Neukirchen (Haunetal)

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Neukirchen
Gemeinde Haunetal
Koordinaten: 50° 46′ 7″ N, 9° 41′ 41″ O
Höhe: 235 m
Fläche: 4,61 km²[1]
Einwohner: 797 (2015)[2]
Bevölkerungsdichte: 173 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Februar 1971
Postleitzahl: 36166
Vorwahl: 06673
Blick auf Neukirchen von Westen

Der Ort Neukirchen ist mit etwa 800 Einwohnern der größte Ortsteil der Marktgemeinde Haunetal im osthessischen Landkreis Hersfeld-Rotenburg. Durch die Lage zwischen Hünfeld, Fulda und Bad Hersfeld hat sich das Dorf zu einem beliebten Wohnstandort entwickelt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der 60 m hohe Kirchturm von Neukirchen

Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung von Neukirchen findet sich in einer Urkunde des Klosters Haina aus dem Jahr 1263 mit der Nennung eines Eberhard von „Nuwenchirchin“, womit auch erstmals das Vorhandensein einer Kirche belegt ist. Die Grundherrschaft und Grundbesitzer Dorfes mit Gerichtsplatz war zu dieser Zeit das Kloster Fulda. Bereits 1295 taucht der Name „Nuenkirchen“ auf. Zur Pfarrei Neukirchen gehörten Müsenbach (1382), Odensachsen (1727) und Meisenbach (1727). 1489 wird das Patrozinium des Hl. Vitus genannt. 1464/65 war es der Kirchenverwaltung des Bistums Würzburg, Archidiakonat Geisa-Mellrichstadt-Coburg, Landkapitel Geisa zugeordnet. 1505 oblag das Patronat dem Abt von Fulda, Herren von Hauna, von Baumbach, im 17. und 18. Jahrhundert den Herren von der Tann. Die Reformation wurde vermutlich um 1530 eingeführt. Erster nachweisbarer evangelischer Pfarrer war Johannes Mangel vor 1582–1607. Katholischer Bekenntniswechsel: 1628. Reformierter Bekenntniswechsel: 1631. 1812 Lutherische Pfarrkirche. Seit 1818 unierte Pfarrei.

Im historischen Ortskern von Neukirchen findet sich ein nahezu vollständiger Bestand von Fachwerkhäusern aus der Zeit von 1648 bis 1900.

Zum 1. Februar 1971 fusionierten im Zuge Gebietsreform in Hessen die Gemeinden Hermannspiegel, Mauers, Neukirchen, Oberstoppel und Rhina freiwillig zur neuen Gemeinde Haunetal im Landkreis Hünfeld.[3][4] Neukirchen wurde Sitz der Gemeindeverwaltung. Für Neukirchen wurde, wie für die übrigen bei der Gebietsreform nach Haunetal eingegliederten Gemeinden, ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.[5]

Staats- und Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt im Überblick die Staaten, in denen Neukirchen lag, und deren Verwaltungseinheiten, denen es unterstand:[1][6]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerstruktur 2011[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Neukirchen 771 Einwohner. Darunter waren 21 (2,7 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 135 Einwohner unter 18 Jahren, 318 zwischen 18 und 49, 163 zwischen 50 und 64 und 152 Einwohner waren älter.[9] Die Einwohner lebten in 324 Haushalten. Davon waren 81 Singlehaushalte, 87 Paare ohne Kinder und 114 Paare mit Kindern, sowie 33 Alleinerziehende und 6 Wohngemeinschaften. In 60 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 216 Haushaltungen lebten keine Senioren.[9]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1812: 63 Feuerstellen, 560 Seelen[1]
Neukirchen: Einwohnerzahlen von 1812 bis 2015
Jahr  Einwohner
1812
  
560
1834
  
431
1840
  
429
1846
  
426
1852
  
428
1858
  
416
1864
  
501
1871
  
436
1875
  
437
1885
  
449
1895
  
432
1905
  
449
1910
  
430
1925
  
454
1939
  
485
1946
  
795
1950
  
786
1956
  
703
1961
  
678
1967
  
726
1970
  
766
1980
  
?
1990
  
?
2000
  
?
2011
  
771
2015
  
797
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [1][2]; Zensus 2011[9]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neukirchen hat eine Evangelische Kirchengemeinde. Das Kirchspiel Neukirchen besteht aus den vier selbständigen Kirchengemeinden Kruspis, Neukirchen, Oberstoppel und Odensachsen.

