Neuendorf am Damm

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Neuendorf am Damm
Koordinaten: 52° 38′ 41″ N, 11° 26′ 29″ O
Höhe: 31 m
Fläche: 14,75 km²
Einwohner: 95 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 6 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2009
Postleitzahl: 39624
Vorwahl: 039080
Neuendorf am Damm (Sachsen-Anhalt)
Neuendorf am Damm

Lage von Neuendorf am Damm in Sachsen-Anhalt

Neuendorf am Damm ist eine Ortschaft und ein Ortsteil der Stadt Kalbe (Milde) im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt, Deutschland.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neuendorf am Damm ist ein altmärkisches Straßendorf mit einer Kirche, vier Kilometer östlich von Kalbe (Milde) am Radegraben.[2]

Ortschaftsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Ortschaft Neuendorf am Damm gehören die Ortsteile Neuendorf am Damm und Karritz.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da der Ortsname Neuendorf in der Altmark mehrfach vorkommt, ist bei älteren urkundlichen Nachrichten unsicher, welcher Ort gemeint ist. Im Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 wird ein Neuendorf als Niendorpp[3] oder Nyendorp[4] aufgeführt.

Im Jahre 1384 wird der Zeuge Hartwygh, Pfarrer in Nyendorpe, genannt.[5] Der Historiker Peter Rohrlach schreibt dazu:[6] Im „Register zum Riedel zu diesem Neuendorf am Damm gestellt, doch bleibt diese Zuordnung unsicher, es kann auch Neuendorf bei Klötze gemeint sein.“

Im Jahre 1421 wird Heyne Bockenbusch zu Stendal In dem dorff czu Newendorff vor dem damme czu Calue belehnt.[7] Diese Nennung kann als erste sichere urkundliche Erwähnung betrachtet werden.

Weitere Nennungen sind 1598 Niendorf für den Tham zu Calve, 1687 Niendorff vorm Dam[6] und schließlich 1804 Neuendorf am Damm (durch den Calbischen Werder).[8]

Die von Alvensleben hatten hier Einkünfte. Später hatte der General Joachim Henniges von Treffenfeld hier Einkünfte.[6]

Im Jahre 1955 entstand die erste Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft vom Typ III, die LPG „Hermann Matern“.[6]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 25. Juli 1952 wurde die Gemeinde aus dem Landkreis Stendal in den Kreis Kalbe (Milde) umgegliedert. Am 1. Januar 1988 wurde Neuendorf dem Kreis Gardelegen zugeordnet. Am 1. Juli 1994 kam die Gemeinde zum Altmarkkreis Salzwedel.[9]

Durch einen Gebietsänderungsvereinbarung beschlossen die Gemeinderäte der Gemeinden Stadt Kalbe (Milde) (am 8. Mai 2008), Altmersleben (am 14. Mai 2008), Güssefeld (am 6. Mai 2008), Kahrstedt (am 7. Mai 2008), Neuendorf am Damm (am 2. Mai 2008), Wernstedt (am 13. Mai 2008) und Winkelstedt (am 13. Mai 2008), dass ihre Gemeinden aufgelöst und zu einer neuen Stadt Kalbe (Milde) vereinigt werden. Dieser Vertrag wurde vom Landkreis als unterer Kommunalaufsichtsbehörde genehmigt und trat am 1. Januar 2009 in Kraft.[10][11]

Nach Umsetzung der Vereinigungsvereinbarung der bisher selbstständigen Gemeinde Neuendorf am Damm wurden Neuendorf am Damm und Karritz Ortsteile der neuen Stadt Kalbe (Milde). Für die eingeflossene Gemeinde wurde die Ortschaftsverfassung nach den §§ 86 ff. der Gemeindeordnung Sachsen-Anhalt eingeführt. Die aufgenommene Gemeinde Neuendorf am Damm und künftigen Ortsteile Neuendorf am Damm und Karritz wurden zur Ortschaft der neuen Stadt Kalbe (Milde). In der eingeflossenen Gemeinde und nunmehrigen Ortschaft Neuendorf am Damm wurde ein Ortschaftsrat mit fünf Mitgliedern einschließlich Ortsbürgermeister gebildet.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1734 119
1772 126
1791 125
1798 151
1801 146
1818 158
Jahr Einwohner
1840 225
1864 250
1871 259
1885 237
1892 225
1895 220
Jahr Einwohner
1900 216
1905 201
1910 210
1925 204
1939 173
1946 342
Jahr Einwohner
1964 232
1971 192
1981 316
1993 285
2006 240
2007 242
Jahr Einwohner
2015 113
2016 104
2017 101
2018 095

