Neumann, zweimal klingeln

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Neumann, zweimal klingeln war eine legendäre Familien-Hörspielserie im Rundfunk der DDR.

Inhaltliche Ausrichtung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diese Serie des DDR-Hörfunks war die Antwort auf Die Hesselbachs und ähnliche Familienserien in der Bundesrepublik. Die „Neumanns“ brachten es in ihrer Laufzeit vom 3. Februar 1968 bis 30. Mai 1981 auf Radio DDR I zu insgesamt 678 Folgen und waren eine der beliebtesten Hörspielserien des DDR-Rundfunks. Die erste Folge aus der Feder von Joachim Witte lief unter dem Titel Der Umzug und die letzte Folge, die ebenfalls von Witte stammte, unter: Warten auf Hans.

Bei den Neumanns – Vater Hans (Maschinenschlosser), Mutter Marianne (Lehrerin), Tochter Brigitte und Sohn Jan – kam alles vor, was auch im realsozialistischen Alltag von Bedeutung war: die Mitgliedschaft in der FDJ, Ärger mit der Brigade, NVA-Wehrdienst, der Kampf beim Einkaufen oder einfach Eheprobleme. Die Kritik an den Zeitumständen war versteckt, wenn z. B. der Besuch aus dem Westen ausgeladen werden musste, weil sich Gäste aus Ungarn angesagt hatten. Spießig und kleinbürgerlich wie ihr westliches Gegenstück war auch die „sozialistische Modellfamilie“.

In der Frühphase der 14 Jahre währenden Serie traf sich das gesamte Team der Neumanns jeweils am Sonnabendmorgen im Hörspielstudio des Funkhauses Nalepastraße zur Produktion, und noch am selben Abend wurde die frisch aufgenommene Folge um 20 Uhr auf Radio DDR I ausgestrahlt.[1]

Produktionsstab[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Autoren: Gerhard Jäckel, Arne Leonhardt, Ulrich Waldner, Brigitte Tenzler, Joachim Witte, Wilhelm Hampel, Horst Ulrich Wendler u. a. (insgesamt etwa 20 Autoren)

Dramaturgie: Horst Buerschaper, Werner Jahn, Barbara Winkler, Gabriele Göhler, Dorothea Sponholz

Darsteller: Herbert Köfer (Hans Neumann), Brigitte Krause (Marianne Neumann), Helga Piur (Brigitte Neumann), Mario Müller (Jan Neumann), Marianne Wünscher, Walter Lendrich, Helga Göring, Jürgen Kluckert, Ingeborg Krabbe, Michael Narloch, Karl Brenk, Jürgen Zartmann, Heinz Behrens u. a.

Musik: Siegfried Schäfer; Regie: Joachim Gürtner[2]

Nachfolge-Serien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach einer Periode mit mehreren Staffeln von kürzeren Unterhaltungs-Hörspiel-Serien wie z. B. Gemeindeschwester Erika von Linda Teßmer (1982), begann am 14. Januar 1984 mit Waldstraße Nr. 7 schließlich erneut eine Langzeit-Reihe, die bis 1989 in 240 Folgen auf dem angestammten Sendeplatz jeweils sonnabends 20 Uhr auf Radio DDR I zu Ausstrahlung kam. Zum Stammpersonnage dieser Reihe gehörten Schauspieler wie Barbara Dittus und Roland Hemmo. Die Manuskripte stammten von einem Team verschiedener freier Autoren.

Fernseh-Adaption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter dem Titel Familie Neumann (Fortsetzung Neumanns Geschichten) produzierte das Fernsehens der DDR eine auf der Hörspielserie Neumann, zweimal klingeln basierende Fernsehserie (Szenarium und Regie: Wolfgang Luderer/ 2. Staffel: Hans Joachim Hildebrandt), die in insgesamt 31 Folgen von 1984 bis 1986 ausgestrahlt wurde. Seit 2013 existiert auch eine Gesamt-Edition auf DVD zu beiden Staffeln.[3]

Tonträger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Neumann 2 × klingeln – DDR-Radio-Archiv, 10 ausgewählte Hörspiel-Folgen in 5er CD-Box, 277 Min./ 29 Min. Bonus, Icestorm Entertainment GmbH 2015

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hauptdarsteller Herbert Köfer im Juli 2015 im Interview - siehe Bonus-Tracks der Hörbuch-Box
  2. Barbara Winkler: Bei Neumanns geklingelt - Arbeit des Neumann-Kollektivs, gesellschaftliche Partner und Hörerverbindung, Sendung der Reihe Montags, viertel vor zehn, Rundfunk der DDR, Erstsendung: 29. Juli 1974, 41 min.
  3. Familie Neumann & Neumanns Geschichten - die komplette Serie, DDR TV-Archiv, Regie: Wolfgang Luderer, Hans-Joachim Hildebrandt, 754 Minuten, 6 DVDs, Icestorm Distribution GmbH 2013