Neuböhmen

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Neuböhmen (tschechisch Česká Falc, etwa ‚Böhmische Pfalz‘) bezeichnet die oberpfälzischen, mittel- und oberfränkischen Gebiete, welche Karl IV. ab 1349 für seine Hausmacht erwarb. Der Luxemburger unterstellte das Territorium seiner Herrschaft. Er verschmolz es mit den Ländern der böhmischen Krone, was die Goldene Bulle von 1356 kodifizierte. Das Land wahrte bezüglich Nutzung und Verwaltung seine Eigenständigkeit.

Das Böhmische Salbüchlein von 1366/68 und andere Urkunden dokumentierten wie Karl IV. soziale Verhältnisse, Verwaltung und Wirtschaft planmäßig förderte. Die geschaffenen Grundlagen wirkten sich positiv auf die weitere Entwicklung aus, entfalteten ihre Kraft lange über die letztlich kurze böhmische Periode hinaus.[1][2]

Die zu Beginn des 14. Jahrhun­derts ab­ge­brann­te Wenzel­burg ließ Karl IV. in statt­li­cher Form neu er­rich­ten[3]

Landesname[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karl IV. schuf in Oberpfalz[Anm. 1] und Franken ein neues Territorium.[4] Vermutlich wegen dessen Kurzlebigkeit entstand kein prägnanter zeitgenössischer Landesname. Die in Ersterer gelegenen Besitzungen hießen aus Blickrichtung Böhmen das Bavaria trans silvam Boemicalem (‚Bayern jenseits des Böhmischen Walds‘) oder aus einer Betrachtung vom Reich her des kaisers herrschaft zu Baiern. Städte wie Hersbruck, Lauf und Auerbach waren in dem lande zu Sulczbach gelegen.[5]

Der Begriff Neuböhmen erschien erstmals 1783 bei Franz Martin Pelzel: Geschichte Karls IV., König in Böhmen. Er wurde nachfolgend zunächst nicht aufgegriffen. Erst 1906 sprach Michael Doeberl wieder vom sog. Neuböhmen (Entwicklungsgeschichte Bayerns. Band 1. 1. Auflage).[6] 1973 verwendete Fritz Schnelbögl den Eigennamen mit und ohne Anführungszeichen.[7] 5 Jahre später charakterisierte ihn Heribert Sturm als „eine erst in unserem Jahrhundert zur Verwendung gekommene Verlegenheitsformulierung“.[5] Im restlichen Artikel vermied er das Wort Neuböhmen.[8] Jörg K. Hoensch blieb im Jahr 2000 dabei die Bezeichnung in Gänsefüßchen zu setzen.[9]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das westlich Böhmens lie­gen­de Neu­böh­men un­ter den Be­sit­zung­en Karls IV.

Zur Zeit Karls IV. erstreckte sich Neuböhmen über den Großteil der heutigen Landkreise Neustadt an der Waldnaab und Nürnberger Land, die Stadt Erlangen, den Norden des Landkreises Amberg-Sulzbach und den Süden des Landkreises Bayreuth.[10]

Neuböhmen umfasste, mit Ausnahme Bärnaus, nie den jetzigen Landkreis Tirschenreuth. Er wird aber auf fast allen Karten solchermaßen falsch eingezeichnet. Das Stiftland blieb unabhängig, ebenso die Landgrafschaft Leuchtenberg. Das Amt Waldeck-Kemnath gehörte zum Kurpräzipium und das Amt Vilseck zum Hochstift Bamberg.

Auf die Funktion des (Oberpfälzer und) Böhmerwalds als Grenzgebirge verwiesen Formulierungen wie uff yenseit des Behemischen waldes.[11]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Demographie und Sprachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Städte und Marktgemeinden erlebten einen konjunkturellen Aufschwung. Wohl deshalb zogen Menschen vom platten Lande dorthin. Auf eine solche Bevölkerungsbewegung verwies vor allem das Böhmische Salbüchlein.[12]

Die tschechische Sprache wanderte mit den böhmischen Adeligen, ihren Familien und Personal ein. So wurden 1365 den Pfarrern auf Burg Rothenberg, in Neustadt und Sulzbach erlaubt in der slawischen Muttersprache die Beichte abzunehmen und die Sakramente zu spenden.[2] Die wohl einzigen regionalen Belege des Lehnworts Kretscham für Wirtshaus,[13] Dorfschänke[14] in Bärnau, Neidstein,[15] Förbau und Hofstetten[16] fielen in die neuböhmische Zeit.[13]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wenzelverehrung führte Karl IV. überall dort ein, wo er über Macht und Einfluss verfügte. Die Wenzelburg erhielt ihren Namen nach der dem böhmischen Heiligen gewidmeten Burgkapelle. Noch im 16. Jahrhundert feierten die Laufer am Wenzeltag (28. September) die Wenzelkirchweih. Daraus ging die Hämmernkirchweih hervor, ursprünglich für die Bewohner der direkt unterhalb der Burg gelegenen Eisenhämmer gedacht. Auf der Burg Rothenberg ließ der König von Böhmen in der Nähe des späteren Schneckenbrunnens eine Sankt-Wenzel-Kirche erbauen.[1] Ihren Pfarrer stattete er mit Pfründen aus, u. a. in Groß- oder Kleinviehberg.[17] Dergleichen sowie Reliquien stiftete er dem Sankt-Wenzel-Hospital zu Sulzbach. Die dortige Pfarrkirche schmückt am Ostchor eine Statue des Heiligen. Karl IV. bedachte demnach Lauf, Rothenberg und Sulzbach. Neben dem religiösen Aspekt zeigte dies, dass er in den 1360er Jahren insbesondere jene drei Ortschaften repräsentativ ausstatten wollte.[1]

Auf die Anwesenheit von Juden im Amt Parkstein verwies der dort eingenommene Judenzins.[18]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Hoch­zeit mit Anna von der Pfalz sah Karl IV. auch ein Mit­tel zur Aus­söh­nung mit dem Haus Wit­tels­bach; Büste der böh­mi­schen Kö­ni­gin[19]

Johann aus dem Haus Luxemburg trat 1310/11 die Nachfolge der Přemysliden im Königreich Böhmen und der Mark Mähren an.[20] Nunmehr einer der großen europäischen Spieler, zielte seine Hausmachtpolitik auf an Böhmen angrenzende Gebiete. Er unterstützte Ludwig den Bayern bei dessen Griff nach dem deutschen Königsthron. Zum Dank erhielt Johann[21] 1322 das Egerland (einst größer) als Reichspfandschaft[22] und Eger (vormals eine Reichsstadt) als Pfand. Die prosperierende Stadt übernahm die Funktion des Verwaltungszentrums und Sitzes des königlichen Landeshauptmanns. Der Erwerb verschob die böhmische Grenze Richtung Reichsinneres,[21] legte eine strategisch-territoriale Ausgangsbasis.[23]

