Neuenwalde

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Neuenwalde
Stadt Geestland
Wappen von Neuenwalde
Koordinaten: 53° 40′ 40″ N, 8° 40′ 40″ O
Höhe: 9 m ü. NHN
Fläche: 10,12 km²
Einwohner: 1536 (18. Aug. 2014)
Bevölkerungsdichte: 152 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. März 1974
Eingemeindet nach: Langen
Postleitzahl: 27607
Vorwahl: 04707
Neuenwalde (Niedersachsen)
Neuenwalde

Lage von Neuenwalde in Niedersachsen

Neuenwalde in der Stadt Geestland
Neuenwalde in der Stadt Geestland
Windpark

Neuenwalde (niederdeutsch Niewohl) ist eine Ortschaft in der Stadt Geestland im Landkreis Cuxhaven.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf liegt nordöstlich von Langen sowie zwischen Bremerhaven und Cuxhaven. In Neuenwalde kreuzen sich die Landesstraßen 118 und 119. Westlich befindet sich außerdem die eigene Anschlussstelle an der Bundesautobahn 27. Die Nachbarorte sind Krempel (im Norden), Holßel (im Westen) und Hymendorf (im Süden).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortschaft wurde 1334 erstmals urkundlich erwähnt.[1] Im Jahr 1971 bildeten die Gemeinden Krempel, Holßel, Hymendorf und Neuenwalde die Samtgemeinde Neuenwalde mit selbständigen Mitgliedsgemeinden. Die Samtgemeinde musste jedoch 1974 wieder aufgelöst werden und die Mitgliedsgemeinden wurden am 1. März 1974 der neugebildeten Einheitsgemeinde Langen zugeordnet.[1] Diese schloss sich zum 1. Januar 2015 mit den Gemeinden der Samtgemeinde Bederkesa zur neuen Stadt Geestland zusammen.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsrat von Neuenwalde setzt sich aus einer Ratsfrau und sechs Ratsherren zusammen.[2]

(Stand: Kommunalwahl 11. September 2016)

Ortsbürgermeister/in[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortsbürgermeisterin von Neuenwalde ist Ellen Frank (CDU) und ihr Stellvertreter ist Uwe Barth (CDU).[2]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Entwurf des Neuenwalder Wappens stammt von dem in Belgien geborenen und später in Otterndorf lebenden Heraldiker und Wappenmaler Professor Albert de Badrihaye, der auch schon die Wappen von Hetthorn, Wanhöden, Holte-Spangen und vielen anderen Ortschaften im Landkreis Cuxhaven entworfen hat.[3]

Wappen von Neuenwalde
Wappenbeschreibung: „In Rot auf grünem, mit silbernen Wellenstreifen belegten Schildfuß ein silberner Glockenturm mit goldener Glocke in schwarzem Schallloch, goldenem Tor und goldenem Kreuz auf der Spitze.“[3][4]
Wappenbegründung: Der Glockenturm erinnert an das 1334 nach Neuenwalde verlegte Kloster, das für die Entwicklung des Dorfes die größte Bedeutung hatte. Der silberne Wellenstreifen auf grünem Schildfuß weist auf den Mühlenbach in den Wiesen hin.

Kloster Neuenwalde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Damenstift Neuenwalde

1219 wurde in Midlum am Rande des Geestrückens Hohe Lieth durch die Edelherren von Diepholz auf ihrem Erbgut der Vorläufer des Klosters Neuenwalde gegründet. Die dortigen Benediktinerinnen mussten wegen der Feindschaft mit den Bewohnern des Landes Wursten zweimal umziehen, zunächst 1282 nach Altenwalde und schließlich 1334 nach Neuenwalde.

