Neustadt (Wied)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Neustadt (Wied)
Neustadt (Wied)
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Neustadt (Wied) hervorgehoben
Koordinaten: 50° 37′ N, 7° 26′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Neuwied
Verbandsgemeinde: Asbach
Höhe: 175 m ü. NHN
Fläche: 35,83 km2
Einwohner: 6264 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 175 Einwohner je km2
Postleitzahl: 53577
Vorwahlen: 02683, 02645Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: NR
Gemeindeschlüssel: 07 1 38 044
Gemeindegliederung: 56 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Flammersfelder Straße 1
53567 Asbach
Webpräsenz: www.neustadt-wied.de
Ortsbürgermeisterin: Jutta Wertenbruch (CDU)
Lage der Ortsgemeinde Neustadt (Wied) im Landkreis Neuwied
NeuwiedBuchholz (Westerwald)Asbach (Westerwald)WindhagenNeustadt (Wied)RheinbreitbachUnkelBruchhausen (Landkreis Neuwied)ErpelVettelschoßLinz am RheinKasbach-OhlenbergOckenfelsSankt Katharinen (Landkreis Neuwied)DattenbergLeubsdorf (am Rhein)Bad HönningenRheinbrohlHammerstein (am Rhein)LeutesdorfIsenburg (Westerwald)KleinmaischeidGroßmaischeidStebachMarienhausenDierdorfOberdreisWoldertRodenbach bei PuderbachRatzertNiederwambachSteimelDöttesfeldPuderbachDürrholzHanrothRaubachHarschbachNiederhofenDernbach (Landkreis Neuwied)Urbach (Westerwald)LinkenbachBreitscheid (Westerwald)WaldbreitbachRoßbach (Wied)Hausen (Wied)DatzerothNiederbreitbachHümmerichOberhonnefeld-GierendOberradenStraßenhausKurtscheidBonefeldEhlscheidRengsdorfMelsbachHardertAnhausenRüscheidThalhausenMeinbornNordrhein-WestfalenLandkreis Altenkirchen (Westerwald)Landkreis AhrweilerLandkreis Mayen-KoblenzKoblenzMarienhausenWesterwaldkreisKarte
Über dieses Bild
Neustadt (Wied), Luftaufnahme 2013

Neustadt (Wied) (gesprochen auch Neustadt an der Wied) ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Neuwied in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Asbach an. Neustadt ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort und gemäß Landesplanung als Grundzentrum ausgewiesen.[2]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neustadt (Wied) liegt im Naturpark Rhein-Westerwald, direkt an der Wied, einem Nebenfluss des Rheins.

Die Gemeinde befindet sich mit jeweils rund 30 Straßenkilometern Entfernung zwischen der Kreisstadt Neuwied und der Großstadt Bonn nahe der Grenze zu Nordrhein-Westfalen. Die umliegenden Städte Linz am Rhein, Bad Honnef, Bad Hönningen und Hennef (Sieg) können in 15 bis 25 Straßenkilometern erreicht werden, der Hauptort Asbach innerhalb der Verbandsgemeinde in 7 Straßenkilometern.

Der Ortsteil Fernthal wird vom Fernthaltunnel, einem 1555 m langen Eisenbahn-Tunnel der Schnellfahrstrecke Köln–Rhein/Main unterquert, der Ortsteil Ammerich durch den Ammerichtunnel.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Ortsgemeinde Neustadt gehören 56 Dörfer, Weiler und Wohnplätze (Stand 31. Dezember 2014):[3]

Ortschaft Einwohner
Als-Au 50
Altenhütte 1
Ammerich 75
Bertenau 33
Borscheid 273
Brüchen 65
Bühlingen 178
Dasbach 61
Dinkelbach 33
Ehrenberg 172
Eilenberg 114
Etscheid 247
Fernthal 503
Funkenhausen 78
Gerhardshahn 64
Grube Anxbach 40
Grube Ferdinand 22
Grübelsberg 12
Grübelshof 7
Ortschaft Einwohner
Hammerhof 7
Hombach 403
Hombachsmühle 3
Jungfernhof 69
Kodden 61
Krummenau 49
Manroth 28
Mettelshahn 12
Mittelelsaff 35
Neschen 251
Neschermühle 8
Neustadt 1.424
Niederetscheid 62
Niederhoppen 8
Oberelsaff 55
Oberetscheid 99
Oberhoppen 67
Paffhausen 15
Panau 47
Ortschaft Einwohner
Prangenberg 28
Rahms 348
Rott 169
Rotterheide 130
Rüddel 64
Scharenberg 109
Steeg 44
Steinshof 32
Strauscheid 306
Telegraf 3
Thalhof 20
Unterelsaff 98
Vogtslag 37
Wahrenberg 5
Weißenfels 90
Wied 71
Wiedmühle 59
Wölsreeg 31
Hombach, Luftaufnahme (2016)
Oberhoppen, Luftaufnahme (2016)
Prangenberg, Luftaufnahme (2016)
Vogtslag, Luftaufnahme (2016)
Oberetscheid, Luftaufnahme (2016)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste – in Fachkreisen umstrittene[4] – urkundliche Erwähnung des Ortes wird bisher auf das Jahr 1185 (nach dem Siegburger Mirakelbuch) datiert. Die „parochia Niwinstat“ (Kirchspiel Neustadt) wird 1213 in einer Urkunde des Klosters Heisterbach genannt. Über fünf Jahrhunderte gehörte Neustadt an der Wied zum Amt Altenwied und war somit – mit Unterbrechungen – in kurkölnischer Landesherrschaft. Die frühe Pfarrgeschichte ist eng mit dem Namen der saynischen Gräfin Mechthild von Sayn verknüpft, die 1254 das Patronat der Zisterzienserabtei Heisterbach übertrug. Die pfarrliche Betreuung durch Heisterbach hatte bis zur Auflösung der Abtei 1803 im Zuge der Säkularisation Bestand. 1815 wurde Neustadt preußisch.

