Neue Zürcher Zeitung

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Neue Zürcher Zeitung
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Beschreibung Schweizer Tageszeitung
Verlag Neue Zürcher Zeitung
Erstausgabe 12. Januar 1780
Gründer Salomon Gessner
Erscheinungsweise werktäglich
Verkaufte Auflage 103'794 (Vj. 104'532) Exemplare
(WEMF-Auflagebulletin 2017[1], inkl. «Int. Ausgabe»)
Verbreitete Auflage 113'073 (Vj. 115'510) Exemplare
(WEMF-Auflagebulletin 2017, inkl. «Int. Ausgabe»)
Reichweite 0,239 (Vj. 0,252) Mio. Leser
(WEMF Total Audience 2018-1[2])
Chefredaktor Eric Gujer
Herausgeber Aktiengesellschaft für die Neue Zürcher Zeitung
Weblink www.nzz.ch
ISSN (Print)
CODEN NZZTA

Die Neue Zürcher Zeitung (NZZ), im Zürcher Dialekt Zürizytig genannt, ist eine Schweizer Tageszeitung und ein Medienunternehmen mit Sitz in Zürich. Als traditionsreiche Zeitung ist sie überregional bekannt, wird zu den Leitmedien im deutschsprachigen Raum gezählt und vertritt gemäss ihrem Leitbild eine «freisinnig-demokratische Ausrichtung».[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Titelseite der Erstausgabe vom 12. Januar 1780
Namensaktie über 1000 Franken der AG für die Neue Zürcher Zeitung vom 16. März 1906

Salomon Gessner gab das Blatt erstmals am 12. Januar 1780 unter dem Namen Zürcher Zeitung heraus. Sie ist damit die älteste heute noch erscheinende Zeitung der Schweiz. Seit 1821 trägt sie den Namen Neue Zürcher Zeitung. 1868 wurde eine Aktiengesellschaft gegründet, die die NZZ bis heute herausgibt. Keiner der 1400 Aktionäre besitzt mehr als 1 Prozent am Aktienkapital.[4]

Die weltanschaulich kritischste Phase erlebte die Zeitung, als sie bei den Zürcher Gemeinderatswahlen 1933 eine Listenverbindung der Frontisten mit den bürgerlichen Parteien guthiess. Der Historiker Thomas Maissen spricht von einer «ambivalenten Haltung gegenüber der lokalen Frontenbewegung», die die NZZ, ebenso wie der Zürcher Freisinn, einnahm.[5] Mit der Wahl Willy Bretschers zum Chefredaktor im Herbst 1933 schlug die Zeitung jedoch einen klar antifaschistischen Kurs ein. Am 18. Juli 1934 wurde als Reaktion auf die Berichterstattung zum Röhm-Putsch der Vertrieb der Zeitung im Deutschen Reich verboten.[6]

Unter Chefredaktor Markus Spillmann vollzog die Zeitung ab 2006[7] ein Redesign und reorganisierte das Online-Angebot. Im Juni 2012 wurden die Online-Redaktion sowie die Print-Redaktion zusammengeschlossen und die Website unter dem Label «Neue Zürcher Zeitung» (nicht mehr wie bisher «NZZ Online») neu lanciert. Nachrichten, die von der Print-Redaktion geschrieben werden, finden sich seither unmittelbar nach der Fertigstellung auf der Website. Gleichzeitig wurde eine Paywall eingeführt, worauf die Seitenaufrufe zurückgingen.[8]

Im Dezember 2014 gab Spillmann die publizistische Leitung wegen Meinungsverschiedenheiten mit dem Verwaltungsrat ab.[9] Er musste als erster NZZ-Chefredaktor der jüngeren Geschichte unfreiwillig von seinem Posten zurücktreten.[10] Sein Nachfolger wurde Eric Gujer, der seit 1986 für die NZZ tätig ist.

