Neuerburg

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Dieser Artikel behandelt die Stadt Neuerburg in der Eifel; zu anderen Bedeutungen siehe Neuerburg (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Neuerburg
Neuerburg
Deutschlandkarte, Position der Stadt Neuerburg hervorgehoben
Koordinaten: 50° 1′ N, 6° 18′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Eifelkreis Bitburg-Prüm
Verbandsgemeinde: Südeifel
Höhe: 330 m ü. NHN
Fläche: 10,2 km²
Einwohner: 1500 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 147 Einwohner je km²
Postleitzahl: 54673
Vorwahl: 06564
Kfz-Kennzeichen: BIT, PRÜ
Gemeindeschlüssel: 07 2 32 088
Adresse der Verbandsverwaltung: Pestalozzistraße 7
54673 Neuerburg
Webpräsenz: www.neuerburg-eifel.de
Stadtbürgermeisterin: Anna Kling (CDU)
Lage der Stadt Neuerburg im Eifelkreis Bitburg-Prüm
Bitburg Auw bei Prüm Roth bei Prüm Olzheim Neuendorf Kleinlangenfeld Schwirzheim Büdesheim Wallersheim Fleringen Weinsheim Gondenbrett Sellerich Buchet Oberlascheid Bleialf Mützenich Winterscheid Winterspelt Großlangenfeld Brandscheid Prüm Rommersheim Giesdorf Hersdorf Seiwerath Schönecken Oberlauch Niederlauch Orlenbach Winringen Dingdorf Watzerath Pittenbach Pronsfeld Habscheid Heckhuscheid Matzerath Heisdorf Nimsreuland Lasel Wawern Feuerscheid Nimshuscheid Lützkampen Großkampenberg Kesfeld Üttfeld Euscheid Strickscheid Lünebach Lierfeld Eilscheid Dackscheid Merlscheid Pintesfeld Kinzenburg Waxweiler Manderscheid Lichtenborn Arzfeld Irrhausen Reiff Sengerich Leidenborn Herzfeld Eschfeld Roscheid Harspelt Sevenig (Our) Dahnen Reipeldingen Daleiden Dasburg Preischeid Olmscheid Jucken Kickeshausen Lauperath Krautscheid Oberpierscheid Niederpierscheid Lascheid Hargarten Lambertsberg Mauel Plütscheid Burbach Balesfeld Neuheilenbach Neidenbach Usch Zendscheid Steinborn Sankt Thomas Malbergweich Malberg (Eifel) Kyllburgweiler Seinsfeld Oberkail Gransdorf Gindorf Pickließem Orsfeld Kyllburg Etteldorf Wilsecker Badem Sefferweich Seffern Schleid Heilenbach Ehlenz Oberweiler Bickendorf Nattenheim Fließem Rittersdorf (Eifel) Ließem Niederweiler Biersdorf am See Wiersdorf Wißmannsdorf Hamm (Eifel) Echtershausen Brecht Feilsdorf Hütterscheid Baustert Brimingen Hisel Mülbach Oberweis Bettingen (Eifel) Olsdorf Wettlingen Stockem Halsdorf Enzen Dudeldorf Gondorf Metterich Hüttingen an der Kyll Röhl Scharfbillig Sülm Dahlem Trimport Idenheim Idesheim Meckel Eßlingen Oberstedem Niederstedem Wolsfeld Dockendorf Ingendorf Messerich Birtlingen Altscheid Berkoth Nusbaum Biesdorf Kruchten Hommerdingen Hüttingen bei Lahr Mettendorf Niehl Burg Lahr Geichlingen Körperich Roth an der Our Gentingen Ammeldingen an der Our Berscheid Bauler Waldhof-Falkenstein Keppeshausen Rodershausen Gemünd Sevenig bei Neuerburg Affler Dauwelshausen Scheitenkorb Nasingen Muxerath Obergeckler Niedergeckler Sinspelt Niederraden Koxhausen Herbstmühle Karlshausen Zweifelscheid Leimbach Emmelbaum Ammeldingen bei Neuerburg Heilbach Uppershausen Plascheid Hütten Neuerburg Scheuern Fischbach-Oberraden Utscheid Weidingen Übereisenbach Wallendorf Bollendorf Echternacherbrück Ernzen Ferschweiler Minden Menningen Eisenach Gilzem Kaschenbach Niederweis Irrel Prümzurlay Alsdorf Holsthum Peffingen Schankweiler Spangdahlem Herforst Beilingen Philippsheim Speicher (Eifel) Preist Orenhofen Auw an der Kyll Hosten Nordrhein-Westfalen Belgien Luxemburg Trier Landkreis Trier-Saarburg Landkreis Vulkaneifel Landkreis Bernkastel-WittlichKarte
Über dieses Bild