Karl IV. beerbte 1346 seinen Vater[24] und setzte den Ausbau der Hausmacht fort. Zur rechtlichen Absicherung gab er dem Begriff Länder der böhmischen Krone eine tatsächliche staatsrechtliche Substanz.[25] Die aus dem Kirchenrecht übernommene Inkorporation[26] bewirkte keine Änderung des rechtlichen Status eines Lands. Es gab direkt dem König von Böhmen Unterstellte und als Lehen Vergebende.[25] Als erstes eigenes Projekt erkor er ein weiteres Vordringen gen Westen,[27] damit „die hochgeboren kunige zu Beheimb durch dieselben lande desto sicherer ziehen und komben mugen zu der wal und chur eines römischen kunigs und diesselben kunige zu Beheimb den kayserlichen hof, den die durchleuchtigen kunige zu Nürnberg gewonlich haben, desto baß und friedsamer gesuchen mugen“ (Karl IV.: zitiert nach: Heribert Sturm: Des Kaisers Land in Bayern. 1978, S. 208). Es ging demnach um die Schaffung einer Landbrücke über Nürnberg (als Ort der kaiserlichen Hoftage) bis nach Frankfurt am Main (als Wahlort der deutschen Könige).[23]

Die Vermählung mit Anna von der Pfalz am 4. März 1349 diente der Umsetzung des Vorhabens,[28] zeigte erstmals das Interesse am Aufbau Neuböhmens.[6] Dem Brautvater Rudolf II. gehörte der vormalige bayrische Nordgau – die nunmehrige Oberpfalz.[Anm. 1] Der Pfalzgraf bei Rhein versprach eine Morgengabe,[28] sicherte sie[9] mit Teilen[Anm. 2] seines Nebenlands ab.[28] Der Schwiegersohn erwarb im Jahr darauf vom Kloster Waldsassen die Ortschaft Bärnau.[6] Den Verpfändungen des pfälzischen Wittelsbachers stimmten die bayrischen Vettern in Urkunden von 1351 und 1353 zu. Der Plan des Luxemburgers, die Gebiete mittels Erbrecht an sich zu bringen, zerschlug sich. Seine Gattin starb im Februar 1353, sechs Monate vor ihrem Vater.[28]

Jedoch erbten die neuen Pfalzgrafen Ruprecht I. und Ruprecht II. einen erheblichen Schuldenstand bei Karl IV. Jener streckte zudem 1353 das hohe Lösegeld zum Freikauf von Ruprecht dem Jüngeren vor. Ein oberpfälzischer Gebietsstreifen beglich die angehäuften Forderungen des Luxemburgers.[28] Dessen Hausmachtzuwächse regelte ein Vertrag mit Ruprecht dem Älteren vom 17. Juli[Anm. 3] und modifizierte einer vom 29. Oktober 1353,[Anm. 4] bestätigte der Neffe am 5. November und 23. Dezember 1353. Der Onkel Ruprecht I. verzichtete darüber hinaus am 29. Oktober auf den Veldener Forst. Daraufhin belehnte der Bischof von Bamberg damit den König von Böhmen. Letzterer hatte 1347 dem Burggrafen von Nürnberg die Burgen Floß und Parkstein samt Zubehör verpfändet. Mit deren Einlösungen während des Jahrs 1353 war ein großer Teil Neuböhmens zusammengetragen.[6]

Das Rosenber­ger Tor in Sulz­bach mit dem Böh­mi­schen Wap­pen (oben rechts)

In der Folgezeit tätigte der Luxemburger rechtliche Absicherungen sowie Abrundungen durch weitere Erwerbungen und Anrechte.[6] So bestätigten Willebriefe der Kurfürsten die Reichspfandschaft der böhmischen Krone an den zwei o. g. Burgen, dergleichen den Verkauf der Reichslehen Auerbach und Hersbruck. Der Öffnungsvertrag vom 13. Dezember 1353 über die Burg Rothenberg leitete die Übernahme der wichtigen Feste ein. Der einheimische Adel diente sich zunehmend dem böhmischen König an. Von ihm nahmen beispielsweise Ritter Heinrich von dem Perge und seine zwei Söhne die Burg Spies am 10. Januar 1354 als Mannlehen auf.[6] Karl IV. brach am 28. September 1354 von Sulzbach aus zum 1. Romzug auf. In der Ewigen Stadt stellte er am 5. April 1355 – dem Tag der Kaiserkrönung – die Urkunde zur Inkorporation für den bisher übernommenen, den (hauptsächlich) oberpfälzischen Teil Neuböhmens aus (siehe auch im Kapitel Luxemburgische Politik).[27][5] Erst danach organisierte der Landesherr die Verwaltung um.[2] Deren Neuerungen wiesen Ansätze zu einem modernen Staat auf.[3]

Die ebenfalls Franken erfassende Hausmachtpolitik setzte sich bis Ende der 1360er Jahre systematisch[6] und Anfang der 1370er in abgeschwächter Weise fort.[29] Die Übernahme von Ortschaften entlang des Main, wie Markt Bibart, Iphofen, Mainbernheim, Heidingsfeld und Babenhausen ermöglichte auf einer Reise nach Frankfurt am Main die Übernachtung auf Eigenbesitz. Einige wurden nicht mit Böhmen, sondern in die Grafschaft Luxemburg inkorporiert. Der Kaiser fasste eine Erweiterung Neuböhmens Richtung Westen und Norden, um die dort angrenzende Burggrafschaft Nürnberg ins Auge. Er arbeitete eng mit deren Herrschern – den Hohenzollern zusammen und es kam zu zahlreichen Verlobungen der jeweiligen Kinder.[9]

Wie bereits sein Vater strebte Karl IV. eine Erwerbung der Mark Brandenburg und eine Ausdehnung seiner Hausmacht bis an die Ostsee an. Ersteres Ziel erreichte er mit dem Vertrag von Fürstenwalde vom 18. August 1373.[30] Eine Urkunde vom selben Tag regelte die Folgen für, die Änderung der Politik bezüglich Neuböhmen.[31] Der Kaiser verpfändete den südlichen, den sulzbachischen Teil an die pfälzischen Wittelsbacher,[31] um Otto V., Kurfürst von Brandenburg die Mark abkaufen zu können.[30] Er behielt wegen der strategischen Gewichtung aber die Burg Rothenberg und den Rednitzübergang Erlangen.[31] Gemäß Lenka Bobková ging der Luxemburger davon aus, dass seine Nachfolger das Pfand wieder auslösen würden.[32]