Im Dezember 2016 verlieh die Reinhold-Maier-Stiftung der NZZ die renommierte Reinhold-Maier-Medaille, die Chefredaktor Eric Gujer stellvertretend entgegennahm. Die Stiftung ehrte die Zeitung damit für ihr unermüdliches Eintreten für den Liberalismus und die Autonomie des Einzelnen, für freiheitliche Bürgerrechte und den Meinungspluralismus.[11]

Aufmachung, Erscheinungsweise und Auflage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zentrale der NZZ-Gruppe an der Falkenstrasse 11 in Zürich

Die NZZ erscheint im üblichen Schweizer Zeitungsformat, das in Deutschland gelegentlich auch als «Format NZZ» bezeichnet wird. Die NZZ selbst hat diese Bezeichnung aufgenommen und bestreitet ein wöchentliches Fernseh-Magazin unter dem Titel NZZ Format. Der gedruckten NZZ ist jeweils in der ersten Montag-Ausgabe jedes Monats das Magazin NZZ Folio beigelegt, das sich zur Hauptsache einem Schwerpunkt-Thema widmet. Wie bei allen führenden Schweizer Tageszeitungen werden auch bei der NZZ die Beilagen von bedeutend mehr Personen gelesen als das Blatt selbst. So stehen den 274'000 Lesern der NZZ 375'000 Folio-Leser gegenüber (WEMF MACH Basic 2015-II)[12].

Seit der Layout-Revision von 2009 gliederte sich die NZZ nur noch in drei Bünde. Am 21. August 2015 erschien die NZZ in einem wiederum in Zusammenarbeit mit Meiré und Meiré entwickelten neuen Layout. Die Zeitung gliedert sich seither wieder in vier Bünde mit einem fünften am Freitag. Der Inlandteil befindet sich damit neu am Beginn eines Bundes (des zweiten). Der Sport ist statt am Ende des zweiten Bundes (Wirtschaft) am Ende des vierten (Feuilleton) zu finden. Der zusätzliche fünfte Bund am Freitag (Wochenende) enthält einen Schwerpunkt als Auftakt, dazu die Spezialressorts «Forschung und Technik», «Reisen» und «Mobil/Digital» sowie grosse Reportagen, Porträts und Gesellschaftsthemen.

Bis zum 6. Dezember 1869 erschien die NZZ einmal, danach zweimal, vom 3. Januar 1894 an dreimal täglich. Am 29. September 1969 kehrte man wieder zu zwei Ausgaben zurück. Seit dem 30. September 1974 erscheint nur noch eine Tagesausgabe. Als ergänzenden Beinamen erhielt die NZZ auch die Bezeichnung «Schweizerisches Handelsblatt».

Die NZZ setzt die neue Rechtschreibung nicht vollständig um. So wird etwa placieren anstelle von platzieren oder Greuel anstelle von Gräuel verwendet. Einen Leitfaden dazu bietet das von «NZZ Libro» verlegte NZZ-Vademecum.

Im Jahre 2005 digitalisierte die NZZ alle bisherigen Ausgaben seit 1780, insgesamt ca. zwei Millionen Seiten, was Dateien im Umfang von 70 Terabyte erzeugte.[13] Das Archiv ist online zugänglich.[14]

Zwischen 1893 und 2016 führte die Zeitung eine Problemschach-Rubrik. Nach eigenen Angaben war dies die älteste Schachspalte der Welt.[15]

Die NZZ hat eine WEMF-beglaubigte Gesamtauflage von 103'794 (Vj. 104'532) verkauften bzw. 133'073 (Vj. 115'510) verbreiteten Exemplaren pro Tag; davon «Internationale Ausgabe» 7'812 (Vj. 7'505) verkaufte bzw. 8'767 (Vj. 8'620) verbreitete Exemplare pro Tag[1] und eine Reichweite von 239'000 (Vorjahr 252'000) Lesern.[2] Ihre internationale Ausgabe «NZZ International» ist ein zumeist etwa 40 Seiten umfassendes, werktäglich erscheinendes Zeitungsformat. Die Ausgabe ist speziell für Leser aus dem deutschsprachigen Ausland konzipiert, weshalb sie sich durch einen verminderten Anteil an Schweizer Meldungen auszeichnet und einen dementsprechend stärkeren Fokus auf internationale Politik.

