Neunkirchen (Unterfranken)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Neunkirchen
Neunkirchen (Unterfranken)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Neunkirchen hervorgehoben
Koordinaten: 49° 42′ N, 9° 24′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Miltenberg
Verwaltungs­gemeinschaft: Erftal
Höhe: 329 m ü. NHN
Fläche: 16,65 km²
Einwohner: 1511 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 91 Einwohner je km²
Postleitzahl: 63930
Vorwahl: 09378
Kfz-Kennzeichen: MIL
Gemeindeschlüssel: 09 6 76 143
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Frankenstraße 20
63930 Neunkirchen
Webpräsenz: www.neunkirchen-unterfranken.de
Bürgermeister: Wolfgang Seitz (WG)
Lage der Gemeinde Neunkirchen im Landkreis Miltenberg
Aschaffenburg Landkreis Aschaffenburg Landkreis Main-Spessart Hohe Wart (Spessart) Gemeindefreies Gebiet Forstwald Gemeindefreies Gebiet Hohe Berg Collenberg Dorfprozelten Altenbuch Wörth am Main Weilbach (Bayern) Sulzbach am Main Stadtprozelten Schneeberg (Unterfranken) Rüdenau Röllbach Obernburg am Main Niedernberg Neunkirchen (Unterfranken) Mönchberg Mömlingen Miltenberg Leidersbach Laudenbach (Unterfranken) Klingenberg am Main Kleinwallstadt Kleinheubach Kirchzell Hausen (bei Aschaffenburg) Großwallstadt Großheubach Faulbach Eschau (Unterfranken) Erlenbach am Main Elsenfeld Eichenbühl Bürgstadt Amorbach Amorbach Hessen Baden-WürttembergKarte
Über dieses Bild

Neunkirchen ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Miltenberg und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Erftal mit Sitz in Bürgstadt.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ländliche Wohngemeinde Neunkirchen liegt im Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald, zwischen Wertheim und Miltenberg. Der topographisch höchste Punkt der Gemeindegemarkung befindet sich mit 365 m ü. NN am Gipfel der Umpfenbacher Höh, der niedrigste liegt am Otterbach auf 203 m ü. NN.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neunkirchen hat drei Ortsteile[2]:

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name Neunkirchen besteht aus den mittelhochdeutschen Wörtern niuwe und kirche. Sie bedeuten neue Kirche.[3]

Frühere Schreibweisen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühere Schreibweisen des Ortes aus diversen historischen Karten und Urkunden:[3]

  • 1248 Nůwenkirchen
  • 1289 Nuwenchirchen
  • 1312 Nuwenkirchen
  • 1337 Nuenkirchen
  • 1361 Nůnkirchen
  • 1554 Neunkircha
  • 1576 Neunkirchen

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wurde 1232 erstmals erwähnt, war die längste Zeit seiner Geschichte unter der Herrschaft des Erzstifts Mainz und galt als wohlhabende Bauerngemeinde.

Im Jahr 1862 wurde das Bezirksamt Miltenberg gebildet, auf dessen Verwaltungsgebiet Neunkirchen lag. Wie überall im Deutschen Reich wurde 1939 die Bezeichnung Landkreis eingeführt. Neunkirchen war nun eine der 31 Gemeinden im Altkreis Miltenberg. Dieser schloss sich am 1. Juli 1972 mit dem Landkreis Obernburg am Main zum neuen Landkreis Miltenberg zusammen.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Höhengemeinde Neunkirchen entstand durch den Zusammenschluss der früher selbständigen Gemeinden Neunkirchen, Richelbach und Umpfenbach am 1. Juli 1975.[4]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat von Neunkirchen hat 13 Mitglieder einschließlich des nebenamtlichen Bürgermeisters.

WG Umpfenbach WG WG Richelbach Gesamt
2002 4 5 4 13 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 3. März 2002)

Windpark Neunkirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Windpark Neunkirchen