Eine undatierte, aber bald nach o. g. Datum verfasste Urkunde legte die neue Grenze fest. Anstelle Sulzbachs avancierte Auerbach zur Hauptstadt des verbliebenen neuböhmischen Gebiets.[31] Darüber herrschte Karl IV. bis zu seinem Tod 1378, dann sein Sohn und Nachfolger Wenzel.[33] Als deutschen König setzte ihn die Mehrheit der Kurfürsten im Jahr 1400 ab. Der neue Amtsträger, der pfälzische Wittelsbacher Ruprecht brachte in einem blutigen Krieg bis 1401 den überwiegenden Teil an sich,[34] zerstörte dabei im Herbst ersteren Jahrs Auerbach nahezu völlig. Böhmen behielt unter dem Begriff feuda extra curtem (‚Lehen außerhalb der Pfalz‘) eine Reihe von Kronlehen, die erst 1805 mit dem Friede von Pressburg an das Königreich Bayern gelangten.[35]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Wappensaal der Wenzel­burg zeigt u. a. die Wap­pen des Adels vom Kö­nig­reich Böh­men. Das sym­bo­li­siert de­ren An­sprü­che – die Par­ti­zi­pa­ti­on an der Macht, die Höh­erstel­lung über die Ade­li­gen der Län­der der böh­mi­schen Kro­ne; das Wap­pen der Herren von Welhartitz.[27]

Luxemburgische Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zeitlebens bevorzugte Karl IV. eine monetäre, nicht kriegerische Vorgehensweise.[36] Demgemäß vollzog sich der Aufbau Neuböhmens mittels (Heiratspolitik), Kauf, Tausch, Pfandschaft, Lehnswesen, Öffnungsrecht und anderen Vereinbarungen. Die für seine Hausmachtpolitik wichtige Territorialeinheit barg von Beginn an das Wesen einer Herrschaft, eines Lands.[5] Die am 5. April 1355 in Rom ausgestellte Urkunde zur „Inkorporation der böhmischen Besitzungen in der Oberpfalz[30] bezog sich deutlich auf die vorangegangene Maiestas Carolina und antizipierte die nachfolgende Goldenen Bulle, wurde beim gleichen Vorgang für die Mark Lausitz 1370 über weite Passagen wortwörtlich wiederholt.[30] Die Einzelteile Neuböhmens fügten sich nie zu einem geographisch geschlossenem Gebilde zusammen.[37] Dessen Auflösung setzte bereits nach einem knappen Vierteljahrhundert ein.[6][1] Die Abtrennung des sulzbachischen Teils minderte den wirtschaftlichen Wert. Dies schlug sich in einem geringem Interesse Wenzels IV., König von Böhmen (1378–1419) nieder.[35]

Währung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An Münzen war vor allem der Heller verbreitet. Die rasch nach 1353 eingerichtete, erstmals 1356 nachgewiesene Prägestätte in Lauf verbreitete ihn,[38] später die 1373/74 in Erlangen eröffnete.[12] Die Nennungen eines nicht näher spezifizierten Pfennigs im Böhmischen Salbüchlein gingen nach Fritz Schnelbögl auf Übernahmen älterer Vorlagen zurück. Das unersichtliche Verhältnis Heller zu Pfennig betrug wohl 2 : 1, beim Regensburgischen Pfennig hingegen ablesbar 3 : 1. Das Urbar erwähnte außerdem Böhmische, Bambergische und Ambergische Pfennige.[38]

Der Böhmische Groschen trat in den Ämtern Tachau und Bärnau durch die besondere Nähe zum östlichen Nachbarland auf, entlang der Goldenen Straße wegen des Handels an den Zoll- und Geleitstationen. An einer Stelle des Amtsbuchs von 1366/68 gingen 12 Heller auf 1 Böhmischen Groschen, im Jahr 1362/63 in Sulzbach hingegen 19 Heller.[38]

Als Rechnungswährungen wurden der Schilling (= 12 Pfennig), der lange Schilling (= 30 Pfennig) und das Pfund (= 240 Pfennig) sowie der Schock (= 60 Böhmische Groschen) verwendet.[38]

Wappen und Siegel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zugehörigkeit zu (Neu-)Böhmen drückten Ämter, Städte und Marktgemeinden durch ihre Wappen und Siegel aus. Sie nahmen den Kaiser und den Böhmischen Löwen oder nur letzteren auf. Die Umschriften der Siegel betonten in nicht immer regelgerechtem Lateinisch die Treue und Verbindung zur neuen Landesherrschaft. Entsprechende Siegel überlieferten Ortschaften von Neustadt im Osten bis Heidingsfeld im Westen.[1]

Das Siegel des Landgerichts präsentierte als obersten Rechtssprecher den böhmischen König.[1] „Er sitzt auf dem Richterstuhl, angetan mit böhmischer Königskrone und Herrschermantel, in der Rechten das Gerichtsschwert, in der Linken den Schild mit dem böhmischen Löwen tragend.“[39] Die Umschrift lautet: [Griechisches Kreuz] S[IGILLUM] · IVDICII · PROVINCIALIS · TRANS · SILVAM · REGNI · BOHEMIE.[1][40] Es wurde bis 1400 verwendet und dann im pfälzischen Sinn verändert. Eine gleiche Neugestaltung betraf die meisten der heraldischen und sphragistischen Zeichen. Die Wappen von Erlangen, Gräfenberg und Plech behielten den doppelschwänzigen Löwen zumindest als Nebenfigur.[1]

Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neuböhmen setzte sich aus Lehen der böhmischen Krone, dort herrschte der Lehnsempfänger oder -mann, und direkt dem böhmischen König unterstellten Ländereien, dort setzte er einen Landeshauptmann ein, zusammen.[26][25] Die Verwaltungsspitze wirkte im inkorporierten, im (überwiegend) oberpfälzischen Teil.[3][26] Allgemein trieb er die Steuern ein, beeinflusste die Innenpolitik, hielt gerichtliche Befugnisse, vergab Lehen, sorgte für die Sicherheit usf.[25] Die vier überlieferten Hauptmänner des Lands zu Baiern entstammten dem böhmischen, Karl IV. bzw. Wenzel nahestehenden Adel (in Klammern die jeweilige nachgewiesene Amtszeit):[2][33]

Der Vorletzte vollzog nach der Verpfändung des Südteils 1373 den Umzug von Sulzbach nach Auerbach,[31] nahm dabei wohl das Böhmische Salbüchlein von 1366/68 mit.[41] Es „war dazu bestimmt, alle herrschaftlichen Güter und Einkünfte, Rechte und Ansprüche des böhmischen Königs in dem zur Krone gehörigen Raume festzuhalten und damit die planmäßige Verwaltung dieser Besitzungen und die Sicherung der königlichen Rechte daran zu ermöglichen.“ (Fritz Schnelbögl: Das „Böhmische Salbüchlein“ Kaiser Karls IV. über die nördliche Oberpfalz 1366/68. 1973, S. 10). Aus dem Amtsbuch und weiteren Schriftquellen erschloss sich, dass einheimischer und böhmischer Adel als königliche Beamte dienten.[2]

