Neuerkirch

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Neuerkirch
Neuerkirch
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Neuerkirch hervorgehoben
50.0141666666677.4916666666667359Koordinaten: 50° 1′ N, 7° 30′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Rhein-Hunsrück-Kreis
Verbandsgemeinde: Simmern/Hunsrück
Höhe: 359 m ü. NHN
Fläche: 5,28 km²
Einwohner: 290 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 55 Einwohner je km²
Postleitzahl: 55471
Vorwahl: 06761
Kfz-Kennzeichen: SIM, GOA
Gemeindeschlüssel: 07 1 40 101
Adresse der Verbandsverwaltung: Brühlstraße 2
55469 Simmern/Hunsrück
Webpräsenz: www.neuerkirch.de
Ortsbürgermeister: Volker Wichter
Lage der Ortsgemeinde Neuerkirch im Rhein-Hunsrück-Kreis
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Über dieses Bild
Neuerkirch von oben, fotografiert aus westlicher Richtung. Gut sichtbar der Schinderhannes-Radweg

Neuerkirch ist eine Ortsgemeinde inmitten der Mittelgebirgslandschaft des Hunsrücks im Rhein-Hunsrück-Kreis in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Simmern/Hunsrück an.

Geographie[Bearbeiten]

Neuerkirch liegt zentral im Hunsrück zwischen Simmern und Kastellaun, direkt am Schinderhannes-Radweg auf einer mittleren Meereshöhe von 360 m über NN. Die landwirtschaftliche Fläche umfasst 250 ha, die Waldfläche 200 ha. Der Külzbach durchfließt das Dorf, früher galt der Bach auch als politische Grenze zwischen zwei ursprünglich selbstständigen Dörfern Neuerkirch diesseits und Neuerkirch jenseits. Die Ortsgemeinde Neuerkirch betreibt im Verbund mit vier weiteren Gemeinden einen Kindergarten mit Standort im benachbarten Alterkülz.

Nachbarorte[Bearbeiten]

Alterkülz Laubach Horn
Michelbach Nachbargemeinden Klosterkumbd
Fronhofen Külz und Keidelheim Kümbdchen und Simmern

Geschichte[Bearbeiten]

Bodenfunde aus der jüngeren Steinzeit berichten von einer Ansiedlung an der Stelle des Dorfes. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte im Jahre 1302. Neuerkirch jenseits des Külzbaches gehörte lange zum Herzogtum Pfalz-Zweibrücken, Neuerkirch diesseits des Külzbaches zu Pfalz-Simmern und Kurpfalz. Mit der Besetzung des linken Rheinufers 1794 durch französische Revolutionstruppen wurde Neuerkirch französisch, 1815 wurde Neuerkirch auf dem Wiener Kongress dem Königreich Preußen zugeordnet. Bis 1938 bestand Neuerkirch diesseits und jenseits des Külzbaches aus zwei getrennten Gemeinden. Nach dem Ersten Weltkrieg zeitweise wieder französisch besetzt, ist der Ort seit 1946 Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz.

Die Ortsgemeinde betreibt seit Juni 1989 das Kulturhistorische Museum. Der Kern des Museums geht auf die Sammlung des Hunsrückmuseums in Simmern zurück. Nach dreijähriger Vorbereitungsphase wurde es eröffnet und der Bevölkerung zugänglich gemacht. Ziel des Museums ist es, bäuerliche Arbeitsgeräte und Maschinen, alte handwerkliche Berufe und deren Erzeugnisse sowie die dörfliche Wohnkultur vergangener Zeiten zu dokumentieren. Eine erhebliche Erweiterung erfuhr sie durch die Bereitschaft der Hunsrückbevölkerung, dem Museum Gegenstände der historischen Dorfkultur für Ausstellungszwecke zur Verfügung zu stellen. Die Wohn- und Wirtschaftsgebäude, in denen das Museum untergebracht ist, gehören der Ortsgemeinde Neuerkirch.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Neuerkirch besteht aus sechs Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.[2]

Wappen[Bearbeiten]

1979 beschloss der Gemeinderat die Einführung eines Gemeindewappens. Der vordere Schildteil verweist auf die ehemalige Zugehörigkeit von Neuerkirch jenseits zum Herzogtum Zweibrücken (Amt Kastellaun). Der Wellenbalken ist ein Hinweis auf den Külzbach, der Neuerkirch in zwei Ortsteile trennt. Die Kirche deutet redend den Ortsnamen, Hammer und Schlägel nehmen Bezug auf die Silberschmelze an der Gemarkungsgrenze.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Bis ins 19. Jahrhundert prägte unter anderem der Erz-, Zink-, Eisen- und Silberbergbau sowie die Verarbeitung der Bodenschätze die Wirtschaft in Neuerkirch, wobei der Abbau und die Verhüttung auf der Gemarkung der Nachbargemeinde Alterkülz stattfanden. Von der Grube Eid sind heute noch Abraumhalden erhalten. Geblieben sind lediglich Hinweise im Ortswappen und wenige Bergbauunikate im Museum.

Neuerkirch liegt an der Trasse der ehemaligen Hunsrückbahn, die Simmern und Boppard verband. Das Dorf konnte den direkt an der Ortsgrenze zu Külz liegenden Bahnhof Külz nutzen, der nach der Stilllegung der Strecke abgetragen wurde. Heute verläuft der touristisch stark genutzte Schinderhannes-Radweg auf der umgebauten Bahntrasse.

Die ehemals dominierende Landwirtschaft ist fast vollständig verschwunden, sodass in diesem Bereich nur noch ein Vollerwerbsbetrieb und mehrere Nebenerwerbsbetriebe übrig geblieben sind.

Daneben bieten ein Zimmerei- und Kranunternehmen, ein Metallbauunternehmen, ein Bauunternehmen, eine Bauernküche, eine Schreinerei, ein Textilhaus, zwei Versicherungsagenturen und eine Tierarztpraxis Arbeitsplätze im Dorf an. Die übrigen Erwerbstätigen pendeln zu Arbeitsstätten außerhalb von Neuerkirch.

Die Projektentwicklungsgesellschaft juwi betreibt seit 2011 den Windpark Neuerkirch mit acht Windkraftanlagen des Typs Enercon E-82 auf dem nordöstlich von Neuerkich gelegenen Höhenzug. Eine weitere Anlage vom Typ Repower 3.2M114 mit einer Leistung von 3,14 MW ist beantragt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Das kulturelle Leben wird von drei Vereinen geprägt. Am 2. Sonntag im Juli findet der traditionelle Kunsthandwerker- und Bauernmarkt im historischen Ortskern statt. Im Museum und auf dem Museumsvorplatz sorgt der Trägerverein zusammen mit Partnerorganisationen für ein abwechslungsreiches Kulturangebot unter Anderem mit Oldtimer-Show und Open-Air-Kino.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Gustav Schellack, Willi Wagner: Neuerkirch ein Dorf im Hunsrück – Vergangenheit und Gegenwart; Schriftenreihe des Hunsrücker Geschichtsvereins, 17; Neuerkirch 1986

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Neuerkirch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2009, Stadt- und Gemeinderatswahlen