Neuenkirchen (Schwanewede)

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Neuenkirchen
Gemeinde Schwanewede
Wappen von Neuenkirchen
Koordinaten: 53° 14′ 3″ N, 8° 31′ 16″ O
Höhe: 5 m ü. NHN
Fläche: 16,81 km²[1]
Einwohner: 3477 (30. Jun. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 207 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. März 1974
Postleitzahl: 28790
Vorwahl: 0421
Neuenkirchen (Niedersachsen)
Neuenkirchen

Lage von Neuenkirchen in Niedersachsen

Lage von Neuenkirchen in der Gemeinde Schwanewede
Lage von Neuenkirchen in der Gemeinde Schwanewede

Neuenkirchen (niederdeutsch Ne’enkarken) ist ein Ortsteil der Gemeinde Schwanewede im Landkreis Osterholz in Niedersachsen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neuenkirchen liegt am Ostufer der Unterweser am nordwestlichen Ende des Geestrückens der Bremer Schweiz. Südlich der Orts- und Gemeindegrenzen liegen die Bremer Ortsteile Rekum und im Südosten Farge, die ursprünglich zum Kirchspiel Neuenkirchen gehörten. Nördlich von Neuenkirchen beginnt die Osterstader Marsch.

Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Ortsteil gehören die Ortschaften:

  • Göspe
  • Stellerbruch
  • Vorbruch

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1588 erhielt die Ortschaft Marktrecht.

Im Oktober 1943 wurde das KZ Farge in der Neuenkirchener Heide errichtet.[2] Dort in der Heidelandschaft zwischen Farge, Neuenkirchen, Lüssum und Schwanewede gab es bereits ein Arbeitserziehungslager der Gestapo-Leitstelle Bremen, das zuvor im Marinegemeinschaftslager Neuenkirchen entstanden war. Aus dem Marinegemeinschaftslager wurde im Mai 1945 ein Hospital der US-Armee, aus dem später das Evangelische Hospital Neuenkirchen entstand.[3]

1966 wurde die Samtgemeinde Neuenkirchen gebildet.

Am 1. März 1974 wurde Neuenkirchen in die Gemeinde Schwanewede eingegliedert.[4]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ortsrat sind acht Ratsmitglieder folgender Parteien vertreten:

(Stand: Kommunalwahl 11. September 2016)

Ortsbürgermeister/in[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortsbürgermeisterin von Neuenkirchen ist Angelika Cordes (SPD) und ihr Stellvertreter ist Frank Schneider (SPD).[5]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Entwurf des Kommunalwappens von Neuenkirchen stammt von dem Heraldiker und Wappenmaler Albert de Badrihaye, der sämtliche Wappen im Landkreis Cuxhaven entworfen hat.[8] Am 25. August 1967 wurde das Gemeindewappen geschaffen und vom Regierungspräsidenten in Stade genehmigt und erhielt damit als Gemeindesiegel amtliche Bedeutung.[9][10]

Wappen von Neuenkirchen
Blasonierung: „In von Rot und Silber geteiltem Schilde, oben ein silberner Kirchturm mit schwarzem Tor und zwei schwarzen Schallfenstern, rechts und links von einem silbernen aufgerichteten Lindenblatt begleitet, unten ein schrägrechts gestellter roter Strichbalken.“[9][10]
Wappenbegründung: Das Wappen weist auf den Michaelsturm als örtliches Wahrzeichen hin, der um das Jahr 1100 als Wehrturm erbaut wurde. Die beiden Lindenblätter symbolisieren das ehemalige Gericht Neuenkirchen. Der silberne Schild mit dem schrägrechts gestellten roten Strichbalken ist das Wappen des Adelsgeschlechtes „von Stelle“, die unter Anderen als Bauherren der Kirche fungierten und somit als eine bedeutsame Familie des Ortes in Erinnerung bleiben.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Evangelich-Reformierte Michaelskirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Vorgängerbau der „neuen“ Kirche stammte aus dem 9. Jahrhundert. Ende des 11. Jahrhunderts erhielt diese Kirche einen steinernen Wehrturm.[11] Zu der Zeit wurde eine Ministerialenfamilie des Bremer Erzbischofs mit der Gerichtsstelle in Neuenkirchen belehnt, die im 15. Jahrhundert an die Stadt Bremen verkauft wurde. 1192 wurde das Kirchenschiff aus Feldsteinen neu errichtet. Seitdem wird die Ortschaft als Nygenkerken (Neuenkirchen) bezeichnet. 1768 wurde das baufällige Kirchenschiff der Feldsteinkirche unter Erhalt des romanischen Westturms abgerissen und durch den heutigen Ziegelbau in schlichen barocken Formen ersetzt.