Das für Neuböhmen zuständige Landgericht nutzte vier Gerichtsstätten: den Kasberg bzw. die Kasberger Linde bei Gräfenberg, die Luchsenbruck bei Plankenstein, die Roslauben nördlich von Hormersdorf und die Schnaittachbrücke beim Markt Schnaittach. Außerdem tagte es an seinem Hauptsitz in Sulzbach oder von Anfang an und später in Auerbach, zudem in Lauf und Plech[42][31] sowie unter Wenzel in weiteren Ortschaften. In der Regel wurde einmal im Monat an einem Mittwoch Recht gesprochen.[31] Die wesentliche Zuständigkeit umrissen die Wortpaare „Grund und Boden, Rain und Stein, Markung und Erbschaft“.[35] Der Landrichter kam aus dem einheimischen Adel. Der Landschreiber fungierte wohl als oberster Finanzbeamte.[2]

Die Ausdehnung der Ämter, einmal Pflege genannt, diesseits des Böhmerwalds fiel zumeist klein aus. Die Amtsträger hießen Burggraf oder Pfleger, selten Amtmann, die Amtssitze üblicherweise Veste, gelegentlich Haus. Dazu trat die Vogtei (und Propstei) Hersbruck mit einem Vogt auf Burg Hohenstein.[2] Dass den Verwaltern über das Land verstreute Hebungen als Einkünfte zugewiesen wurden, sollte eine Verselbständigung verhindern.[43]

Einerseits wurde Lichten­egg als Amt ein­ge­stuft, an­der­seits der Amts­sitz – die Burg Lich­ten­egg als Le­hen von Karl IV. ent­ge­gen­ge­nom­men; Blick von Südosten[2][6]
Neuböhmische Ämter[2][44]
Amt Amtssitz mit
Auerbach Stadt/Markt Auerbach gleichnamiger Stadt/Markt
Bärnau Stadt/Markt Bärnau gleichnamiger Stadt/Markt
Breitenstein Burg Breitenstein Königstein
Erlangen Burg Erlangen
Floß Burg Floß Vohenstrauß
Frankenberg Burg Frankenberg
Hartenstein Burg Hartenstein Plech, Velden
Hersbruck (Vogtei) Burg Hohenstein Hersbruck
Hiltpoltstein Burg Hilpoltstein
Hirschau Burg Hirschau
Hollenberg Burg Hollenberg
Lauf Wenzelburg Stadt Lauf
Amt Amtssitz mit
Lichtenegg Burg Lichtenegg
Lichtenstein Burg Lichtenstein
Neidstein Burg Neidstein
Parkstein Burg Parkstein Weiden
Pegnitz-Böheimstein Burg Böheimstein Stadt Pegnitz
Puchberg Burg Puchberg
Rothenberg Burg Rothenberg Schnaittach
Störnstein Burg Störnstein Neustadt
Strahlenfels Burg Strahlenfels
Sulzbach Burg Sulzbach Stadt Sulzbach
Tachau[Anm. 5] Burg Tachau Stadt Tachau
Thurndorf Burg Thurndorf Eschenbach

Die hauptsächlich dem Böhmischen Salbüchlein entnommen böhmischen Lehen und offenen Häuser waren:

Die Stadt Sulzbach verfügte u. a. über einen Stadtrichter (durchweg aus dem böhmischen oder östlichen Adel), Kastner, Überreiter, Landbüttel, Förster und Büttel, die Burg Rothenberg über einen Burggrafen, vier Amtmänner (aus den zwanzig Burgmannen genommen), Marschall, Kämmerer, Schenk und Küchenmeister.[45] Als gelegentlicher Herrschaftssitz fungierte die repräsentative Wenzelburg in Lauf.[27] Im Gegensatz zu Heribert Sturm[3] sah Fritz Schnelbögl keine wesentliche Weiterentwicklung der Verwaltung Neuböhmens.[2]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Verleihung des Stadt­rechts – wie durch Karl IV. für Hir­schau – dien­te im­mer zu­gleich der Wirt­schafts­för­de­rung; der Böh­mi­sche Lö­we am Haus Haupt­stra­ße 70[46][1]

Karl IV. förderte die Region intensiv durch Erhebungen zu Städten und Marktgemeinden, bestätigte und verlieh ihnen zahlreiche Privilegien. Das bis 1373 besonders unterstützte Sulzbach[12] erhielt u. a. Zollbefreiungen, einen Schutz der Waren vor Zugriff und Pfändungen[33] sowie das Recht überall im Land zu Sulzbach Bergwerke zu betreiben.[1]

Im oberpfälzischen Eisenrevier lag ein erheblicher Teil der Erwerbungen. Es durchlief seit Beginn des 14. Jahrhunderts einen wirtschaftlichen Aufschwung.[33] Die Hammerherren stellten über die Landesgrenzen hinaus die ökonomische Einheit des Gebiets sicher. Der Ausbau des luxemburgischen Teils zur Waffenschmiede der Hausmacht unterblieb.[47] Die Bank des Nürnbergers Ulrich Stromeier und seiner Neffen Peter, Andreas und Ulman unterstützte den Ausbau Neuböhmens durch Kredite und ihre Verbindungen. Sie erhielt dafür Verpfändungen von Kohle und Erz. Der seit der Zeit Johanns stetig zunehmende Handel zwischen der Reichsstadt und Böhmen querte das neu geschaffene Territorium.[48]

Die Böden der Oberpfalz weisen keine große Fruchtbarkeit auf.[49] Entsprechend enthält das Böhmische Salbüchlein vor allem Roggen und Hafer,[13] weniger Weizen und kaum Gerste. Von Amt zu Amt zeigen sich beim Getreidebau Unterschiede.[18] An Garten- und Sonderkulturen kommen vor: Erbsen (Frankenberg, Tachau), Hanf (Gebiet um Pegnitz), Hopfen (bei Floß und Hersbruck), Kraut (Sulzbach) und Mohn (Ämter Frankenberg, Parkstein und Floß). Herauslesen lässt sich die Haltung von Gänsen, Hühnern, Schafen, Schweinen und Ziegen.[13] Die Schwaighöfe liefern Käse ab,[18] die Gewässer Fische, die Wälder Eichhörnchenfleisch, Greifvögel für die Beizjagd, Honig und Holz.[13][14]

