Neue Burg (Hamburg)

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Neue Burg
Entstehungszeit: 1024 bis 1025
Burgentyp: Niederungsburg, Ortslage
Ort: Hamburg
Geographische Lage 53° 32′ 51,2″ N, 9° 59′ 28,6″ OKoordinaten: 53° 32′ 51,2″ N, 9° 59′ 28,6″ O
Neue Burg (Hamburg) (Hamburg)
Neue Burg (Hamburg)

Die Neue Burg war eine mittelalterliche Niederungsburg in der Hamburger Altstadt.

Lage und Bauweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Burg befand sich zwischen Alster und Elbe in der damaligen Alsterschleife, dem heutigen Nikolaifleet nahe der Elbe. Sie war als Wallburg errichtet. Der Wall hatte einen Sohlendurchmesser von etwa 17 Metern und eine Höhe von 5,5 bis 6 Metern. Er war aus Holzbohlen und Heideplaggen errichtet. Die umwallte Fläche hatte eine Innendurchmesser von etwa 50 Metern. Während die Wallkonstruktion bei archäologischen Grabungen 1953 untersucht werden konnte, war das Innere des Walls wegen neuerer Überbauung nicht zugänglich. Dort muss sich eine Turmburg befunden haben. Bei den Grabungen wurden auch Gegenstände des täglichen Gebrauchs gefunden. Der Wall der Burg diente gleichzeitig dem Schutz vor Hochwasser der Alster und Elbe. Unmittelbar an der Burg befand sich auch eine Anlegestelle. Bei Ausgrabungen 2014 und 2015 kam man zu neuen Erkenntnissen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis 2015 ging man davon aus, dass die Burg, laut schriftlicher Überlieferung, 1061 von dem Billungerherzog Ordulf errichtet wurde. Sie stellte das gräfliche Gegenstück zum Bischofsturm dar. Ferner ging man davon aus, dass die Billunger eine weitere Burg, die Alsterburg in Hamburg besaßen. Als Burgherren folgten die Grafen von Hammaburg, Heinrich und sein Sohn Gottfried. 1066 und 1071 wurde Hamburg von slawischen Truppen angegriffen. 1111 wurde die Burg Eigentum der Schauenburger.

Durch Ausgraben 2014 und 2015 am Hopfenmarkt stellte sich 2015 mit Hilfe der Dendrochronologie heraus, dass die Eichen für den Wall der Burg im Winter 1023 auf 1024 gefällt wurden, sodass die Burg 1024 bis 1025 gebaut worden sein muss, und nicht Ordulf die Burg erbauen ließ, sondern sein Vater Bernhard II. Hinzu kommt, dass dadurch die in Erzählungen auftauchende Alsterburg, die nie ergraben wurde, nie belegt wurde, die Neue Burg sein muss.[1]

Über das Ende der Burg ist nichts bekannt. Bereits früher hatten sich Kaufleute dort niedergelassen. 1188 gründete Adolf III. auf diesem Platz die damalige Neustadt. Zu diesem Zeitpunkt war die Burg nicht mehr in Funktion. 1195 wurde anstelle der Burg die erste Nikolaikirche errichtet. Der Name Neue Burg blieb nur als Flurbezeichnung der dort liegenden Grundstücke erhalten. Heute trägt eine Straße den Namen Neue Burg.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rainer-Maria Weiss, Anne Klammt (Hrsg.): Mythos Hammaburg - Archäologische Entdeckungen zu den Anfängen Hamburgs (= Veröffentlichungen des Helms-Museums, Archäologisches Museum Hamburg, Stadtmuseum Harburg Nr. 107). Archäologisches Museum Hamburg, Hamburg 2014, ISBN 978-3-931429-27-0.
  • Ralf Busch: Die Kunst des Mittelalters in Hamburg - Die Burgen (= Veröffentlichungen des Helms-Museums, Hamburger Museum für Archäologie und die Geschichte Harburgs Nr. 85). Dölling & Galitz, Hamburg 1999, S. 23–26.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Video Die "Neue Burg" unter dem Hopfenmarkt ist älter als gedacht, Hamburg1, 11. Februar 2015