Neunkirchen am Sand

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Neunkirchen a. Sand
Neunkirchen am Sand
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Neunkirchen a. Sand hervorgehoben
Koordinaten: 49° 31′ N, 11° 19′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Nürnberger Land
Höhe: 331 m ü. NHN
Fläche: 14,14 km2
Einwohner: 4760 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 337 Einwohner je km2
Postleitzahl: 91233
Vorwahlen: 09123, 09153
Kfz-Kennzeichen: LAU, ESB, HEB, N, PEG
Gemeindeschlüssel: 09 5 74 141
Gemeindegliederung: 7 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hirtenweg 2–4
91233 Neunkirchen a. Sand
Webpräsenz: www.neunkirchen-am-sand.de
Erste Bürgermeisterin: Martina Baumann (SPD)
Lage der Gemeinde Neunkirchen a. Sand im Landkreis Nürnberger Land
NürnbergNürnbergLandkreis RothLandkreis Erlangen-HöchstadtLandkreis BayreuthLandkreis ForchheimLandkreis Neumarkt in der OberpfalzLandkreis Amberg-SulzbachEngelthaler ForstZerzabelshofer ForstSchönberg (gemeindefreies Gebiet)Rückersdorfer ForstLaufamholzer ForstGünthersbühler ForstForsthof (gemeindefreies Gebiet)Fischbach (gemeindefreies Gebiet)Feuchter ForstBrunn (gemeindefreies Gebiet)Behringersdorfer ForstFeucht (Mittelfranken)Offenhausen (Mittelfranken)Alfeld (Mittelfranken)Altdorf bei NürnbergBurgthannEngelthalHappurgHenfenfeldHersbruckKirchensittenbachLauf an der PegnitzLeinburgOttensoosPommelsbrunnReichenschwandRöthenbach an der PegnitzRückersdorf (Mittelfranken)Schwaig bei NürnbergSchwarzenbruckVelden (Pegnitz)VorraWinkelhaidSchnaittachNeunkirchen am SandSimmelsdorfWinkelhaid (gemeindefreies Gebiet)Haimendorfer ForstNeuhaus an der PegnitzKarte
Über dieses Bild

Neunkirchen am Sand (amtlich Neunkirchen a. Sand) ist eine Gemeinde im mittelfränkischen Landkreis Nürnberger Land inmitten der Metropolregion Nürnberg.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden sind (im Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Schnaittach, Kirchensittenbach Reichenschwand, Ottensoos, Lauf an der Pegnitz.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Neunkirchen am Sand ist in sieben Ortsteile eingeteilt[2]:

  • Eichig
  • Kersbach
  • Neunkirchen am Sand
  • Rollhofen
  • Speikern
  • Weißenbach wurde erstmals 1360 erwähnt, der Name weist auf einen klaren Bach in der Nähe des Glatzensteines hin.
  • Wolfshöhe
    1856 wurde vom Schnaittacher Ziegeleibesitzer Lorenz Wolf eine Schamottstein-Fabrik neben den Tongruben an der damaligen Rollhofener Höhe gegründet. Der bayerische König Ludwig II. genehmigte die von Wolf 1869 beantragte Benennung der Wohn- und Fabrikgebäude als Wolfshöhe, womit der Ortsteil offiziell gegründet war. Die Tonwerke bestehen noch; in dem Ortsteil ist außerdem die Brauerei Wolfshöher angesiedelt, die ebenfalls 1872 von Wolf gegründet wurde.

Neunkirchen hat die Vorwahl 09123. In den Ortsteilen gilt die 09153.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühe Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet um Neunkirchen ist seit früher Zeit besiedelt und es gilt als wahrscheinlich, dass sich bereits in der mittleren Steinzeit im Gebiet um Speikern Jäger aufhielten (etwa um 2000 v. Chr.). Unterhalb des Glatzenstein wurden auch Urnenfelder aus der Bronzezeit, etwa 1300–1800 v. Chr. freigelegt, in denen man einen Schnurkeramikkrug, Knochenbecher und einen Steinlöffel fand. Ein Grabfund aus der Hallstattzeit, in dem 1962 Gefäße und ein Reiterlein – das sogenannte Speikerner Reiterlein – gefunden wurden, bezeugen die Besiedelung in keltischer Zeit.