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die evangelische Kirchengemeinde Neuendorf am Damm gehört zur Pfarrei Kremkau,[12] die zum Pfarrbereich Garlipp[13] des Kirchenkreises Stendal im Propstsprengel Stendal-Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland gehört.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die evangelische Dorfkirche wurde 1842 mit Findlingen neu aufgebaut. Von der barocken Innenausstattung sind noch Reste vorhanden.[14] Sie ist eine Filialkirche von Kremkau.[12]
  • Der Kirchhof dient als Ortsfriedhof.
  • In Neuendorf am Damm gibt es einen Gedenkstein für die Opfer der Kriege und Diktaturen. In der Kirche befinden sich Gedenktafeln für die Gefallenen der Kriege im 19. und 20. Jahrhundert.[15]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Einwohnermeldeamt der Stadt Kalbe (Milde): Einwohnerdaten zum 31.12. der Jahre 2015 bis 2018. 4. März 2019.
  2. Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)
  3. Johannes Schultze: Das Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 (= Brandenburgische Landbücher. Band 2). Kommissionsverlag von Gsellius, Berlin 1940, S. 301 (uni-potsdam.de).
  4. Ernst Fidicin: Kaiser Karl's IV. Landbuch der Mark Brandenburg (1375). nach den handschriftlichen Quellen. Hrsg.: Berlin. Guttentag, 1855, S. 206, 178. (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10000810_00222~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  5. Adolph Friedrich Riedel: Codex diplomaticus Brandenburgensis: Sammlung der Urkunden, Chroniken und sonstigen Quellschriften. Haupttheil 1. Band 25. Berlin 1863, S. 266 (Digitalisat).}
  6. a b c d Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für die Altmark (Historisches Ortslexikon für Brandenburg, Teil XII). Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-8305-2235-5, S. 1550–1553.
  7. Adolph Friedrich Riedel: Codex diplomaticus Brandenburgensis: Sammlung der Urkunden, Chroniken und sonstigen Quellschriften. Hauptteil 1. Hrsg.: Berlin. Band 15, 1858, S. 212 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10000993_00220~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  8. Friedrich Wilhelm August Bratring: Statistisch-topographische Beschreibung der gesammten Mark Brandenburg. Für Statistiker, Geschäftsmänner, besonders für Kameralisten. Hrsg.: Berlin. 1804, S. 262 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10000737_00290~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  9. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7, S. 359–363.
  10. StBA: Gebietsänderungen am 01.01.2009
  11. Vereinbarung über die Bildung einer neuen Gemeinde Stadt Kalbe (Milde) mit den Gemeinden Stadt Kalbe (Milde), Altmersleben, Güssefeld, Kahrstedt, Neuendorf am Damm, Wernstedt und Winkelstedt und der Genehmigung des Altmarkkreises Salzwedel vom 19.06.2008. In: Altmarkkreis Salzwedel (Hrsg.): Amtsblatt für den Altmarkkreis Salzwedel. Jahrgang 15, Nr. 7/2008. General-Anzeiger Salzwedel, Salzwedel 16. Juli 2008, S. 115–119.
  12. a b Haase, Hilbert: Pfarr-Almanach oder die evangelischen Geistlichen und Kirchen der Provinz Sachsen der Grafschaften Wernigerode, Rossla und Stolberg. 19. Jahrgang, 1903, ZDB-ID 551010-7, S. 11 (wiki-de.genealogy.net [abgerufen am 26. Dezember 2017]).
  13. Pfarrbereich Garlipp. Abgerufen am 10. Februar 2019.
  14. Thomas Hartwig: Alle Altmarkkirchen von A bis Z. Elbe-Havel-Verlag, Havelberg 2012, ISBN 978-3-9814039-5-4, S. 340.
  15. Onlineprojekt Gefallendenkmäler. Neuendorf am Damm auf www.denkmalprojekt.org. 1. Dezember 2015, abgerufen am 10. Februar 2019.