Neue Johanneskirche (Mußbach)

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49.368268.171263Koordinaten: 49° 22′ 6″ N, 8° 10′ 17″ O

St.-Johannes-Kirche

Neustadt-Mußbach Neue Johanneskirche 20130604.jpg

Konfession: römisch-katholisch
Patronat: Johannes der Täufer
Weihedatum: 9. August 1959
Rang: Pfarrkirche
Dekan: Michael Janson
Pfarrgemeinde: Katholische Pfarrgemeinde
St. Johannes Mußbach

Die neue St.-Johannes-Kirche im ehemaligen Winzerdorf Mußbach, das 1969 als Ortsteil nach Neustadt an der Weinstraße (Rheinland-Pfalz) eingemeindet wurde, ist ein aus der Mitte des 20. Jahrhunderts stammendes Kirchengebäude der Katholiken.

Geographische Lage[Bearbeiten]

Die neue Johanneskirche liegt auf 143 m ü. NHN im südöstlichen Bereich des historischen Herrenhofs; ein Zugang erfolgt von Norden (Herrenhofgasse), einer von Süden (Landesstraße 516, An der Bleiche). Der Herrenhof gehörte seit dem 13. Jahrhundert dem Johanniterorden, der später in Malteserorden umbenannt wurde. Im Nordwesten des Geländes steht die alte Johanneskirche. Nördlich der neuen Kirche fließt der dort kanalisierte Mußbach vorbei.

Geschichte[Bearbeiten]

Die im Hochmittelalter erbaute alte Johanneskirche war nach der Reformation wie viele andere Gotteshäuser mit einer Trennwand zwischen Chor und Schiff versehen worden, um Katholiken und Protestanten als Simultaneum zu dienen. Insbesondere an dem durch die Katholiken genutzten Chor traten im Laufe der Zeit erhebliche Mängel und Schäden auf, so dass nach dem Zweiten Weltkrieg ein Ersatzgebäude in der Nähe geplant wurde.

In den späten 1950er Jahren wurde unter Pfarrer Jakob Blum, der von 1949 bis 1961 amtierte, die neue Kirche als Rundbau aus Beton errichtet. Die Grundsteinlegung fand im Juni 1957 statt. Wie schon die alte Kirche wurde auch die neue Johannes dem Täufer gewidmet, dem Patron des einstigen Johanniterordens. Die Weihe vollzog der Speyerer Bischof Isidor Markus Emanuel am 9. August 1959.[1] Am 21. November 1958 war mit Hilfe eines Hubschraubers der US-amerikanischen Luftwaffe eine große Lichtkuppel aus Acrylglas auf den höchsten Punkt des halbkugelförmigen Kupferdaches aufgesetzt worden, um in dessen Mitte als Rundfenster zu dienen.[1] Nach Art eines italienischen Campanile wurde ohne bauliche Verbindung neben dem Rundbau ein 30 Meter hoher Turm errichtet. Er trug eine mit Kupfer belegte Rundhaube und erhielt ein Geläut aus vier Glocken. Die sogenannte „Unterkirche“ im Souterrain des Gebäudes wurde für Versammlungen und Veranstaltungen eingerichtet; sie ermöglicht auch kleine Gottesdienste.

Seit Dezember 2004 fehlt der neuen Johanneskirche der Turm. Dieser musste, nur 45 Jahre nach Fertigstellung, wegen Baufälligkeit abgebrochen werden, weil der Beton den Schwingungen der Glocken nicht standgehalten hatte und Risse aufgetreten waren. Der Turm soll, wenn die Finanzierung gesichert ist, als Stahlkonstruktion neu erstehen. Die Glocken, zwei aus Eisen und zwei aus Bronze gegossen, wurden bis 2010 auf dem Gelände des Schwesternhauses zwischengelagert, nach dessen Veräußerung direkt neben der Kirche.[2][3][4]

Am 22. April 2015 wurden die beiden 355 und 513 kg schweren Bronzeglocken, deren Materialwert bei 10.000 € liegt, untertags gestohlen. Während ein Architekt und mehrere Arbeiter mit den Vorbereitungen für die im Mai 2015 anstehende Errichtung des Stahlaufbaus beschäftigt waren, fuhren zwei Männer mit einem 4,5-Tonnen-Kleinlaster samt Autokran vor und gaben an, sie hätten die Glocken vorübergehend umzulagern. Zur Ausführung des Diebstahls liehen sie sich sogar bei einem nebenan gelegenen Weinbaubetrieb einen Gabelstapler.[2][3][4] Nach Zeugenhinweisen wurden die entwendeten Glocken am 6. Mai 2015 in der etwa 30 km entfernten südpfälzischen Ortsgemeinde Westheim durch die Polizei sichergestellt. Die Aufhängung der Glocken ist nun für September 2015 geplant.[5]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Katholische Pfarrgemeinde. Die Geschichte der katholischen Pfarrgemeinde in Mußbach St. Johannes. mussbach.de, abgerufen am 12. Mai 2015.
  2. a b  Kathrin Keller (kkr): Kirchenglocken gestohlen. In: Die Rheinpfalz, Südwestdeutsche Zeitung. Nr. 96, Ludwigshafen, 25. April 2015, S. 13.
  3. a b  Wolfgang Kreilinger (wkr): Neustadt: Polizei sucht blauen Lastwagen. In: Die Rheinpfalz, Lokalausgabe Pfälzer Tageblatt. Nr. 100, Ludwigshafen, 30. April 2015, S. 26.
  4. a b  Petra Depper-Koch: Unglaublich gutgläubig. In: Die Rheinpfalz, Südwestdeutsche Zeitung. Nr. 101, Ludwigshafen, 2. Mai 2015, S. 12.
  5.  Kathrin Keller (kkr): Glocken-Diebstahl: Polizei in Westheim fündig geworden. In: Die Rheinpfalz, Südwestdeutsche Zeitung. Nr. 105, Ludwigshafen, 7. Mai 2015, S. 12.