Ausrichtung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die NZZ geniesst einen Ruf als Qualitätszeitung.[16] Dazu trägt neben dem Wirtschaftsteil vor allem die fundierte Auslandsberichterstattung bei, die auf ein dichtes Korrespondentennetz zurückgreift.[17] Der ehemalige deutsche Bundeskanzler Helmut Schmidt meinte einmal, dass er doch lieber gleich die NZZ lese als die Berichte seines Auslandsgeheimdienstes BND.[18]

Politisch steht die NZZ der FDP Schweiz nahe; sie vertritt eine liberal-bürgerliche Haltung. Um Aktionär der NZZ zu werden, muss eine Person Mitglied der FDP sein oder aber sich zur freisinnig-demokratischen Grundhaltung bekennen, ohne Mitglied einer anderen Partei zu sein.[19] Der in vielen Belangen konservative Stil der Zeitung hat ihr in Journalistenkreisen auch den Spitznamen «Alte Tante»[20] eingetragen.

Seit der Ernennung von Eric Gujer als Chefredaktor im März 2015 und von René Scheu 2016 als Feuilletonchef zeichnet sich nach Ansicht mancher Beobachter nach Abgängen mehrerer Redaktoren eine Verschiebung der NZZ nach rechts ab.[21] In einem Brief an die NZZ von rund 70 Intellektuellen (darunter Jan-Werner Müller, Jan Assmann, Caspar Hirschi und Sibylle Lewitscharoff) wurden die Entlassungen kritisiert und die Entwicklungen von einigen als «politische Öffnung am rechten Rand des Liberalismus oder hin zu einem bemüht unkonventionellen Libertarismus» gedeutet.[22]

Impressum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weitere Produkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schriftzug der NZZ am Sonntag

Der Name NZZ wird neben der Zeitung selbst auch für viele andere Produkte verwendet. Die wichtigsten:

  • NZZ am Sonntag, Sonntagsausgabe
  • NZZ Folio, Monatsmagazin
  • NZZ Fokus, Schwerpunktdossier
  • NZZ Campus, Magazin für Studierende
  • NZZ Geschichte, historisches Magazin
  • Z – Die schönen Seiten, Lifestyle-Magazin im Spezialformat
  • NZZ Format, Fernsehsendung
  • NZZ Libro, Buchverlag Neue Zürcher Zeitung
  • NZZexecutive.ch, Stellenportal der NZZ für Kader und Fachspezialisten
  • NZZdomizil.ch, Immobilienplattform
  • NZZ-Vademecum, sprachlich-technischer Leitfaden der NZZ

Beteiligungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

NZZ-Mediengruppe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während die NZZ-Gruppe mit der Übernahme der Neuen Luzerner Zeitung (seit 2016: Luzerner Zeitung, siehe unten) in der Innerschweiz den Kampf mit dem anderen grossen Zürcher Verlag Tamedia um die publizistische Vorherrschaft in den Deutschschweizer Regionen gewann[29], gelang diesem das gleiche in Bern mit der Übernahme der Espace Medien (Berner Zeitung, Der Bund)[30] und im Kanton Zürich, wo sie von der NZZ-Gruppe deren Beteiligungen an den Zürcher Landzeitungen (Zürichsee-Zeitung, Zürcher Oberländer, Zürcher Unterländer) übernahm (Tamedia besitzt ausserdem eine 20-%-Beteiligung am Winterthurer Landboten). Im Gegenzug trat Tamedia die Thurgauer Zeitung an die NZZ-Gruppe ab, was deren Vorherrschaft in der Ostschweiz etablierte, wo sie bereits das St. Galler Tagblatt besitzt.[31] (Von den beiden Verlagen unabhängig in der Deutschschweiz sind die Basler Zeitung sowie die Gruppen der Aargauer Zeitung und der Südostschweiz.) Seit Herbst 2014 gehört die «FPH Freie Presse Holding» zu 100 % zur NZZ-Mediengruppe. Die FPH besitzt 91 % der «LZ Medien Holding», 9 % gehören diversen weiteren Aktionären.

