Neukirch (Bodenseekreis)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Neukirch
Neukirch (Bodenseekreis)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Neukirch hervorgehoben
Koordinaten: 47° 39′ N, 9° 42′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Bodenseekreis
Höhe: 570 m ü. NHN
Fläche: 26,58 km²
Einwohner: 2643 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 99 Einwohner je km²
Postleitzahl: 88099
Vorwahl: 07528
Kfz-Kennzeichen: FN
Gemeindeschlüssel: 08 4 35 042
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schulstraße 3
88099 Neukirch
Webpräsenz: www.neukirch-gemeinde.de
Bürgermeister: Reinhold Schnell
Lage der Gemeinde Neukirch im Bodenseekreis
Bodensee Österreich Schweiz Bayern Bermatingen Daisendorf Deggenhausertal Eriskirch Frickingen Friedrichshafen Hagnau am Bodensee Heiligenberg (Bodenseekreis) Immenstaad am Bodensee Kressbronn am Bodensee Langenargen Markdorf Meckenbeuren Meersburg Neukirch (Bodenseekreis) Oberteuringen Owingen Salem (Baden) Sipplingen Stetten (Bodenseekreis) Tettnang Überlingen Überlingen Uhldingen-Mühlhofen Landkreis Konstanz Landkreis Konstanz Landkreis Ravensburg Landkreis SigmaringenKarte
Über dieses Bild

Neukirch ist eine Gemeinde im Bodenseekreis in Baden-Württemberg, rund acht Kilometer östlich von Tettnang.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neukirch liegt in einer hügeligen, durch kleine Seen und Weiher unterbrochenen Wald- und Kulturlandschaft nördlich des Flusses Argen.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neukirch grenzt im Westen und Südwesten an das Gebiet der Stadt Tettnang, im Süden an die Gemeinde Achberg, im Osten an die Stadt Wangen im Allgäu und im Norden an die Gemeinde Bodnegg im Landkreis Ravensburg.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Neukirch gehören die Dörfer Goppertsweiler, Wildpoltsweiler, die Weiler Bernried, Blumegg, Elmenau, Gunzenweiler, Hinteressach, Litzelmannshof, Matzenweiler, Oberlangensee, Oberrussenried, Summerau, Uhetsweiler, Unterlangensee, Unterrussenried, Vorderessach und Wittenberg sowie die Höfe Aberlingsbühl, Bechenhütten, Bernaumühle, Ebersberg, Flunau, Hinterburg, Landolz, Neuhaus, Reisenbronn, Sackweiher, Schnaidt, Vorderburg und Zannau.

Schutzgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gebiet der Gemeinde Neukirch sind durch das Regierungspräsidium Tübingen bzw. das Landratsamt Bodenseekreis als untere Naturschutzbehörde zurzeit drei Landschaftsschutzgebiete (Eiszeitliche Ränder des Argentals mit Argenaue, Endmoränenkegel Ebersberg mit Mahlweiher und Endmoränenlage „Höhe 585,1“ zwischen Gunzenweiler und Litzelmannshof) sowie zehn Naturschutzgebiete (Argen, Auweiher, Buchbach, Ebersberger Weiher, Gemsenweiher, Hüttensee, Hüttenwiesen, Igelsee, Jägerweiher und Kreuzweiher-Langensee) ausgewiesen. (Stand: 31. Oktober 2011)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von einer frühzeitlichen Besiedelung ist hier, anders als an vielen anderen Orten im Bodenseekreis, nichts bekannt. Die erste sicher bezeugte Siedlung an dieser Stelle war der Kirchort Schönenberg im Jahre 837. Der Freie Bernhardus aus Bernried war 1172 im damaligen Argengau ein Ministerialer der Grafen von Veringen. Andere Ortsteile entstanden erst viel später, teilweise erst im 18. Jahrhundert.

Im Mittelalter gehörte das Gebiet zur Grafschaft Tettnang und insbesondere lange Zeit zum Herrschaftsgebiet der Grafen von Montfort. Mit dem Niedergang dieses Geschlechtes fiel es im späten 18. Jahrhundert an Vorderösterreich, mit dem Pressburger Frieden dann an Bayern und 1810 unter Einflussnahme von Napoléon Bonaparte an Württemberg.

