Neustadt am Rennsteig

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Neustadt am Rennsteig
Neustadt am Rennsteig
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Neustadt am Rennsteig hervorgehoben
Koordinaten: 50° 35′ N, 10° 56′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Ilm-Kreis
Verwaltungs­gemeinschaft: Langer Berg
Höhe: 785 m ü. NHN
Fläche: 17,03 km2
Einwohner: 942 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 55 Einwohner je km2
Postleitzahl: 98701
Vorwahl: 036781
Kfz-Kennzeichen: IK, ARN, IL
Gemeindeschlüssel: 16 0 70 038
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Obere Marktstr. 1
98708 Gehren
Webpräsenz: www.neustadtamrennsteig.de
Bürgermeister: Dirk Macheleidt (SPD)
Lage der Gemeinde Neustadt am Rennsteig im Ilm-Kreis
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Über dieses Bild
Blick von Südwesten auf den Ort
Dorfplatz
Meiningische Kirche
Wasserturm

Neustadt am Rennsteig ist ein Erholungsort im Thüringer Wald, der zum Ilm-Kreis gehört.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neustadt liegt auf 805 Meter über NN auf einer Hochfläche am Rennsteig. Es gehört damit zu den höchstgelegenen Orten Thüringens. Südwestlich fallen die Hänge zum Schleusetal ab, nordöstlich liegt das Einzugsgebiet der Wohlrose. Berge in der Umgebung sind der 817 Meter hohe Große Burgberg und der 816 Meter hohe Edelmannskopf.

Der Rennsteig als Höhenwanderweg führt auf einer Länge von einem Kilometer durch den Ort. Neustadt ist einer der wenigen Orte, durch den der Rennsteig komplett verläuft; es liegt ca. in der Mitte des 169 km langen Höhenwanderweges.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Neustadt gehört Kahlert, ein kleiner Ortsteil, etwa zwei Kilometer südlich am Rennsteig.

In der Nähe von Neustadt befindet sich der Dreiherrenstein.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Uhrzeigersinn, beginnend im Norden: Langewiesen, Gehren, Großbreitenbach, Altenfeld, Schleusegrund, Frauenwald und Stützerbach

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie alte Schächte und Halden beweisen, bestand bereits im Mittelalter an der Stelle von Neustadt eine Bergmannssiedlung. Erstmals erwähnt wurde der Ort in einer Urkunde aus dem Jahr 1453. Allerdings scheint diese Siedlung wieder eingegangen zu sein; der Ursprung des heutigen Ortes war die Gründung einer Glashütte im Jahr 1698. Damit ist Neustadt einer der jüngsten Orte des Ilm-Kreises. Um die Glashütte siedelten sich zu beiden Seiten des Rennsteigs Holzfäller und Köhler an.

Der Ort war bis 1920 zweigeteilt. Der Teil nordöstlich des Rennsteiges gehörte zum Fürstentum Schwarzburg-Sondershausen (Oberherrschaft), der südwestliche Teil gehörte zum Herzogtum Sachsen-Meiningen (Amt Eisfeld). Von 1739 bis zum 1. Juli 1855 bildeten die beiden Orte in kirchlich und schulmäßig eine Gemeinde. Nach der Trennung 1855 entstand eine zweite Kirche, es gab zwei Schulen, zwei Freiwillige Feuerwehren usw.

Die Glashütte in Neustadt wurde 1819 wieder aufgegeben. Auch andere Wirtschaftszweige im Ort waren wenig einträglich, so dass bereits 1755 die Umsiedlung der Bewohner nach Mecklenburg erwogen wurde. Im 19. Jahrhundert wurden in Neustadt insbesondere Zündhölzer hergestellt. Nach der Industrialisierung entstand nach 1900 eine Zündholzfabrik, die schon 1927 den Betrieb wieder einstellte. Nach dem Zweiten Weltkrieg erlangte die Zündholzherstellung kurzzeitig nochmals wirtschaftliche Bedeutung, jedoch überwog bald der in den 1930er Jahren aufgekommene Fremdenverkehr.

