Neuhochdeutsch

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Neuhochdeutsch (Abk.: nhd./Nhd.; Abk. in der englischsprachigen Fachliteratur: NHG (für New High German)) ist ein Terminus für eine sprachgeschichtliche Periode der deutschen Sprache. Ihr Beginn wird, in der klassischen Einteilung nach Wilhelm Scherer, auf Mitte des 17. Jahrhunderts datiert. Dem Neuhochdeutschen ging das Frühneuhochdeutsche (etwa 1350–1650) voran. Führt man, wie dies auch in der aktuellen Forschung weiterhin der Fall ist, in einer groben Periodisierung der deutschen Sprachgeschichte Scherers 300-Jahre-Schema fort, so wäre das Ende des Neuhochdeutschen mit der Zeit um 1950 anzusetzen. Für die sprachgeschichtliche Periode von 1650 bis 1950 werden in sprachhistorischen Darstellungen auch die Bezeichnungen „Älteres Neuhochdeutsch“, „Mittleres Neuhochdeutsch“ oder „Mittelneuhochdeutsch“ verwendet. Um 1950 etwa wäre dann der Beginn des Gegenwartsdeutschen anzusetzen.

Unabhängig von der generellen Problematik sprachhistorischer Periodisierungen suggerieren vor allem sprachhistorische Arbeiten älteren Datums mit dem Begriff Neuhochdeutsch eine Kontinuität der deutschen Sprache von der Mitte des 17. Jahrhunderts bis zur Gegenwart, welche so nicht vertretbar ist.

In Mittel- und Norddeutschland war das Neuhochdeutsche ab etwa 1650 die Sprache der Literatur und gedruckter Texte. In den historischen Gebieten von Süddeutschland, Österreich und der Schweiz (z. B. in Vorderösterreich und auf dem Territorium des heutigen Schwabenlandes sowie Bayerns) setzte sich das Neuhochdeutsche erst ab etwa 1750 durch und verdrängte damit die dort zuvor gebräuchliche oberdeutsche Schreibsprache.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Neuhochdeutsch – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wikisource: Neuhochdeutsche Texte – Quellen und Volltexte
 Wikisource: Neuhochdeutsche Wörterbücher – Quellen und Volltexte