Im Jahre 1227 wurde Nivwinkirchen (Neunkirchen) erstmals urkundlich erwähnt. Die älteste urkundliche Erwähnung von Speikern stammt aus dem Jahre 1361. Neunkirchen, eine alte Eichstätter Missionspfarrei, neben Bühl die Hauptpfarrei für das Gebiet, ist jedoch bedeutend älter als die Urkunde vermuten lässt. Bereits um das erste Jahrtausend wurde über diese beiden Missionskirchen von Eichstätt her, schon vor der Errichtung des Bistums Bamberg, eine weite Umgebung für das Christentum gewonnen. Im Jahre 1016 wurde der Neunkirchener Pfarrsprengel, der ein riesiges Gebiet umfasste, vom Bistum Eichstätt an das neu gegründete Bistum Bamberg abgetreten.

Neunkirchen am Sand, wie auch die Gemeindeteile Speikern, Rollhofen und Kersbach mit Weißenbach, gehörten über Jahrhunderte zur Herrschaft Rothenberg. Die Zugehörigkeit zu diesem Ländchen prägte ihre Geschichte mit. Ein bedeutender Schritt war der Ankauf der Herrschaft Rothenberg durch die Ganerben im Jahre 1478. Diese Interessengemeinschaft von 44 angesehenen fränkischen Rittern führte im Jahre 1529 die Reformation im ganzen Rothenberger Land ein. Während des Dreißigjährigen Krieges besetzten die Kurbayern das Rothenberger Gebiet und erwarben es und nach dem Krieg. Damit hielt die Gegenreformation Einzug in das Rothenberger Land, es wurde rekatholisiert.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1972 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Kersbach, Rollhofen und Speikern eingegliedert.[3]

Lokalpolitik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommunalwahl 2014[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommunalwahl 2014[4]
Wahlbeteiligung: 65,7 %
 %
40
30
20
10
0
30,4 %
38,3 %
31,3 %
  • Erste Bürgermeisterin: Martina Baumann (SPD)
  • Zweiter Bürgermeister: Gerhard Kroder (FWG)
  • Dritter Bürgermeister: Andreas Beck (CSU)

Der Gemeinderat mit insgesamt 16 Sitzen setzt sich seit der Kommunalwahl am 16. März 2014 folgendermaßen zusammen:

Kommunalwahl 2008[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat mit 16 Sitzen setzte sich seit der Kommunalwahl am 20. März 2008 bis zur Kommunalwahl am 16. März 2014 folgendermaßen zusammen:

Kommunalwahl 2008[5]
Wahlbeteiligung: 69,4 %
 %
50
40
30
20
10
0
40,2 %
31,7 %
28,2 %
  • CSU: 7 Sitze (Sprecher: Michaela Neumeier)
  • SPD: 5 Sitze (Sprecher: Martina Baumann)
  • FWG: 4 Sitze (Sprecher: Karl-Heinz Haberberger)

Ausschüsse: Hauptverwaltungsausschuss, Grundstücks- und Bauausschuss, Umlegungsausschuss, Rechnungsprüfungsausschuss.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Erster Bürgermeister: Kurt Sägmüller (CSU)
  • Zweite Bürgermeisterin: Martina Baumann (SPD)
  • Dritter Bürgermeister: Karl-Heinz Haberberger (FWG)

Partnergemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Grundschule

Kinder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kindergärten in Neunkirchen, Speikern und Rollhofen.
  • Katholische Jugendgruppe
  • Evangelische Jugendgruppe

Theater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jährlich finden im Gasthaus Waldschänke Theateraufführungen des Theatervereins Die Sandhas’n statt.

Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wahrzeichen von Neunkirchen am Sand ist die katholische Pfarrkirche Maria Himmelfahrt. Auf einer Anhöhe im Ortskern prägt sie seit Jahrhunderten das Ortsbild. Bei der von dem ehemals stark befestigten Friedhof umgebenen Kirche handelt es sich um eine Kirchenburg. Die Umwallung umschloss außer der Kirche und dem Friedhof das Pfarrhaus, das Mesnerhaus, ein Bauernhaus und noch ein weiteres Gebäude.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schutzgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Archäologischer Wanderweg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wegbeschreibung

Der Archäologische Wanderweg der Gemeinde Neunkirchen am Sand führt von Speikern über Kersbach rund um den Glatzenstein und ist einer der meistbegangenen Spazierwege im Nürnberger Land. Am Weg liegen mehrere Grabhügel, ein Abschnittswall, ein Kalk-Brennofen und eine Höhle. Auf Schautafeln am Wegrand werden die Geschichte der Hallstattzeit (750–500 v. Chr.) und verschiedene Funde ausführlich erläutert. Symbol des Wanderweges ist eine schematische Darstellung des Speikerner Reiterleins, dessen Fundstelle allerdings nicht berührt wird. Diese befindet sich südlich von Speikern auf dem Gemeindegebiet von Ottensoos.

Weglänge: 11 km, Gehzeit: 3 Stunden. Wanderzeichen: Speikern Archäologischer Wanderweg Wegweiser.jpg

Der Verlauf des Archäologischen Wanderweges ist in OpenStreetMap einsehbar.[6]

Kräutergarten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Heinrichsgarten an der Kersbacher Straße in Speikern wuchsen viele Küchen- und Heilkräuter, die bereits im Mittelalter in dieser Gegend genutzt wurden. Informationstafeln geben Auskunft über ihre Anwendungen, Geschichten und weitere Hintergründe. Der Garten wurde im April 2010 entfernt.

Glatzenstein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Panoramabild des Glatzensteins

Der Glatzenstein ist ein markanter Kletterfelsen bei Weißenbach am Rand der Fränkischen Schweiz. An schönen Tagen hat man dort eine gute Aussicht. Der Blick folgt dem Rand der Fränkischen Schweiz. Wenn man in Richtung Nürnberg blickt, das an klaren Tagen deutlich zu erkennen ist, liegen zur rechten Hand der Rothenberg mit der Festung, Lillinghof und ganz in der Ferne Gräfenberg. Weiter links schließt sich der Blick mit Moritzberg, Deckersberg und Houbirg.

Brunnen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Mitte Neunkirchens steht der Fischotterbrunnen.

Museum Fränkische Hopfenscheune[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Schwerpunkt Hopfen bildet den Mittelpunkt einer heimatkundlichen Sammlung in der Fränkischen Hopfenscheune, die seit Mai 1993 in der Scheune des Anwesens Pinzer in Speikern vom Heimat- und Geschichtsverein Neunkirchen am Sand in vielen Stunden Arbeit aufgebaut wurde.

Krippenweg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

50 Stationen umfasst der jährliche Neunkirchener Krippenweg des Heimat- und Geschichtsvereins Neunkirchen am Sand.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Juni: Neunkirchener Sommerfest an der Munkerwiese
  • Ende Juli: Pfarrsommerfest rund um das Pfarrheim und Kirchweih in Kersbach
  • Zweites Augustwochenende: Kirchweih in Rollhofen, bei der viele Traditionen aufrechterhalten werden
  • September: Speikerner Hopfenfest des Heimat- und Geschichtsvereins

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof Neunkirchen a Sand liegt an der Bahnstrecke Nürnberg–Cheb und an der dort beginnenden Schnaittachtalbahn nach Simmelsdorf-Hüttenbach. Er wird mindestens stündlich von Regionalbahnzügen in Richtung Nürnberg, Neuhaus an der Pegnitz und Simmelsdorf-Hüttenbach bedient.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 4. Januar 2018 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111027/205937&attr=OBJ&val=1430
  3. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 509.
  4. http://www.neunkirchen-am-sand.de/index.php?id=0,110
  5. http://www.wahlen.bayern.de/biz/kowa_g2008.php?g=h&schluessel=574&suchbegriff=5
  6. http://www.openstreetmap.org/?relation=157052 Archäologischer Wanderweg Neunkirchen
  7. Webpage von Armin Kroder

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Neunkirchen am Sand – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien