Neuköllner Schifffahrtskanal

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Neuköllner Schiffahrtskanal)
Wechseln zu: Navigation, Suche

Neuköllner Verbindungskanal
Lohmühlenbrücke, im Hintergrund der Landwehrkanal

Lohmühlenbrücke, im Hintergrund der Landwehrkanal

Abkürzung NK
Länge 4,0 km
Erbaut 1902–1903
Ausgebaut 1912–1913
Beginn Abzweig vom Landwehrkanal an der Lohmühlenbrücke
Ende Wasserstraßenkreuz Neukölln

Der Neuköllner Schifffahrtskanal (auch: Neuköllner Verbindungskanal) ist eine Wasserstraße im Nordosten des Berliner Bezirks Neukölln.

Er hat eine Länge von etwa vier Kilometern und verbindet den Landwehrkanal von der Lohmühlenbrücke im Norden (km 0) mit dem Teltow- sowie dem Britzer Verbindungskanal am Hafen Britz-Ost im Süden. Bei Kilometer 3,3 befindet sich die Schleuse Neukölln, die den Oberhafen mit dem Unterhafen verbindet. Zuständig ist die Senatsverwaltung Berlin, Bezirksamt Neukölln.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wiesengraben auf einer Karte von 1842
Schematische Karte

Unter Planung und Leitung von Hermann Weigand wurde 1902/1903 zuerst eine 1,9 Kilometer lange Verbindung zwischen Landwehrkanal und der damaligen Rixdorfer Gasanstalt fertiggestellt. Man folgte dabei dem jahrhundertealten „Schlangengraben“, im 19. Jahrhundert „Wiesengraben“[1] bzw. „Neuer Wiesengraben“[2] genannt, der bereits als Entwässerungsgraben in den späteren Landwehrkanal mündete. Dieses Teilstück hieß Rixdorfer Stichkanal. Seit 1904 trägt die südliche Uferstraße den Namen Weigandufer. In den Jahren 1912/1913 erfolgte die Verlängerung zum Teltowkanal. Die Wasserspiegelbreite beträgt in der Landwehrkanalhaltung 22,10 Meter, in der Teltowkanalhaltung 26,60 Meter. Die Wassertiefe liegt in der unteren Haltung (Landwehrkanal) bei 2,50 Meter, in der oberen (Teltowkanal) bei 3,50 Meter.

Schleuse Neukölln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schleuse Neukölln
Mündung des Neuköllner Schifffahrtskanals in den Landwehrkanal, im Hintergrund die Lohmühlenbrücke
Mündung des Neuköllner Schifffahrtskanals in den Teltowkanal

Die Schleuse Neukölln wurde in zwei Bauabschnitten zwischen 1902 und 1914 erbaut und diente in erster Linie zur Trockenlegung der Umgebung. Sie wurde als Kesselschleuse mit einer Länge von 67 Metern, einer Kammerbreite von 27,4 Metern und einer Torbreite von 8,5 Metern errichtet. Die mittlere Differenz zwischen Ober- und Unterwasser beträgt nur 0,14 Meter. Die Schleusenkammer wurde durch unter dem Wasser liegende Öffnungen befüllt beziehungsweise geleert, deren Bedienung manuell durch einen Schleusenwärter erfolgte.

In den Jahren 1959/1960 wurde die Schleuse elektrifiziert, sodass die Tore durch Motoren geöffnet werden konnten. 1968 wurde ein zentraler Bedienstand in einem neu errichteten Schleusenwärterhaus geschaffen. In den Jahren 2000 und 2001 wurde die Schleuse grundlegend instandgesetzt und automatisiert, sodass sie von den Bootsführern selbst bedient werden kann. Außerdem erfolgt seitdem das Füllen und Leeren durch die Toröffnungen und nicht mehr unterirdisch. Wegen des geringen Höhenunterschiedes hatte man auch erwogen, die Schleuse komplett aufzugeben. Dazu hätte aber der Wasserstand des Landwehrkanals so weit angehoben werden müssen, dass die Fahrgastschiffe die Brücken nicht mehr hätten passieren können[3]

Die Schleuse Neukölln ist die einzige im Bereich des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Berlin, die nicht von dieser Bundesbehörde, sondern von der Stadt Berlin verwaltet wird.

Häfen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hafen Neukölln befindet sich zwischen der Grenzallee und der Lahnstraße. Er besteht aus dem Oberhafen und dem unterhalb der Schleuse Neukölln liegenden Unterhafen. Dort werden überwiegend Recyclingstoffe umgeschlagen. Etwas weiter südlich, an der Einmündung in den Teltowkanal befindet sich der Hafen Britz-Ost.

Schreibweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die offizielle Bezeichnung des Kanals ist laut Bezirksamt Neukölln von Berlin Neuköllner Schifffahrtskanal. In aktuellen Veröffentlichungen, darunter auch auf den amtlichen Landkarten des Fachbereichs Vermessung und Geoinformation,[4] wird die neue Schreibweise nach der Rechtschreibreform von 1996 beachtet.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Nikolai Roskamm, Sebastian Seelig (Hrsg.): Ships & Shifts – Rethinking Neukölln Harbour. (ISR Graue Reihe Heft 18). Institut für Stadt- und Regionalplanung, TU Berlin 2008, ISBN 978-3-7983-2108-3 (Volltext)
  • Bezirksamt Neukölln von Berlin, Abt. Bauwesen (Hrsg.): 100 Jahre Bauen für Neukölln – Eine kommunale Baugeschichte, Berlin 2005, ISBN 3-000158480
  • H.-J. Uhlemann: Berlin und die Märkischen Wasserstraßen, DSV-Verlag Hamburg 1994, Seite 127/128

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Neuköllner Schiffahrtskanal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kartenausschnitt von 1876 bei alt-berlin.info, abgerufen am 17. April 2016
  2. Kartenausschnitt von 1893 bei alt-berlin.info, abgerufen am 27. Mai 2014
  3. Schleuse Neukölln wieder rund um die Uhr passierbar. Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, Berlin, 8. Oktober 2001, abgerufen am 4. Juli 2012.
  4. http://www.berlin.de/ba-neukoelln/politik-und-verwaltung/aemter/stadtentwicklungsamt/vermessung-und-geoinformation/kartenherstellung-kartenverkauf/artikel.271715.php

Koordinaten: 52° 28′ 39″ N, 13° 27′ 29″ O