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Neuhaus am Inn

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Wappen Deutschlandkarte
Neuhaus am Inn
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Neuhaus a.Inn hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 48° 28′ N, 13° 25′ OKoordinaten: 48° 28′ N, 13° 25′ O
Bundesland:Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Passau
Höhe: 323 m ü. NHN
Fläche: 31,07 km²
Einwohner: 3433 (31. Dez. 2025)[1]
Bevölkerungsdichte: 110 Einwohner je km²
Postleitzahl: 94152
Vorwahl: 08503
Kfz-Kennzeichen: PA
Gemeindeschlüssel: 09 2 75 134
Gemeindegliederung: 19 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Klosterstr. 1
94152 Neuhaus a.Inn
Website: www.neuhaus-inn.de
Erster Bürgermeister: Stephan Dorn (CSU)
Lage der Gemeinde Neuhaus a.Inn im Landkreis Passau
KarteLandkreis_DeggendorfLandkreis_Rottal-InnLandkreis_Freyung-GrafenauPassauWitzmannsbergWindorfWegscheidVilshofen an der DonauUntergriesbachTittlingTiefenbach (bei Passau)ThyrnauTettenweisSonnenSalzwegRuhstorf an der RottRudertingRotthalmünsterPockingOrtenburgObernzellNeukirchen vorm WaldNeuhaus am InnNeuburg am InnMalchingKößlarnKirchham (Landkreis Passau)HutthurmHofkirchen (Donau)HauzenbergHaarbachBad Griesbach im RottalFürstenzellFürstensteinEging am SeeBüchlbergBreitenberg (Niederbayern)BeutelsbachBad FüssingAldersbachAidenbachAicha vorm WaldÖsterreich
Karte
Rathaus
Die Pfarrkirche St. Severin
Bauernhof in Niederschärding

Neuhaus am Inn (amtlich: Neuhaus a.Inn) ist eine Gemeinde und ein Dorf im niederbayerischen Landkreis Passau.

Geografische Lage

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Neuhaus am Inn liegt in der Region Donau-Wald direkt gegenüber der oberösterreichischen Stadt Schärding, welche über zwei Innbrücken erreichbar ist. Mit Schärding bildet die Gemeinde Neuhaus das gemeinsame grenzüberschreitende Mittelzentrum Neuhaus-Schärding. In 4 km Entfernung besteht auf Neuhauser Gemeindegebiet Anschluss an die A 3 (Ausfahrt Pocking). Die Autobahnbrücke nach Österreich ist zudem die Gemeindegrenze zwischen Neuhaus am Inn und Suben. Die direkt am Ort vorbeiführende B 512 bietet über die mittlerweile zur Landesstraße St 2110 herabgestufte B 12 Anbindung an die 17 km entfernte Dreiflüssestadt Passau sowie in Gegenrichtung über die B 12 und A 94 an die 160 km entfernte Landeshauptstadt München. Zukünftig soll diese unfallträchtige Strecke durch die in Bau befindliche A 94 zwischen München und der Anschlussstelle Pocking abgelöst werden. Südlich von Neuhaus führt die Straße St 2110 über die denkmalgeschützte hölzerne, mittlerweile für den Kfz-Verkehr dauerhaft voll gesperrte Rottbrücke bei Weihmörting nach Mittich. Derzeit wird die historische Brücke restauriert und für den Fußgänger- und Radverkehr versetzt wieder eingesetzt. An der bisherigen Stelle der historischen Brücke entsteht bis 2027 eine Bogenbrücke für den motorisierten Verkehr. Im Gemeindegebiet liegt das Inn-Kraftwerk Schärding-Neuhaus der ÖBK, das im Oktober 1961 nach dreijähriger Bauzeit in Betrieb ging. In der Nachbargemeinde Ruhstorf an der Rott, Gemeindeteil Sulzbach am Inn befindet sich ein Bahnhof an der Bahnstrecke Passau–Neumarkt-Sankt Veit. Der nächstgelegene Bahnhof mit Anschluss an den Fernverkehr ist in Schärding oder in Passau.

Nachbargemeinden

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Gemeindegliederung

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Es gibt 19 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[2][3]

Es gibt die Gemarkungen Mittich, Neuhaus a.Inn, Vornbach und Eglsee.

Bis zur Gemeindegründung

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In römischer Zeit gehörte das Gebiet um Neuhaus am Inn zur Provinz Raetia. Im Jahr 1808 wurden in der Ortschaft Weihmörting mehrere Römersteine gefunden,[4] die sich heute im Landshut-Museum befinden.

In der Frühen Neuzeit war der Ort Neuhaus am Inn Teil des Kurfürstentums Bayern und bildete eine geschlossene Hofmark. Mit dem Frieden von Teschen 1779 kamen die östlich des Inn gelegenen Gebiete des Kurfürstentums Bayern als „Innviertel“ zu Österreich. Dies hatte auch Auswirkungen auf Neuhaus, da der Untere Inn, der bis dahin in erster Linie ein Handelsweg innerhalb Bayerns gewesen war, damit zum Grenzfluss zwischen Bayern und Österreich ob der Enns wurde. Besonders die wichtigen wirtschaftlichen Beziehungen zu der am gegenüberliegenden Flussufer liegenden Stadt Schärding erlitten dadurch einen starken Einbruch. Die geschlossene Hofmark Neuhaus war seit 1794 im Besitz der Landgräfin von Fürstenberg. 1818 entstand durch das Zweite Gemeindeedikt die heutige politische Gemeinde.

Nach dem großen Hochwasser des Inn von 1954 wurde Neuhaus umgesiedelt und wenige hundert Meter flussabwärts auf einem Hügel ein neuer Ortskern errichtet, dem später die Pfarrkirche St. Severin hinzugefügt wurde.

Durch die Inbetriebnahme der Staustufe Passau-Ingling 1965 verlor der Inn im östlichen Gemeindegebiet von Neuhaus 90 % seiner früheren Strömungsgeschwindigkeit und bildet seither eine relativ träge Wassermasse. Beim Pfarrdorf Vornbach stieg der Innspiegel um etwa fünf Meter, wodurch auch in der der Vornbacher Enge Teile der Uferhänge im Wasser verschwanden.

Durch die Gebietsreform in Bayern 1972 wurde die Gemeinde Neuhaus am Inn wesentlich erweitert.

Eingemeindungen

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Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Januar 1972 die Gemeinde Vornbach, am 1. Juli 1972 wurden die Gemeinde Mittich (aus dem Landkreis Griesbach im Rottal) und Gebietsteile von Sulzbach am Inn eingegliedert.[5]

Einwohnerentwicklung

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Jahr Einwohner
19612982
19702940
19872899
19913100
19953269
20003431
20053528
20103620
20153415
20203467
20233682

Alle Zahlen beziehen sich auf das heutige Gemeindegebiet.

2014[6]/2020[7]
 %
60
50
40
30
20
10
0
57,0 %
(−1,7 %p)
23,5 %
(−0,9 %p)
19,5 %
(+2,6 %p)
SPD/G
ÜW
20142020

Der Gemeinderat setzt sich seit der Kommunalwahl 2026 wie folgt zusammen:

Gemeinderäte sind seit 2026:[8] Erster Bürgermeister Stephan Dorn (CSU), Gisela Stocker (CSU), Michael Jovanovic (SPD), Jürgen Mühlberger (CSU), Stefan Häuslbauer (CSU), Sybille Gemeinhart (Bündnis 90/Die Grünen), Sabine Mayerhofer (SPD), 3. Bürgermeisterin Annemarie Bernhardt (ÜW), Andreas Pilstl (CSU), Günther Bernhardt (ÜW), Hans Oberpeilsteiner (ÜW), Klaus Schifferer (CSU), Martin Schifferer (CSU), 2. Bürgermeister Erwin Wagmann (CSU), Cornelia Wasner-Sommer (CSU), Hans Weidmann (SPD) und Uli Geisler (ÜW).

  • Erster Bürgermeister ist seit 2020 Stephan Dorn (CSU), der mit 88,8 % der gültigen Stimmen am 8. März 2026 wiedergewählt wurde. Er war vorher von 2008 bis 2020 Zweiter Bürgermeister.
  • Zweiter Bürgermeister ist seit 2023 Erwin Wagmann (CSU).
  • Dritte Bürgermeisterin ist seit 2026 Annemarie Bernhardt (ÜW).

Die früheren Bürgermeister seit der Gebietsreform waren:

  • 1972 bis 1996 Stefan Lachhammer (CSU)
  • 1996 bis 2020 Josef Schifferer (CSU)

Der Verwaltungshaushalt beläuft sich 2026 auf 8,3 Mio. €, der Vermögenshaushalt auf 8,0 Mio. €.

Wappen von Neuhaus am Inn
Wappen von Neuhaus am Inn
Blasonierung: „In Silber ein links gewendeter schreitender roter Greif über zwei erniedrigten blauen Wellenbalken.“[9]
Wappenbegründung: Die beiden schmalen Wellenbalken im Schildfuß bedeuten die Lage der Gemeinde am Inn und an der Rott. Der Greif entstammt dem alten Wappen des Klosters Vornbach, das für die geschichtliche Entwicklung des Landes am unteren Inn vor Passau maßgeblich war, und verweist auf die früher selbstständige Gemeinde Vornbach, die 1972 in die Gemeinde Neuhaus eingegliedert wurde. Die Farben Silber und Blau unterstreichen die enge Beziehung zu den früheren wittelsbachischen Landesherren.

Gemeindepartnerschaften

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Schloss Neuhaus am Inn
Schloss Neuhaus am Inn von Schärding aus gesehen

Sehenswürdigkeiten

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Wirtschaft und Infrastruktur

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Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft

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Die Kapsreiter-Gruppe aus Schärding betrieb in Neuhaus am Inn einen Steinbruch mit Schottererzeugung.

2024 gab es in der Gemeinde 1139 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Von der Wohnbevölkerung standen 1387 Personen in einem versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis. Damit war die Zahl der Auspendler war bei 1060, der Einpendler bei 812. Insgesamt hatte die Gemeinde 2024 119 Betriebe. 64 Personen waren arbeitslos.

Von der Gemeindefläche werden 2.084 Hektar landwirtschaftlich genutzt.

Zur Gemeinde Neuhaus a.Inn gehört das Gewerbegebiet Hartham am Autobahnkreuz A3/A94. Das Gewerbegebiet Königswiese am Autobahnkreuz ist ein gemeinsames Gewerbegebiet mit der Stadt Pocking.

2026 gab es folgende Einrichtungen:

  • Kindergärten und Kinderkrippe (St. Maria Theresia)
  • Volksschulen: eine Grundschule (Schulverband Neuhaus a. Inn)
  • Realschule (Maria Ward Realschule)

Alle anderen weiterführenden Schulen befinden sich im näheren Umkreis.

Die 1. Herren-Fußballmannschaft der DJK Vornbach spielt seit der Saison 2025/2026 in der Landesliga.[10]

Persönlichkeiten

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Die Landgräfin Fürstenberg verlor im Jahre 1800 das um 1320 von Herzog Heinrich XIV. auf einer Felseninsel im Inn erbaute Schloss Neuhaus durch ein leichtfertiges Spiel an den Advokaten Georg Obermeier, der als Schlossherr viele Güter an Arme abgab und nur geringen Bodenzins verlangte.

  • Harald Krause: „Die römische Inntalstraße zwischen Marktl und Neuhaus a. Inn – Archäologische Fernerkundung im Landkreis Altötting, Rottal-Inn und Passau.“ In: Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege: Bericht der Bayerischen Bodendenkmalpflege 58 (2017), S. 103–152.
  • Reinhold Eder: Neuhaus am Inn – Heimat an Rott und Inn, 2004
  • Reinhold Eder: Heimat Neuhaus am Inn – Ein Ort im Wandel der Zeit, 1988
  • Richard Loibl: Historischer Atlas von Bayern Band II, Heft 5: Der Herrschaftsraum der Grafen von Vornbach, 1997
Commons: Neuhaus am Inn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Einwohnerzahlen – Stand: 31. Dezember 2025. (PDF; 4,1 MB) Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke in Bayern. In: statistik.bayern.de. Bayerisches Landesamt für Statistik, Mai 2026, abgerufen am 21. Mai 2026 (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Neuhaus a.Inn in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 17. Juli 2020.
  3. Gemeinde Neuhaus a.Inn, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 28. Dezember 2021.
  4. Johann Ev. Lamprecht: Beschreibung der k.k. landesfürstl. Gränzstadt Schärding am Inn und ihrer Umgebungen. Wels 1860, S. 452.
  5. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 548.
  6. Bayerisches Landesamt für Statistik - Kommunalwahlen in Bayern am 16. März 2014 - Endgültige Ergebnisse (Memento vom 3. Februar 2020 im Internet Archive) Abgerufen am 2. Oktober 2022
  7. Bayerisches Landesamt für Statistik - Kommunalwahlen in Bayern am 15. März 2020 - Endgültige Ergebnisse Abgerufen am 2. Oktober 2022
  8. https://wahlen.osrz-akdb.de/nb-p/275134/2/20260308/gemeinderatswahl_gemeinde/ergebnisse.html#id_id_f0f64f09_7ad7_4107_ad05_ccf7a97221b8_132079
  9. Wappen von Neuhaus am Inn in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  10. Landesliga MItte – DJK Vornbach. 16. Juli 2025, abgerufen am 11. Mai 2026.
  11. Markus Lindmeier: Die Erinnerung an Stefan Lachhammer bleibt lebendig. In: pnp.de. 20. September 2023, abgerufen am 3. März 2024.
  12. Markus Lindmeier: Gemeinde trauert um Reinhold Eder. In: pnp.de. 22. September 2023, abgerufen am 3. März 2024.
  13. http://www.eder-r.de/verdienstkreuz1.htm
  14. Homepage von Reinhold Eder (1930–2021)