Seit dem 17. Jahrhundert bestand in Neustadt eine 1902 stillgelegte Erzgrube, an die der Straßenname „Im Schiefer“ erinnert.[5] Der Betrieb der 1912 eröffneten Eisenbahnstrecke Linz–Altenkirchen wurde 1961 eingestellt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erlangte Neustadt Bedeutung als Fremdenverkehrsort („Sommerfrische“) mit Hotels, Gaststätten, Pensionen und einem Strandbad an der Wied.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Neustadt (Wied) besteht aus 22 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und der ehrenamtlichen Ortsbürgermeisterin als Vorsitzender.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[6]

Wahl SPD CDU FDP FWG BLN Gesamt
2014 4 14 1 2 1 22 Sitze
2009 4 13 1 4 22 Sitze
2004 4 14 1 3 22 Sitze
  • FWG = Freie Wählergemeinschaft Neustadt (Wied) e. V.
  • BLN = Bürgerliste Neustadt e. V.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Neustadt (Wied)
Blasonierung: „Von Silber und Rot geteilt; oben zwei gekreuzte rote Lilienstäbe; unten drei, 2:1 gestellte, goldgekrönte silberne Adlerköpfe.“

Das Wappen ist rechtsgültig seit dem 19. Oktober 1981 nach einem Entwurf von G. Becker, Etscheid.

Wappenbegründung: Die drei Adlerköpfe sind das Wappen der Vögte von Panau – heute Ortsteil von Neustadt –, 1378–1403, die zu Neustadt das Richteramt ausübten. Ihnen folgte im Amt das ebenfalls niederadlige Geschlecht derer von Neustadt, genannt Munt (Mandt), 1390–1555. Ihr Wappenbild sind die gekreuzten Lilienstäbe.

Gemeindezusammenlegungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Arbeitsgemeinschaft Neustadt in Europa

Lange Zeit gehörte das Kirchdorf Neustadt zu Bertenau. Die Gemeinde Bertenau wurde 1953 in Neustadt umbenannt.

Die heutige Gemeinde Neustadt (Wied) wurde am 1. Januar 1969 aus den aufgelösten Gemeinden Bühlingen (915 Einwohner), Elsaffthal (802 E.), Neustadt (Wied) (2090 E.) und Rahms (999 E.) neu gebildet.[7]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neustadt ist Mitglied der größten europäischen Städtefreundschaft Neustadt in Europa, in der sich 37 Städte und Gemeinden mit Namen „Neustadt“ aus sieben Ländern (Deutschland, Österreich, Ungarn, Tschechische Republik, Slowakei, Polen, Niederlande) zusammengeschlossen haben. Im Rahmen von Neustadt in Europa sind Bergneustadt im Norden und Neustadt/Westerwald im Osten (jeweils 45 Kilometer entfernt) die nächsten Nachbarn.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kulturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Neustadt (Wied) befinden sich einige unter Denkmalschutz gestellte Kulturdenkmäler:[8]

  • die katholische Pfarrkirche St. Margarita, eine neugotische Bruchsteinhalle, erbaut 1869−1873;
  • die katholische Antoniuskapelle im Ortsteil Etscheid, ein kleiner barocker Saalbau aus dem Jahr 1680;
  • die katholische Kapelle St. Maria Mater Dolorosa im Ortsteil Fernthal, ein fünfachsiger romanisierender Bruchsteinsaal, erbaut 1911–1912;
  • die Burg Altenwied im Ortsteil Wied, teilweise restauriert und heute im Privatbesitz, geht zurück auf eine im 12. Jahrhundert errichtete Burg, die von der Mitte des 13. Jahrhunderts Sitz des kurkölnischen Amtes Altenwied war;
  • in den Ortsteilen verschiedene Fachwerkhäuser.
Neustadt (Wied), katholische Pfarrkirche St. Margarita

Heimatmuseum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heimatmuseum „Bi et fröher wor“[9]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neustadt verfügt über drei Schulen und zwei kirchlich getragene Kindergärten. Die Grundschule „In der Au“ versorgt in erster Linie die Ortsgemeinde Neustadt, während das Einzugsgebiet der Staatlichen Realschule und des Wiedtal-Gymnasiums über die Verbandsgemeinde hinausreicht.

