaten.

Er äußert sich auch zu medienpolitischen Fragen, etwa zur Informationsfreiheit und den journalistischen Auskunftsrechten.

Der Verein ist Mitunterzeichner der gemeinsamen Erklärung des Arbeitskreises Vorratsdatenspeicherung gegen den Gesetzesentwurf über die Vorratsdatenspeicherung.

2016 überarbeitete der Verein den 2006 veröffentlichten Medienkodex.[8] Ständig diskutiert wird vor allem dessen Punkt fünf.[9] Darin fordert der Verein mit dem Satz „Journalisten machen keine PR“ eine strikte Trennung von Journalismus und Public Relations.

2003 wurde der Verein mit dem Preis für die Freiheit und Zukunft der Medien der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig ausgezeichnet.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während der Vorbereitungen zur Gründung einer Stiftung stellte der Vereinsvorstand 2011 fest, dass der Verein aufgrund falscher Abrechnungen rund 75.000 Euro an Zuschüssen von der Bundeszentrale für politische Bildung zu Unrecht erhalten hatte.[10] Dies führte zum Rücktritt des Mitbegründers und langjährigen Ersten Vorsitzenden Thomas Leif. Die zu Unrecht erhaltenen Zuschüsse wurden zurückgezahlt.[11][10]

Nachdem sich im Verlauf der Krise Spender, Sponsoren und Anzeigenkunden vom Netzwerk distanziert hatten und hohe Kosten für Prüfer und Anwälte angefallen waren, wurde das Geschäftsjahr 2011 mit einem Minus von rund 157.400 Euro abgeschlossen.[12]

In den folgenden Jahren konnte der Verein seine Kooperationspartner zurückgewinnen (so auch die Bundeszentrale für politische Bildung[13]) und seinen Haushalt stabilisieren[14]. Der Verein schloss sich der Initiative Transparente Zivilgesellschaft an und veröffentlicht jährliche Finanzberichte auf seiner Website[15] .

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. [1] Website des Vereins, abgerufen am 4. November 2015
  2. Vereinssatzung von Netzwerk Recherche. In: www.netzwerkrecherche.de. 3. Juli 2015, abgerufen am 1. November 2016 (Website des Vereins).
  3. Das Netzwerk Recherche. In: www.netzwerkrecherche.de. Abgerufen am 9. Dezember 2016 (Website des Vereins).
  4. Vorstand. In: www.netzwerkrecherche.de. Abgerufen am 9. Dezember 2016 (Website des Vereins).
  5. Auszeichnung für besondere publizistische Leistungen – der Medienpreis des netzwerk recherche. In: www.netzwerkrecherche.de. Abgerufen am 1. November 2016 (Website des Vereins).
  6. Negativpreis des netzwerk recherche für den „Informationsblockierer des Jahres“. In: www.netzwerkrecherche.de. Abgerufen am 1. November 2016 (Website des Vereins).
  7. Recherche-Stipendien
  8. Medienkodex von Netzwerk Recherche. In: www.netzwerkrecherche.de. 8. Juli 2016, abgerufen am 1. November 2016 (Website des Vereins).
  9. Achim Baum: Pressefreiheit durch Selbstkontrolle. In: Aus Politik und Zeitgeschichte 38-2006. Bundeszentrale für politische Bildung, S. 6-10, abgerufen am 2. November 2016.
  10. a b Erklärung des nr-Vorstands. In: www.netzwerkrecherche.de. 2. Juli 2011, abgerufen am 26. Juli 2012 (Website des Vereins).
  11. Netzwerk Recherche ohne Thomas Leif - Aufklärer in Erklärungsnot. In: www.sueddeutsche.de. 3. Juli 2011, abgerufen am 3. Juli 2011 (Online-Artikel der Süddeutschen Zeitung).
  12. Finanzbericht des Vereins von 2011. In: www.netzwerkrecherche.de. 1. Juni 2011, abgerufen am 31. Juli 2012 (PDF; 167 kB, Website des Vereins).
  13. Partner. In: www.netzwerkrecherche.de. Abgerufen am 9. Dezember 2016 (Website des Vereins).
  14. Finanzbericht 2015. In: www.netzwerkrecherche.de. Abgerufen am 9. Dezember 2016 (Website des Vereins).
  15. Finanzierung. In: www.netzwerkrecherche.de. Abgerufen am 9. Dezember 2016 (Website des Vereins).