Die Stadt Neuerburg (dialektal: „Neierbuersch“) ist eine Stadt im Eifelkreis Bitburg-Prüm in Rheinland-Pfalz. Sie ist Verwaltungssitz der Verbandsgemeinde Südeifel, der sie auch angehört. Neuerburg ist ein staatlich anerkannter Luftkurort und gemäß Landesplanung als Mittelzentrum ausgewiesen.[2]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neuerburg von Osten mit Pfarrhaus, Burg und Kirche

Neuerburg liegt im Tal der Enz und an den waldreichen Hängen der aus Schieferfels bestehenden umliegenden Berge in der westlichen Eifel. Über der Stadt auf einem Bergsporn befindet sich die namengebende Neuerburg.

Zu Neuerburg gehören auch die Wohnplätze Daudistel, Funkhaus, Görgenhof, Hasenhof, In der Enz, Johanneshof, Kreuzdellhof und Latersbach.[3]

Die „Bierstadt“ Bitburg liegt 25 km südöstlich von Neuerburg, 54 km südlich liegt Trier. 17 km westlich beginnt das Großherzogtum Luxemburg.

Stadtbild und Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Nikolaus mit Glockenturm, früher Torturm

Kleinere Häuser und verwinkelte Gassen prägen das Stadtbild. Auf einem Felsen ragt die 500-jährige spätgotische Pfarrkirche Sankt Nikolaus hervor. Darüber befindet sich das einstige Vogtgebäude, heute Pfarrhaus, mit dem zur Stadtmauer gehörenden Rundturm, sowie die zum Teil restaurierten Reste der einstigen Burganlage unbekannten Ursprungs. Der Ort konnte Teile seines mittelalterlichen Charakters bewahren.

Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort im Jahre 1332 in einer Stadtrechtsurkunde. Friedrich, Herr zu Brandenburg (Luxemburg) und Neuerburg, besiegelte den Einwohnern des Ortes die Freiheitsrechte.[4] Die Burganlage selbst geht ins 12. Jahrhundert zurück, als die Lehnsherren der Grafschaft Vianden tributpflichtig waren.

Das Pfarrhaus mit Turm der ehemaligen Stadtmauer

Der Eingang zum Burgfried, ein mächtiger Torturm, dient seit alters her als Glockenturm der Kirche.

1692 ließen Truppen des Königs Ludwig XIV. im Pfälzischen Erbfolgekrieg die gesamte Stadtbefestigung, Mauern, Burg und 16 Türme, die zum Teil als Halbtürme in Hufeisenform errichtet waren, schleifen. Mit der Besetzung des linken Rheinufers 1794 durch französische Revolutionstruppen wurde der Ort französisch, 1815 wurde er auf dem Wiener Kongress dem Königreich Preußen zugeordnet. Nach einem Stadtbrand im Jahr 1818 nutzten die Menschen Steine aus der Stadtmauer zum Häuserbau. Nach dem Ersten Weltkrieg zeitweise französisch besetzt, ist der Ort seit 1946 Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung:„In Silber (Weiß) gespalten; vorn, ein rotes Gitter belegt mit einem silbernen (weißen) Schildchen, im Ganzen überdeckt mit einem schwarzen Schrägfaden, hinten ein dreizinniger roter Turm mit offenem Tor.“

Aus der Zeit der Stadtgründung (1332) stammt das älteste Siegel der Stadt, aus dem das heutige Wappen abgeleitet wurde. Der Turm steht redend für den Ortsnamen und erinnert ebenso an die ehemalige Befestigung, der Neuerburg. Die vordere Hälfte war gleichzeitig das Wappen des Grafen Friedrich III. von Vianden.[5]

Statistik zur Einwohnerentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl der Stadt Neuerburg, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2]

Jahr Einwohner
1815 1.501
1835 1.867
1871 1.532
1905 1.582
1939 1.545
Jahr Einwohner
1950 1.590
1961 1.548
1970 1.482
1987 1.599
2005 1.535

Stadtrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stadtrat in Neuerburg besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und der ehrenamtlichen Stadtbürgermeisterin als Vorsitzender.