Militär[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Burg Rothenberg schenkte Karl IV. besondere Aufmerksamkeit.[50] Ihm gelang nach dem Öffnungsvertrag von 1353 erst 1360 in zwei Schritten der Kauf.[6] Der böhmische Adel stellte den Burggrafen, der einheimische die im Jahr 1363 verpflichteten Burgmannen.[50] Der böhmische König wies ihnen Einkünfte aus dem zugehörigen Amt zu. Der kostspielige Unterhalt bedurfte darüber hinaus die Steuern aus sechs Städten/Marktgemeinden und eines Anteils der Geleitgebühren aus Lauf.[2] Die Burg spielte in neuböhmischer Zeit zwar eine zentrale Rolle, musste jedoch keine konkreten militärischen Aufgaben übernehmen. Die unterbeschäftigten Burghüter starteten unter Wenzel Privatfehden gegen Nürnberger Bürger und störten deren Handel. Die Reichsstadt und der deutsche König Ruprecht eroberten die Feste 1401.[51]

Das Böhmische Salbüchlein listete für weitere, aber nicht alle Amtssitze die militärischen Besatzungen auf. Die Mannschaftsstärken lagen zwischen 9 in Burg Lichtenegg und 36 in Burg Sulzbach. Ob letztere Zahl die für die Stadt Sulzbach genannten 144 wehrfähigen Männer mit einschloss, blieb unklar. Außer der Hauptstadt stellten nur Auerbach 150 und Weiden 100 Mannen. Neben den 20 Burgmannen auf dem Rothenberg variierten die weiteren Burghuten (Floß, Hartenstein, Neidstein, Parkstein, Sulzbach, Störnstein und Thurndorf) zwischen 4 und 15.[2]

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Informationstafel Die Gol­de­ne Stra­ße in Hers­bruck

Die Goldene Straße verband Prag und Nürnberg. Der wichtige Verkehrsweg fügte sich in einen europaweiten Straßenzug ein, der u. a. im Südosten aus Ungarn kam und im Nordwesten nach Flandern führte.[52] Die Kontrolle über die Fernhandelsstraße war eine der Motivationen Karls IV. zum Aufbau Neuböhmens. Dessen 1355 inkorporiertes Gebiet durchfuhr sie nicht zufällig.[27] Zur Gewährleistung der Sicherheit verbesserte der Kaiser das Geleit, fasste die Geleitsbezirke enger zusammen. Die (Zoll- und) Geleitsstationen standen in den Grenzortschaften Tachau[Anm. 5] und Bärnau[33] sowie in Neustadt, Weiden, Hirschau, Sulzbach und Lauf[44] (bei letzterer Stadt Vereinigung mit der alten Straße Prag–Eger–Nürnberg).[33][52] Die Geleitswechsel fanden in Altenstadt, Kohlberg, Gebenbach, Hohenstadt und Erlenstegen statt.[44] Karls IV. unterstützte insbesondere die Städte und Marktgemeinden an der Goldenen Straße.[33][1] Sie behielt vom Spätmittelalter bis zum Einsetzen der Industriellen Revolution im 19. Jahrhundert ihre Bedeutung.[33]

Architektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lenka Bobková: Die Länder der Böhmischen Krone zu Zeiten Karls IV. In: Peter Knüvener, Jan Richter, Kurt Winkler für Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte (Hrsg.): Karl IV. – Ein Kaiser in Brandenburg. Buch zur gleichnamigen Ausstellung des Hauses der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte 16. September 2016 – 22. Januar 2017. 1. Auflage, Verlag für Berlin-Brandenburg, Berlin 2016, ISBN 978-3-945256-62-6, S. 22–27 (übersetzt von Carla Bezděková).
  • Rainer J. Christoph, H. Heinrich Häberlein (Redaktion), gesammelt von Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften aus Ortschaften entlang der „Goldenen Straße“, der „Verbotenen Straße“ und dem „Neuböhmen des 14. Jahrhunderts“ zwischen Nürnberg und Prag: Sagenhafte Goldene Straße. Ein Streifzug durch die Gemeinsamkeiten der Geschichte von Tschechen und Deutschen anhand von Sagen zwischen Nürnberg und Prag mit einem Beitrag aus Luxemburg oder Pověstmi opředená Zlatá cesta. 1. Auflage, Förderkreis Deutsch-Tschechische Schulen zwischen Nürnberg und Prag / Meyer, Scheinfeld 2000, ISBN 978-3-89014-172-5 (deutsche und tschechische Texte).
  • Siegfried Grotefend: Die Erwerbspolitik Kaiser Karls IV. Zugleich ein Beitrag zur politischen Geographie des deutschen Reiches im 14. Jahrhundert (= Historische Studien. Heft 66). Kraus, Vaduz 1965, DNB 780142527 (Nachdruck der 1. Auflage, Berlin 1906).
  • Erwin Herrmann: Karl IV. und Nordostbayern. In: Historischer Verein für Oberpfalz und Regensburg (Hrsg.): Verhandlungen des Historischen Vereins für Oberpfalz und Regensburg. Band 118. Verlag des Historischen Vereins für Oberpfalz und Regensburg, Regensburg 1978, S. 173–187 (Volltexthttp://vorlage_digitalisat.test/1%3Dhttps%3A%2F%2Fwww.heimatforschung-regensburg.de%2F2095%2F1%2F1325666_DTL1395.pdf~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3DVolltext~PUR%3D in Heimatforschung Regensburg [PDF; 2,8 MB; abgerufen am 30. Dezember 2019]).
  • Hans Hubert Hofmann: Karl IV. und die politische Landbrücke von Prag nach Frankfurt am Main. In: Collegium Carolinum (Hrsg.): Zwischen Frankfurt und Prag. Lerche, München 1963, DNB 451344456, S. 51–74 (mit Karte).
  • Richard Klier: Tschechische Dienstmannen auf den Burgen der Luxemburger in Neuböhmen? In: Mitteilungen der Altnürnberger Landschaft. Jahrgang 12. Frankenverlag Spindler, Nürnberg 1963, S. 1–14.
  • Waldemar Nowey: 700 Jahre Kaiser Karl IV. „Neuböhmen“ und „Goldene Straße“ in der grenzüberschreitenden Bildungsregion „Euregio Egrensis“. Gruppenleiter Bildungsforschung im Arbeitskreis Egerländer Kulturschaffender e. V., Mering bei Augsburg 2017, DNB 1136298630.
  • Rainhard Riepertinger u. a. (Hrsg.): Bayern-Böhmen. 1500 Jahre Nachbarschaft (= Veröffentlichungen zur Bayerischen Geschichte und Kultur. Band 54). Theiss Verlag, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-8062-2098-8 (deutsche und tschechische Texte).
  • Hedwig Sanmann-von Bülow: Die Inkorporationen Karls IV. Ein Beitrag zur Geschichte des Staatseinheitsgedankens im späteren Mittelalter. Elwert’sche Verlagsbuchhandlung, Marburg 1942, DNB 57114439X (grundlegendes Werk zum Thema).
  • Wilhelm Schneider: Neuböhmen. Die Anfänge eines modernen Staates in einem mittelalterlichen Territorium. Dissertation Universität Erlangen 15. November 1949. ohne Ortsangabe 1949, DNB 480190380.
  • Fritz Schnelbögl (Hrsg.): Das „Böhmische Salbüchlein“ Kaiser Karls IV. über die nördliche Oberpfalz 1366/68 (= Vorstand des Collegium Carolinum (Hrsg.): Veröffentlichungen des Collegium Carolinum. Band 27). R. Oldenbourg Verlag, München / Wien 1973, ISBN 3-486-47621-1 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A00044498~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D in Münchener Digitalisierungszentrum [PDF; 37,2 MB; abgerufen am 27. November 2019]).
  • Paul Schöffel: Die fränkische Erwerbspolitik Karls IV. In: Fränkische Monatshefte. Band 10. Spindler, Nürnberg 1931.
  • Heribert Sturm: Des Kaisers Land in Bayern. In: Ferdinand Seibt (Hrsg.): Kaiser Karl IV. Staatsmann und Mäzen. 2. Auflage, Prestel-Verlag, München 1978, ISBN 3-7913-0435-6, S. 208–212, 457.
  • Karl Wild: Baiern und Böhmen. Beitrag zur Geschichte ihrer Beziehungen in der Zeit Kaiser Karls IV. Dissertation Ludwig-Maximilians-Universität München 1939. Habbel, Regensburg 1939, DNB 361339798 (Teildruck als Baiern und Böhmen. Beiträge zu Geschichte ihrer Beziehungen im Mittelalter. In: Historischer Verein von Oberpfalz und Regensburg (Hrsg.): Verhandlungen des Historischen Vereins von Oberpfalz und Regensburg. 88. Band. Verlag des Historischen Vereins von Oberpfalz und Regensburg, Regensburg 1938, S. 3–166).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Der Eigenname Oberpfalz oder Obere Pfalz bürgerte sich erst ab dem 16. Jahrhundert ein. Zuvor hieß sie der Pfalz Land zu Baiern oder der kurfürstlichen Pfalz hieoben zu Baiern gemeine Landschaft (vergleiche dazu: Heribert Sturm: Des Kaisers Land in Bayern. 1978, S. 209).
  2. für 6.000 Mark [an Silber?]: nordwestlich von Sulzbach der Burgbezirk Neidstein, im Veldener Raum das Gebiet um Auerbach und Plech (Eisenbergbaurevier) sowie Burg Hartenstein (vergleiche dazu: Heribert Sturm: Des Kaisers Land in Bayern. 1978, S. 208)
  3. am 17. Juli 1353 für 12.000 Schock an Böhmischen Groschen: Burgen Hirschau, Murach, Neustadt, Störnstein, Treswitz und Waldeck, jeweils samt Zubehör (vergleiche dazu: Fritz Schnelbögl: Das „Böhmische Salbüchlein“ Kaiser Karls IV. über die nördliche Oberpfalz 1366/68. 1973, S. 20)
  4. am 29. Oktober 1353 für um 12.000 Mark Silber: Burgen Hirschau, Lichtenstein, Neustadt und Störnstein; für um 20.000 Mark Silber: Burgen und Städte/Marktgemeinden Auerbach, Eschenbach, Frankenberg, Hartenstein, Hersbruck, Hiltpoltstein, Hohenstein, Lauf, Lichtenegg, Neidstein, Pegnitz, Plech, Rosenberg, Sulzbach, Thurndorf und Velden, Karl IV. verzichtete auf Burgen Murach, Treswitz und Waldeck; außerdem Kauf von: Burg Hohenstein, Städten Auerbach und Hersbruck, Erwerb erst 1361 abgeschlossen (vergleiche dazu: Fritz Schnelbögl: Das „Böhmische Salbüchlein“ Kaiser Karls IV. über die nördliche Oberpfalz 1366/68. 1973, S. 20–21)