Circa 3100 Meter nördlich von Neukirch befindet sich die Ruine der Burg Ebersberg.

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neukirch ist überwiegend römisch-katholisch geprägt.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brunnen bei der Kirche

Neukirch hat mit der Stadt Tettnang eine Verwaltungsgemeinschaft vereinbart.

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in Neukirch führte zu folgendem amtlichen Endergebnis[2]. Die Wahlbeteiligung lag bei 55,6 % (2009: 57,2 %). Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

CDU 7 Sitze 54,9 % (2009: 6 Sitze, 47,9 %)
Freie Wähler 5 Sitze 45,1 % (2009: 6 Sitze, 52,1 %)

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen der Gemeinde Neukirch zeigt in Silber unter einer dreilatzigen roten Fahne – das ursprüngliche Emblem der Tübinger Pfalzgrafen – schräggekreuzt ein gestürztes rotes Schwert und einen roten Abtsstab.

Partnergemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die drei Partnergemeinden von Neukirch sind Szada in Ungarn, die Ortschaft Mauls der Gemeinde Freienfeld in Südtirol und die Gemeinde Osterstedt in Schleswig-Holstein.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Noch heute lebt etwa ein Fünftel der Einwohner Neukirchs von der Landwirtschaft. Dies ist der höchste Anteil im Vergleich mit allen anderen Gemeinden des Kreises.

Die Bewohner Neukirchs arbeiten hauptsächlich im mittelständischen Gewerbe oder pendeln in eine der umliegenden größeren Städte, etwa Ravensburg oder Friedrichshafen.

Die Energieversorgung erfolgt durch das Regionalwerk Bodensee.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Ortsmitte endet die erste und beginnt die zweite Etappe des Jubiläumswegs, eines 111 Kilometer langen Wanderwegs, der 1998 zum 25-jährigen Bestehen des Bodenseekreises ausgeschildert wurde. Er führt über sechs Etappen durch das Hinterland des Bodensees von Kressbronn über Neukirch, Meckenbeuren, Markdorf, Heiligenberg und Owingen nach Überlingen.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde besitzt eine Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Glaubensweg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Seelsorgeeinheit Argental, ein Zusammenschluss der katholischen Pfarreien Goppertsweiler, Hiltensweiler, Krumbach, Laimnau, Neukirch, Obereisenbach, Tannau und Wildpoltsweiler, hat zu ihrem zehnjährigen Bestehen 2010 in den jeweiligen Orten einen Glaubensweg angelegt. An vier von insgesamt neun Stationen sind in Neukirch und umliegenden Weilern große Natursteine aufgestellt. An jedem dieser Steine ist eine Tafel mit dem Logo der Seelsorgeeinheit und einem Spruch oder Vers angebracht. Die Weglänge beträgt rund 4,7 Kilometer.

  • Station 1: „Keinen Weg lässt uns Gott gehen, den er nicht selbst gegangen wäre, und auf dem er uns nicht vorausginge.“ (Dietrich Bonhoeffer)
  • Station 2, in Bernried: „Besser ist es, hinkend auf dem rechten Weg zu gehen, als mit festem Schritt abseits.“ (Aurelius Augustinus)

Hexenhäusle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hexenhäusle in Hinteressach

In Ortsteil Hinteressach findet sich das vom Künstler Melchior Setz erbaute sogenannte Hexenhäusle. Es ist in Privatbesitz.

Wildpark Sonnenhalde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ortsteil Tettnang-Wildpoltsweiler führt ein Rundweg von 2,5 km an Gehegen mit Wildschweinen, Mufflons, Dam- und Rotwild sowie Hustieren vorbei. Am Spielplatz werden auch Kleintiere gehalten, es gibt ein Waldlabyrinth und Ponyreiten. Eine Besonderheit ist die Wasserversorgung über einen der wenigen funktionsfähigen Hydraulischen Widder, die es in Deutschland gibt, der mit einer Leitungslänge von 700 m einen Höhenunterschied von 50 m überbrückt.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden Baden-Württembergs 2014 (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt BW - Endgültige Ergebnisse der Gemeinderatswahlen 2014

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Daniel Georg von Memminger: Beschreibung des Oberamts Tettnang. Cotta, Stuttgart und Tübingen 1838 (Volltext bei Wikisource)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Neukirch (Bodenseekreis) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien