Neuravensburg

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Neuravensburg
Gemeindewappen von Neuravensburg
Koordinaten: 47° 38′ 15″ N, 9° 45′ 23″ O
Höhe: 522 m ü. NHN
Fläche: 15,58 km²
Einwohner: 2994 (31. Dez. 2019)
Bevölkerungsdichte: 192 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Mai 1972
Postleitzahl: 88239
Vorwahl: 07528
Burgruine Neuravensburg

Neuravensburg ist die einwohnerstärkste und südlichste der sechs Ortschaften der Großen Kreisstadt Wangen im Allgäu im Landkreis Ravensburg in Baden-Württemberg. Der Ort liegt etwa 10 km südwestlich des Hauptortes Wangen.[1]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Neuravensburg gehören folgende Orte und Wohnplätze:

  • Neuravensburg, Dorf, mit dem Wohnplatz Hagmühle
  • Roggenzell, Pfarrdorf
  • Moos, Weiler, mit dem Wohnplatz Buckelhof
  • Hub, Weiler
  • Dabetsweiler, Weiler, mit den Wohnplätzen Altschmitte, Trollenhof, Hundriß, Schillerhalde, Loch und Fuchsbühl
  • Bettensweiler, Weiler, mit dem Wohnplatz Gugelis
  • Kocherbauer, Weiler
  • Hüttenweiler, Weiler, mit den Wohnplätzen Halders, Schlachters und Metzgerhof
  • Ried, Weiler, mit den Wohnplätzen Buhlmüller und Weißenhaus
  • Strohdorf, Weiler
  • Schwarzenbach, Pfarrdorf, mit dem Wohnplatz Knolpers
  • Engetsweiler, Weiler, mit den Wohnplätzen Irgenhaus und Kögelhof
  • Degetsweiler, Weiler, mit dem Wohnplatz Rothen
  • Föhlschmitten, Weiler, mit den Wohnplätzen Maierhalden und Wuhr
  • Mindbuch, Weiler, mit den Wohnplätzen Dittis, Argenhof, Friedhag und Gugelloch
  • Grub, Weiler, mit dem Wohnplatz Hinterberg
  • Reute, Weiler, mit dem Wohnplatz Bergler
  • Untermooweiler, Weiler, mit den Wohnplätzen Füßinger, Schmalholz, Bachhofen und Tegernmoos
  • Kiesgrub, Weiler
  • Dametsweiler, verlassener Wohnplatz, im Volksmund „Geisterhof“ genannt

Neuravensburg und Schwarzenbach sind entlang der L320 im Laufe der Jahre zusammengewachsen. Die Grenze befindet sich auf Höhe des Gasthauses Fässle.

Die obere Argen durchfließt Neuravensburg aus der Richtung Niederwangen kommend bis zum Argenzusammenfluss, welcher zwischen Neuravensburg, Neukirch und Haslach unweit des Wohnplatzes Pflegelberg liegt. Die vereinigte Argen bildet ab hier die Grenze zu Neukirch.

Die Nachbargemeinden von Neuravensburg sind, von Westen begonnen gegen den Uhrzeigersinn: Neukirch (Bodenseekreis), Achberg (Landkreis Ravensburg), Weißensberg, Hergensweiler und Hergatz (alle Landkreis Lindau; Bayern) sowie die Wangener Ortschaften Niederwangen und Schomburg.

Ein Wahrzeichen Neuravensburgs ist neben der historischen Burgruine der Neuravensburger Weiher.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neuravensburg wurde 1271 als Nuwen Ravenspurg erstmals erwähnt. Das Wahrzeichen von Neuravensburg war die Burg, die im 13. Jahrhundert zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde. Damals war sie im Besitz des Reichsministerialen Heinrich von Ravensburg, der auch das Dorf unterhalb der Burg gründete. Nach seinem Tode um 1270 ging Neuravensburg an das Kloster St. Gallen, bis das Dorf 1450 an die Stadt Lindau verkauft wurde, bei der es bis 1586 verblieb, bevor es wieder ans Kloster St. Gallen fiel. Im Bauernkrieg 1525 wurde die Burg komplett zerstört und erst 1614 unter St. Galler Herrschaft als Schloss wieder aufgebaut.

