F. A. Neuman

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F. A. Neuman
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Rechtsform GmbH & Co. KG
Gründung 1. Januar 1849
Sitz Stich 2, D-52249 Eschweiler
Leitung Claudius Frenken
Mitarbeiter 240[1]
Umsatz 50 - 100 Mio. Euro[2]
Branche Stahl- und Anlagenbau
Website www.neuman-eschweiler.de
Stand: 2016 Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Stand 2016
Bürogebäude des Unternehmens in Eschweiler, Stich 2
Fabrikgebäude des Unternehmens

Die F. A. Neuman GmbH & Co. KG (auch Neuman-Group) ist eine Holding von Stahl- und Anlagenbauunternehmen aus dem Raum Eschweiler im westlichen Nordrhein-Westfalen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Friedrich August Neuman (1805–1881) gründete am 1. Januar 1849 in der Kleinmarschierstraße in Aachen die Firma F. A. Neuman als Kupferschmiedewerkstatt. 1871 wurde eine zweite Fertigungsstätte in der Turmstraße in Aachen errichtet.

Nach Friedrich Neumanns Tod übernahm sein Sohn Friedrich J. Neuman (1842–1911) das Unternehmen. Er kaufte das ehemalige Betriebsgelände des 1876 nach Dortmund verlegten Unternehmens Hoesch & Söhne in Eschweiler-Stich und verlegte 1887 den Betrieb dorthin.

Bau der Gasbehälter in Wien 1897

Von dort aus baute das Unternehmen Gasbehälter in vielen Großstädten weltweit, so auch die berühmten, 1898 und 1910 errichteten Gasometer von Wien und um 1909 den 200.000 m³ großen Gasometer Hamburg-Grasbrook, damals der größte Gasbehälter Europas. Auch im Stahlbau wurde das Unternehmen führend und errichtete 1899 eine stählerne Dachkonstruktion für das historische Aachener Rathaus.

Wasserturm der Grube Carolus-Magnus in Übach-Palenberg, erbaut 1912
Die Familie Neuman beim 50. Firmenjubiläum 1899

Mit der Übernahme von Patenten von Otto Intze (Professor für Wasserbau an der RWTH Aachen) Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Unternehmen zudem führend im Wasserhochbehälter-Bau. 1912 errichtete es den Wasserturm der Grube Carolus-Magnus in Übach-Palenberg, einen 500 m³ fassenden Kugelbehälter, der auf einem sechseckigen, als Raumfachwerk ausgebildeten Standgerüst steht.

Im selben Jahr hatte das Unternehmen rund 1.100 Mitarbeiter, davon 85 Ingenieure und Konstrukteure. Geschäftsführer waren seit 1911 die Enkel des Firmengründers, Fritz Neuman († 1936) und Josef Hubert Neuman (1875–1944).

Kugelgasbehälter Stettin 1936

1936 errichtete das Unternehmen den größten Hochdruck-Kugelgasbehälter der Welt in Stettin.

1944 wurde das Unternehmen als „kriegswichtiger Betrieb“ nach Brackwede und später nach Schladen verlegt, nahm jedoch am 1. Juli 1945 die Produktion in Eschweiler wieder auf. Geschäftsführer war nun Friedrich August Neuman (1909–1998), der bereits 1935 in das Unternehmen eingetreten war.

Nach dem Krieg wurde anstelle der Vernietung das Verschweißen der Bleche eingeführt. 1968 übernahm Dr. Friedrich August junior (* 1938) die Geschäftsführung des nun 380 Mitarbeiter beschäftigenden Unternehmens. Gleichzeitig entstand in Wien der dritte der gebauten Gasbehälter, der mit einem Fassungsvermögen von 300.000 m³ bei 81,5 m Durchmesser und 85 m Höhe einen neuen Weltrekord darstellte. Der Kundenstamm wurde zudem in die Chemieindustrie und Raffinerie ausgeweitet. Lieferungen erfolgten nach Südamerika, Asien, nach Indien und in die Ukraine.[3]

2001 wurde das Unternehmen als Holding F. A. Neuman GmbH & Co. KG umstrukturiert. Zu ihr gehörten neben der F.A.N Anlagentechnik GmbH in Eschweiler die Firmen ISM (Elektromotoren, Brandschutztore) und PFE (Pneumatische Fördersysteme für Asche, Staub, Granulate) mit Sitz in Eschweiler, ISM (Krananlagen, Hebetechnik, Verladetechnik) in Ludwigshafen und Julius Montz (Kolonneneinbauten, Apparatebau) in Hilden.

Ende 2008 trat Dr. Friedrich A. Neuman als letzter Geschäftsführer aus der Familie in den Ruhestand. Zum 1. August 2015 verkaufte die Holding alle Gesellschafteranteile der F.A.N Anlagentechnik GmbH, die noch über 55 Mitarbeiter beschäftigte, an die Familie Breuer-Quast aus Inden.[4]

Politisches und soziales Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johanna Neuman (1882–1955) gründete den Eschweiler Ortsausschuss des Deutschen Müttergenesungswerks. Nach ihr ist die Johanna-Neuman-Straße in Eschweiler benannt.
  • Friedrich A. Neuman war 1970–1980 Präsident des Verbandes der Metall- und Elektroindustrie Nordrhein-Westfalen
  • Die Hans-Albert-Neuman-Stiftung ist eine Stiftung für den studentischen Nachwuchs in den Fachrichtungen Architektur, Bauingenieurwesen und Stahlbau des 1986 verstorbenen Firmenmitinhabers Hans Albert Neuman. Sie wird vom Verein zur studentischen Nachwuchsförderung e. V. mit Sitz in Köln verwaltet und vergibt seit 1976 den Hans-Albert-Neuman-Preis.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • F. A. Neuman: Hundertfünfzig Jahre Friedrich August Neuman, Eschweiler, 1974, 59 S.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: F. A. Neuman – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wer zu wem, abgerufen am 10. März 2016
  2. Wer zu wem, abgerufen am 10. März 2016
  3. Paul Santosi: 160 Jahre F.A. Neuman: Von Krise ist hier nichts zu spüren in: Aachener Zeitung vom 26. Juni 2009
  4. Rudolf Müller: Nach 170 Jahren: Fa Neuman wechselt Besitzer, in: Aachener-Zeitung vom 29. Juli 2015