Um 1571 wurde die Reformation eingeführt. In den Kriegswirren des Dreißigjährigen Krieges ist das Kloster wegen eines nicht eingehaltenen Vertrages der schwedischen Besatzer abgebrannt worden[5]. Der Wiederaufbau ging in dieser schwierigen Zeit nur unter erheblichen Kostenaufwand und sehr langsam voran. Nach dem Krieg erhielt die Ritterschaft des Herzogtums Bremen-Verden das Kloster von den damaligen schwedischen Landesherren unter König Karl XI. Die Absicht war, den unverheirateten Töchtern der Adeligen eine unabhängige Versorgungsstätte als Konventualinnen des Klosters zu bieten. Noch heute wird das Kloster von Konventualinnen und der Priorin bewohnt. Ihre Aufgabe ist es, die gesamte denkmalgeschützte Anlage zu betreuen und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Überwiegend genutzt wird der Gebäudekomplex aufgrund eines Kooperationsvertrages heute vom Evangelischen Bildungszentrum Bad Bederkesa.

Heilig-Kreuz-Kirche

Die Kirche des Klosters ist seit ihrer Gründung auch die Pfarrkirche für die umliegenden Dörfer. Die Kreuzreliquie, der sie geweiht wurde, ist seit 1334 dort erwähnt. Im Jahr 1629 fielen Dach und Inneneinrichtung einem Großbrand zum Opfer. Mit dem Wiederaufbau zwischen 1630 und 1634 erhielt sie ihre heutige Gestalt und einen großen Teil der Inneneinrichtung.

Wüstung Dalem[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Dahlemer Holz – es gehört seit dem Mittelalter zum Grundbesitz des Klosters – hat das Niedersächsische Institut für historische Küstenforschung, Wilhelmshaven, die Wüstung Dalem ausgegraben. Das Dorf bestand vom 7. bis 14. Jahrhundert. Auffällig sind die zum Teil sehr großen, aus gewaltigen Baumstämmen errichteten Häuser.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dirk Behrens: Kloster Neuenwalde: zur Geschichte des ehemaligen Nonnenklosters und heutigen Damenstiftes Neuenwalde, Stade 2008
  • Heinrich Rüther: Urkundenbuch des Kloster Neuenwalde, 1905. Reprint durch die Ev.-luth. Kirchengemeinde Neuenwalde 2005
  • Friedel Dohrmann und Robert Wöbber, Festschrift Neuenwalde 1334–1984, Bremerhaven: Eigenverlag, 1984
  • Heinz Joachim Schulze: Neuenwalde. In: Bayerische Benediktiner-Akademie München, Abt-Herwegen-Institut Maria Laach (Hrsg.): Die Frauenklöster in Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Hamburg. (Germania Benedictina, Bd. 11). Bearbeitet v. Ulrich Faust. St. Ottilien 1984, S. 429–446
  • W. H. Zimmermann 1991: Die früh- bis hochmittelalterliche Wüstung Dalem, Gem. Langen-Neuenwalde, Kr. Cuxhaven. – Archäologische Untersuchungen in einem Dorf des 7.-14. Jh. n. Chr. In: Böhme, H.W. (Hrsg.): Siedlungen und Landesausbau zur Salierzeit 1. In den nördlichen Landschaften des Reiches. Monographien RGZM, Mainz 27, 37-46, Sigmaringen
  • Thomas Sterba, Neues Klösterlexikon. Herder Freiburg 2010, Neuenwalde S. 541

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Neuenwalde – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Ortschaft Neuenwalde. Auf: Internetseite der Stadt Geestland, abgerufen am 1. September 2017.
  2. a b Der Ortsrat von Neuenwalde. Auf: Bürgerinformationssystem der Stadt Geestland, abgerufen am 1. September 2017.
  3. a b Landkreis Wesermünde: Wappen des Landkreises Wesermünde. Verlag: Grassé Offset, Bremerhaven/Wesermünde 1973, ISBN 3-980031-80-2.
  4. Ortschaft Neuenwalde. Auf: GenWiki (Genealogienetz), abgerufen am 3. März 2017.
  5. Niederdeutsches Heimatblatt: Neuenwalder Dienstrolle "des Klosters" entziffert. In: Blatt Nr. 230 vom Februar 1969, S. 3-4, abgerufen am 23. Februar 2017.