Nachdem die Burg 1836 an einen Wangener Bürger verkauft worden war, begann im darauffolgenden Jahr der Abbruch. Nur der Turm ist heute noch erhalten.[2]

In Folge des Reichsdeputationshauptschlusses von 1803 kam Neuravensburg vom Kloster St. Gallen an den Fürsten von Dietrichstein. 1806 wurde das Gebiet im Zuge des Pariser Staatsvertrags dem Königreich Württemberg zugeschlagen, in dem es zunächst zum Oberamt Altdorf kam. Im Jahr 1810 wurde Neuravensburg selbständige Schultheißerei (später Gemeinde) innerhalb des Oberamts Wangen. Ab 1938 gehörte Neuravensburg zum vergrößerten Landkreis Wangen.

Am 1. Mai 1972 wurde Neuravensburg in die Stadt Wangen im Allgäu eingegliedert[3] mit der es am 1. Januar 1973 zum Landkreis Ravensburg kam.

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Mehrheit der Einwohner Neuravensburg ist, wie fast überall in Oberschwaben römisch-katholisch.

Die Ortschaft ist aufgeteilt zwischen den katholischen Pfarreien St. Gallus in Roggenzell im Süden und St. Felix und Regula in Schwarzenbach im Norden. Beide Pfarreien gehören zum Dekanat Allgäu-Oberschwaben innerhalb der Diözese Rottenburg-Stuttgart.

Zur Pfarrei Roggenzell gehören neben dem Pfarrdorf Roggenzell und dem Dorf Neuravensburg folgende Weiler, jeweils mit den dazugehörigen Wohnplätzen: Bettensweiler, Dabetsweiler, Hub, Kocherbauer, Moos, Ried und Strohdorf. Zur Pfarrei Schwarzenbach gehören neben dem Pfarrdorf Schwarzenbach folgende Weiler, jeweils mit den dazugehörigen Wohnplätzen: Degetsweiler, Engetsweiler, Föhlschmitten, Grub, Kiesgrub, Mindbuch, Reute und Untermooweiler.

Die evangelischen Einwohner gehören zur Kirchengemeinde Wangen, welche zum Kirchenbezirk Ravensburg innerhalb der Evangelischen Landeskirche in Württemberg gehört.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortschaft Neuravensburg hat als Wahlbezirk Neuravensburg bei jeder Gemeinderatswahl in Wangen drei festgeschriebene Sitze. Bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 erlangten aus Neuravensburg Matthias Bernhard (CDU), Hermann Schad (Freie Wähler) und Birgitta Haug (GOL) Mandate für die Gemeinderatssitze.

Des Weiteren wird für Neuravensburg ein elfköpfiger Ortschaftsrat gewählt, welcher direkt über die Belange der Ortschaft entscheidet. Seit dem 26. Mai 2019 sieht die Sitzverteilung im Ortschaftsrat folgendermaßen aus (in Klammern Veränderungen zur Wahl 2014):

  • Freie Wähler: 5 Sitze
  • CDU: 4 Sitze (-1)
  • GOL: 2 Sitze (+1)


Bürgermeister von Neuravensburg:

  • 1911–? Plazidus Bernhard
  • 1933–1945 August Heiler
  • 1942–1946 als Vertretung Alois Nassal
  • 1946–1954 Otto Blank
  • 1954–1960 Albert Dürrenberger
  • 1960–1972 Vitus Zauner (CDU)


Ortsvorsteher von Neuravensburg:

  • 1972–1974 Vitus Zauner (CDU)
  • 1974–1980 Michael Leib (CDU)
  • 1980–1994 Rupert Sutter (CDU)
  • 1994–2014 Horst Büssenschütt (Freie Wähler)
  • seit 2014 Hermann Schad (Freie Wähler)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Neuravensburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. wangen.de - Neuravensburg. 
  2. leo-bw.de - Neuravensburg. 
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 536.