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2007/2008 betreibt der Heimatverein Neuenkirchen e. V. in einer historischen Baracke, die sich auf dem Gelände der 2004 aufgelösten Weser-Geest-Kaserne der Bundeswehr bzw. des ehemaligen Marinegemeinschaftslagers, Marinehospitals und Evangelischen Hospitals Neuenkirchen in der Neuenkirchener Heide befindet, die museale Einrichtung Baracke Wilhelmine (Dokumentations- und Lernort Baracke Wilhelmine). Das von der Gemeinde geförderte Ausstellungsprojekt dokumentiert in Form eines kleinen regionalen Museums die Geschichte der Nutzung des Geländes und ist zugleich eine Gedenkstätte an die Zwangsarbeiter des NS-Arbeitslagers sowie die Opfer des KZ Farge bzw. des Baus des U-Boot-Bunkers Valentin in Bremen-Rekum. Ein gesonderter Ausstellungsbereich befasst sich mit dem Thema „Lebensborn“ und dem ehemaligen Lebensborn-Heim „Haus Friesland“ im Herrenhaus Hohehorst auf Gut Hohehorst bei Löhnhorst.[12]

Der Verein Geschichtslehrpfad Lagerstraße/U-Boot-Bunker Valentin e. V. betreibt in Neuenkirchen das Ausstellungsprojekt und Museum Baracke 27.[13]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neuenkirchen wird durch Buslinien der Bremer Straßenbahn AG sowie Buslinien anderer Verkehrsbetriebe bzw. Unternehmen des Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (VBN) versorgt:

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Martin Baake: Aus der Vergangenheit und Gegenwart des Dorfes NEUENKIRCHEN. Verlag: Friedrich Pörtner, Bremen/Blumenthal, 1983

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Neuenkirchen (Schwanewede) – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Daten und Fakten: Einwohnerzahlen und Flächengrößen der einzelnen Ortschaften. In: Internetseite der Gemeinde Schwanewede. 30. Juni 2018, abgerufen am 13. März 2019.
  2. Informationen zu den verschiedenen Lagern in Bremen-Farge und Schwanewede. In: Relikte.com. Abgerufen am 13. August 2018.
  3. Dokumentations- und Lernort „Baracke Wilhelmine“: Vom NS-Barackenlager zum Hospital. In: Heimat-Rundblick. Geschichte, Kultur, Natur. Nr. 100, 1/2012 (Frühjahr 2012). Druckerpresse-Verlag, ISSN 2191-4257, S. 26–27.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 244.
  5. a b Neuenkirchen – Ratsmitglieder der SPD. (Memento vom 5. September 2017 im Internet Archive) In: Internetseite SPD Schwanewede. Abgerufen am 1. Juni 2017.
  6. Neuenkirchen – Ratsmitglieder der CDU. In: Internetseite CDU Schwanewede. Abgerufen am 1. Juni 2017.
  7. Neuenkirchen – Ratsmitglieder der Wählergemeinschaft Schwanewede. In: Internetseite WG Schwanewede. Abgerufen am 1. Juni 2017.
  8. Landkreis Wesermünde (Hrsg.): Wappen des Landkreises Wesermünde. Grassé Offset Verlag, Bremerhaven/Wesermünde 1973, ISBN 3-9800318-0-2.
  9. a b Chronik – Wappenentwurf von Albert de Badrihaye. In: Internetseite Heimatfreunde Neuenkirchen von 1960 e. V. Abgerufen am 5. März 2018.
  10. a b Martin Baake: Aus der Vergangenheit und Gegenwart des Dorfes Neuenkirchen. Friedrich Pörtner Verlag, Bremen/Blumenthal 1983 (Wappen entnommen vom Einband/Frontseite).
  11. Wilko Jäger: Wehrhaft und trutzig im Wandel der Zeiten. In: Heimat-Rundblick. Geschichte, Kultur, Natur. Nr. 100, 1/2012 (Frühjahr 2012). Druckerpresse-Verlag, ISSN 2191-4257, S. 28–29.
  12. Dokumentations- und Lernort Baracke Wilhelmine. In: www.baracke-wilhelmine.de. Abgerufen am 13. August 2018.
  13. Dokumentations- und Gedenkstätte Geschichtslehrpfad Lagerstraße/U-Boot-Bunker Valentin e. V. In: www.geschichtslehrpfad.de. Abgerufen am 13. August 2018.