Neumarkt im Mühlkreis

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Marktgemeinde
Neumarkt im Mühlkreis
Wappen Österreichkarte
Wappen von Neumarkt im Mühlkreis
Neumarkt im Mühlkreis (Österreich)
Neumarkt im Mühlkreis
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Oberösterreich
Politischer Bezirk: Freistadt
Kfz-Kennzeichen: FR
Fläche: 46,67 km²
Koordinaten: 48° 26′ N, 14° 29′ OKoordinaten: 48° 25′ 40″ N, 14° 29′ 0″ O
Höhe: 632 m ü. A.
Einwohner: 3.163 (1. Jän. 2019)
Bevölkerungsdichte: 68 Einw. pro km²
Postleitzahl: 4212
Vorwahl: 07941
Gemeindekennziffer: 4 06 12
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Marktplatz 1
4212 Neumarkt im Mühlkreis
Website: www.neumarkt-muehlkreis.ooe.gv.at
Politik
Bürgermeister: Christian Denkmaier (SPÖ)
Gemeinderat: (2015)
(25 Mitglieder)
10
8
4
3
10 
Insgesamt 25 Sitze
Lage von Neumarkt im Mühlkreis im Bezirk Freistadt
Bad ZellFreistadtGrünbachGutauHagenberg im MühlkreisHirschbach im MühlkreisKaltenbergKefermarktKönigswiesenLasbergLeopoldschlagLiebenauNeumarkt im MühlkreisPierbachPregartenRainbach im MühlkreisSandlSt. Leonhard bei FreistadtSt. Oswald bei FreistadtSchönau im MühlkreisTragweinUnterweißenbachUnterweitersdorfWaldburgWartberg ob der AistWeitersfeldenWindhaag bei FreistadtOberösterreichLage der Gemeinde Neumarkt im Mühlkreis im Bezirk Freistadt (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Ortsansicht
Ortsansicht
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Neumarkt im Mühlkreis ist eine Marktgemeinde in Oberösterreich im Bezirk Freistadt im Mühlviertel mit 3163 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2019). Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Freistadt.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neumarkt im Mühlkreis liegt auf 632 m Höhe im Mühlviertel. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 10,5 km und von West nach Ost 10,5 km. Die Gesamtfläche beträgt 46,8 km². 15,5 % der Fläche sind bewaldet und 28,9 % der Fläche landwirtschaftlich genutzt.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende 26 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2019[1]):

  • Achleiten (35)
  • Au (126)
  • Baumgarten (69)
  • Dingdorf (70)
  • Götschka (233) samt Holzing
  • Kronast (112) samt Fitzinger
  • Lamm (108)
  • Matzelsdorf (175) samt Möstling
  • Möhringdorf (29)
  • Neumarkt im Mühlkreis (1182) samt Perger, Seisenbach und Stroblmühle
  • Oberzeiß (64)
  • Pfaffendorf (40)
  • Rudersdorf (155) samt Kaltengraben
  • Sallersdorf (51)
  • Schall (32)
  • Schallersdorf (103) samt Grub und Halt
  • Schiernersdorf (51)
  • Schwandtendorf (76)
  • Steigersdorf (30)
  • Stiftung (25)
  • Traidendorf (36)
  • Trölsberg (23)
  • Trosselsdorf (154)
  • Unterzeiß (110)
  • Willingdorf (15)
  • Zissingdorf (59)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Matzelsdorf, Neumarkt im Mühlkreis, Trosselsdorf und Zeiß.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hirschbach Waldburg Freistadt
Ottenschlag
Alberndorf
Nachbargemeinden Kefermarkt
Unterweitersdorf Hagenberg Pregarten

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um 1100 dürfte Neumarkt entstanden sein. Als Grund dafür gilt der Neumarkter Berg, der ein Hindernis für die Salz- und Handelsfuhrwerke zwischen Böhmen und dem oberösterreichischen Salzkammergut darstellte. Es mussten Pferde als Vorspann zum Hinaufziehen der Wagen bereitgestellt werden. Oben angekommen, mussten sich die Pferde und Kutscher ausrasten. 1171 wurde Neumarkt das erste Mal als „novum forum“ (lat. Neuer Markt) urkundlich erwähnt. Herzog Heinrich von Österreich versprach in einer Urkunde, das Gebiet rund um Neumarkt im Mühlkreis vor Feinden zu schützen.

Es wurden Raststätten und Stallungen gebaut, dort, wo vorher nur Wald gewesen war. In den nächsten Jahrhunderten wuchs die Zahl der Häuser auf 30 an, die teils entlang der Handelsstraße, teils um die Kirche angelegt wurden. Da an verschiedenen Tagen bis zu 100 Salzfuhrwerke Vorspann und Rast benötigten, gab es bald viele Gastwirtschaften, Kegelbahnen und Schießstätten.

Seit 1490 wird er dem Fürstentum 'Österreich ob der Enns' zugerechnet. 1500 erhob Kaiser Maximilian die Ortschaft zum Markt. Neumarkt bekam Markt- und Handelsfreiheit.