Historische Religionszugehörigkeit

• 1885: 432 evangelische (= 96,21 %), 9 katholische (= 2,00 %), 8 jüdische (= 1,78 %) Einwohner[1]
• 1961: 565 evangelische (= 83,33 %), 97 katholische (= 14,31 %) Einwohner[1]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die unter Denkmalschutz stehenden Objekt im Ort, siehe die Liste der Kulturdenkmäler in Neukirchen.

Bauwerke

Der 57 m hohe Kirchturm der Kirche bietet dem Betrachter von den ringsum gelegenen Höhen ein gutes Bild seiner Größe.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter von Neukirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten mit Bezug zu Neukirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Konrad Zuse (1910–1995), Ingenieur, Erfinder, Unternehmer (gründete 1949 die Zuse KG in Neukirchen)

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof Haunetal-Neukirchen liegt an der Bahnstrecke Frankfurt–Göttingen und wird von der NVV-Linie RB5 bedient.

Linie Verlauf Takt
RB5 Kassel Hbf – Kassel-Wilhelmshöhe – Guxhagen – Melsungen – Malsfeld – Malsfeld-Beiseförth – Altmorschen – Heinebach – Rotenburg an der Fulda – Lispenhausen – Bebra – Ludwigsau-Friedlos – Bad Hersfeld – Haunetal-Neukirchen – Burghaun – Hünfeld – Fulda
Stand: Fahrplanwechsel Dezember 2021
60 min

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • H. Neuber: Die Mühlen im unteren Haunetal. Detmold 2012, ISBN 978-3-87696-138-5. (behandelt u. a. die Neukirchener Unter- und Obermühle)
  • H. Neuber: Haunetaler Geschichte. Haunetal 1992, DNB 930120329. (mit einem Beitrag von Friedrich Krauser)
  • H. Neuber: Heinrich Ruppel. In: Mein Heimatland (Bad Hersfeld). Bd. 35, Nr. 7, 1992, S. 37 ff.; Bd. 35, Nr. 7a, 1992, S. 41 ff.; Bd. 35, Nr. 8, 1992, S. 45 ff.
  • H. Neuber: Wirtshäuser und Bierbann auf dem Land. In: Buchenblätter (Fulda). Bd. 73 Nr. 22, 2000, S. 85–87 (behandelt v. a. die Neukirchener Gemeindewirtschaft)
  • Neukirchen – zwischen Haune und Stoppelsberg. Hrsg.: Gemeindevorstand der Marktgemeinde Haunetal, Haunetal 2005, ISBN 3-9808816-5-2.
  • Literatur über Neukirchen nach Register nach GND In: Hessische Bibliographie

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Neukirchen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f Neukirchen, Landkreis Hersfeld-Rotenburg. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 16. Oktober 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  2. a b Haushaltsplan 2016. (PDF) In: Webauftritt. Gemeinde Haunetal, S. 50, abgerufen im Oktober 2020.
  3. Gemeindegebietsreform: Zusammenschlüssen und Eingliederungen von Gemeinden vom 20. Januar 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1971 Nr. 6, S. 248, Punkt 328, Abs. 28 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 6,2 MB]).
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 399.
  5. Hauptsatzung. (PDF; 52 kB) § 5. In: Webauftritt. Gemeinde Haunetal, abgerufen im März 2020.
  6. Michael Rademacher: Land Hessen. Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006. In: treemagic.org.
  7. Kur-Hessischer Staats- und Adress-Kalender: 1818. Verlag d. Waisenhauses, Kassel 1818, S. 153 f. (online bei Google Books).
  8. Trennung zwischen Justiz, Justizamt Eiterfeld und Verwaltung: Verordnung vom 30sten August 1821, die neue Gebiets-Eintheilung betreffend, Anlage: Übersicht der neuen Abtheilung des Kurfürstenthums Hessen nach Provinzen, Kreisen und Gerichtsbezirken. Sammlung von Gesetzen etc. für die kurhessischen Staaten. Jahr 1821 – Nr. XV. – August. (kurhess GS 1821) S. 75.
  9. a b c Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,8 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 18 und 74;.