Neumarkter Lammsbräu

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Neumarkter Lammsbräu Gebr. Ehrnsperger KG
Rechtsform Kommanditgesellschaft
Gründung 1628
Sitz Neumarkt in der Oberpfalz DeutschlandDeutschland Deutschland
Leitung Susanne Horn
Mitarbeiter 119[1]
Umsatz 23,2 Mio. Euro[1]
Branche Getränkehersteller einschl. Brauerei
Website lammsbraeu.de
Stand: 31. Dezember 2016 Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Stand 2016
Lammsbräu-Brauerei in Neumarkt

Die Neumarkter Lammsbräu Gebr. Ehrnsperger KG ist eine deutsche Brauerei und Mälzerei in Neumarkt in der Oberpfalz (Bayern). Das Unternehmen stellt Getränke mit Rohstoffen aus ökologischem Anbau her.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der 1628 gegründete Betrieb befindet sich seit 1800 im Besitz der Familie Ehrnsperger und stellt seit 1986 Biere mit Rohstoffen aus ökologischem Landbau her, später kamen auch andere Getränke hinzu. 1992 wurde sie als erste Brauerei in Europa nach der EG-Bio-Verordnung zertifiziert. Seit 1995 ist das gesamte Sortiment auf Bio-zertifizierte Produkte umgestellt. 2010 regte das Unternehmen mit der Qualitätsgemeinschaft Biomineralwasser e. V. an, dass es auch für Mineralwasser Bio-Kriterien geben sollte.

Geschäftsdaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2016 erzielte das Unternehmen mit 119 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 23 Mio. Euro. Der Gesamtabsatz lag bei über 200.000 hl. 86.000 hl davon entfielen auf Bier.[1] Im August 2008 wurde Susanne Horn in die Geschäftsführung des Familienunternehmens berufen, sie trat die Nachfolge von Franz Ehrnsperger (Inhaber) an.[2]

Mitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Unternehmen ist Mitglied im Bundesverband Naturkost Naturwaren Herstellung und Handel e. V., in der Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller, Partner der Bio-Verbände Naturland und Bioland sowie Mitglied der Freien Brauer.

Unternehmensphilosophie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachhaltigkeitsmanagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Unternehmen betreibt ein Nachhaltigkeitsmanagement (EMAS, ISO 14001, EFQM). Alle Entwicklungen werden seit 1992 in jährlichen Nachhaltigkeitsberichten dokumentiert. Für dieses Engagement ist die Brauerei bereits mehrfach ausgezeichnet worden[3][4].

Lammsbräu-Nachhaltigkeitspreis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um eine nachhaltige Gesellschaftsentwicklung zu fördern verleiht das Unternehmen seit 2002 jährlich einen Nachhaltigkeitspreis[5] in fünf Kategorien: „Privatpersonen“, „Non-Profit-Organisationen“, „Medienschaffende“, „Unternehmen“ sowie „Mitarbeiter“. Die Preisträger müssen ökologische und soziale Verbesserungen erreicht haben und eine nachhaltige Wirtschaftskultur fördern. Das Preisgeld beträgt 10.000 Euro.

Aktion "Bier ohne Gentechnik"[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im September 2006 hat das Unternehmen gemeinsam mit der Brauerei S. Riegele und der Stralsunder Brauerei ein „Manifest zur dauerhaften Sicherung des deutschen Reinheitsgebots“ veröffentlicht, mit dem Agro-Gentechnik im Bier ausgeschlossen werden soll.[6] Dem Manifest haben sich 420 Brauereien angeschlossen.

Ökologisches Reinheitsgebot[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das sich durch das Unternehmen selbst auferlegte „ökologische Reinheitsgebot“[7] soll das Reinheitsgebot und die Bio-Kriterien mit zusätzlichen Regularien für die Herstellung von Bier erweitern; ausgeschlossen werden Pestizide, gentechnisch veränderte Pflanzen, chemisch-synthetische Dünger und künstliche Hilfsstoffe.

Auszeichnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für sein ökologisches Herstellungsverfahren und Umweltmanagement wurde der Inhaber Franz Ehrnsperger 2001 mit dem Deutschen Umweltpreis ausgezeichnet.[8]

Produkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bio-Biere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pilsner
  • Edelpils
  • Dunkel
  • Schankbier
  • Festbier
  • Urstoff
  • Dinkel
  • Leichte Weiße
  • Weiße (helles Hefeweizen)
  • Schwarze (dunkles Hefeweizen)
  • EdelHell
  • Radler
  • Neumarkter Lammsbräu Gourmetbier-Editionen[9]

Zudem braut Lammsbräu jedes Jahr ein Sommer- und ein Winterfestbier, mit denen auch einige regionale Volksfeste (z. B. in Neumarkt und Parsberg) beliefert werden.

