Neuhütten (Hochwald)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Neuhütten
Neuhütten (Hochwald)
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Neuhütten hervorgehoben
Koordinaten: 49° 38′ N, 7° 1′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Trier-Saarburg
Verbandsgemeinde: Hermeskeil
Höhe: 580 m ü. NHN
Fläche: 10,5 km2
Einwohner: 768 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 73 Einwohner je km2
Postleitzahl: 54422
Vorwahl: 06503
Kfz-Kennzeichen: TR, SAB
Gemeindeschlüssel: 07 2 35 093
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Langer Markt 17
54411 Hermeskeil
Webpräsenz: www.neuhuetten-hochwald.de
Ortsbürgermeister: Peter Kretz
Lage der Ortsgemeinde Neuhütten im Landkreis Trier-Saarburg
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Über dieses Bild

Neuhütten im Hunsrück ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Trier-Saarburg in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Hermeskeil an.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Neuhütten liegt im Schwarzwälder Hochwald an den westlichen Ausläufern des Hunsrücks. Der Allbach bei Neuhütten speist zusammen mit der Prims die Primstalsperre. Der Sandkopf (757 m) bei Neuhütten-Muhl ist der höchste Berg im Landkreis Trier-Saarburg.

Ortsteile sind Neuhütten, Muhl, Schmelz und Zinsershütten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neuhütten mit seinen heutigen Ortsteilen gehörte bis zum Ende des 18. Jahrhunderts zum sponheimischen Lehen Züsch. Neuhütten bildete schon damals zusammen mit Schmelz und Zinsershütten eine gemeinsame Gemarkung, die eine Fläche von 611 Hektar umfasste. Im Jahr 1790 hatte das Dorf Neuhütten 100 Einwohner, Schmelz 164 Einwohner und Zinsershütten 127 Einwohner.[2]

Im Jahr 1794 wurde das Linke Rheinufer von französischen Revolutionstruppen eingenommen. Im Jahre 1797 verweilte in Muhl der als Schinderhannes bekanntgewordene Johannes Bückler bei der Witwe Dupré.[3] Von 1798 bis 1814 gehörte Neuhütten zum Kanton Hermeskeil im Saardepartement. Aufgrund der auf dem Wiener Kongress (1815) getroffenen Vereinbarungen kam die Region zum Königreich Preußen. Die Gemeinde war der Bürgermeisterei Hermeskeil im 1816 errichteten Landkreis Trier zugeordnet und gehörte von 1822 bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs zur Rheinprovinz. Seit 1946 ist Neuhütten Teil des Landes Rheinland-Pfalz.

Am 10. März 1966 ging im Wald beim Forsthaus Neuhof nur fünf Jahre nach seiner Indienststellung der 50. Starfighter der Bundeswehr verloren. Am Morgen war der 28-jährige Pilot Feldwebel Horst Stüber mit seiner F 104 „Starfighter“ beim Fliegerhorst des Jagdbombergeschwaders 33 in Büchel/Eifel zu einem Übungsflug in Tiefflughöhe nach Frankreich gestartet. Kurz vor 14 Uhr stürzte die Maschine unterhalb des Tirolerkopfes in ein Waldstück. Die spätere Untersuchung ergab, dass der sogenannte „Kicker“, eine Automatik gegen zu starkes Aufbäumen des Flugzeuges, dem Piloten den Steuerknüppel förmlich aus der Hand geschlagen und das Flugzeug zu Boden gedrückt hatte. Nachdem Stüber sich am 10. März geraume Zeit nicht mehr gemeldet hatte, begannen Sucharbeiten, die jedoch bei einbrechender Dunkelheit beendet wurden. Erst am nächsten Tag entdeckte ein Entstörtrupp des RWE die zerschellte Maschine, die im Zuge des Absturzes die Stromleitung zum Forsthaus Neuhof beschädigt hatte. Die Reste der Maschine waren über 600 Meter verstreut. Auch heute noch werden an der Stelle immer wieder Flugzeugteile gefunden.

Am 7. November 1970 wurde der Gebietsteil Muhl mit 150 Einwohnern aus der Gemeinde Börfink nach Neuhütten umgemeindet.[4]

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Neuhütten bezogen auf das heutige Gemeindegebiet; die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[5]

Jahr Einwohner
1815 478
1835 677
1871 586
1905 578
1939 847
Jahr Einwohner
1950 840
1961 836
1970 873
1987 841
2005 808

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Neuhütten besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[6]

Wahl SPD CDU WGR Gesamt
2014 1 11 12 Sitze
2009 1 11 12 Sitze
2004 per Mehrheitswahl 12 Sitze

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappenbeschreibung: „Über gekürzter eingeschweifter silberner Spitze, darin ein schwarzer Schmelzofen mit rotem Abstich und oben herausschlagender roter Flamme, in Grün zwei goldene Hirschstangen zwei silberne Häuschen mit goldenem Dach einschließend“.

Wappenbegründung: Der Ort geht auf eine Ende des 17. Jahrhunderts gegründete Eisenhütte zurück. Nach 1760 wurde eine zunächst „Maltets-Baracken“, später „neue Hütten“ genannte Siedlung zwischen den beiden heutigen Ortsteilen eingerichtet. Der Schmelzofen im Schildfuß steht zur Erinnerung an die Gründung des Ortes. Die beiden Häuschen stehen als redendes Wappenbild für Neuhütten und den hinzugekommenen Ortsteil Muhl. Die beiden goldenen Hirschstangen sind Hinweis auf den Wald- und Wildreichtum der Gemeinde.[7]

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Neuhütten (Hochwald) – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Wilhelm Fabricius: Erläuterungen zum Geschichtlichen Atlas der Rheinprovinz. Die Karte von 1789. (2. Band), Bonn 1898. S. 456.
  3. Infotafel im Schinderhannesturm in Simmern
  4. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006. Seite 189, (PDF; 2,6 MB).
  5. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten.
  6. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  7. Wappenbeschreibung auf den Seiten der Verbandsgemeinde Hermeskeil