Folgende weitere Zeitungen und Zeitschriften, die nicht unter dem Namen NZZ laufen, gehören zur NZZ-Mediengruppe:

  • St. Galler Tagblatt, Tageszeitung mit sieben Regionalausgaben in der Ostschweiz
  • Luzerner Zeitung, Tageszeitung mit fünf Regionalausgaben in der Zentralschweiz
    Ringier verkaufte 2002 seinen 49-%-Anteil an der «Neue Luzerner Zeitung AG» an die NZZ-Gruppe. Diese brachte den Anteil in die «LZ Medien Holding» ein. Dadurch wurde die «Neue Luzerner Zeitung AG» eine 100-prozentige Tochter der «LZ Medien Holding». Im Gegenzug erhielt die NZZ einen 33-%-Anteil an der «LZ Medien Holding».[32] Die NZZ-Gruppe baute ihre Beteiligung im Laufe der Zeit weiter aus. Im April 2010 erreichte sie einen Anteil von 75 % an der «Freien Presse Holding AG», St. Gallen, der wiederum zu 80 % die «LZ Medien Holding» gehörte.[33]
  • Werdenberger & Obertoggenburger, Regionalzeitung
  • Anzeiger St. Gallen, Ostschweizer Wochenzeitung
  • Tagblatt der Stadt Zürich, städtischer Anzeiger
  • Die neue Schulpraxis, Schweizer Schulzeitschrift
  • Smash, Schweizer Tennismagazin
  • Pack aktuell, Schweizer Verpackungs-Magazin
  • eLFORUM, Fachzeitschrift für Elektronik und Elektrotechnik
  • Schweizer Optiker, Branchenzeitschrift Schweizerischer Optikerverband
  • Schweizer Soldat, Fachzeitschrift über militärische und sicherheitspolitische Geschehen
  • Textil-Revue, die Schweizer Fachzeitschrift für die Textilbranche
  • Persorama, Branchenzeitschrift für Human Resources
  • viscom print+communication, Branchenzeitschrift in der Schweiz für visuelle Kommunikation mit Schwerpunkt Druck

Daneben ist die NZZ-Mediengruppe auch Inhaberin je zweier Fernsehsender und Radios:

  • Tele Ostschweiz, das Regionalfernsehen für die Ostschweiz
  • Tele 1, das Zentralschweizer Regionalfernsehen
  • Radio Pilatus, das Privatradio der Zentralschweiz
  • Radio FM1, das Ostschweizer Privatradio (Zusammenschluss der bisherigen Radio aktuell und Radio Ri)

Als erstes Produkt ausserhalb der Schweiz betrieb die NZZ-Mediengruppe seit Januar 2015 NZZ Österreich, welche ausschliesslich als kostenpflichtiges Online-Angebot geführt wurde. Mit dem Online-Portal mit eigener Redaktion und festangestellten Journalisten wurde ein Feldversuch zur Etablierung kostenpflichtiger Online-Angebote betrieben. Chefredakteur von NZZ.at war der österreichische Journalist Michael Fleischhacker.[34] Per Ende April 2017 wurde das Portal eingestellt.[35]

Joint Venture mit den AZ Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Dezember 2017 gaben die NZZ-Mediengruppe und die AZ Medien Pläne bekannt, ihre Regionalzeitungen und die dazugehörigen Online-Portale sowie die nichtkonzessionierten Radio- und TV-Stationen TeleZüri, TV24, TV25 und Virgin Radio (ab 2018[36]) in ein Joint Venture einzubringen, das beiden Gruppen zu gleichen Teilen gehören soll. Dies betrifft auf Seiten der AZ Medien alle Bereiche mit Ausnahme der Online-Zeitung Watson; diese brauche als Start-up-Unternehmen noch unternehmerischen Freiraum, eine spätere Einbindung sei aber denkbar. In den Verbund eingeführt werden auch die Zeitschriften der AZ Medien. Die NZZ-Mediengruppe bringt ihr gesamtes Regionalmediengeschäft ein. Auch die Druckereien sowie alle Mitarbeiter und Führungskräfte der genannten Bereiche beider Mediengruppen gehen ins neue Unternehmen über. Nicht Bestandteil des Zusammenschlusses sind die Geschäftsbereiche NZZ Medien und Business Medien – dazu zählen unter anderem die Neue Zürcher Zeitung und die NZZ am Sonntag – der NZZ-Mediengruppe sowie, bis zu einer allfälligen Aufhebung der «2+2-Regel»[37], die konzessionierten vier Radio- und vier TV-Sender beider Unternehmen, Argovia, Radio 24 (AZ), FM1 und Pilatus (NZZ) sowie Tele M1, Tele Bärn (AZ), Tele 1 und TVO (NZZ). Das Projekt muss noch von der Wettbewerbskommission geprüft werden; es wird mit mehreren Monaten bis zu einem Entscheid gerechnet.