Von 1920 bis 1952 gehörte Neustadt zum Landkreis Arnstadt, der 1952 geteilt wurde. Von 1952 bis 1994 war der Ort dem Kreis Ilmenau zugeordnet.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde gehört zur Verwaltungsgemeinschaft Langer Berg mit Sitz in Gehren.

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat von Neustadt besteht neben dem Bürgermeister aus 11 Mitgliedern:

(Stand: Kommunalwahl am 7. Juni 2009; seit Juni 2012 nur noch 11 Mitglieder[2])

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 22. Januar 1992 genehmigt.

Blasonierung: „Schräggeviert; Feld 1: in Blau ein aus der linken Teilung wachsender goldener doppelschwänziger Löwe mit ausgeschlagener roter Zunge; Feld 2 und 3: in Gold je eine bewurzelte grüne Fichte mit schwarzem Stamm und schwarzen Wurzeln; Feld 4: in Blau auf grünem Berg ein goldener Stein, belegt mit einem schwarzen ‚R‘.“

Die auf einer Hochebene gelegene Gemeinde wird vom Kammweg des Thüringer Waldes durchschnitten. Die alte Landscheide ist in der Ortsflur mit zahlreichen alten Grenzsteinen gekennzeichnet. Im Wappen erscheint daher ein Rennsteigstein mit der charakteristischen Versalie „R“. Der Löwe steht für den historischen Einfluss der Schwarzburger. Die beiden bewurzelten Fichten symbolisieren die Lage des Ortes auf dem Kamm des Thüringer Waldes sowie die Rolle des Waldes als traditionelle Erwerbsquelle des Ortes.[3]

Das Wappen wurde vom Heraldiker Frank Diemar gestaltet.

Ortspartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Michaeliskirche (Neustadt am Rennsteig)
  • Rennsteigmuseum: Im Gemeindezentrum Rennsteigstraße 46
  • Eine Sehenswürdigkeit war die 130 Jahre alte Gedächtniskirche der Schwarzburger Fürsten. Die Kirche wurde im Jahre 1887 nach insgesamt 22 Jahren Bauzeit eingeweiht. Das Holzhaus mit einem Schieferdach diente nach 1945 als Trauerhalle und wurde im Jahre 2005 entwidmet. Danach fand sich kein Käufer mehr, die Kirche verfiel und war zuletzt einsturzgefährdet, so dass sie im November 2016 abgerissen werden musste. Die Kosten für eine Instandsetzung hätten mehr als 750.000 Euro betragen.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Neustadt gab es neben im begrenzten Umfang betriebenen Landwirtschaft zwei Wirtschaftszweige: die Glasindustrie und den Tourismus. Nach dem Zusammenbruch der DDR ist der Natur- und Wandertourismus und besonders der Wintersport vorrangig.[4] Im Ort gibt es zahlreiche Pensionen und Hotels.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen, die mit dem Ort in Verbindung stehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fritz Binde (1867–1921), Prediger und Evangelist, wuchs in Neustadt auf
  • Oskar Schmidt (1894–1945), Widerstandskämpfer und Antifaschist. Im Jahr 2010 wurde ihm zu Ehren ein Gedenkstein errichtet.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung der Gemeinden vom Thüringer Landesamt für Statistik (Hilfe dazu).
  2. Das Dorf auf dem Berg – Neustadt am Rennsteig. Abgerufen am 19. Februar 2013.
  3. Arbeitsgemeinschaft Thüringen e.V. (Hrsg.): Neues Thüringer Wappenbuch, Band 2. 1998, ISBN 3-9804487-2-X, S. 15
  4. Rennsteigregion - Neustadt am Rennsteig mit dem Ortsteil Kahlert auf ilm-kreis.de, abgerufen am 26. März 2015

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Neustadt am Rennsteig – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien