Neues vom Hexer

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Filmdaten
Originaltitel Neues vom Hexer
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Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 1965
Länge 91 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Alfred Vohrer
(Will Tremper)
Drehbuch Herbert Reinecker
Produktion Horst Wendlandt
Musik Peter Thomas
Kamera Karl Löb
Schnitt Jutta Hering
Besetzung

Neues vom Hexer ist ein deutscher Kriminalfilm des Regisseurs Alfred Vohrer und der 23. deutschsprachige Edgar-Wallace-Film der Nachkriegszeit. Der Film, der auf dem Roman „Neues vom Hexer“ (Originaltitel: Again the Ringer) von Edgar Wallace basiert, wurde am 4. Juni 1965 im Passage-Kino in Saarbrücken uraufgeführt.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der vermögende Lord Curtain wird von seinem Neffen Archie Moore unter Beihilfe des Butlers Edwards umgebracht. Am Tatort findet Inspektor Wesby (von Sir John als Vertretung für Inspektor Higgins rekrutiert) eine vermeintliche Visitenkarte des „Hexers“. Dieser befindet sich wieder in Australien. Er reist mit seiner Frau Cora-Ann und Butler Finch nach London, um den Fall aufzuklären und sich vom Mordverdacht zu befreien, denn es wurde eine Gerichtsverhandlung mit ihm als Angeklagten in Abwesenheit angesetzt. Einen ersten Eindruck seiner Fähigkeiten hinterlässt der „Hexer“, als er die Stelle eines beisitzenden Richters einnimmt und ein Tonbandgerät aus einem Versteck am Tatort abspielen lässt, mit dem die Täter eine falsche Spur legen wollten.

Im Hause Curtain geschieht ein weiterer Mord, dem Lady Curtain zum Opfer fällt. Kurz darauf wird Archie Moore tot aufgefunden. Inspektor Wesby, vormals auf der Jagd nach Arthur Milton, ist von dessen Unschuld überzeugt und legt Sir John eine Zusammenarbeit mit dem „Hexer“ nahe. Sir John schlägt Cora-Ann Milton die Einstellung der Verfolgung ihres Gatten für die Dauer der Mithilfe in diesem Fall vor.

Auf die nun nächsten Verwandten des Toten, Margie Fielding und dem Kind Charles, werden Mordanschläge verübt. im letzten Moment werden deren Leben von Inspektor Wesby, der Edwards erschießt, und vom „Hexer“ gerettet. Dieser kann auch den Tod seines Butlers bei der Verfolgung des Rechtsanwalts Bailey verhindern. Kurz darauf ist auch Bailey tot.

Charles wird trotz Polizeibewachung entführt. Lady Aston, die Schwester von Lady Curtain, gesteht, die Stimme, mit der Edwards beim Mordanschlag per Funk in Kontakt war, als die von Philip Curtain, dem totgeglaubten Bruder von Lord Curtain, erkannt zu haben. Als Philip Curtain, nach einer Täuschung mittels einer Maske des „Hexers“, Margie Fielding erneut umzubringen versucht, ist der Verwandlungskünstler abermals zur Stelle und erschießt den Drahtzieher der Verbrechen. Als das australische Trio den Flughafen erreichen will, wird es von Wesby hinters Licht geführt und festgehalten.

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Knappe Szenen mit pistolenschußartigen Pointen, witzige Details ohne Rücksicht auf Substanzverlust, der völlige Mangel an mörderischem Bierernst und simpelster Logik - ein makabres Feuerwerk in Friedhofsnähe.“

Münchner Merkur, 8. Juni 1965

„Zweifellos wäre aus diesem Stoff mehr herauszuholen gewesen: Allzuoft verläßt sich Vohrer, mangels optischer Einfälle, auf ziemlich plumpe Transfokator-Fahrten und läßt, statt der brutalen, realistischen Bilder, die hier am Platz gewesen wären, gefällige Tableaux photographieren; allzuoft weicht er auf Unwahrscheinlichkeiten und Banalitäten aus. Insgesamt jedoch scheinen die Beteiligten mit weit mehr Interesse und Ambitionen als sonst bei der Sache gewesen zu sein.“

