Neu-Eichenberg

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Neu-Eichenberg
Neu-Eichenberg
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Neu-Eichenberg hervorgehoben

Koordinaten: 51° 23′ N, 9° 54′ O

Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Werra-Meißner-Kreis
Höhe: 223 m ü. NHN
Fläche: 27,53 km2
Einwohner: 1818 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 66 Einwohner je km2
Postleitzahl: 37249
Vorwahlen: 05504
05542 (OT Eichenberg)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: ESW, WIZ
Gemeindeschlüssel: 06 6 36 009
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Lange Straße 27
37249 Neu-Eichenberg
Website: www.neu-eichenberg.de
Bürgermeister: Jens Wilhelm (SPD)
Lage der Gemeinde Neu-Eichenberg im Werra-Meißner-Kreis
Werra-Meißner-KreisHessenSontraWaldkappelHessisch LichtenauGutsbezirk Kaufunger WaldGroßalmerodeBerkatalMeißnerNeu-EichenbergWitzenhausenHerleshausenRinggauWehretalWeißenbornEschwegeWanfriedMeinhardBad Sooden-AllendorfNiedersachsenThüringenLandkreis Hersfeld-RotenburgSchwalm-Eder-KreisLandkreis KasselKarte
Über dieses Bild

Neu-Eichenberg ist eine Gemeinde im nordhessischen Werra-Meißner-Kreis. Sie entstand am 1. Februar 1971 aus dem Zusammenschluss der Gemeinden Eichenberg (Dorf), Eichenberg (Bahnhof), Hebenshausen, Berge, Marzhausen und Hermannrode.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof Eichenberg

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neu-Eichenberg liegt im Dreiländer-Eck Hessen, Thüringen, Niedersachsen zwischen Kassel (45 km) und Göttingen (20 km).[2]

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neu-Eichenberg grenzt im Norden an die Gemeinde Friedland (im niedersächsischen Landkreis Göttingen), im Osten an die Gemeinden Hohengandern und Bornhagen (beide im thüringischen Landkreis Eichsfeld) sowie im Süden und Westen an die Stadt Witzenhausen (Werra-Meißner-Kreis).

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde besteht aus den sieben Orten Berge, Neuenrode, Eichenberg-Bahnhof, Eichenberg-Dorf, Hebenshausen (Sitz der Gemeindeverwaltung), Hermannrode und Marzhausen und gliedert sich in die fünf Ortsteile Berge (Berge und Neuenrode), Eichenberg (Bahnhof und Dorf), Hebenshausen, Hermannrode und Marzhausen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindebildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Neu-Eichenberg entstand im Zuge der Gebietsreform in Hessen am 1. Februar 1971 durch den freiwilligen Zusammenschluss der bis dahin selbständigen Gemeinden Berge, Eichenberg, Hebenshausen, Hermannrode und Marzhausen.[3][4] Ortsbezirke nach der Hessischen Gemeindeordnung wurden nicht errichtet.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Neu-Eichenberg 1819 Einwohner. Darunter waren 45 (2,5 %) Ausländer, von denen 45 aus dem EU-Ausland, 16 aus anderen Europäischen Ländern und 29 aus anderen Staaten kamen.[5] Die Einwohner lebten in 803 Haushalten. Davon waren 241 Singlehaushalte, 234 Paare ohne Kinder und 252 Paare mit Kindern, sowie 58 Alleinerziehende und 18 Wohngemeinschaften.[6] 1019 Einwohner gehörten der evangelischen (56,0 %) und 346 Einwohner der katholischen (19,0 %) Konfession an.[7]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neu-Eichenberg: Einwohnerzahlen von 1973 bis 2015
Jahr  Einwohner
1973
  
1.878
1975
  
1.884
1980
  
1.922
1985
  
1.912
1990
  
1.975
1995
  
1.976
2000
  
1.999
2005
  
1.913
2010
  
1.815
2011
  
1.819
2015
  
1.848
Quellen: [8]; Hessisches Statistisches Informationssystem[9]; Zensus 2011[5]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis,[10] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[11][12]

Sitzverteilung in der Gemeindevertretung 2016
   
Insgesamt 15 Sitze
Parteien und Wählergemeinschaften %
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 46,5 7 50,0 8 53,9 8 58,9 9
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 33,2 5 28.3 4 30,7 5 31,7 5
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 20,3 3 21,7 3 15,4 2 9,4 1
Gesamt 100,0 15 100,0 15 100,0 15 100,0 15
Wahlbeteiligung in % 60,7 67,4 66,7 71,5

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Oktober 1971 wurde Gerhard Hannich (SPD) der erste Bürgermeister der neu gegründeten Gemeinde Neu-Eichenberg. Er hatte das Amt 24 Jahre inne und ging am 30. September 1995 in den Ruhestand.

Im Jahr 1995 wurde Wolfgang Fischer (SPD) als Nachfolger von Gerhard Hannich gewählt und trat das Amt am 1. Oktober 1995 an. Wolfgang Fischer beendete seine Tätigkeit als Bürgermeister am 30. Juni 2012.