Verwaltungsratspräsident der zurzeit (Dezember 2017) noch namenlosen neuen Unternehmung soll der Präsident der AZ Medien, Peter Wanner, werden (Vizepräsident Jörg Schnyder, Finanzchef der NZZ-Mediengruppe), CEO der CEO der AZ Medien, Axel Wüstmann (Stellvertreter Jürg Weber, Leiter der NZZ-Regionalmedien), und publizistischer Leiter und damit Chef der acht involvierten Chefredaktoren – darunter als primus inter pares der Chefredaktor von Aargauer Zeitung und Schweiz am Wochenende Patrik Müller – der publizistische Leiter der NZZ-Regionalmedien, Pascal Hollenstein. Das neue Medienunternehmen umfasst die acht Regionalzeitungen Aargauer Zeitung, Solothurner Zeitung, Limmattaler Zeitung, Basellandschaftliche Zeitung, Oltner Tagblatt, Grenchner Tagblatt sowie St. Galler Tagblatt und Luzerner Zeitung. Einschliesslich ihrer Kopfblätter sind das rund 20 Bezahlzeitungen in 15 Deutschschweizer Kantonen mit einer verkauften Auflage von nahezu 370'000 Exemplaren und einer Reichweite von rund 1 Mio. Lesern; die Reichweite aller Medien des Joint Ventures beträgt über 2 Mio. Personen.[38] Es soll mit rund 2000 Mitarbeitern einen Umsatz von knapp 500 Millionen Franken erwirtschaften. AZ Medien hat die Option, nach zehn Jahren die Mehrheit zu erwerben. Die NZZ-Mediengruppe hat ihrerseits die Möglichkeit, ihren Anteil unter gewissen Bedingungen an die AZ Medien zu verkaufen.[39]

Für die Wochenendausgabe des geplanten gemeinsamen Mantels kann das Konzept der az Nordwestschweiz (ausgebaute Samstagsausgabe Schweiz am Wochenende) statt dasjenige von St. Gallen und Luzern (Sonntagszeitungen) angewendet werden, was aber noch nicht beschlossen sei. Ein Abbau von Stellen soll durch natürliche Abgänge, nicht durch Entlassungen erreicht werden (Etienne Jornod, Peter Wanner, Pascal Hollenstein und Axel Wüstmann an der Medienkonferenz[40]). Noch unbestimmt ist die Rolle externer Partner, so des zurzeit am Mantel der AZ Medien, az Nordwestschweiz, beteiligten Zofinger Tagblatts und des am Mantel der Luzerner Zeitung beteiligten Boten der Urschweiz. Der Zusammenschluss tangiert womöglich auch die Somedia, deren Tageszeitung Südostschweiz seit Jahren mit der Aargauer Zeitung im überregionalen Teil eng zusammenarbeitet. Die Somedia müsse die neue Lage zuerst analysieren und vieles noch abklären, sagte CEO Andrea Masüger.[41]

Kontrovers beurteilt wird, ob der Zusammenschluss zu einer Verstärkung des angeblichen «Einheitsbreis» in den Schweizer Medien führe[42] oder, dank einer schlagkräftigen Redaktion, die die Zeit und die finanziellen Mittel hat, nachfragen, recherchieren zu können, gerade zum Gegenteil (Pascal Hollenstein an der Medienkonferenz). Zusammenschlüsse stärkten in Wirklichkeit den kritischen Journalismus (Kurt W. Zimmermann).[43]

Weitere Beteiligungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die NZZ-Druckerei NZZ Print druckte neben den verlagseigenen Produkten auch Produkte für Kunden.