Die Stadtwerke Tübingen haben im Windpark Neunkirchen bei Neunkirchen-Umpfenbach zwei für insgesamt 10 Mio. Euro erbaute Windkrafträder des Typs Nordex N117/2400 mit jeweils 2,4 MW erworben, die im Winter 2013 in Betrieb gingen.[5] Die Nabenhöhe dieser Turbinen beträgt mit Fundament 141 Meter: Die beiden etwa 80 Meter hohen Stahlbetontürme werden jeweils durch einen 58 Meter hohen Stahlturm verlängert, so dass die knapp 60 m langen Rotorblätter eine Kreisfläche mit 117 m Durchmesser durchlaufen.[6][7] Am 8. Oktober 2013 wurde die Montage der beiden Rotorsterne an den beiden Gondeln abgeschlossen.[8]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Pfarrkirche ist ein mit einem Satteldach gedeckter Saalbau mit eingezogenem, halbrund schließendem Chor und nördlich angebauter Sakristei. Der unverputzte Sandsteinbau mit Werksteinrahmungen wurde im spätklassizistischen Stil in den Jahren 1822 bis 1827 errichtet. Die westliche Giebelfassade wurde im Jahr 1890 im neoromanischen Stil mit reichen Werksteingliederungen ergänzt. An den Chor schließt sich in südlicher Himmelsrichtung ein spätgotischer Turm des Vorgängerbaus über quadratischem Grundriss mit verschiefertem, oktogonalem Spitzhelm an. Das Deckengemälde des Saalbaues thematisiert die Aufnahme Mariens in den Himmel. Eine Besonderheit der Ausstattung stellt die Ende des 19. Jahrhunderts aus München angekaufte Barockkrippe aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts dar. Sie ist ein Geschenk des damaligen Neunkircher Bürgermeisters Andreas Weimer aus dem Jahr 1871 und zeigt die Geburt Jesu im Stall von Bethlehem, die Verkündigung an die Hirten, die Anbetung des Jesuskindes durch die Weisen aus dem Morgenland, die Flucht der heiligen Familie nach Ägypten, das Haus der heiligen Familie in Nazareth, die Darstellung Jesu im Jerusalemer Tempel sowie die Hochzeit zu Kana. Die aktuelle Orgel stammt aus dem Jahr 1913 und wurde von der Firma Schlimbach aus Würzburg gefertigt.[9][10]

Gemeinschaftshaus

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1898: Bischof Ferdinand von Schlör, Richelbach
  • 1967: Hauptlehrer Alfred Hauck, Richelbach
  • 1975: Altbürgermeister Helmut Schell, Neunkirchen
  • 1979: Pfarrer Georg Zenkert, Neunkirchen
  • 1985: Altbürgermeister Rudolf Ditter, Richelbach
  • 2003: Fritz Schmidt, Umpfenbach
  • 2006: Alfons Wolf, Neunkirchen
  • 2011: Ludwig Scheurich, Richelbach

Kurioses[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neunkirchen

Das Vierzehn-Nothelfer-Fest im August war ein hoher Feiertag in der Gemeinde, an dem viele Gläubige von auswärts kamen. Hochamt und Prozession durch das Dorf waren Höhepunkt des Tages. Mit dem Fest war auch ein vollkommener Ablass verbunden. Dies führte zum Ortsnecknamen "Ablasstiker".[11]

Richelbach

In Richelbach war das "Arme-Leute-Gericht" Semmede, eine in Öl ausgebackene einfache Mehlspeise, zu der es Apfelbrei gab, verbreitet. Dies führte bei den Nachbarorten zur Beschimpfung der Richelbacher als "Samedsfresser".[12]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Neunkirchen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111123/194957&attr=OBJ&val=1701
  3. a b Wolf-Armin Frhr. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. C.H.Beck, München 2009, ISBN 978-3-406-59131-0, S. 159 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 750.
  5. Bürgschaftsübernahme zu Gunsten der Ecowerk GmbH.
  6. Stadtwerke Tübingen: Startschuss für die Windkraftnutzung
  7. Ökostrom für 5.000 Haushalte. Stadtwerke kaufen für zehn Millionen Euro zwei Windräder im Odenwald. Tagblatt vom 16. August 2013.
  8. Bayerischer Windpark Heppdiel: Aufbau der Windenergieanlagen bei Eichenbühl und Neunkirchen nähert sich dem Ende. Letzter Rotorstern auf der Odenwaldhöhe montiert. Fränkische Nachrichten, Freitag, 11. Oktober 2013.
  9. Norbert Schmitt: Aus Neunkirchens Geschichte, Beiträge zur Geschichte von Gemeinde und Pfarrei Neunkirchen und ihrer Teile, Neunkirchen 1992, S. 149-154.
  10. http://www.neunkirchen-unterfranken.de/, abgerufen am 9. Januar 2015.
  11. Werner Trost Stampes, Worzelköpp und Staffelbrunzer Landkreis Miltenberg 2003
  12. Werner Trost Stampes, Worzelköpp und Staffelbrunzer Landkreis Miltenberg 2003