Neuried (Baden)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Neuried
Neuried (Baden)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Neuried hervorgehoben
Koordinaten: 48° 28′ N, 7° 48′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Ortenaukreis
Höhe: 150 m ü. NHN
Fläche: 57,85 km2
Einwohner: 9521 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 165 Einwohner je km2
Postleitzahl: 77743
Vorwahlen: 07807, 07808Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: OG, BH, KEL, LR, WOL Vorlage:Infobox Verwaltungseinheit in Deutschland/Wartung/Kfz enthält Kleinbuchstaben
Gemeindeschlüssel: 08 3 17 151
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kirchstraße 21
77743 Neuried
Webpräsenz: www.neuried.net
Bürgermeister: Jochen Fischer
Lage der Gemeinde Neuried im Ortenaukreis
Ill (Elsass)Ill (Elsass)FrankreichLandkreis RastattBaden-BadenLandkreis CalwLandkreis EmmendingenLandkreis FreudenstadtRheinau (Baden)Lauf (Baden)SasbachLandkreis RastattLandkreis RottweilSchwarzwald-Baar-KreisAchernAchernAchernAppenweierBad Peterstal-GriesbachBerghauptenBiberach (Baden)DurbachEttenheimFischerbachFriesenheim (Baden)GengenbachGutach (Schwarzwaldbahn)Haslach im KinzigtalHausachHofstetten (Baden)HohbergHornbergKappel-GrafenhausenKappel-GrafenhausenKappelrodeckWillstättKehlKehlKippenheimKippenheimKippenheimLahr/SchwarzwaldLauf (Baden)Lauf (Baden)Lautenbach (Ortenaukreis)MahlbergMahlbergMahlbergMeißenheimMühlenbach (Schwarzwald)Neuried (Baden)NordrachOberharmersbachOberkirch (Baden)Oberkirch (Baden)Oberkirch (Baden)Oberkirch (Baden)OberwolfachOffenburgOhlsbachOppenauOrtenberg (Baden)Ottenhöfen im SchwarzwaldRenchenRenchenRingsheimRingsheimRust (Baden)Rheinau (Baden)Rheinau (Baden)Rheinau (gemeindefreies Gebiet)SasbachSasbachSasbachSasbachwaldenSchuttertalSchutterwaldSchwanauSeebach (Baden)Seelbach (Schutter)Steinach (Ortenaukreis)WillstättWillstättWolfachZell am HarmersbachRheinKarte
Über dieses Bild

Neuried ist eine Gemeinde im baden-württembergischen Ortenaukreis in Deutschland.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neuried liegt in der Oberrheinischen Tiefebene direkt am Rhein und damit an der deutsch-französischen Grenze, ziemlich genau in der Mitte zwischen Kehl und Lahr, nur wenige Kilometer südlich von Straßburg, wenige Kilometer von Offenburg entfernt.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde grenzt im Norden an die Stadt Kehl, im Osten an Schutterwald und Hohberg, im Süden an Friesenheim und Meißenheim und im Westen an die elsässischen Gemeinden Plobsheim und Eschau.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Neuried besteht aus den ehemals selbstständigen Gemeinden Altenheim, Dundenheim, Ichenheim, Müllen und Schutterzell. Diese bilden heute die Ortsteile der Gemeinde und zugleich Ortschaften im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung mit jeweils eigenem Ortschaftsrat und Ortsvorsteher als dessen Vorsitzender.

Zum Ortsteil Altenheim gehören das Dorf Altenheim, das Gehöft Rohrburger Mühle und die Wohnplätze Altenheimer Mühle und Rheinwärterhaus. Zum Ortsteil Dundenheim gehören das Dorf Dundenheim und das Gehöft Dundenheimer Mühle. Zum Ortsteil Ichenheim gehören das Dorf Ichenheim, das Gehöft Ottenweierhof und der Wohnplatz Einzelwohnhaus. Zum Ortsteil Müllen gehört das Dorf Müllen. Zum Ortsteil Schutterzell gehören das Dorf Schutterzell und das Gehöft Schutterzeller Mühle. Im Ortsteil Altenheim lag das abgegangene Schloss Waseneck. Im Ortsteil Dundenheim liegen die Wüstungen Rode und Zellhof. Im Ortsteil Ichenheim liegt die abgegangene Burg Blankenmoos und die Wüstung Trudenheim.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindefusion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neuried entstand im Zuge der baden-württembergischen Gemeindereform am 1. Januar 1973 durch einen freiwilligen Zusammenschluss der ehemals selbständigen Gemeinden Altenheim, Dundenheim, Ichenheim und Müllen. Bereits am 1. Januar 1972 wurde die Gemeinde Schutterzell nach Ichenheim eingemeindet.[3] Die Orte Altenheim und Müllen gehörten bis 1972 zum Landkreis Kehl, während Dundenheim, Ichenheim und Schutterzell zum Landkreis Lahr gehörten. Mit der Auflösung dieser beiden Kreise kam die heutige Gemeinde zum neuen Ortenaukreis.

Kirche von Altenheim
Kirche von Ichenheim

Wappen der Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben je zwei evangelischen und römisch-katholischen Kirchengemeinden sind auch die Neuapostolische Kirche, die Zeugen Jehovas und die Siebenten-Tags-Adventisten in Neuried vertreten.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 brachte bei einer Wahlbeteiligung von 54,19 % folgendes Ergebnis:

3
5
8
8
Insgesamt 24 Sitze
  • SPD: 3
  • Umwelt und Leben: 5
  • FWG: 8
  • CDU: 8
Kommunalwahl 2014
 %
40
30
20
10
0
34,1 %
10,9 %
19,2 %
35,8 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-4,3 %p
-0,2 %p
+3,5 %p
+0,9 %p

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1997–2013: Gerhard Borchert (FDP)
  • 2013 bis heute: Jochen Fischer (parteilos)

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Kirche im Ortsteil Altenheim wurde von Friedrich Weinbrenner selbst entworfen und im Jahre 1813 gebaut (und nach Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wiederhergestellt). Die heute Friedenskirche genannte Kirche zählt zu den schönsten klassizistischen Kirchen in Baden. Zwischen ihren stiltypischen glatten und schmuckarmen Fassaden und der Umgebung feingliedriger Fachwerkhäuser entspinnt sich ein spannungsvoller Kontrast. Die Kirche wurde von 2004 bis 2006 innen umfassend saniert und erhielt eine neue Orgel aus der Orgelbauwerkstatt Göckel nach Plänen von Markus Artur Fuchs und Christoph Manuel Beysser.
  • Im Ortsteil Ichenheim wurde St. Nikolaus 1822 von dem Weinbrenner-Schüler Hans Voß erbaut. Sie gehört zu den am meisten der formalen Reduktion verpflichteten Kirchenbauten des badischen Klassizismus. Wie die Altenheimer Kirche profitiert sie von der monumentalen Wirkung klar gezeichneter Baukörper.
  • Auch St. Johannes im Ortsteil Dundenheim, 1823 bis 1824 errichtet, stammt von Hans Voß. Der ursprüngliche Hochaltar wurde 1880 durch ein Exemplar von Franz Josef Simmler ersetzt. Bereits 1860 fertigte der hiesige Schreiber Markus Weißenegger einen Mutter-Gottes-Altar für die Kirche, dem 1864 ein Josefsaltar gefolgt war.[4]
  • Schutterzell hat eine der seltenen Simultankirchen, die sowohl für den katholischen als auch den evangelischen Gottesdienst genutzt werden.
  • Altenheim verfügt über den Museumsbunker Emilie. Er war ein Teil des Westwalls und hatte die Bezeichnung "Regelbau 11". Er wurde im Jahre 1938 erbaut zur Bewachung des Hinterlandes, um einen Angriff auf Offenburg her zu unterbinden. Im Bunker konnten 27 Soldaten in zwei Mannschaftsräumen Dienst tun. Der Bunker verfügte zudem über zwei Gasschleusen, eine Eingangsverteidigung und einen separat begehbaren Kampfraum. Die Bewaffnung bestand aus 2 MG 34 auf Lafette und 2 MG bei den Soldaten in Schützengräben um den Bunker. Die Deckenstärke beträgt 2 Meter. Der Bunker war als Wohnhaus getarnt, indem während der Kriegszeit eine Frau, "Emilie", Unterschlupf fand. Nach dem Krieg mit Beton verfüllt, wurde der Bunker 1990 von den neuen Besitzern wieder geleert und als Motorradclubhaus genutzt. Seit Ende 2009 dient er als Museum.[5]

Naherholung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2014 gibt es im Norden von Altenheim den 2,5 km langen Auenwildnispfad durch die Rheinauen.[6]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Immer noch eine große Rolle spielt die Landwirtschaft und hier insbesondere der Tabakanbau. Mit etwa 470 ha Fläche ist Neuried die größte Tabakanbaugemeinde Deutschlands. Die Gemeinde verfügt über etwa 1000 Arbeitsplätze am Ort, das heißt, die Mehrzahl der Erwerbstätigen pendelt in die umliegenden Städte Offenburg, Kehl und Lahr/Schwarzwald.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neuried besitzt fünf evangelische (drei davon in Altenheim, jeweils einer in Ichenheim und Dundenheim) und zwei katholische (Ichenheim und Schutterzell) Kindergärten. Im Ortsteil Altenheim gibt es mit der Johann-Henrich-Büttner-Schule eine Grund- und Hauptschule, im Ortsteil Ichenheim eine Haupt- und Realschule mit Werkrealschule sowie jeweils eine Grundschule in den Ortsteilen Ichenheim und Dundenheim. Ab dem Schuljahr 2014/2015 werden in Dundenheim keine Grundschüler mehr neu eingeschult[7], die Grundschule in Dundenheim wird 2018 geschlossen. Gymnasien befinden sich in den nahe gelegenen Kreisstädten Offenburg, Lahr/Schwarzwald und Kehl.

