Neue Synagoge (Potsdam)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Hinter Neue Synagoge verbirgt sich in Potsdam der Neubau einer Synagoge in der dortigen Innenstadt für die drei lokalen Jüdischen Glaubensgemeinden. Sie soll dort in der Schloßstraße, gegenüber dem Filmmuseum errichtet werden.

Das Land Brandenburg stellt dafür das Grundstück zur Verfügung, auf dem zwischen 1971 und 2011 ein Bürogebäude der Potsdamer Wasserwirtschaft stand und das seitdem brach liegt.

Für den Bau sind vom Bauverein Neue Synagoge Potsdam e.V. Kosten in Höhe von fünf Millionen Euro veranschlagt. Das Land Brandenburg realisiert das Projekt als Landesbaumaßnahme. Um die zügige Realisierung zu ermöglichen, finanziert das Land die Maßnahme damit vor. Bau und Betrieb der Synagoge sollen letztlich jedoch durch Spenden und Eigenmittel einer Trägerstiftung, deren Gründung derzeit vorbereitet wird, getragen werden. Ein EU-weiter Architektenwettbewerb für die Neue Synagoge und ein sich anschließendes Gemeindezentrum wurde Ende Oktober 2008 gestartet. Über 150 Architekturbüros zeigten Interesse, den Neubau der Synagoge zu entwerfen. Nach einer ersten Auswahl blieben 30 Büros übrig, von denen sich 26 mit konkreten Entwürfen beteiligt haben. Aus diesen 26 Entwürfen wurden durch die Jury drei Preisträger und drei Ankäufe ermittelt. Nach der Empfehlung des Preisgerichts dient der 2009 mit dem 1. Preis ausgezeichnete Entwurf des Berliner Architekturbüros Haberland als Grundlage für eine Bauplanung. Am 1. Oktober 2010 wurde für den überarbeiteten Entwurf die Baugenehmigung erteilt.

Das Gebäude steht vor der Herausforderung, sich in den historisch sensiblen Stadtraum zwischen Neuem und Altem Markt einfügen zu sollen und sollte ursprünglich bis zum 14. April 2012 fertiggestellt sein, dem 20. Jahrestag der Brandenburgischen Verfassung. Allerdings konnte mit dem Bau nie begonnen werden, da die beteiligten Gemeinden dem vorgelegten Bauentwurf nicht zustimmen konnten, so dass die Landesregierung 2011 einen Projektstopp verhängte.

Im November 2018 unterzeichneten die brandenburgische Kultusministerin Martina Münch (SPD) sowie Ud Joffe von der Synagogengemeinde Potsdam und Mikhail Tkach von der Jüdischen Gemeinde Stadt Potsdam eine Vereinbarung über die Errichtung, Trägerschaft und Betreibung des Zentrums.[1] Nach der zwischenzeitlichen Einigung der beteiligten Parteien auf einen Entwurf im April 2020, lässt der Baubeginn seit Frühjahr 2021 aber erneut auf sich warten, was auch den Fertigstellungstermin im Jahre 2023 wieder in Frage stellt.[2]

Geschichte Synagoge Potsdam[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Potsdams Alte Synagoge an der Ostseite des Wilhelmplatzes (heute Platz der Einheit) wurde während des Novemberpogroms 1938 stark beschädigt und im April 1945 bei einem Luftangriff völlig zerstört. Der Abriss der Ruine zugunsten von Wohnbebauung erfolgte 1957.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Volker Oelschlaeger: In fünf Jahren steht die neue Synagoge. In: maz-online.de. Märkische Allgemeine, 7. November 2018, abgerufen am 18. April 2020.
  2. Jan Russezki: Startschuss für Bau einer Synagoge in Potsdam. MAZ, 24. April 2020, abgerufen am 24. April 2020.

Koordinaten: 52° 23′ 44,2″ N, 13° 3′ 29,2″ O