Am 29. Januar 2012 wählten die Neu-Eichenberger Ilona Rohde-Erfurth (SPD) mit 66,0 % der Stimmen zur neuen Bürgermeisterin. Sie trat ihr Amt am 1. Juli 2012 an. Sie setzte sich gegen den parteilosen Christian Mühlhausen durch, der 34,0 % der Stimmen erhielt. Amtsinhaber Wolfgang Fischer kandidierte nicht mehr.[13]

Im Januar 2018 wurde Jens Wilhelm (ebenfalls SPD) zum neuen Bürgermeister gewählt.[14][15]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof Eichenberg ist Knotenpunkt der Bahnstrecken Bebra–Göttingen (Nord-Süd-Strecke) und Halle–Hann. Münden; es bestehen Verbindungen Richtung Kassel-Wilhelmshöhe, Göttingen, Halle (Saale), Erfurt und Fulda. Diese werden mit Zügen von DB Regio, cantus sowie der Abellio Rail Mitteldeutschland gefahren.

Logistikgebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Neu-Eichenberg versucht seit 2003, in der Nähe der Ortslage Hebenshausen ein Logistikgebiet zu etablieren. Bisher fanden sich aber keine ernsthaften Interessenten. Das Bauvorhaben wurde von den Bürgern von Anfang an kritisch gesehen, da u. a. erhebliche Lärmbelästigungen befürchtet werden. Deshalb wurde ein Bürgerentscheid durchgeführt, ob die Planung vorangetrieben werden soll. Dieser ging zu Gunsten des Logistikgebietes aus.[16]

2017 beschloss die Gemeindevertretung mit den Stimmen von SPD und CDU, die Flächen hierfür in Eigenregie zu kaufen und zu erschließen,[17] was einen Kostenaufwand für die Gemeinde von mehreren Millionen Euro bedeuten würde.[18] Dies löste ein erneutes bürgerschaftliches Engagement gegen die Planung aus.[19]

Im Juni 2018 wurde bekannt, dass das Logistikgebiet an die Dietz AG verkauft wurde.[20] Am 4. Mai 2019 besetzten Klimaaktivist_innen die Ackerflächen und errichteten dort ein Camp.[21] Im Januar 2020 entschloss die Gemeindevertretung Neu-Eichenbergs, dass sie weitere planerische Schritte und die Vermarktung für mindestens sechs Monate aussetzen will, um sich verstärkt mit Alternativen zum Logistikgebiet zu beschäftigen.[22] Im Februar 2020 wurde öffentlich, dass die Dietz AG nicht weiter zur Umsetzung des Logistikgebiets bereit steht.[23] Dass die Dietz AG möglicherweise aus den Planungen aussteigen wird, wurde bereits Ende 2019 öffentlich.[24]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Neu-Eichenberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hessisches Statistisches Landesamt: Bevölkerungsstand am 31.12.2019 (Landkreise und kreisfreie Städte sowie Gemeinden, Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011)  (Hilfe dazu).
  2. Dreiländereck Thüringen-Hessen-Niedersachsen in notizen.netzjahre.com
  3. Gemeindegebietsreform: Zusammenschlüssen und Eingliederungen von Gemeinden vom 20. Januar 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1971 Nr. 6, S. 248, Punkt 328, Abs. 35 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 6,2 MB]).
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 409.
  5. a b Bevölkerung nach Staatsangehörigkeitsgruppen: Neu-Eichenberg. In: Zensus2011. Bayerisches Landesamt für Statistik, abgerufen im Oktober 2020.
  6. Haushalte nach Familien: Neu-Eichenberg. In: Zensus2011. Bayerisches Landesamt für Statistik, abgerufen im Oktober 2020.
  7. Religionszugehörigkeit: Neu-Eichenberg. In: Zensus2011. Bayerisches Landesamt für Statistik, abgerufen im Oktober 2020.
  8. Neu-Eichenberg, Gemeinde, Werra-Meißner-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 16. Oktober 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  9. Hessisches Statistisches Informationssystem In: Statistik.Hessen.
  10. Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im April 2016.
  11. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011
  12. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 26. März 2006
  13. Rohde-Erfuth gewinnt in Neu-Eichenberg, HNA, abgerufen am 30. Januar 2012
  14. Jens Wilhelm wird neuer Bürgermeister von Neu-Eichenberg, HNA v. 28. Januar 2018, abgerufen am 21. August 2018
  15. Bürgermeister Jens Wilhelm in Neu-Eichenberg vereidigt, HNA v. 20. Juni 2018, abgerufen am 21. August 2018
  16. Ein neuer Plan soll her, HNA, abgerufen am 4. April 2018
  17. Sondergebiet bei Neu-Eichenberg: Logistiker können kommen. In: https://www.hna.de. 31. Mai 2017 (hna.de [abgerufen am 4. April 2018]).
  18. Grundstücksankauf der Domänenfläche - Hohes finanzielles Risiko für die Gemeinde Neu-Eichenberg. (gruene-werra-meissner.de [abgerufen am 4. April 2018]).
  19. NEB bleibt OK! Kein Logistikgebiet an der A38 in Neu-Eichenberg. Abgerufen am 4. April 2018 (englisch).
  20. Neu-Eichenberger Sondergebiet Logistik ist verkauft. In: https://www.hna.de. 19. Juni 2018 (hna.de [abgerufen am 19. Juni 2018]).
  21. Gegen Bodenversiegelung: Umweltschützer besetzen Acker bei Neu-Eichenberg. In: Göttinger Tageblatt. 5. Mai 2019, abgerufen am 4. April 2020.
  22. Stop für Logistikgebiet in Neu-Eichenberg. In: HNA. 22. Januar 2020, abgerufen am 4. April 2020.
  23. Dietz AG hat kein Interesse mehr am Sondergebiet Logistik. 21. Februar 2020, abgerufen am 1. April 2020.
  24. Investorenschreck. neues deutschland, abgerufen am 1. April 2020.