Süddeutsche Zeitung, 8. Juni 1965

„Die gewohnten Gesichter […] in der gewohnten Rollenverteilung treiben ein munter-unheimliches Spiel mit Masken: Man verbirgt sich hinter Masken, Masken werden entlarvt und Masken führen schließlich zum überraschenden, aber guten Ende. Die Unglaubwürdigkeiten in diesem rasant ablaufenden Durcheinander verzeiht man nur allzu gern, weil es unmöglich ist, von diesen zwei Stunden nicht gefesselt zu sein.“

Hamburger Abendblatt, 12. Juni 1965[1]

„Deutsche Wallace-Verfilmung über dem Durchschnitt. Ab 16 geeignet.“

„Spannender, turbulenter Wallace-Krimi, der ohne Brutalitäten auskommt.“

„Amüsante Fortsetzung des Kultkrimis.“

„Alle Zutaten eines Top-Wallace-Krimis.“

„Erneut bietet ein Edgar Wallace-Film spannende und packende Unterhaltung bis zum Schluss.“

Moviesection.de[4]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Berliner Westhafen entstanden zahlreiche Aufnahmen für den Film
  • Herbert Reinecker, der das Drehbuch zum Film „Der Hexer“ verfasste, schrieb auch das Drehbuch zu dessen Fortsetzung.
  • Gedreht wurde vom 15. März bis 27. April 1965 in West-Berlin. Die Außenaufnahmen fanden unter anderem auf der Pfaueninsel und am Westhafen statt. Die London-Aufnahmen stammten aus dem Archiv. Die Außenansicht der Windmühle stammte aus dem Film „Die Gruft mit dem Rätselschloß“. Die Innenaufnahmen drehte man in den Studios der CCC-Film im Berliner Bezirk Spandau.
  • Wegen einer Erkrankung von Regisseur Alfred Vohrer übernahm zeitweise Will Tremper die Regie.
  • Brigitte Horney und Hubert von Meyerinck wirkten erstmals in einem Film der Wallace-Reihe mit.
  • Teddy Naumann ist der Sohn des Dompteurs Heinz Naumann.
  • Der Film wurde von der FSK ohne Kürzungsauflagen ab 16 Jahren freigegeben. Im Fernsehen wurde er zunächst in einer gekürzten Fassung ausgestrahlt. 1991 folgte die Freigabe der gekürzten Version ab 12 Jahren. Inzwischen wurde der Film in der originalen Kinofassung veröffentlicht und wiederum ab 16 Jahren freigegeben.
  • Die am Ende des Films angekündigte Fortsetzung sollte Der Bucklige von Soho sein, der in der fertigen Fassung nicht vom „Hexer“ handelt.
  • Der Titel wurde 2007 durch den Film Neues vom WiXXer parodiert.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Edgar Wallace: Neues vom Hexer. Deutsche Übersetzung. Goldmann Verlag, München 2001, ISBN 3-442-05297-1.
  • Joachim Kramp, Jürgen Wehnert: Das Edgar Wallace Lexikon. Leben, Werk, Filme. Es ist unmöglich, von Edgar Wallace nicht gefesselt zu sein! Verlag Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2004, ISBN 3-89602-508-2.
  • Joachim Kramp: Hallo! Hier spricht Edgar Wallace. Die Geschichte der legendären deutschen Kriminalfilmserie von 1959–1972. 3. Auflage. Verlag Schwarzkopf und Schwarzkopf, Berlin 2005, ISBN 3-89602-645-3.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Neues vom Hexer. In: Hamburger Abendblatt. 12. Juni 1965, S. 10 (PDF-Datei; 2,2 MB).
  2. Evangelischer Presseverband München, Kritik Nr. 221/1965.
  3. Neues vom Hexer. In: Lexikon des internationalen Films. Zweitausendeins, abgerufen am 2. März 2017.
  4. Filmkritik von Thomas Ays bei moviesection.de