  5. a b Die Einbindung des zuvor böhmischen Amts Tachau nach Neuböhmen sollte dessen Anbindung an das Königreich Böhmen fördern (vergleiche dazu: Fritz Schnelbögl: Das „Böhmische Salbüchlein“ Kaiser Karls IV. über die nördliche Oberpfalz 1366/68. 1973, S. 35).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i j k l Fritz Schnelbögl: Das „Böhmische Salbüchlein“ Kaiser Karls IV. über die nördliche Oberpfalz 1366/68. R. Oldenbourg, München 1973, ISBN 3-486-47621-1, Einführung. 2. Geschichtliche Erläuterungen. Wirtschaftliche und kulturelle Ergebnisse, S. 38–46.
  2. a b c d e f g h i j k l m Fritz Schnelbögl: Das „Böhmische Salbüchlein“ Kaiser Karls IV. über die nördliche Oberpfalz 1366/68. R. Oldenbourg, München 1973, ISBN 3-486-47621-1, Einführung. 2. Geschichtliche Erläuterungen. Die Verwaltung des Landes, S. 28–35.
  3. a b c d Heribert Sturm: Des Kaisers Land in Bayern. In: Kaiser Karl IV. Prestel, München 1978, ISBN 3-7913-0435-6, S. 210.
  4. Atelier Karl Peschke (Anfertigung), Jožo Džambo (Vorarbeit): Karten und Stammbaum. In: Kaiser Karl IV. Prestel, München 1978, ISBN 3-7913-0435-6, Karls Fränkisches Machtzentrum, S. 431.
  5. a b c d Heribert Sturm: Des Kaisers Land in Bayern. In: Kaiser Karl IV. Prestel, München 1978, ISBN 3-7913-0435-6, S. 209.
  6. a b c d e f g h i j k Fritz Schnelbögl: Das „Böhmische Salbüchlein“ Kaiser Karls IV. über die nördliche Oberpfalz 1366/68. R. Oldenbourg, München 1973, ISBN 3-486-47621-1, Einführung. 2. Geschichtliche Erläuterungen. Die Erwerbung der Gebiete westlich des Böhmerwald, S. 20–28.
  7. Fritz Schnelbögl: Das „Böhmische Salbüchlein“ Kaiser Karls IV. über die nördliche Oberpfalz 1366/68. R. Oldenbourg, München 1973, ISBN 3-486-47621-1, Einführung, S. 9–54, mit Anführungszeichen: S. 9, 28, 35, 38; ohne Anführungszeichen: 29, 30, 31, 32, 33, 34, 37.
  8. Heribert Sturm: Des Kaisers Land in Bayern. In: Kaiser Karl IV. Prestel, München 1978, ISBN 3-7913-0435-6, S. 208–212.
  9. a b c Jörg K. Hoensch: Die Luxemburger. Eine spätmittelalterliche Dynastie gesamteuropäischer Bedeutung. 1308–1437 (= Kohlhammer-Urban-Taschenbücher. Band 407). Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart 2000, ISBN 3-17-015159-2, 4) Kaiser Karl IV. (1346–1378): Im Zenit der Macht. b) Karl IV. als König von Böhmen, S. 118–132, hier S. 129–130.
  10. Haus der Bayerischen Geschichte (Hrsg.): „Neuböhmen“, 2. Hälfte 14. Jahrhundert. In: Haus der Bayerischen Geschichte (abgerufen am 30. Dezember 2019).
  11. Erwin Herrmann: Karl IV. und Nordostbayern. In: Verhandlungen des Historischen Vereins für Oberpfalz und Regensburg. Band 118. Verlag des Historischen Vereins für Oberpfalz und Regensburg, Regensburg 1978, S. 176–177.
  12. a b c Erwin Herrmann: Karl IV. und Nordostbayern. In: Verhandlungen des Historischen Vereins für Oberpfalz und Regensburg. Band 118. Verlag des Historischen Vereins für Oberpfalz und Regensburg, Regensburg 1978, S. 182–183.
  13. a b c d e Erwin Herrmann: Karl IV. und Nordostbayern. In: Verhandlungen des Historischen Vereins für Oberpfalz und Regensburg. Band 118. Verlag des Historischen Vereins für Oberpfalz und Regensburg, Regensburg 1978, S. 185–186.
  14. a b Fritz Schnelbögl: Das „Böhmische Salbüchlein“ Kaiser Karls IV. über die nördliche Oberpfalz 1366/68. R. Oldenbourg, München 1973, ISBN 3-486-47621-1, Sachregister, S. 175–181.
  15. Fritz Schnelbögl: Das „Böhmische Salbüchlein“ Kaiser Karls IV. über die nördliche Oberpfalz 1366/68. R. Oldenbourg, München, ISBN 3486476211, Text, S. 55–149, Kretscham: 5 : IX. Neidstein, S. 60; 40 : XLVIIII. Pernawe, S. 79.
  16. Erwin Herrmann: Karl IV. und Nordostbayern. In: Verhandlungen des Historischen Vereins für Oberpfalz und Regensburg. Band 118. Verlag des Historischen Vereins für Oberpfalz und Regensburg, Regensburg 1978, Fußnote 66, S. 180–181.
  17. Fritz Schnelbögl: Das „Böhmische Salbüchlein“ Kaiser Karls IV. über die nördliche Oberpfalz 1366/68. R. Oldenbourg, München, ISBN 3486476211, Text. 97 : CVI. Pfarrer zum Rotemberg, S. 115–116.
  18. a b c Fritz Schnelbögl: Das „Böhmische Salbüchlein“ Kaiser Karls IV. über die nördliche Oberpfalz 1366/68. R. Oldenbourg, München 1973, ISBN 3-486-47621-1, Einführung. 3. Bemerkungen. Zu den Natural- und Geldabgaben, S. 46–51.
  19. Ludwig Schmugge: Kurie und Kirche in der Politik Karls IV. In: Kaiser Karl IV. Staatsmann und Mäzen. Prestel, München 1978, ISBN 3-7913-0435-6, S. 63–73, hier S. 75.
  20. Jörg K. Hoensch: Die Luxemburger. Eine spätmittelalterliche Dynastie gesamteuropäischer Bedeutung. 1308–1437 (= Kohlhammer-Urban-Taschenbücher. Band 407). Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart 2000, ISBN 3-17-015159-2, 3) König Johann (der Blinde) von Böhmen (1310 – 1346): Verlagerung der Hausmacht in das östliche Mitteleuropa. a) „König Fremdling“ als Herrscher von Böhmen, S. 51–62, hier S. 52–53.
  21. a b Lenka Bobková: Die Länder der Böhmischen Krone zu Zeiten Karls IV. In: Karl IV. – Ein Kaiser in Brandenburg. Verlag für Berlin-Brandenburg, Berlin 2016, ISBN 978-3-945256-62-6, S. 22.
  22. Gerhard Köbler: Historisches Lexikon der deutschen Länder. Die deutschen Territorien vom Mittelalter bis zur Gegenwart. 8. unveränderte Auflage, C. H. Beck, München 2019, ISBN 978-3-406-74167-8, Egerland (Reichsland), S. 156.
  23. a b Heribert Sturm: Des Kaisers Land in Bayern. In: Kaiser Karl IV. Staatsmann und Mäzen. Prestel, München 1978, ISBN 3-7913-0435-6, S. 208.
  24. Jörg K. Hoensch: Die Luxemburger. Eine spätmittelalterliche Dynastie gesamteuropäischer Bedeutung. 1308–1437 (= Kohlhammer-Urban-Taschenbücher. Band 407). Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart 2000, ISBN 3-17-015159-2, 3) König Johann (der Blinde) von Böhmen (1310–1346): Verlagerung der Hausmacht in das östliche Mitteleuropa. e) Der Endkampf gegen Ludwig den Bayern um die Römische Krone, S. 93–104, hier S. 101–102.
  25. a b c d Lenka Bobková: Die Länder der Böhmischen Krone zu Zeiten Karls IV. In: Karl IV. – Ein Kaiser in Brandenburg. Verlag für Berlin-Brandenburg, Berlin 2016, ISBN 978-3-945256-62-6, S. 23–25.
  26. a b c Heribert Sturm: Des Kaisers Land in Bayern. In: Kaiser Karl IV. Prestel, München 1978, ISBN 3-7913-0435-6, S. 209–210.
  27. a b c d e Lenka Bobková: Die Länder der Böhmischen Krone zu Zeiten Karls IV. In: Karl IV. – Ein Kaiser in Brandenburg. Verlag für Berlin-Brandenburg, Berlin 2016, ISBN 978-3-945256-62-6, S. 25.
  28. a b c d e Heribert Sturm: Des Kaisers Land in Bayern. In: Kaiser Karl IV. Prestel, München 1978, ISBN 3-7913-0435-6, S. 208–209.
  29. Fritz Schnelbögl: Das „Böhmische Salbüchlein“ Kaiser Karls IV. über die nördliche Oberpfalz 1366/68. R. Oldenbourg, München 1973, ISBN 3-486-47621-1, Einführung, 1. Das „Böhmische Salbüchlein“. Datierung der Handschrift. Fußnote 18, S. 16.
  30. a b c d Ulrike Hohensee: Zur Erwerbung der Lausitz und Brandenburgs durch Kaiser Karl IV. In: Michael Lindner, Eckhard Müller-Mertens, Olaf B. Rader (Hrsg.), Mathias Lawo (Mitarbeit): Kaiser, Reich und Region. Studien und Texte aus der Arbeit an den Constitutiones des 14. Jahrhunderts und zur Geschichte der Monumenta Germaniae Historica (= Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften: [Hrsg.]: Berichte und Abhandlungen. Sonderband 2). Akademie Verlag, Berlin 1997, ISBN 3-05-003179-4, S. 213–244.
  31. a b c d e f g Fritz Schnelbögl: Das „Böhmische Salbüchlein“ Kaiser Karls IV. über die nördliche Oberpfalz 1366/68. R. Oldenbourg, München 1973, ISBN 3-486-47621-1, Einführung. 2. Geschichtliche Erläuterungen. Der Verzicht Karls IV. auf das südliche „Neuböhmen“ 1373, S. 35–38.
  32. Lenka Bobková: Die Länder der Böhmischen Krone zu Zeiten Karls IV. In: Karl IV. – Ein Kaiser in Brandenburg. Verlag für Berlin-Brandenburg, Berlin 2016, ISBN 978-3-945256-62-6, S. 26.
  33. a b c d e f g h i Heribert Sturm: Des Kaisers Land in Bayern. In: Kaiser Karl IV. Prestel, München 1978, ISBN 3-7913-0435-6, S. 211.
  34. Erwin Herrmann: Karl IV. und Nordostbayern. In: Verhandlungen des Historischen Vereins für Oberpfalz und Regensburg. Band 118. Verlag des Historischen Vereins für Oberpfalz und Regensburg, Regensburg 1978, S. 183–184.
  35. a b c Heribert Sturm: Des Kaisers Land in Bayern. In: Kaiser Karl IV. Prestel, München 1978, ISBN 3-7913-0435-6, S. 212.
  36. Wolfgang von Stromer: Der kaiserliche Kaufmann – Wirtschaftspolitik unter Karl IV. In: Kaiser Karl IV. Staatsmann und Mäzen. Prestel, München 1978, ISBN 3-7913-0435-6, S. 63–73, hier S. 63.
  37. Fritz Schnelbögl: Das „Böhmische Salbüchlein“ Kaiser Karls IV. über die nördliche Oberpfalz 1366/68. R. Oldenbourg, München 1973, ISBN 3-486-47621-1, Einführung, 1. Das „Böhmische Salbüchlein“. Zweck und Bedeutung der Quelle, S. 9–10, hier S. 9.
  38. a b c d Fritz Schnelbögl: Das „Böhmische Salbüchlein“ Kaiser Karls IV. über die nördliche Oberpfalz 1366/68. R. Oldenbourg, München 1973, ISBN 3-486-47621-1, Einführung. 3. Bemerkungen. Zum Münzwesen, S. 53–54.
  39. Fritz Schnelbögl: Das „Böhmische Salbüchlein“ Kaiser Karls IV. über die nördliche Oberpfalz 1366/68. R. Oldenbourg, München 1973, ISBN 3-486-47621-1, Einführung. 2. Geschichtliche Erläuterungen. Wirtschaftliche und kulturelle Ergebnisse, S. 38–46, hier S. 43.
  40. Heribert Sturm: Des Kaisers Land in Bayern. In: Kaiser Karl IV. Prestel, München 1978, ISBN 3-7913-0435-6, S. 210–211.
  41. Fritz Schnelbögl: Das „Böhmische Salbüchlein“ Kaiser Karls IV. über die nördliche Oberpfalz 1366/68. R. Oldenbourg, München 1973, ISBN 3-486-47621-1, Einführung, 1. Das „Böhmische Salbüchlein“. Beschreibung der Handschrift, ihre Schicksale, S. 10–15.
  42. Erwin Herrmann: Karl IV. und Nordostbayern. In: Verhandlungen des Historischen Vereins für Oberpfalz und Regensburg. Band 118. Verlag des Historischen Vereins für Oberpfalz und Regensburg, Regensburg 1978, S. 181–182.
  43. Karl Wild: Baiern und Böhmen. In: Verhandlungen des Historischen Vereins von Oberpfalz und Regensburg. 88. Band. Verlag des Historischen Vereins von Oberpfalz und Regensburg, Regensburg 1938, 6. Der plötzliche Abbau Neuböhmens, S. 138–143, hier S. 138.
  44. a b c d Fritz Schnelbögl: Das „Böhmische Salbüchlein“ Kaiser Karls IV. über die nördliche Oberpfalz 1366/68. R. Oldenbourg, München, ISBN 3486476211, Karls IV. „Land in Baiern“ nach dem „Böhmischen Salbüchlein“ von 1366/68, Karte.
  45. Erwin Herrmann: Karl IV. und Nordostbayern. In: Verhandlungen des Historischen Vereins für Oberpfalz und Regensburg. Band 118. Verlag des Historischen Vereins für Oberpfalz und Regensburg, Regensburg 1978, S. 179–180.
  46. Oliver Plessow: Die Stadt im Mittelalter. Philipp Reclam jun., Stuttgart 2013, ISBN 978-3-15-017074-8, 3. Stadt und Wirtschaft, S. 104–112.
  47. Wolfgang von Stromer: Der kaiserliche Kaufmann – Wirtschaftspolitik unter Karl IV. In: Kaiser Karl IV. Staatsmann und Mäzen. Prestel, München 1978, ISBN 3-7913-0435-6, S. 63–73, hier S. 64.
  48. Wolfgang von Stromer: Der kaiserliche Kaufmann – Wirtschaftspolitik unter Karl IV. In: Kaiser Karl IV. Staatsmann und Mäzen. Prestel, München 1978, ISBN 3-7913-0435-6, S. 63–73, hier S. 65.
  49. Frank Michael Ress: Geschichte und wirtschaftliche Bedeutung der oberpfälzischen Eisenindustrie von den Anfängen bis zur Zeit des 30-jährigen Krieges. In: Historischer Verein von Oberpfalz und Regensburg (Hrsg.): Verhandlungen des Historischen Vereins für Oberpfalz und Regensburg. 91. Band. Verlag des Historischen Vereins von Oberpfalz und Regensburg, Regensburg 1950, Einleitung, S. 9–10 (Digitalisat in Historischer Verein für Oberpfalz und Regensburg [PDF; 45,4 MB; abgerufen am 4. Februar 2020]).
  50. a b Erwin Herrmann: Karl IV. und Nordostbayern. In: Verhandlungen des Historischen Vereins für Oberpfalz und Regensburg. Band 118. Verlag des Historischen Vereins für Oberpfalz und Regensburg, Regensburg 1978, S. 180–181.
  51. a b c d Erwin Herrmann: Karl IV. und Nordostbayern. In: Verhandlungen des Historischen Vereins für Oberpfalz und Regensburg. Band 118. Verlag des Historischen Vereins für Oberpfalz und Regensburg, Regensburg 1978, S. 186–187.
  52. a b Erwin Herrmann: Karl IV. und Nordostbayern. In: Verhandlungen des Historischen Vereins für Oberpfalz und Regensburg. Band 118. Verlag des Historischen Vereins für Oberpfalz und Regensburg, Regensburg 1978, S. 173–175.