Alkoholfreie Bio-Biere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • alkoholfrei
  • Weiße
  • Dunkle Weiße
  • Radler
  • Aktivmalz

Sonderprodukte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • glutenfrei
  • glutenfrei alkoholfrei

Bio-Erfrischungsgetränke „now“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Black Cola
  • Orange Cola
  • Sunny Orange
  • Fresh Lemon
  • Red Berry
  • Red Kiss
  • Sweet Mandarin
  • Grape Fruit
  • Holler Blüte
  • Golden Peach
  • Pure Zitrone
  • Pink Rhabarber

Bio-Mineralwasser und -Schorle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • BioKristall (still/classic)
  • BioKristall Apfel - Holunderschorle
  • BioKristall Apfelschorle

Das BioKristall hat als erstes Mineralwasser in Deutschland das Bio-Zertifikat der Qualitätsgemeinschaft Biomineralwasser e. V.[10] durch die Zertifizierungsstelle BCS Öko Garantie GmbH erhalten. Dies bedeutet, dass das Mineralwasser allerhöchste streng definierte Reinheitsansprüche erfüllt – auch dort, wo die deutsche Mineralwasserverordnung keine Grenzwerte vorsieht (z. B. Pestizidabbauprodukte, Uran); es wird umweltfreundlich abgefüllt und transportiert. Die Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs hat 2010 gegen die Bezeichnung Bio-Mineralwasser geklagt. Der Bundesgerichtshof hat 2012 jedoch entschieden, dass Bio-Mineralwasser als Verkaufsbezeichnung zulässig ist.[11]

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rohstoffe haben Bio-Qualität und stammen überwiegend aus der Region. Das Unternehmen kooperiert mit rund 100 Landwirten, die 2012 gemeinsam eine 4.650 Hektar große Fläche bewirtschafteten.
  • Der Hopfen stammt aus dem Spalter und Hersbrucker Land. Im Gegensatz zu heute üblicherem Hopfenpulver oder Hopfenextrakt wird er in ganzen Dolden verarbeitet. So sollen keine Inhaltsstoffe verloren gehen.
  • Die Gesellschaft stellt ihr eigenes Malz her, wodurch den Braumeistern mehr Einfluss auf Geschmacksnuancen und Färbungen gegeben wird.

Vertrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Produkte sind im Naturkosthandel, in Getränkefachmärkten sowie in der Gastronomie erhältlich. Die Bio-Biere und Bio-Erfrischungsgetränke sind deutschlandweit und in einzelnen europäischen Ländern erhältlich.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um pseudowissenschaftliche, esoterische, und verschwörungstheoretische Bedenken[12] bestimmter Kunden zu mildern, werden Strichcodes der Ware mit einer zusätzlichen horizontalen Linie versehen, da dem Unternehmen zufolge „bisher wissenschaftlich nicht hinreichend belegt“ sei, ob Strichcodes „Energien bündeln“ und „damit die Qualität von Nahrungsmitteln beeinflussen“, was sich „durch einen Querstrich im Barcode neutralisieren“ lasse.[13][14] Tatsächlich haben Strichcodes jedoch keinerlei Auswirkung auf das Produkt,[15][16] weshalb das Unternehmen für seine unwissenschaftliche Haltung in der Kritik steht.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Neumarkter Lammsbräu – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Neumarkter Lammsbräu kann Bierabsatz steigern, auf www.nordbayern.de, abgerufen am 14. Februar 2017
  2.  Nina-Anika Klotz: Brauerei: Mit alkoholfreiem Bio-Bier zum Marktführer. In: zeit.de. 7. Dezember 2013, abgerufen am 9. Dezember 2014.
  3. www.ranking-nachhaltigkeitsberichte.de
  4. www.emas.de
  5. lammsbraeu.de (Memento vom 21. Juli 2012 im Internet Archive)
  6. bier-ohne-gentechnik.de
  7. www.lammsbraeu.de (Memento vom 8. September 2012 im Internet Archive)
  8. Der Bio-Brauer Dr. Franz Ehrnsperger – Umweltpreisträger
  9. Gourmetbier-Edition: Lammsbräu 1628 Oak Aged - HopfenLiene. In: HopfenLiebe. 19. Mai 2016, abgerufen am 22. Mai 2016.
  10. www.bio-mineralwasser.de
  11. juris.bundesgerichtshof.de
  12. Strichcode-Verschwörung. Labelident GmbH. 25. März. Abgerufen am 24. Juni 2017.
  13. Strich durch Barcode: Lammsbräu in der Kritik. Verlag Nürnberger Presse Druckhaus Nürnberg. 24. Juni 2016. Abgerufen am 24. Juni 2017.
  14. “Barcodegate” in allen Medien. Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften. 30. Juni 2016. Abgerufen am 24. Juni 2017.
  15. Verpackungen: Die Angst vor dem Barcode. Stiftung Warentest. 23. September 2013. Abgerufen am 24. Juni 2017.
  16. Das Kreuz mit den Strichen. Frankfurter Allgemeine Zeitung. 5. April 2013. Abgerufen am 24. Juni 2017.

Koordinaten: 49° 17′ 2″ N, 11° 27′ 40″ O