Zusammen mit der Klinik Hirslanden und der Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz betrieb NZZ das Online-Gesundheitsportal eBalance.ch und verkaufte dieses Ende 2016.[44]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Neue Zürcher Zeitung und schweizerisches Handelsblatt (NZZ). Neue Zürcher Zeitung, Zürich 42.1821, 2. Juli-ff. ISSN 0376-6829.
  • Thomas Maissen: Die Geschichte der NZZ 1780–2005. NZZ Libro, Zürich 2005, ISBN 3-03823-134-7.
  • Thomas Maissen: Vom Sonderbund zum Bundesstaat. Krise und Erneuerung 1798–1848 im Spiegel der NZZ. Zürich 1998, ISBN 3-85823-742-6.
  • Conrad Meyer: Das Unternehmen NZZ 1780–2005. NZZ Libro, Zürich 2005, ISBN 3-03823-130-4.
  • Urs Hafner: Aus den Anfängen der NZZ. Texte und Kommentare. NZZ Libro, Zürich 2006, DNB 981445519.
  • Urs Hafner: Subversion im Satz. Die turbulenten Anfänge der «Neuen Zürcher Zeitung» (1780–1798). NZZ Libro, Zürich 2015, ISBN 3-03810-093-5.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Neue Zürcher Zeitung – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b WEMF-Auflagebulletin 2017, S. 18 (PDF; 640 kB).
  2. a b WEMF Total Audience 2018-1, S. 6 (PDF; 354 kB).
  3. Leitbild der NZZ, abgerufen am 29. November 2016.
  4. «Interaktive Reise» durch die Geschichte der NZZ.
  5. Thomas Maissen: Geschichte der NZZ 1780–2005. NZZ-Verlag, Zürich 2005, S. 145.
  6. Adrian Sulc: Als Hitler den «Bund» verbieten liess. In: Der Bund (Online). 30. September 2010, abgerufen am 18. April 2013.
  7. Stabsübergabe in der NZZ-Chefredaktion. In: Neue Zürcher Zeitung. 1. April 2006.
  8. Das Sorgenkind der NZZ. In: Tages-Anzeiger. 10. Januar 2013, abgerufen am 10. Juli 2015.
  9. NZZ-Chefredaktor Markus Spillmann tritt zurück. NZZ-Mediengruppe, 9. Dezember 2014.
  10. NZZ opfert den Chefredaktor. In: Tages-Anzeiger. 10. Dezember 2014, abgerufen am 10. Juli 2015.
  11. Die Neue Zürcher Zeitung wurde mit der Reinhold-Maier-Medaille ausgezeichnet. Reinhold-Maier-Stiftung 2015, abgerufen am 19. Juli 2017 (Pressemitteilung).
  12. WEMF Total Audience 2015-2 (Memento vom 17. September 2016 im Internet Archive). S. 8 (PDF; 1 MB).
  13. 70 Terabyte Zeitgeschichte. In: Fraunhofer Magazin. 2. 2005.
  14. NZZ Archiv 1780.
  15. Richard Forster: Ein Abschied vom Schach. In: Neue Zürcher Zeitung. 23. Dezember 2016, S. 64.
  16. Frankfurter Allgemeine ZeitungHinter uns brennen die Brücken, abgerufen am 9. Juli 2018
  17. Deutschlandfunk"Kernmodell Journalismus" statt e-Commerce, abgerufen am 10. Juli 2018
  18. Still in der Ackerfurche. In: Der Spiegel. 51/1994, S. 25.
  19. Vinkulierung gemäss § 3 Abs. 2 lit. c der Statuten der NZZ, vgl. Vinkulierung tut not (PDF; 453 kB). In: Finanz und Wirtschaft. 11. Juli 2009, S. 22, mittlere Spalte, und Kritik dazu von der «IG Freunde der NZZ» auf freundedernzz.ch.
  20. «Alte Tante» in neuem Kl... Nein, wir verzichten zur Neulancierung der NZZ auf DIE Überschrift. In: Watson. 21. August 2015.
  21. Matthias Daum, Caspar Shaller: Druck von Rechts. In: Die Zeit. 14. Dezember 2017, S. 47, abgerufen am 17. Dezember 2017.
  22. Edith Hollenstein: Neue Zürcher Zeitung: Akademiker protestieren bei Etienne Jornod. In: persoenlich.com. 13. Oktober 2017 (persoenlich.com [abgerufen am 2. Juni 2018]).
  23. CEO der NZZ geht per sofort. In: Tages-Anzeiger. 7. Juni 2017.
  24. Felix Graf wird CEO der NZZ-Mediengruppe. In: Neue Zürcher Zeitung. 29. November 2017, abgerufen am 15. Mai 2018.
  25. Jornod neuer Verwaltungsratspräsident. In: Neue Zürcher Zeitung. 13. April 2013.
  26. Neue NZZ-Leitung. Eric Gujer wird Chefredaktor. In: Neue Zürcher Zeitung. 11. März 2015.
  27. NZZ Impressum. Abgerufen am 19. Juli 2017.
  28. Ressort Zürich der NZZ: Irène Troxler übernimmt Leitung von Luzi Bernet. In: Klein Report. 4. September 2017, abgerufen am 15. Mai 2018.
  29. NZZ steigt bei der Neuen Luzerner Zeitung ein. In: wirtschaft.ch. 25. April 2002, abgerufen im 26. November 2011.
  30. Lukas Hässig: Charlies Engel kommen aus Zürich. 2007, abgerufen im 26. November 2011.
  31. Martin Gollmer: Tamedia erobert Vorherrschaft im Zürcher Zeitungsmarkt. 16. April 2010, abgerufen im 26. November 2011.
  32. Firmenchronik LZ Medien Holding AG. Die wichtigsten Etappen in der Unternehmensgeschichte. Informationsseite der LZ Medien, abgerufen im 26. November 2011 (PDF; 38 kB).
  33. NZZ-Mediengruppe. Beteiligungen. NZZ-Mediengruppe, abgerufen im 26. November 2011.
  34. NZZ.at peilt 10.000 Abos im ersten Jahr an. In: derStandard.at. 22. Januar 2015.
  35. NZZ.at wird eingestellt NZZ-Mediengruppe. 19. April 2017, abgerufen am 5. Juni 2017.
  36. AZ Medien lancieren «Virgin Radio Switzerland». AZ Medien. 6. November 2017.
  37. Die «2 + 2-Regel» soll aufgehoben werden. In: persoenlich.com. 15. April 2017.
  38. Wird jetzt vor allem gespart? Und fünf weitere Fragen an CEO Axel Wüstmann. In: Aargauer Zeitung. 7. Dezember 2017.
  39. AZ Medien und NZZ-Mediengruppe gründen gemeinsames Medienunternehmen. In: Neue Zürcher Zeitung. 7. Dezember 2017.
  40. Jürg Krebs: AZ Medien und NZZ erklären ihre Medienhochzeit: «Wir schreiben Geschichte, Mediengeschichte». In: Aargauer Zeitung. 7. Dezember 2017 (Video auf YouTube).
  41. AZ Medien und NZZ-Mediengruppe fusionieren ihre Regionaltitel. In: Werbewoche. 7. Dezember 2017.
  42. Christian Müller: Dem Schweizer Medien-Eintopf ein Schritt näher. In: Infosperber 9. Dezember 2017.
  43. Kurt W. Zimmermann: Der Kampf der Breie. In: Weltwoche. 30. August 2017.
  44. NZZ-Mediengruppe verkauft eBalance. NZZ-Mediengruppe. 2. November 2016 (Medienmitteilung), abgerufen am 17. Dezember 2017

Koordinaten: 47° 21′ 54,3″ N, 8° 32′ 51″ O; CH1903: 683760 / 246617