Die Sitzverteilung im Stadtrat:[6]

Wahl SPD CDU WGR 1 WGR 2 Gesamt
2014 7 9 16 Sitze
2009 5 7 2 2 16 Sitze
2004 3 9 4 16 Sitze

Sehenswertes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brunnen am Marktplatz
  • Burg mit Wehranlagen. 1926 übernahm der Jugendbund Neudeutschland die zerfallenen Reste und gestaltete sie zur Jugendherberge aus.
  • Schwarzbildchen. Eine 46 cm große Holzfigur in einer 700-jährigen Eichenbaumruine, gestiftet von Kuno von Falkenstein wurde zum Wallfahrtbild. Sie ähnelt der Schwarzen Muttergottes von Altötting.
  • Pestkreuz. Das am Schaft reich verzierte Pestkreuz, ein Nischenkreuz, erinnert an die Seuchen der Stadt, zuletzt im Jahre 1636.
  • Eligiuskapelle. Die Kapelle aus dem Jahr 1437 und der Eligiusbrunnen erinnern an den Hl. Eligius.
  • Marktbrunnen. Die neuere Arbeit des Aachener Künstlers Bonifacius Stirnberg aus Bronze zeigt Vereinsleben und traditionelle Handwerkskünste der Stadt.

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Neuerburg

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Tuchweben und in am Fluss angesiedelten Gerbereien verdienten Arbeiter noch um 1900 ihren Unterhalt. Auch Fuhrleute, Handwerker und Tagelöhner bei umliegenden Bauern waren Berufe, denen die Bevölkerung nachging.

Durch den Bau der Eisenbahnlinie seitens des preußischen Staates im Jahre 1907 erbaut, erhoffte man sich Aufschwung. Doch die Linie diente eher militärstrategischen Zwecken. Große wirtschaftliche Bedeutung erlangte sie nicht, und so wurde ihr Betrieb nach kaum mehr als fünfzig Jahren wieder eingestellt. Heute lebt ein Großteil der Einwohner vom wachsenden Fremdenverkehr.

Eifel-Gymnasium[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Staatliche Eifel-Gymnasium (kurz SEG) mit anliegendem Internat hat etwa 400 Schüler, die aus den umliegenden Dörfern mit Schulbussen oder mit dem Auto zur Schule kommen oder den kurzen Weg vom Internat nehmen.

Doch legen hier seit 1976 nicht nur die Einheimischen ihr Abitur ab. Die Schule ist ebenfalls bekannt als eine, in der auch deutsch lernende Aussiedler, hauptsächlich aus Russland, aber auch aus Polen oder den GUS-Staaten, ihre Schullaufbahn in Deutschland mit dem Erlangen des Abiturs beenden möchten. Diese Aussiedler verbringen ihre Zeit hauptsächlich im nebenliegenden Internat, in dem zurzeit etwa die Hälfte der Schulgänger wohnt. Sie absolvieren einen halbjährigen Sprachkurs und gelangen dann, sofern sie ihn bestanden haben, in die halb- bis einjährige Aufbauklasse, in der sie mit dem sie erwartenden Stoff der Oberstufe vertraut gemacht werden und den notwendigen Wissensstand vermittelt bekommen.

Das Internatsgelände besteht aus drei Gebäuden:

  • dem Jungeninternat,
  • der Kantine mit Küche und Verwaltungsgebäude und
  • dem Mädcheninternat.

In den Internaten gibt es diverse Freizeitmöglichkeiten. Es wird sehr viel Wert auf Toleranz und Akzeptanz gelegt, da diese Werte bei einer so unterschiedlichen Schülerschaft wichtig sind.

In der Region ebenfalls sehr bekannt ist die Reihe Vorlesungen in der Bibliothek, in deren Rahmen regelmäßig Vorträge von Lehrern, Professoren oder bekannten Autoren im Atrium oder in der Schulbibliothek gehalten werden.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Theis: Stadtbefestigung des mittelalterlichen Neuerburg. 1955.
  • Neuerburg, 650 Jahre Stadt, herausgegeben von der Stadt Neuerburg, 1983.
  • Leonhard Palzkill: Wanderungen im deutsch-luxemburgischen Grenzraum. Neuerburg, 2006.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Neuerburg – Sammlung von Bildern
  • Stadt Neuerburg
  • Einträge zu allen Kulturgütern der Stadt Neuerburg in der Datenbank der Kulturgüter in der Region Trier

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2014 (Hilfe dazu).
  2. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile 2010, Seite 66 (PDF; 2,3 MB)
  4. Bernard Graf: Beitrag zur Geschichte des Schlosses und der Herrschaft Brandenburg. Schroell, Diekirch 1861, S. 8.
  5. Stadler, Klemens; Deutsche Wappen; Band 2, Bremen 1966; S. 47
  6. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen