Bad Neualbenreuth

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Bad Neualbenreuth
Bad Neualbenreuth
Deutschlandkarte, Position des Marktes Bad Neualbenreuth hervorgehoben

Koordinaten: 49° 59′ N, 12° 27′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberpfalz
Landkreis: Tirschenreuth
Höhe: 547 m ü. NHN
Fläche: 50,14 km2
Einwohner: 1348 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 27 Einwohner je km2
Postleitzahl: 95698
Vorwahl: 09638
Kfz-Kennzeichen: TIR, KEM
Gemeindeschlüssel: 09 3 77 142
Marktgliederung: 22 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Marktplatz 5
95698 Bad Neualbenreuth
Website: www.neualbenreuth.de
Erster Bürgermeister: Klaus Meyer (CSU[2])
Lage des Marktes Bad Neualbenreuth im Landkreis Tirschenreuth
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Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Bad Neualbenreuth (bairisch: Neialwaraad) ist ein Markt im Osten des oberpfälzischen Landkreises Tirschenreuth. Er grenzt an Tschechien und ist ein staatlich anerkanntes Heilbad.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine kreisrunde Struktur von 300 m Durchmesser auf dem Gemeindegebiet wird von Geologen als Rest eines ehemaligen Vulkans angesehen; Bohrungen im April 2015 bestätigten ein vermutetes Alter von 200.000 Jahren und die These, dass es sich um den jüngsten Vulkan Bayerns handelt. Ein monogenetischer Vulkanausbruch erzeugte ein Maar, welches sich mit Wasser füllte und dann nach Verlandung das Bad Neualbenreuther Hochmoor bildete.[3][4] Nicht weit entfernt liegt auf tschechischem Gebiet der Vulkan Eisenbühl und das Maar bei Mýtina (Altalbenreuth).

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die politische Gemeinde hat 22 amtlich benannte Gemeindeteile:[5]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schutzhütte am Grenzübergang nach Tschechien

Überblick zur historischen Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gäste-Information am Marktplatz

Im Jahr 1284 tauchte das erste Mal der Name Neualbenreuth in einem Pfarrverzeichnis auf, damit wurde eine Unterscheidung der Orte Altalbenreuth und Neualbenreuth möglich. Vorher lautete der Ortsname Albenreuth. Seit der Entstehung von Neualbenreuth bestand zwischen dem heute tschechischen, fast desolaten Nachbarort Altalbenreuth eine jahrhundertelange historische Verbindung. Mitte des 14. Jahrhunderts wurde auch Neualbenreuth dem Magistrat der Stadt Eger (tschechisch: Cheb) erbuntertänig, zinste (fraiste) und robotete, nachdem das Kloster Waldsassen den Ort mit seinen Einkünften an die Stadt Eger verkauft hatte, ein im Gebiet der Frais übliches Verhalten. Nach wenigen Jahren kam Neualbenreuth wieder in den Besitz des Klosters Waldsassen zurück und wurde als Pfarr- und Schulort ausgebaut. Vom 16. bis ins 19. Jahrhundert wechselte die Gerichtsbarkeit jährlich zwischen dem Kloster Waldsassen und der Stadt Eger. Neualbenreuth war ein sogenanntes gemengtes Dorf im Sonderrechtsgebiet der Frais.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. April 1971 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Wernersreuth eingegliedert. Am 1. Juli 1972 kam Ottengrün hinzu.[6]

Sibyllenbad[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem Jahr 1989 entwickelte sich der Ortsteil Sibyllenbad zu einem Gesundheitszentrum mit Kurmittelhaus, Kurpark, dem Badehaus Maiersreuth, einem sogenannten Bade-Tempel und einem Therapiepfad, dessen staatliche Anerkennung als Heilquellen-Kurbetrieb im Jahr 1998 erfolgte. Neualbenreuth durfte sich von da an staatlich anerkannter Erholungsort nennen. Am 13. November 2019 wurde Neualbenreuth als zweites Heilbad in der Oberpfalz anerkannt und darf seitdem den Titel Heilbad sowie den Namen Bad Neualbenreuth führen.[7]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 1988 und 2018 sank die Einwohnerzahl von 1458 auf 1343 um 115 bzw. um 7,9 %.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rathaus

Erster Bürgermeister der Gemeinde ist seit der Kommunalwahl von 16. März 2014 der Bankbetriebswirt und vormalige Zweite Bürgermeister Klaus Meyer von der CSU. Der Gemeinderat hat zwölf Mitglieder. Sie verteilen sich in der Wahlperiode 2014 bis 2020 auf die folgenden Listen:

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bad Neualbenreuth führt seit dem Jahr 1930 ein Ortswappen in den Farben Rot und Weiß. Bei der Ausgestaltung des Wappenbildes war die Verbindung von Neualbenreuth zu der Stadt Eger und dem Kloster Waldsassen heraldisch symbolgebend. Im Wappenbild weist in der oberen Hälfte der rote Drache auf das Geschlecht der Diepoldinger-Rapotonen, Markgrafen im Nordgau (Bayern) und Gründer des Klosters Waldsassen hin. In der unteren Hälfte des Wappenbildes symbolisiert ein weißes Schräggitter die Beziehung zu der ehemaligen Reichsstadt Eger, dem heutigen Cheb in Tschechien.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Laurentius und Marktplatz
  • Bad Neualbenreuth liegt in der hügeligen Landschaft um den 939 Meter hohen Tillenberg, der einst als Mittelpunkt Europas errechnet wurde. Im Ort fallen die eindrucksvoll gestalteten Fachwerkhäuser im Egerländer Fachwerkhausstil auf, die den Marktplatz zu einem sehenswerten Platz der Ortsarchitektur in der Oberpfalz machen. Diesen Baustil gibt es auch in weiteren Orten des Egerlandes und des ehemaligen Stiftlandes
  • Die katholische Pfarrkirche St. Laurentius aus dem 18. Jahrhundert
  • Der vom Weidener Bildhauer Günter Mauermann gestaltete Sagenbrunnen vor dem Rathaus am Marktplatz. Zentrales Thema des Kunstobjektes ist der nahegelegene Tillenberg an der Grenze zu Tschechien. Die vielfach durchbrochene Steinskulptur enthält acht verschiedenen Sagen- und Märchengestalten: neben der sagenhaften Wahrsagerin Sibylle von Prag (Namensgeberin des örtlichen Heilbades), Zwerge, Berggeister auch verschiedene andere Motive aus der regionalen Sagenwelt, beispielsweise die geheimnisvolle Tillenstadt.
  • Schloss Hardeck, einer der ehemaligen Sommersitze der Äbte des Klosters Waldsassen
Allerheiligenkirche

Umgebung des Ortes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Gebiet der Gemeinde Bad Neualbenreuth liegt der 634 Hektar große Egerer Stadtwald, ein Besitz der Stadt Eger aus der Zeit des ehemaligen Fraisgebietes, auf den die Nachfolgestadt Cheb in Tschechien Rechtsansprüche geltend macht. Im zuständigen Grundbuch in Tirschenreuth ist die "Stadt Eger" als Eigentümer eingetragen. Von 1965 bis 2012 verwaltete eine Institution der Bundesrepublik Deutschland treuhänderisch dieses Waldgebiet. Einen Überblick zur Rechtssituation in: Jürgen Massopust: Die Rechtsprechung des Bayerischen Obersten Landesgerichts zur Frage des Eigentums am Egerer Stadtwald, Inaugural-Dissertation der Universität Würzburg, 1977. Eine Rückgabe an die Stadt Cheb wird kontrovers diskutiert. Es besteht eine Stiftung zur Verwaltung des Stadtwaldes.[8]

Bodendenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe: Liste der Bodendenkmäler in Bad Neualbenreuth

Freizeit und Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wanderziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Morgenlicher Marktplatz

In den ausgedehnten Wäldern des Oberpfälzer Waldes, der bei Bad Neualbenreuth beginnt, befinden sich viele sehenswerte Wanderziele:

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Nähe von Ottengrün und Sibyllenbad liegt der Golfplatz des GC Stiftland e. V.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johannes III. von Elbogen (* vor 1300–1323), Abt des Klosters Waldsassen, verbrachte seinen Lebensabend auf Schloss Hardeck
  • Alois Schmaus (1901–1970), in Maiersreuth geborener Slawist, Balkanologe und Hochschullehrer
  • Reiner Meier (* 1953), in Altmugl geborener Politiker (CSU), Mitglied des Bundestages
  • Klaus Rustler (* 1964), in Neualbenreuth geborener Musiker, Komponist und Musikverleger

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bad Neualbenreuth liegt auf dem Radfernweg Euregio Egrensis.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Neualbenreuth – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tabellenblatt "Daten 2", Statistischer Bericht A1200C 202041 Einwohnerzahlen der Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke 1. Vierteljahr 2020 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Neualbenreuth: Marktgemeinderat. Abgerufen am 24. Mai 2020.
  3. André Jahnke: Vulkanausbruch in der Oberpfalz nicht lange her. Welt online, 9. April 2015, abgerufen am 9. April 2015.
  4. Geo-Newsletter Bayern Nr 28 / LfU-Bohrung bestätigt jüngsten Vulkanismus in Nordostbayern. (PDF) Bayerisches Landesamt für UmweltWelt, 29. August 2015, abgerufen am 31. August 2018.
  5. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111108/152303&attr=OBJ&val=1091
  6. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 580.
  7. Martin Maier: Neualbenreuth wird zu Bad Neualbenreuth. In: Oberpfalz. 13. November 2019. Auf ONetz.de, abgerufen am 8. Dezember 2019.
  8. http://www.br.de/nachrichten/oberpfalz/egerer-stadtwald-100.html (Memento vom 7. Dezember 2012 im Internet Archive) Bayerischer Rundfunk