1609 erschütterte ein großer Marktbrand den Ort: 22 Holzhäuser mit Holzschindeln, sowie zahlreiche Urkunden kamen den Flammen zum Opfer.

Während der Napoleonischen Kriege war der Ort mehrfach besetzt. Seit 1918 gehört der Ort zum Bundesland Oberösterreich. Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 13. März 1938 gehörte der Ort zum „Gau Oberdonau“. Nach 1945 lag Neumarkt in der sowjetischen Besatzungszone und nach 1955 folgte der Auf- und Neubau der Infrastruktur. 2003 wurde der Neumarkter Tunnel eröffnet und somit der Durchzugsverkehr aus dem Ortszentrum verbannt.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[2]
Jahr Einwohner Jahr Einwohner
1869 2.229 1951 2.317
1880 2.275 1961 2.359
1890 2.290 1971 2.485
1900 2.233 1981 2.539
1910 2.326 1991 2.743
1923 2.428 2001 3.071
1934 2.425 2011 3.078
1939 2.309 2018 3.163

Entwicklung und Struktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1869 wohnten im Gemeindegebiet 2229 Menschen. Bis 1961 wuchs die Bevölkerungszahl nur wenig. Seit 1961 wächst die Bevölkerung schnell und erreichte 2001 mit 3071 Menschen den bisher höchsten Stand bei einer Volkszählung. Im Jahr 1991 hatte die Gemeinde 2743 Einwohner, bei der Volkszählung 2001 bereits 3071, was einem Anstieg von 12 % entspricht. Am 1. Jänner 2008 verzeichnete die Gemeinde 3080 Einwohner.[2]

Bei der Volkszählung 2001 betrug der Anteil der Einwohner, die 60 Jahre und älter waren, 16,8 %; 21 % waren unter 15 Jahre alt. Der Anteil der weiblichen Bevölkerung lag bei 50,6 %.[3]

Von den 2427 Bewohnern Neumarkts, die 2001 über 15 Jahre alt waren, hatten 4,3 % eine Universität, Fachhochschule oder Akademie abgeschlossen. Weitere 9,3 % hatten eine Matura absolviert, 48,7 % hatten einen Lehrabschluss oder eine berufsbildende mittlere Schule besucht und 37,7 % aller Neumarkter hatten die Pflichtschule als höchsten Abschluss.[3]

Herkunft und Sprache[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der deutsche Dialekt, der im Raum Neumarkt sowie in Oberösterreich allgemein gesprochen wird, ist das Mittelbairische. 98,6 % der Neumarkter gaben 2001 Deutsch als Umgangssprache an. Weitere 0,2 % sprachen hauptsächlich kroatisch, 0,1 % serbisch, der Rest sprach andere Sprachen.

Der Anteil der Neumarkter mit ausländischer Staatsbürgerschaft lag 2001 mit 1,5 % weit unter dem Durchschnitt Oberösterreichs. Dabei hatten 0,4 % der Neumarkter Bevölkerung eine Staatsbürgerschaft aus Deutschland und 1,1 % entfielen auf sonstige Staatsbürger. Insgesamt waren 2001 etwa 2,3 % der Neumarkter in einem anderen Land als in Österreich geboren.[3]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen finden alle sechs Jahre, zeitgleich mit der Landtagswahl statt. Von 1945 bis 2003 erreichte die ÖVP immer die Mehrheit, bis 1997 immer die Absolute. Zweitstärkste Partei wurde immer die SPÖ. Die FPÖ wurde bei den Wahlen die drittstärkste Partei. 2003 wurde die ÖVP mit 45,7 % stimmenstärkste Partei, jedoch stellt die SPÖ den Bürgermeister.[4] Bei den Wahlen 2009 wurde erstmals die SPÖ mit 45,2 % stimmenstärkste Partei.[5]

Die Gemeinderatswahl 2015 mit einer Wahlbeteiligung von 89,6 % ergab folgendes Ergebnis:[6]

Partei / politische Gruppierung Stimmen-
anteil
Verän-
derung
Sitze im Gemeinderat Verän-
derung
ÖVP 32,2 % -10,2 % 8 -3
SPÖ 39,6 % -5,6 % 10 -1
FPÖ 14,9 % +6,4 % 4 +2
GRÜNE 13,3 % 13,3 % 3 +3

Bürgermeister der Gemeinde ist Christian Denkmaier von der SPÖ. Der Gemeinderat besteht aus 25 Mitgliedern.[6]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen Neumarkt Mkr.

Das Gemeindewappen zeigt in Blau auf grünem Schildfuß eine goldene, rot gedeckte und schwarz geöffnete Kirche mit einer Uhr am Turm sowie je einem goldenen Kreuz auf dem Dach des Schiffes und dem Zeltdach des linksgestellten Turmes. Die Kirche ist die Neumarkter Pfarrkirche, die um 1185 nachweisbar ist.

Die Verleihung des Gemeindewappens und der Gemeindefarben ist nicht bekannt. Im Jahr 1613 wurde das Wappen wiederum bestätigt, nachdem die alten Urkunden 1609 verbrannten. Der Entwurf des aktuellen Wappens stammt aus 1948 und ist eine vereinfachte Darstellung des Siegels aus dem 17. Jahrhundert mit Umschrift . S . AM . NEWMARCKHT.[7]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Neumarkt im Mühlkreis

Pferdeeisenbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wächterhaus 39

Entlang der Kleinen Gusen führte von 1832 bis 1872 die Trasse der Pferdeeisenbahn Budweis–Linz–Gmunden durch das Gemeindegebiet von Neumarkt im Mühlkreis. Es sind noch einige Gebäude, Brücken und Schwellensteine der Pferdeeisenbahn erhalten. Heute führt entlang der Trasse der Pferdeeisenbahn-Wanderweg.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pfarrkirche Neumarkt: Erstmalige Erwähnung 1185
  • Burgruine Kronest: Eine 1334 erbaute Burg, die seit 1609 unbewohnt und heute eine Ruine im Ortsteil Kronest ist.
  • Burgstall Kammermaier: Burgstall auf dem Kammermaierberg in Trölsberg.
  • Burgruine Möstling: Eine seit 1499 verfallene Burg in Matzelsdorf.
  • Marterln, Kreuzstöcke und Kapellen: Sind im ganzen Gemeindegebiet zu finden

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Mostmuseum: Gerätschaften der historischen Mosterzeugung im stoabloßen Presshaus

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Musikverein Neumarkt (mit rund 50 Mitgliedern)
  • Kirchenchor & Jugendchor Neumarkt
  • Musikschule

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • ASKÖ Neumarkt
  • Sportunion Neumarkt
  • Tennisverein Kronast
  • URFV Neumarkt

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt in Neumarkt den Supermarkt Nah und Frisch der die Aufgaben der Post und der Trafik übernimmt. Weiteres gibt es eine Sparkasse und eine Raiffeisenbank-Filiale. Bei Fleischhauer Wabro gibt es Fleisch und Gebäck.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Mühlviertler Schnellstraße (S 10) führt unterhalb des Orts in einem Tunnel durch. Der Neumarkter Tunnel wurde 2003 eröffnet und der Durchzugsverkehr durch Neumarkt gestoppt.

Öffentliche Einrichtungen und Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ort stehen ein Kindergarten, eine Volksschule, eine Neue Mittelschule und eine Musikschule zur Verfügung.[8] Zusätzlich besteht eine Bücherei und ein Freibad. Weiters gibt es zwei Ärzte, Allgemeinmediziner, in der Gemeinde.

Im Gemeindegebiet existieren sechs Freiwillige Feuerwehren, in: Neumarkt, Dingdorf, Lamm, Matzelsdorf, Trosselsdorf und Zeiß.

Gemeindepartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Horneburg im deutschen Bundesland Niedersachsen in der Nähe Hamburgs ist Neumarkts Partnergemeinde.[9]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Josef Mühlbachler (* 1945): Bürgermeister der Stadt Freistadt und Nationalratsabgeordneter
  • Bert Brandstetter: Journalist, Psychologe, Chorleiter und Sänger; Konsulent der oberösterreichischen Landesregierung, Präsident der KA
  • Karl Aichhorn (Musiker) (* 1964): Musiker, Dirigent, Komponist und Pädagoge

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Neumarkt im Mühlkreis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2019 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2019), (CSV)
  2. a b Statistik Austria: Einwohnerzahl und Komponenten der Bevölkerungsentwicklung (download als pdf; 34 kB)
  3. a b c Volkszählung 2001: Demografische Daten (download als pdf; 10 kB)
  4. Gemeinderatswahlen Prozentanteile: Gemeindewahl Neumarkt@1@2Vorlage:Toter Link/www2.land-oberoesterreich.gv.at (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (abgerufen am 28. Oktober 2008)
  5. http://wahl.land-oberoesterreich.gv.at/whlp/WHLPErgebnisEingelangtNEU.jsp?BezirksListe=6&GemeindeListe=40612&cmdAktualisieren=&bezirkAlt=6&wahlKreisAlt=&wahlNameKurz=G09&gemeindeNummerLink=@1@2Vorlage:Toter Link/wahl.land-oberoesterreich.gv.at (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  6. a b Land Oberösterreich, Ergebnisse der Wahlen 2015. Abgerufen am 13. Mai 2019.
  7. Land Oberösterreich, Landesgeschichte: Wappen der Gemeinde Neumarkt (abgerufen am 28. Oktober 2008)
  8. Gemeinde Neumarkt im Mühlkreis, Schulen. Abgerufen am 13. Mai 2019.
  9. Gemeinde Neumarkt im Mühlkreis, Partnergemeinde. Abgerufen am 19. Mai 2019.