Neuenhain (Taunus)

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Koordinaten: 50° 9′ 24″ N, 8° 29′ 21″ O

Neuenhain (Taunus)
Wappen von Neuenhain (Taunus)
Höhe: 233 m ü. NHN
Fläche: 4,54 km² [LAGIS]
Einwohner: 7011 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 1.545 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1977
Postleitzahl: 65812
Vorwahl: 06196

Neuenhain ist ein Stadtteil von Bad Soden am Taunus im Main-Taunus-Kreis in Hessen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Batzenhaus an der Königsteinerstraße 1909
Evangelische Kirche, ehemalige Simultankirche
katholische Pfarrkirche Maria Hilf

Die älteste erhalten gebliebene urkundliche Erwähnung als Nuwenhagen datiert aus dem Jahr 1191 und sichert dem Kloster Retters dort den Besitz von vier Weingärten zu.

Ursprünglich war Neuenhain ein Reichsdorf. Die weitere Entwicklung der Hoheitsrechte ergab sich aus dem Besitz der Vogtei über die Sulzbacher Mark. Es wechselten sich die Herren von Falkenstein, von Eppstein, von Sulzbach und von Königstein ab. 1581 ging Neuenhain an die Kurpfalz, 1650 im Bergsträßer Rezess an Kurmainz und 1803 an Nassau-Usingen und gehörte zur Zeit des Herzogtums Nassau zum Amt Königstein.

In der Reformationszeit wurde um 1535 der lutherische Gottesdienst eingeführt. Mit der Kurpfälzischen Herrschaft kam 1581 das calvinistische Bekenntnis nach Neuenhain. Nach der Übernahme durch Kurmainz 1650 blieb der evangelische Glauben erhalten. Der katholische Gottesdienst wurde gleichberechtigt eingeführt.

Der ovale Ortskern war bis ins 19. Jahrhundert von einem Haingraben (Graben und Wall mit Hainbuchenhecke) umschlossen. Er ist im Grundriss noch gut in dem östlich der Königsteiner Straße gelegenen Straßenzügen zu erkennen. Hecke und Graben wurden nach 1802 beseitigt und 1823 wurde eine Anbindung des Ortes an die 1819 vollendete Königsteiner Chaussee geschaffen.

Am 1. Januar 1977 ging Neuenhain im Zuge der Gebietsreform in Hessen in der Stadt Bad Soden am Taunus auf.[2] Die Eigenständigkeit gegenüber der Gesamtstadt beschränkt sich seitdem auf ein eigenes Ortsgericht und Schiedsamt.

Verkehr und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neuenhain liegt an der L 3266, der Königsteiner Straße, die von Frankfurt-Höchst im Süden schnurgerade nach Königstein führt.

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1762–71 wurde der Neubau der Pfarrkirche als Simultankirche errichtet.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Neuenhain gibt es mit dem Fußballverein 08 Neuenhain[3] einen Fußballverein für Kinder, Jugendliche und Senioren. Aktuell spielt die 1. Mannschaft des „FV08“, wie er im Ort genannt wird, in der Kreisober-Liga Main-Taunus. Bis zum Sommer 2010 gab es in Neuenhain mit dem FC Taunus Neuenhain noch einen weiteren Fußballverein. Auch gibt es den Reit- und Fahrverein Neuenhain 1932 e.V.

Mit der Handballspielgemeinschaft Neuenhain/Altenhain 1996 gibt es auch eine Handballabteilung in Neuenhain, die zur Hälfte von der TSG Neuenhain gestellt wird. Die HSG verfügt neben dem Jugendbereich über drei Herrenmannschaften, die 1. Mannschaft spielt seit 2014 in der Bezirksliga A, im Bezirk Wiesbaden-Frankfurt.[4]

Naturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Drei Linden

Auf einer Anhöhe an der Drei-Linden-Straße stehen drei Linden. Sie sind das Wahrzeichen Neuenhains und sind im Wappen der früheren Gemeinde Neuenhain abgebildet. Sie waren in der Vergangenheit als Aussichtspunkt von weitem sichtbar. Die zwei ältesten der drei Linden stammen etwa von 1640. Die Westlinde wurde in 1962 als Ersatz für den gut hundertjährigen bei Tiefbauarbeiten beschädigten Vorgängerbaum nachgepflanzt.[5]

Unter anderem besuchten Felix Mendelssohn Bartholdy (1844/45), Hoffmann von Fallersleben (1844) und Pjotr Iljitsch Tschaikowski (1870) die drei Linden.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Elvira Bach (* 1951), deutsche Künstler- und Malerin, lebt seit 1970 in Berlin.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Otto Raven: Neuenhain im Taunus. Geschichte eines Dorfes. Gemeinde Neuenhain i. Ts. 1971.
  • Denkmalgeschützte und erhaltenswerte Gräber in Bad Soden und in Neuenhain. Historischer Verein Bad Soden 2009. ISBN 978-3839155462
  • Reinhard A. Bölts: Neuenhain - Abschied einer Gemeinde. Verlag 76 GmbH (1977).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bad Soden am Taunus: Zahlen, Daten & Fakten HW (Memento vom 30. Juli 2013 auf WebCite)
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 371.
  3. Impressum der Internetpräsenz vom „Fußballverein 08 Neuenhain“
  4. HSG Neuenhain/ Altenhain im Internet
  5. Die Drei Linden Eintrag im Baumregister.