Das Wiedtal-Gymnasium wurde 1976 in Trägerschaft des Kreises Neuwied gegründet.

Durch die unmittelbare Nähe zur Staatlichen Realschule kommen die Schüler in den Genuss der Vorteile eines Schulzentrums mit gemeinsamen Einrichtungen wie z. B. Zentralbibliothek und Fachräume. Zwischen den Schulen des Schulzentrums besteht vor allem in der Orientierungsstufe (Klassen 5 und 6) eine enge Zusammenarbeit (z. B. in einigen Fächern gleiche Lernmittel, Lehreraustausch). Dadurch kann am Ende der Orientierungsstufe eine fundierte Laufbahnempfehlung gegeben werden. Die neuen Klassen 5 sind so zusammengesetzt, dass Kinder aus derselben Grundschule möglichst auch dieselbe Klasse besuchen können.

Am Ort gibt es eine kommunale Gemeindebücherei. Außerdem sind in Neustadt eine katholische und eine evangelische Kirchengemeinde mit eigenen Kirchen vorhanden sowie das Alten- und Pflegeheim St. Josefshaus. Der Ort verfügt über ein Sportzentrum, ein Bürgerhaus mit Sport- und Mehrzweckhalle und die im Januar 2004 offiziell eingeweihte Wiedparkhalle, die kulturellen und geselligen Veranstaltungen dient.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die M+C Schiffer GmbH, der europaweit größte Anbieter von Zahnbürsten, hat ihren Sitz in Neustadt.

Des Weiteren befindet sich im Ortsteil Rahms der Hauptsitz des Schuhherstellers Birkenstock.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hellmuth Gensicke: Landesgeschichte des Westerwaldes. 3. unveränd. Nachdruck von 1958, Wiesbaden 1999, ISBN 3-922244-80-7.
  • Albert Hardt: Im Lande der Neuerburg an der Wied, 1988, zweite Auflage
  • Paul Girnstein: Altenwied und sein Umfeld bis ins 14. Jahrhundert, Linz 2008
  • Festausschuss zur 700-Jahrfeier der Pfarrkirche Neustadt (Hrsg.): Neustadt-Wied – ein Fest- und Heimatbuch 1229–1929, Asbach 1929. (dilibri)
  • Ortsgemeinde Neustadt (Wied) (Hrsg.): Neustadt (Wied) Heimat im Wandel der Jahrhunderte. Reckinger & Co., Siegburg 1985.
  • Gisbert Becker: Neustadt (Wied). Bilder aus vergangenen Tagen. Geiger-Verlag, Horb am Neckar 1989.
  • Gerhard R. Petersohn (Hrsg.): Familienbuch Neustadt (Wied) 1661–1820. Merklingen 2003. Genealogische Auswertungen verschiedener Kirchenbücher und anderer Quellen aus der Region.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Neustadt (Wied) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2016 (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Einwohnerzahlen nach Angaben der Ortsgemeinde Neustadt (Wied)
  4. Paul Girnstein: Ursprung von Neustadt (Wied), Ulf Lind: Älteste Quellen über Altenwied und Neustadt. In: Heimatblatt Altenwied 2010/2011, S. 167–214.
  5. Heiner Strauß: „Im Schiefer“ – eine vergessene Grube in Neustadt/Wied (1617–1902), Zeitschrift zur Geschichte des Berg- und Hüttenwesens – Fischbacher Hefte, 16. Jahrgang, Heft 2-2010, S. 40–50
  6. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  7. Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006 (Memento vom 22. Dezember 2017 im Internet Archive) (= Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz [Hrsg.]: Statistische Bände. Band 393). Bad Ems März 2006, S. 189 (PDF; 2,6 MB). i Info: Es liegt ein aktuelles Verzeichnis (2016) vor, das aber im Abschnitt „Gebietsänderungen – Territoriale Verwaltungsreform“ keine Einwohnerzahlen angibt.
  8. Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler – Kreis Neuwied. Mainz 2018, S. 34 f. (PDF; 6,4 MB).
  9. Heimatmuseum „Bi et fröher wor“. In: Sehenswürdigkeiten in der Ortsgemeinde. Neustadt (Wied), abgerufen am 22. März 2018.