Neuendorf (Teupitz)

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Neuendorf (Teupitz)
Stadt Teupitz
Koordinaten: 52° 7′ 22″ N, 13° 35′ 29″ O
Höhe: 11 m
Eingemeindung: 1974
Postleitzahl: 15755
Vorwahl: 033766
Mühlgebäude in Neuendorf
Mühlgebäude in Neuendorf

Neuendorf ist seit 1974 ein Ortsteil der Stadt Teupitz im Landkreis Dahme-Spreewald in Brandenburg.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neuendorf liegt südwestlich des Stadtzentrums am Teupitzer See. Im Osten befindet sich der Ortsteil Tornow, südlich Radeland (Baruth/Mark), westlich Lindenbrück (Zossen) und nördlich der Ortsteil Egsdorf. Der Großteil der Gemarkung ist bewaldet, ein kleinerer Teil wird landwirtschaftlich genutzt. Die Wohnbebauung konzentriert sich bereits seit dem Mittelalter im nördlichen Ortsteil um eine Mühle. Zu Neuendorf gehört das östlich gelegene Naturschutzgebiet Mühlenfließ-Sägebach mit dem Hohen Mühlengraben. In Nord-Süd-Richtung verläuft weiterhin der Mittelmühlengraben, während der Kleine Mühlengraben den westlichen Rand der Gemarkung darstellt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neuendorf wurde wie Tornow erstmals im Jahr 1546 als Dorf unter der Herrschaft der Familie Schenk von Landsberg urkundlich erwähnt. Aus dieser Zeit ist die Existenz einer Wassermühle überliefert, die vom Mittelmühlengraben angetrieben wurde und Getreide und Öl sowie Holz verarbeitete. Um die Mühle entstand ein Wohnplatz, der im 21. Jahrhundert noch vorhanden ist. Neuendorf wurde im Dreißigjährigen Krieg erheblich verwüstet; 1652 lebten dort nur noch fünf Bauern. Im Jahr 1880 gelangte die Mühle in den Besitz der Familie Schwietzke, die sie als Getreide- und Ölmühle, aber auch als Sägewerk nutzten. 1900 eröffnete die Berlin-Neuendorfer-Kiesgrubengesellschaft eine Kiesgrube und lieferte bis in die 1930er Jahre rund 400.000 m³ Beton-, Garten- und Filterkies nach Berlin und Umgebung. Der Transport erfolgte über eine Kleinbahn zu einer Schiffsverladestelle an die Südspitze des Teupitzer Sees.[1] 1960 schlossen sich die zuvor 23 selbstständigen Bauern zu einer LPG zusammen. In der Zeit der DDR entdeckten insbesondere Berliner den Ort und es entstand ein reger Tourismus. Dadurch entstand unter anderem ein Zelt- und Campingplatz an der Südspitze des Teupitzer Sees. Der Zweckverband Dahme-Tourist eröffnete 1965 in einem alten Dorfgasthof ein Ferienzentrum, dass 1971 vom Fleischkombinat Erfurt übernommen und bis 1990 als Betriebsferienheim genutzt wurde. Nach der Wende befindet sich in dem Komplex eine private Feriensiedlung mit Reiterhof. 1955 richtete die Kreisverwaltung auf dem Gelände der Mühle einen staatlichen Forstwirtschaftsbetrieb ein, der nur das Sägewerk nutzte. 1974 gelangte Neuendorf zu Teupitz. 1982 gründete sich eine Kleingartenanlage mit 51 Siedlerstellen. Nach der Wende wurde die Mühle 1990 an die ursprünglichen Eigentümer rückübertragen. Die Familie Schwietzke begann mit dem Wiederaufbau und verpachtete das Sägewerk. Am 22. Juni 2002 konnte in dem nunmehr sanierten Mühlenhaus eine Gaststätte eröffnen.[2] Überlegungen, die Kiesproduktion wieder aufzunehmen, wurden bislang mangels Rentabilität nicht weiter verfolgt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick vom Wohnplatz Richtung Kapelle
Blick ins NSG

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort ist im Wesentlichen vom Tourismus geprägt. Es existieren ein Campingplatz, eine Feriensiedlung mit Reiterhof sowie ein Gasthaus.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch den Ort führt in West-Ost-Richtung die Landstraße 74, die nach Egsdorf und Teupitz führt.

Die Buslinie 726 der Regionalen Verkehrsgesellschaft Dahme-Spreewald verbindet den Ortsteil mit Teupitz, Groß Köris und Bestensee.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Neuendorf (Teupitz) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Neuendorf, Webseite der Stadt Teupitz abgerufen am 5. Februar 2017.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. BiKuT (Hrsg.): Teupitz am See – ein Schatz in der Mark Brandenburg. Historischer Stadtführer, Weißensee-Verlag, 1. Auflage 2006, ISBN 978-3-89998-090-5, S. 230
  2. Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft des Landes Brandenburg (Hrsg.): Unterwegs – Um die Seen zwischen Teupitz und Tornow, Flyer, 1. Auflage 2016.