Geothermie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2014 sollte eine erste Bohrung für ein Geothermie-Nutzungs-Projekt in der Gemeinde gesetzt werden. Diese wurde aufgrund einer laufenden Klage der Stadt Kehl [8] gegen das Tiefengeothermiewerk und eines Bürgerprotests auf 2016 verschoben. Eine eventuelle Nutzung diente der Ergänzung des 2007 gestarteten Biomasse-Kraftwerkes als Hybridkraftwerk.[9] Im Juli desselben Jahres hat sich eine Bürgerinitiative in den betroffenen Gemeinden Kehl, Neuried, Schutterwald und Willstätt gegen die Tiefengeothermiebohrungen gebildet.[10] Der Regionalplan sperrt das Areal beim geplanten Erdwärmekraftwerk.[11]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Orte der heutigen Gemeinde wurden bis 1959 durch die Mittelbadische Eisenbahn versorgt. Heute besitzt Neuried keinen Anschluss an das deutsche Schienennetz. Die Gemeinde wird durch Buslinien der regionalen Verkehrsbetriebe mit Lahr, Offenburg und Kehl verbunden. Die Gemeindeteile Altenheim, Dundenheim und Ichenheim werden von der L 75 durchquert.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Erwin Baur (1875–1933), Genetiker
  • Klaus Wurth (1861–1948), Theologe und Kirchenpräsident der Evangelischen Landeskirche in Baden

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Albert Köbele und Eugen Eble: Ortssippenbuch Altenheim, Gemeinde Neuried, Ortenaukreis, Baden. Grafenhausen: Köbele 1973 (= Badische Ortssippenbücher 30), Bearbeiteter Zeitraum 1634–1971
  • Albert Köbele und Hans Scheer: Ortssippenbuch Dundenheim, Gemeinde Neuried, Ortenaukreis, Baden. Grafenhausen: Köbele 1977 (= Badische Ortssippenbücher 38), Bearbeiteter Zeitraum 1633–1976
  • Albert Köbele, Hans Scheer und Peter Bläsi: Ortssippenbuch Ichenheim, Gemeinde Neuried, Ortenaukreis in Baden. Grafenhausen: Köbele 1978 (= Badische Ortssippenbücher 41), Bearbeiteter Zeitraum 1633–1977
  • Albert Köbele: Ortssippenbuch Müllen im Ortenaukreis in Baden, 1727-1967. Grafenhausen: Köbele 1981 (= Badische Ortssippenbücher 47)
  • Albert Köbele und Hans Scheer: Ortssippenbuch Schutterzell, Gemeinde Neuried, Ortenaukreis in Baden. Mit der Ortschronik von Schutterzell von Emil Ell. Grafenhausen: Köbele 1982 (= Badische Ortssippenbücher 48), Bearbeiteter Zeitraum 1660–1980

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2016 (Hilfe dazu).
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VI: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2, S. 365–368
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 497 f.
  4. Joseph Sauer: Die kirchliche Kunst der ersten Hälfte des 19. Jahrhundert in Baden in: Freiburger Diözesan-Archiv 57 (1930), S. 86 (Digitalisat).
  5. Info-Prospekt der Einrichtung, Info-Prospekt der Vereinigung "Befestigungen B-W"
  6. Kleiner Wald, große Wildnis in Badische Zeitung, 25. August 2014
  7. Amtsblatt der Gemeinde Neuried Woche 07/2014 (14. Februar 2014)
  8. Stadt Kehl hat Geothermie-Klage angepasst, In: bo.de, 2. Mai 2015, abgerufen am 5. Dezember 2016
  9. Hagen Späth: Erste Bohrung für das Geothermie-Kraftwerk in Neuried in: badische-zeitung.de, 18. Februar 2011 bzw. Badische Zeitung analog, 26. Februar 2011, BZ-Thema: Energie aus der Tiefe (27. Februar 2011)
  10. Webpräsenz der BI gegen Tiefengeothermie, abgerufen am 5. Dezember 2016
  11. Bastian Bernhardt: Mehr Flächen gibt es nicht In: badische-zeitung.de, 24. März 2016, abgerufen am 5. Dezember 2016

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Neuried (Baden) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien